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Alle Artikel kategorisiert unter »Oper«

Streng quellenorientiert

25.02.17 (Christoph Vratz) -
Ungebrochen sein Bann, schillernd und oft beweihräuchert seine Persönlichkeit, weltumfassend-mythendurchtränkt sein Werk: Richard Wagner. Diese Verklammerung von Leben und Opus dient – wieder einmal – als Ausgangslage für eine neue Wagner-Biographie. Nur dass sich Ulrich Drüners 800-Seiten-Wälzer nicht irgendwo und mittelplatzverloren in die lange Lis­te mit Wagner-Forschungen einreihen wird, sondern weit vorne.

Mehr Tuch als Fühlung – Der Salzburger Osterfestpiel-„Otello“ hatte Premiere an der Semperoper Dresden

25.02.17 (Joachim Lange) -
Es war ein echter Coup mit tieferer Bedeutung, als die Sächsische Staatskapelle und ihr Chef Christian Thielemann ihren Deal mit den Salzburger Osterfestspielen eingingen. Als den Berliner Philharmonikern und Simon Rattle für den von Herbert von Karajan einst erfundenen Ausflug in die Welt der Oper an die Salzach, in Baden-Baden ein noch üppiger gefüllter Brotkorb vor die Nase gehalten wurde und sie dem folgten, waren die Dresdner und Thielemann für die Nachfolge erste Wahl. Damit endete für das Sächsische Ausnahme-Orchester sozusagen die Nachkriegszeit und stellte die natürlich Rangordnung, einer auf Tradition beruhenden Qualität, wieder her. Für Salzburg springt seit vier Jahren bei diesem Deal heraus, dass ein genetisches Auch-Opernorchester im Graben sitzt, wo der Berliner Edelklangkörper bis dahin jedes Mal aufs Neue beweisen musste, dass er halt auch Oper „kann“. Und für Semperoper springt in dieser Kooperation eine 1A Produktion heraus, die in Salzburg sozusagen ihren Probelauf absolviert hat.

Chemnitzer Publikum darf Inszenierungsteam für Oper wählen

24.02.17 (dpa) -
Chemnitz - Die Theater Chemnitz gehen für die Aufführung der Oper «Don Pasquale» von Gaetano Donizetti ungewöhnliche Wege: Das Publikum soll bestimmen, wer das Werk inszenieren wird. Wie die Theater am Donnerstag mitteilten, stellen sich am 4. März im Opernhaus drei junge Regieteams zur Wahl.

Scheiternde Frauen in Umbruchszeiten – Frankfurts Oper mit „Les Troyens“ von Hector Berlioz

21.02.17 (Wolf-Dieter Peter) -
Berlioz’ groß angelegte Adaption der Epen von Homer und Vergil, vom Fall Trojas, von Aeneas Flucht, vom Kurzen Liebesglück in Karthago: in moderne Zeiten verlegen? Oder gänzlich von ihnen „ins Menschliche“ abstrahieren? Oder gar Samuel Huntingtons wieder aktuellen „Kampf der Kulturen“ inszenieren? Oder…? Das ist die szenische Herausforderung. Die musikalische: eine Wagners „Ring“ vergleichbare Besetzung finden. Frankfurts Oper brillierte bis auf einen Gast mit einer Besetzung aus dem Hausensemble.

Kōsaku Yamadas japanische Nationaloper „Schwarze Schiffe“ an der Neuköllner Oper

20.02.17 (Roland H. Dippel) -
Kein europäisches Theater hat sich bisher an den japanischen Komponisten Kōsaku Yamada (auch Kósçak Yamada, 1886 bis 1965) gewagt. Er wurde nach seinem Studium in Berlin bei Max Bruch von 1910 bis 1913 zum Gründer der japanischen Gesellschaften für Musiktheater und Sinfonieorchester. So brachte er die bis heute in Japan andauernde Leidenschaft für die klassische Musik des Westens in Gang. Standesgemäß und selbstbewusst versetzt jetzt die Neuköllner Oper seine Grand’Opéra „Schwarze Schiffe“ („Kurofune“) mit einem japanischen Team auf ihre kleinere Spielstätte für maximal 45 Zuhörer.

Uraufführung von Andrea Lorenzo Scartazzinis „Edward II.“ an der Deutschen Oper Berlin

20.02.17 (Peter P. Pachl) -
Mehr als zehnminütiger, einhelliger Applaus für eine gerade in ihrer Reduktion musikalisch überaus eindringliche, in der Inszenierung erfreulich unplakative Produktion einer neuen Oper, der an der Deutschen Oper Berlin seit vier Jahren vorbereiteten Uraufführung von Andrea Lorenzo Scartazzinis „Edward II.“.

Vom Kapitalismus abgehängt: Alban Bergs „Wozzeck“ am Staatstheater Nürnberg

19.02.17 (Juan Martin Koch) -
Wozzeck 2017: Um die Amazon-Bestellungen seiner Lebensgefährtin bezahlen zu können, muss er mehreren Jobs nachgehen. Einer besteht darin, dem Hauptmann zu Diensten zu sein. Der lässt sich von Wozzeck in SM-Manier den Hintern versohlen und belehrt ihn dazu mit seinem pseudophilosophischen Geschwafel.

Ich tu, was ich will – Peter Konwitschny inszeniert Werner Egks „Peer Gynt” im Theater an der Wien

19.02.17 (Frieder Reininghaus) -
Es war fürwahr nicht alles schlecht, was die deutschen Musiktheater zwischen 1933 und der kriegsbedingten Schließung der Theater hervorbrachten. Zu den markantesten Arbeiten auf hohem handwerklichem Niveau gehörte „Peer Gynt“. Der Komponist, der 1901 bei Donauwörth geborene Werner Mayer, nannte sich in seinem Willen zu einer zeitbedingt karrierefördernden Schnittigkeit Werner Egk. Der als hochbegabt eingestufte Musiker, seit 1936 an der Berliner Staatsoper als Kapellmeister tätig, reduzierte das einst im Theaterrepertoire fest verankerte dramatische Gedicht Henrik Ibsens mit Geschick und schrieb ihm eine neusachlich inspirierte, moderat moderne Musik zu, die erst im neunten und letzten Bild dem kompositorischen Über-Ich Richard Strauss offen huldigt.

Sex-Skandal im Weißen Haus - Neuinszenierung von «Semele»

18.02.17 (dpa, Martin Roeber) -
Karlsruhe - Sex und Macht - ein zeitloses Thema. Zum Auftakt der Karlsruher Händel-Festspiele hat Regisseur Floris Visser das mehr als 270 Jahre alte Werk «Semele» ins Weiße Haus verlegt und auf den früheren US-Präsidenten Bill Clinton und Praktikantin Monica Lewinsky übertragen. Am Freitagabend hatte die Neuinszenierung des Dramas unter dem Dirigat von Christopher Moulds Premiere am Badischen Staatstheater.

„Lulu ist meine Heldin“ – Barbara Hannigan ist als sensationelle Lulu in Alban Bergs „Lulu“ an der Hamburgischen Staatsoper

14.02.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
Mit einem markerschütternden Schrei stirbt Lulu, ermordet von ihrem letzten Freier. Sie erhält als Requiem ein gut halbstündiges Violinkonzert. Mit diesem ebenso überraschenden wie ergreifenden Schluss endete die Premiere von Alban Bergs 1935 entstandener unvollendeter Oper „Lulu“ an der Hamburgischen Staatsoper.
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