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Brand-Brief

01.06.21 (Juan Martin Koch) -
Als Moritz Eggert in seiner Kolumne „Absolute Beginners“ vergangenes Jahr mit der Serie „Unterrichten in Zeiten von Corona“ begann, war nicht abzusehen, dass diese sich über ein ganzes Jahr erstrecken würde. Doch der Hochschul-Ausnahmezustand in Form eines eingeschränkten Unterrichtsbetriebs, der vor allem die Ensemblearbeit und die für die Studierenden so wichtigen Auftrittserfahrungen brutal eingeschränkt, teilweise komplett unmöglich gemacht hat, dauert an. Wie sich dies in besonderer Weise auf die Gesangsausbildung auswirkt, ist im Hochschulmagazin nachzulesen, das Sie in dieser Ausgabe finden.

Die Selbstverüberflüssigung des Kulturradios

28.05.21 (Martin Hufner) -
Wie gut wir es doch in Deutschland eigentlich mit dem Angebot unseres öffentlich-rechtlichen Rundfunks haben. Er beliefert uns zuverlässig mit soliden Inhalten in Sachen Unterhaltung, Kultur, Bildung und Information. Jedenfalls noch, leider immer weniger. Und das, obwohl die Rundfunkbeiträge trotzdem nicht sinken, obwohl die Qualität fällt.

Die Zukunft hat schon begonnen

12.05.21 (Andreas Kolb) -
Der 58. Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ findet vom 20. bis 26. Mai als Videowettbewerb statt. In der Notlage der Pandemie und des Lockdowns sind die digitalen Möglichkeiten des Online-Musizierens und der Audio- und Video-Produktion ohne Zweifel eine enorme Hilfe. Dank der hohen Flexibilität, Kreativität und Einsatzbereitschaft der jungen Künstler*innen, ihrer Lehrer und Eltern sowie der Organisatoren der Wettbewerbe können 2021 tatsächlich mehr als 2.200 Teilnehmer per Video am Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ teilnehmen. Über 1.700 Videos wurden bis zum Einsendeschluss am 28.4., 23:00 Uhr, gezählt. Chefredakteur Andreas Kolb sprach mit Ulrike Lehmann, „Jugend musiziert“-Projektleiterin, und Ulrich Rademacher, Pianist, Hochschullehrer, Präsidiumsmitglied des Deutschen Musikrates, VdM-Vorstandsvorsitzender und „Jugend musiziert“-Projektbeiratsvorsitzender, über den Wettbewerb 2021.

Platt-Form?

30.04.21 (Theo Geißler) -
Eigentlich müsste ich toben. Als unsubventionierter Mini-Unternehmer im Musikmedien-Bereich wird meine kleine Kultur-Firma vor allem von den öffentlich-rechtlichen, gebührenpflichtig finanzierten Sendern mit ihrem fusionierten Musik-Angebot im Internet gewissermaßen in die Unsicht- und -hörbarkeit gedrängt. Seit Karfreitag dieses Jahres präsentiert die ARD eine Landessender übergreifende „Themenwelt“ namens „ARD-Klassik“ in ihrer Mediathek.

Wenn das kulturelle Erbe zum Fetisch wird

14.04.21 (Fabien Lévy) -
„Hat der klassische Orchesterbetrieb ein Rassismusproblem?“, fragten wir auf Seite 3 der Februarausgabe der nmz. Zu Wort kam in diesem Artikel unter anderem der Komponist Fabien Lévy. Seine grundsätzlichen Gedanken zur Begrenztheit des ‚klassischen‘ Musik- und Ausbildungsbetriebs und zu dessen Ausgrenzungsmechanismen hat der Professor der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig für unsere Zeitung skizziert. Lesen Sie hier die gekürzte Druckversion seines Denkanstoßes. Die Langfassung ist unter www.nmz.de nachzulesen.

Schranken im Internet: Urheberrechtsreform in entscheidender Phase

12.04.21 (dpa) -
Berlin - Die geplante Urheberrechtsreform in Deutschland ist in ihre entscheidende Phase eingetreten. Im Rechtsausschuss des Bundestags meldeten sich am Montag mehrere Sachverständige zu Wort - darunter Wissenschaftler, Rechtsexperten und Vertreter von Urhebern, Medienbranche sowie Internetplattformen und deren Nutzern.

Liebe Leser*innen

01.04.21 (Juan Martin Koch) -
Hoffentlich fühlen Sie sich alle mit dieser Anrede angesprochen und können damit leben, dass wir in unserer Zeitung seit einiger Zeit nach den Sternchen greifen. Die Diskussion über deren Verwendung flammt in der Redaktion immer mal wieder auf, aber am Ende bleiben wir bei unserer Entscheidung, die grammatikalischen und typografischen Bedenken zugunsten eines Ziels zurückzustellen, das eigentlich selbstverständlich sein sollte, es aber auch im Musik- und Kulturleben längst nicht ist: die gleichberechtigte Sichtbarkeit von Männern, Frauen und Menschen diverser Geschlechtszuordnung.

Nur Vertrauen schafft Gerechtigkeit

15.03.21 (Martin Hufner) -
Wir alle wünschen uns Gerechtigkeit in wirtschaftlicher, sozialer und persönlicher Hinsicht. Das Bestreben aller rationalen und aufgeklärten Gesellschaften geht in diese Richtung. Gesellschaften, in denen Ungerechtigkeiten allgemein dauerhaft spürbar werden, geraten in kritische Zustände. Für gewöhnlich sind moderne Gesellschaften und die Beziehungen der Menschen untereinander mit einer Fähigkeit ausgestattet, die man Vertrauen nennt. Wo dieses Vertrauen und das Vertrauen ins Vertrauen schwindet, wird das Zusammenleben miteinander heikel. Die Corona-Pandemie zeigt, wie anfällig, aber auch, wie widerständig und anschmiegsam die Menschen dabei häufig genug bleiben. Das betrifft den kulturellen Sektor im Allgemeinen wie den musikalischen im Speziellen genauso. Ungerechtigkeiten sind kurzfristig, im Vertrauen auf ihre Korrektur, sicher unvermeidbar.

ExistenzialisMuss

01.03.21 (Theo Geißler) -
Carl Spitzwegs „Armer Poet“ war aus aktueller Sicht fein raus. In seinem Dachstübchen schützte ihn ein Schirm vor undichten Ziegeln – und ein dickes Federkissen vor Kälte. Heutzutage stünde er – vermutlich unfähig, die bescheidene Miete zu löhnen – als „Soloselbständiger“ auf der Straße, in grausamer sozialer Kälte. Dieses Schicksal teilt der Dichter mit vielen Musikerinnen und Musikern, Künstler*innen aller Genres, die als Freelancer seit einem Jahr mangels Auftrittsmöglichkeiten das dämliche Bonmot von der Not als Qualitätsschub für Kulturschaffende ad absurdum führen.

Briefe an den immerwährenden Präsidenten

09.02.21 (Andreas Kolb) -
Was immer das Jahr 2021 bringen wird, eines ist sicher: Es wird ein Superwahljahr sein. In sechs Bundesländern werden die Landesparlamente neu gewählt. Höhepunkt ist die Bundestagswahl im September, die zeigen wird, wer die Kanzlerin Angela Merkel nach langen 16 Jahren im Amt ablöst.
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