Zukunft von Bonner Festival Rheinkultur unsicher


29.09.10 -
Bonn - Die Zukunft von Deutschlands größtem "UmsonstDraußen"-Rockfestival, der Rheinkultur in Bonn, ist weiter offen. "Wir können noch nicht absehen, ob es das Festival in der Rheinaue auch im kommenden Jahr geben wird", sagte Rheinkultur-Geschäftsführer Holger Jan Schmidt in Bonn.
29.09.2010 - Von Agentur dapd, KIZ

In diesem Jahr waren am 3. Juli statt der erwarteten 170.000 Besucher nur rund 60.000 Fans zu der 28. Auflage des Festivals gekommen. Ursachen für den Einbruch bei den Besucherzahlen waren ein heftiges Unwetter über dem Rheinland und das gleichzeitig stattfindende WM-Viertelfinale Argentinien-Deutschland.

Das Festival finanziert sich über Sponsoren, Zuschüsse der Stadt Bonn und die Vergabe von Konzessionen für den Verkauf von Speisen  und Getränken auf dem Veranstaltungsgelände. Eintritt müssen die Konzertbesucher nicht bezahlen. Durch den Besucherrückgang habe man dieses Festival mit einem Minus von 40.000 Euro abgeschlossen, sagte Schmidt: "Das hört sich zunächst vielleicht nicht viel an, aber wir machen nur die Rheinkultur, haben also keine anderen Einnahmequellen, um diese Verluste aufzufangen."

Seit Mitte September werben die Veranstalter deshalb aktiv um Unterstützer und Spender. Sie können sich mit Geld oder dem Kauf von T-Shirts für die Zukunft des Festivals einsetzen: "Wir wollen den öffentlichen Druck mindestens bis zu dem am 18. Dezember geplanten Benefizabend in der Bonner Beethovenhalle aufrecht halten."

Neben dem Defizit aus der diesjährigen Veranstaltung sieht Schmidt die Rheinkultur aber auch durch die Reduzierung der städtischen Mittel gefährdet: "Ab 2011 soll unser städtischer Zuschuss von 100.000 Euro um 25 Prozent gekürzt werden. Im Kulturbereich drohe ein Nothaushalt, sagt die Stadt. Wenn aber gleichzeitig die Mittel für das Beethovenfest erhöht werden sollen, dann ist das ein fatales Signal an die Freie Kulturszene in Bonn."

Politik und Stadtspitze hätten die Rheinkultur seit fast 30 Jahren immer "als gottgegeben" vorausgesetzt. Tatsächlich müssten die Veranstalter jedes Jahr mit jedem Cent rechnen, klagt Schmidt: "Die Stadt schmückt sich zwar in ihrem offiziellen Imagefilm mit dem Rheinkultur, wenn es aber darum geht, für uns etwas zu tun, dann kommt nur wenig."
  

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