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Alle Artikel kategorisiert unter »Oper«

Tenor Jonas Kaufmann will stärker auf «innere Stimme» hören

21.09.17 (dpa) -
Berlin - Opernsänger Jonas Kaufmann (48) will in Zukunft stärker auf seine «innere Stimme» hören. Nach einer Pause wegen angegriffener Stimmbänder sei er vorsichtiger geworden, sagte der Tenor der Deutschen Presse-Agentur. Er müsse aufpassen und spüren, wieviel für ihn möglich und wieviel schädlich sei. Eine Schonhaltung habe er sich jedoch nicht auferlegt, seine Stimme sei klarer und stärker denn je.

Serebrennikow soll «Hänsel und Gretel» selbst vollenden [update, 20.9.]

21.09.17 (dpa) -
Stuttgart - Der in seiner Heimat Russland unter Hausarrest stehende Regisseur Kirill Serebrennikow (48) soll seine in Stuttgart geplante Märchenoper «Hänsel und Gretel» selbst vollenden. Man wolle ihm die Möglichkeit offenhalten, seine Inszenierung nach seiner Freilassung an der Stelle fortzusetzen, an der sie durch seine Verhaftung unterbrochen wurde, sagte Opernintendant Jossi Wieler (66) am Dienstag in Stuttgart.

Musikdramatischer Hörspaziergang mit Smartphone

19.09.17 (Anna Schürmer) -
München ist nicht gerade bekannt für seine Industriekultur; schon gar nicht in Form von Ruinen und ihrer ästhetischen Umnutzung, wie man sie aus Berlin und dem Ruhrgebiet kennt. Und doch befindet sich am westlichen Rand der bayerischen Hauptstadt ein solches Denkmal: das ehemalige Heizkraftwerk Aubing – eine morbide Kathedrale des Industriezeitalters von knapp 30 Metern Höhe; darin nur drei riesige, mit mehr oder weniger gelungenen Graffitis verzierte Hochöfen. Man kann sich lebhaft vorstellen, wie Anfang der 90er-Jahre die ersten Raves des Techno-Zeitalters in der stillgelegten Anlage gefeiert wurden und auch deshalb liegt es nahe, dass Mathis Nitschke hier vom 18. bis 20. Oktober seine Mixed-Reality-Techno-Oper MAYA spielen lässt.

Sängerfest in Schwarzweiß: Verdis „Otello“ in Dessau

18.09.17 (Roland H. Dippel) -
Seit Jahren wahrt das Anhaltische Theater Dessau hinweg über Intendanten-Perioden im Musiktheater ein bemerkenswert sattes musikalisches Format. Auch die aktuelle Verdi-Produktion zur Eröffnung der 223. Spielzeit reiht sich in diese Kette erstklassiger Produktionen, zu denen neben Bussen aus der Region sich auch viele Stammbesucher aus Berlin und ganz Mitteldeutschland einfinden. Der Premierenapplaus hatte enthusiastische Wärme.

Die Glatze des Don Pizarro – Die Oper Halle eröffnet die Spielzeit mit einem neuen „Fidelio“

17.09.17 (Joachim Lange) -
Seit Florian Lutz und seine Truppe 2016/17 die Oper in Halle übernommen haben, ist sie wieder ein Ort der Auseinandersetzung. Hier wird nichts mehr einfach so durchgewinkt. Alles, was gemacht wird, erzeugt Reibung. Mit den Erwartungen des Publikums. Im gesellschaftlichen Diskurs. Dazu kommt seit einiger Zeit auch (kommunal-)politischer Gegenwind. Halle wollte zwar mit dem Slogan „Halle, die vernetzte Stadt“ Kulturhauptstadt Europas werden, bekam aber dann nicht mal ein schon geplantes und von der Bundeskulturstiftung und dem Land unterstütztes Festival im geschichtsträchtigen Interhotel (bzw. kurzzeitigen Flüchtlingsheim) „Maritim“ gleich neben dem Bahnhof auf die Reihe.

Staatsoper: Serebrennikow kann in Stuttgart nicht inszenieren

13.09.17 (dpa) -
Stuttgart - Der in Russland unter Hausarrest stehende regierungskritische Theaterregisseur Kirill Serebrennikow wird im Oktober nicht wie geplant in Stuttgart inszenieren können. Wie die Staatsoper am Mittwoch mitteilte, wolle man an der Premiere der Märchenoper «Hänsel und Gretel» am 22. Oktober dennoch festhalten.

Lübeck: Ein unglückliches Experiment mit Monteverdi und Orff

13.09.17 (Arndt Voß) -
„Carmina“ nennt das Theater Lübeck seinen Abend zur Spielzeiteröffnung (9. September 2017). Unter diesem Titel werden zwei Werke sehr unterschiedlicher Art zu einem Abend zusammengefügt: Claudio Monteverdis „Il combattimento di Tancredi e Clorinda“ und Carl Orffs „Carmina burana“. Das erste ist ein kaum bekanntes Werk des Italieners, an dessen Geburt vor 450 Jahren in diesem Jahr gern erinnert wird, das andere dagegen ist allbekannt und fähig, landauf, landab und immer wieder zu begeistern. Sie zusammenzufügen aber überzeugte auf der Bühne nicht. So gab es heftige Buhs für Regie und Dramaturgie, für die Agierenden viel Applaus.

Die Götterwelt im schweizerischen Bergdorf – „Die Walküre“ am Staatstheater Oldenburg

12.09.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
Die „Hojotoho“-Rufe der acht stimmstarken Walküren im intimen Staatstheater Oldenburg zu ertragen, ist schon grenzwertig, Das allerdings würde in keiner Weise die Legitimität der Aufführung in Frage stellen. Seit vielen Jahren wird Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ so erfolgreich an kleinen Theatern gespielt, dass der eher abwertende Begriff „Provinztheater“ nicht mehr verwendet werden sollte.

Der Traum von Freiheit – In Braunschweig beginnt die neue Intendanz und Spielzeit mit Verdis „Don Carlo“

12.09.17 (Joachim Lange) -
Zum Auftakt einer neuen Intendanz darf es gerne auch mal etwas Größeres sein. Verdis „Don Carlo“ ist da eine gute Wahl: große Oper mit allen Chancen, auch beim Publikum gut anzukommen. Man kann alles aufmarschieren lassen, was das Haus an Künstlern zu bieten hat. Wenn die neue Generalintendantin des Staatstheaters Braunschweig Dagmar Schlingmann dazu Andrea Moses als Regisseurin einlädt, dann zeugt das obendrein von dem Ehrgeiz, auch szenisch Flagge zu zeigen. Diese Regisseurin und ihr Team Annett Hunger (Bühne) und Adriana Braga Peretzki (Kostüme) denken Verdis Oper natürlich von unserer Gegenwart aus.

Betörender Sieg der Amoral – John Eliot Gardiner feiert Monteverdi beim Musikfest Berlin

07.09.17 (Roland H. Dippel) -
Sir John Eliot Gardiners Trias zum 450. Geburtstag Claudio Monteverdis ist nach einzelnen und kompletten Vorstellungen beim Bachfest, in Italien, Frankreich und den USA beim Musikfest Berlin in der Philharmonie angekommen. Vielleicht hätte der Applaus nach „L’incononazione di Poppea“ auf die in schlichten Kostümen durchinszenierte Aufführung noch eine Spur enthusiastischer ausfallen können. Aber ein Triumph war es nach den nur durch eine kurze Pause unterbrochenen 200 Minuten dennoch.
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