Streit um Entlassung von Intendant Kaufmann dauert an

01.10.08 -
Essen (ddp-nrw). Der Streit um den Rauswurf des Essener Philharmonie-Intendanten Michael Kaufmann ebbt nicht ab. Am Mittwoch erneuerte der Dirigent Kurt Masur seine Kritik an der Entlassung. Zugleich bekräftigte er in einer Mitteilung seine Absicht, die Philharmonie Essen nicht mehr zu betreten, «bis der Fall zugunsten von Michael Kaufmann entschieden ist».
01.10.2008

 Das für den 7. Dezember geplante Konzert Masurs mit dem Concertgebouw Orchester in Essen ist damit weiter gefährdet. Überdies droht der Philharmonie offenbar der Rückzug wichtiger Sponsoren.

Masur wiederholte seine Aussage, dass er «entsetzt über die plötzliche Entlassung von Michael Kaufmann» sei. Zugleich verwies er darauf, dass Kaufmann der «fähigste und wertvollste Intendant» in Deutschland sei.

Der Dirigent betonte, dass sich sein Schritt nicht gegen das Publikum in Essen oder eine Institution oder Persönlichkeit der Stadt richte. Vielmehr wolle er damit alle Verantwortlichen des Kulturlebens dazu bewegen, «noch einmal genau zu überdenken, wie sehr die inzwischen getroffenen Maßnahmen bereits dem Ansehen der Stadt geschadet haben». Er sei «maßlos traurig» über die Auseinandersetzungen.

Zugleich trat Masur dem Kuratorium der Philharmonie Essen bei - das Gremium spricht sich für einen Verbleib Kaufmanns als Intendant sowie eine neue Betriebsstruktur für die Philharmonie aus. Zudem wurde der Chefredakteur der «Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung», Rüdiger Oppers, als neues Mitglied im Kuratorium aufgenommen, wie die MAN Ferrostaal AG mitteilte.

Der Vorstandsvorsitzende von MAN Ferrostaal und Gründer des Kuratoriums, Matthias Mitscherlich, erklärte, dass sich ein Großteil der Sponsoren von der Philharmonie abwenden werde, wenn es nicht zu einer «einvernehmlichen Lösung unter Einbeziehung von Herrn Kaufmann» komme. «Wesentliche Geldgeber» hätten angekündigt, dass sie ihre finanzielle Unterstützung von einem Verbleib Kaufmanns abhängig machten.

Der Aufsichtsrat der Theater und Philharmonie Essen GmbH (TUP) hatte am 22. September den Vertrag mit Kaufmann wegen Überziehung dessen Etats um 1,5 Millionen Euro in den vergangenen beiden Spielzeiten mit sofortiger Wirkung beendet. Kaufmann kündigte an, sich mit juristischen Mitteln gegen seinen Rauswurf zu wehren. Noch im vergangenen Jahr war der Vertrag des 47-Jährigen bis 2013 verlängert worden. Auf die Stadt kommen nun möglicherweise hohe Abfindungszahlungen zu.

Die Essener Philharmonie nimmt seit ihrer Eröffnung im Juni 2004 unter der Intendanz von Kaufmann einen wichtigen Platz unter den Konzerthäusern Deutschlands und Europas ein. In der vergangenen Spielzeit wurde sie vom Deutschen Musikverleger-Verband für das «Beste Konzertprogramm der Saison 2007/2008» ausgezeichnet.

 

nochmals - wer glaubt Kurt Masur zu sein?

Warum nur ist Kurt Masur so wichtig - geht es ihm um sein Publikum? Nein - er schwingt sich zum Schöpfer des Unverzichtbaren hoch. Schnell vergessen, geht nach Leipzig und guckt ihn euch da an!
Alle, die mit Musikvermittlung zu tun haben, sollen sich auf ihre Möglichkeiten besinnen. Dazu gehört nicht der Auftritt des Kurt Masur. Er und sein Orchester sind zu teuer. Es gibt Dutzende von hervorragenden Musikern, die gerne und für viel weniger Geld in Essen auftreten würden. Herr Kaufmann ist offenbar an seiner Eitelkeit gescheitert. Nur wenige interessieren sich für Kurt Masur in Essen. Herr Kaufmann hätte besser seine Gäste vor Ort gefragt, was sie sich wünschen. Glauben denn Sponsoren, sie würden geschäftlich von einem Auftritt Kurt Masurs profitieren? Das kann doch wohl nicht deren Ernst sein. Lernt doch endlich mal euer Publikum kennen. Das möchte ganz andere Dinge erleben. Z.B. die Einbeziehung in kommunikative und interaktive Maßnahmen. Beteiligt es aktiv an der Musikvermittlung und hört endlich mit dieser Selbstinszenierung auf.


Was erlauben Masur?

Dieser Vorfall in Essen ist beispiellos. Da versucht der betagte und weithin überschätzte Dirigent Kurt Masur die Rückkehr eines Intendanten zu erpressen. Wenn Masur den von Essen geschassten Michael Kaufmann als “fähigsten und wertvollsten Intendanten in Deutschland” bezeichnet, legt dies doch die Vermutung nahe, dass er nirgendwo anders ein so hohes (“wertvolles”) Honorar bekommt wie in Essen. Und das wiederum wirft ein bezeichnendes Bild auf die “Einkaufspolitik” des Michael Kaufmann. Dass nämlich Essen seit Kaufmann die Preise in die Höhe treibt, ist in der Branche ein offenes Geheimnis. Mit öffentlichen Geldern überhöhte Gagen zu zahlen um die eigene Karriere zu befördern, zeugt aucht nicht gerade von eigener Stärke.

Der Stadt Essen kann man nur raten, gegen Masur juristisch vorzugehen. Erfüllt es nicht sogar den Tatbeststand der Erpressung, wenn ein Dirigent droht, seinen Vertrag nur unter der Bedingung zu erfüllen, dass ein bestimmter Intendant im Amt ist? Sicherlich liegt doch ein Vertrag mit einer Konventionalstrafe für den Fall der Nichterfüllung vor. Oder hat der “fähige” Kaufmann auf solch eine Absicherung verzichtet?
Vorsicht ist jetzt für alle anderen Intendanten in Deutschland geboten. Eure Jobs sind gefährdet! Gelingt es Masur nicht, den zurzeit arbeitssuchenden Kaufmann in Essen wieder einzusetzen, wird er vielleicht versuchen, ihn woanders unterzubringen: “Ich komme nur noch dahin, wo Kaufmann Intendant ist.”


Man kann es aber auch übertreiben

Hallo Gast, es wäre schön, wenn man Sie beim Namen nennen könnte. Grundsätzlich bin ich kein Fan von derartigen anonymen Kommentaren.

Bei allem Gezeter vermute ich schon, dass die Funktionsweise und das Gerangel um Posten etwas undurchschaubarer ist, als es Ihnen - Gast - erscheinen mag.

Masur ist auch nur Masur.


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