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Alle Artikel kategorisiert unter »Oper«

Leben und Glauben am Rande des Abgrunds – Händelfestspiele in der Oper Halle mit „Jephta“

28.05.17 (Joachim Lange) -
„Jephta“ ist in Händels Lebenswerk so etwas ähnliches wie der „Parsifal“ in dem von Wagner. Es ist das letzte neu komponierte und 1752 im Royal Theater Covent Garden uraufgeführte Oratorium. Ein Alterswerk, bei dem ihm all sein Können zu Gebote steht. Eins, in dem es obendrein um Gott und die Welt und um Leben und Tod geht. Auch um das eigene Leben und dessen Ende. Dass Händel während der Arbeit an seinem „Jephta“ erblindete, meint man zu hören.

Im Westen was Neues – Chaya Czernowins „Infinite Now“ in Gent und Mannheim

28.05.17 (Frieder Reininghaus) -
Im Jahr 2014 wurde in vielen Ländern Europas an den Beginn des ersten Weltkriegs 1914 erinnert – an Sarajewo und die trügerischen Hoffnungen auf rasche Siege, den Terror des ‚Stellungskriegs‘ und den monströsen ‚Blutzoll‘ auf beiden Seiten der festgefahrenen Fronten. Bald aber wurde diese Komponente der Gedenkkultur wieder kleinlaut, wiewohl das unerbittliche militärische Ringen um die Neugestaltung der globalen Machtverhältnisse mehr als vier Jahre anhielt und in eine weltgeschichtliche Phase der revolutionären Umgestaltung überging. 2017 hat zunächst die Westfront der Erinnerungsbemühungen wieder auf sich aufmerksam gemacht (und ein intensiverer Blick auf das Russland vor hundert Jahren dürfte folgen). Aber Luther und das Reformations-Jubiläum bestimmen hierzulande die Kulturszene mit den grellsten Werbe-Slogans („Zwei Städte für ein Halleluja“ etc.). Gegenläufig zum medialen Stolz insbesondere der Nordostdeutschen auf „ihren“ Luther verweist die Region Flandern z.B. auf die monströsen Schlachten, die hier vor hundert Jahren stattgefunden haben.

«Ganz große Oper» - Ein Werbefilm für das Münchner Opernhaus

25.05.17 (Britta Schultejans, dpa) -
München - Fast 100 Prozent Auslastung, «Opernhaus des Jahres»: Die Bayerische Staatsoper gehört zu den erfolgreichsten Opernhäusern Europas, wenn nicht weltweit. Eigentlich hätte sie also gar keine Werbung mehr nötig. Einem neuen Dokumentarfilm ist das aber egal.

„Die mutierte Füchsin Schlitzohr“ – Janacek-Apokalypse an der HfM Dresden

24.05.17 (Roland H. Dippel) -
Diese Koproduktion der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber, der Hochschule für Bildende Künste und des Staatsschauspiels Dresden schien verheißungsvoll: Die ambitionierte Kammerfassung des britischen Komponisten Jonathan Dove nach der anspruchsvollen Partitur Leos Janaceks zu „Das schlaue Füchslein“ hat ihre Eignung für spannende szenische Lesarten durch begabte Debütanten schon mehrfach bewiesen.

Im Torf: Aribert Reimanns „Medea“ an der Komischen Oper Berlin

23.05.17 (Peter P. Pachl) -
Den Auftakt eines Reimann-Triptychons der drei Berliner Opernbühnen bildet „Medea“: die im Jahre 2010 als Auftragswerk der Wiener Staatsoper aufgeführte Oper von Aribert Reimann wurde bei ihrer Berliner Erstaufführung an der Komischen Oper zu einem Triumph für den Komponisten und für Nicole Chevalier in der Titelrolle.

Imponierender Opernchor: Giorgio Battistellis „Orchesterprobe“ in Münster

Giorgio Battistelli ist in seinem Heimatland Italien fraglos der führende Komponist in Sachen zeitgenössisches Musiktheater. Zwanzig Bühnenwerke hat er inzwischen geschrieben – etliche sind längst außerhalb Italiens in ganz Europa inszeniert worden, zuletzt noch „Lot“ (im April im Staatstheater Hannover). In Münster wurde ein Jahr zuvor Battistellis „Experimentum Mundi“ in einer Neufassung uraufgeführt. Münsters Generalmusikdirektor Fabrizio Ventura, in demselben Ort nahe Rom geboren wie der Komponist, brachte nun die „Orchesterprobe“ auf die Bühne.

Ästhetizismus – Münchens neuer „Tannhäuser“ erstirbt in eitel schönen Bildern

22.05.17 (Wolf-Dieter Peter) -
GMD Kirill Petrenko dirigiert erstmals „Tannhäuser“; Klaus Florian Vogt debütiert in der Titelrolle; dazu die Münchner Lieblinge Anja Harteros als Elisabeth und Christian Gerhaher als Wolfram, eingebettet in weitere Sänger-Sahne – und dann noch dieser gehypte Romeo Castellucci für die gesamte Bühne… ist München nicht einfach einsame Spitze?

Göttinger Händefestspiele – Georg Friedrich Händels selten gespielte Oper „Lotario“ in Göttingen

21.05.17 (Joachim Lange) -
Vor allem dank des jahrzehntelangen Festspieleifers gibt es kaum noch Aufführungslücken bei den Opern und Oratorien Georg Friedrich Händels. Sein „Lotario“ gehört gleichwohl zu den bislang stiefmütterlich behandelten Werken. Nachdem die kleinsten und jüngsten der drei deutschen Festspiele in Karlsruhe sich 2006 den Ruhm an die Fahnen heften konnten, die in dem Falle fast 300jährige szenische Rezeptionspause der 1729 uraufgeführten Oper in Deutschland beendet zu haben, zogen jetzt die ältesten Händelfestspiele in Göttingen nach.

„Die Hochzeit des Figaro“ oder Die tollste Tortenschlacht – in Dresden

18.05.17 (Michael Ernst) -
Wenn Opernhäuser Operette spielen, darf sich die Staatsoperette Dresden auch an Oper wagen: Ob Mozarts „Figaro“ das richtige Rezept ist, um mehr Publikum ins neue Haus zu holen?

Glaubensbekenntnis und Theaterlust

17.05.17 (Uwe Schweikert) -
Anders als seine Zeitgenossen war Claudio Monteverdi niemals gänzlich vergessen. Dennoch ist es gerade einmal vierzig Jahre her, dass sein Name kometengleich am Musikhimmel aufging. Initialzündung war die Inszenierung des „Orfeo“, zu der sich der Regisseur Jean-Pierre Ponnelle und der Dirigent Nikolaus Harnoncourt 1975 in Zürich zusammenfanden. Viele Werke Monteverdis – einige der Madrigalbücher durch Raymond Leppard oder der Opern durch Harnoncourt selbst – lagen bereits als Schallplatteneinspielungen vor. Dennoch war es erst diese spektakuläre Bühnenaufführung, die 1977 ihre Fortsetzung mit „Il ritorno d‘Ulisse in patria“ und „L‘incoronazione di Poppea“ fand, die die eigentliche Wiederentdeckung des bis dahin nur in Spezialistenkreisen bekannten Komponisten anstieß.
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