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Alle Artikel kategorisiert unter »Oper«

„Da, wo es wehtut“ – Zwanzig Jahre Dresdner Sinfoniker

04.11.18 (Michael Ernst) -
Eine Welt ohne Grenzen, das ist ihr Ziel. Keine unüberwindlichen Hürden, mit denen Menschen es anderen Menschen schwer machen, sich frei zu bewegen und frei zu denken; aber auch keine Genrezuschreibungen, die musikalische Tabuzonen festlegen und Innovationen wie Improvisationen verhindern. Mit einem derartigen Impetus haben sich die Dresdner Sinfoniker vor genau zwanzig Jahren gegründet, quasi aus einer Bierlaune heraus.

Hans Op de Beeck entführt in Stuttgart das Publikum an den See der Tränen in Béla Bartóks „Herzog Blaubarts Burg“

04.11.18 (Joachim Lange) -
Diesmal hat die Burg weder Mauern noch Türen. Den Raum begrenzen auch im wortwörtlichen Sinne nur Planen. Die Zuschauer sind allesamt in der imaginären Kammer mit dem See aus Tränen gelandet. Hinter der Tür mit dem vielleicht beklemmendsten, traurigsten Raum in Blaubarts Burg. Zumindest in einem Alptraum, dicht in dessen Nähe. Diesmal fließt zwar nirgends das Blut, von dem Judith redet und das sie hinter all den geheimnisvollen Türen in Blaubarts düsterer Behausung wahrnimmt. Aber wir können es mit den Ohren sehen, mit dem Herzen fühlen. Sind eingestimmt auf die Dunkelkammern der Seele, ahnen, dass die Begegnung dieses Mannes und dieser Frau, ihr Versuch, sich einander zu nähren, ihr Drängen, sein Abwehren nur die Oberfläche sind.

Sänger Georg Zeppenfeld: Oper darf nichts für den Elfenbeinturm sein

02.11.18 (dpa, Jörg Schurig) -
Dresden - Opernsänger Georg Zeppenfeld hält nichts davon, wenn Regisseure ein Werk völlig verfremden. «Das Publikum ist froh und dankbar, wenn es ein Stück wiedererkennt. Dann ist es auch sehr liberal, was die Inszenierung anbelangt», sagt der international gefeierte Bass. Im Interview der Deutschen Presse-Agentur spricht er auch über das Verhältnis von Handwerk und Glück und das Geheimnis einer richtigen Bühnenpräsenz.

Das Augenzwinkern des Malerfürsten: „Una cosa rara“ von Vicente Martín y Soler am Theater Regensburg

01.11.18 (Juan Martin Koch) -
Mit dieser besonderen „Rarität“ aus der Mozartzeit und der Verpflichtung von Markus Lüpertz für Bühne und Kostüme hat das Regensburger Theater mehr als nur einen PR-Coup gelandet, findet Juan Martin Koch:

Auf Distanz zu einem Opernmahnmal

31.10.18 (Georg Rudiger) -
Kaum eine Oper ist so mit ihrer Entstehungsgeschichte verknüpft wie „Der Kaiser von Atlantis“ von Viktor Ullmann. Der österreichische Komponist schrieb sie 1943 im Konzentrationslager Theresienstadt für genau die Instrumente, die man zur Verfügung hatte – darunter Saxophon und Banjo. Musikalisch gibt es mit einem verfremdeten Deutschlandlied, dem von den Nazis häufig missbrauchten Lutherchoral „Ein‘ feste Burg“ und dem doppelten Tritonus als Charakterisierung des Kaisers viel Doppelbödiges zu entdecken.

Kammerspiel des Abschieds

31.10.18 (Joachim Lange) -
Der Schweizer Michael Jarrell hat auch schon zu Texten von Christa Wolf („Kassandra“) und Heiner Müller („Der Vater“) Opern komponiert. Die eine davon wurde unter dem Titel „Cassandre“ 1994 in Paris uraufgeführt. Jetzt kehrte er wieder mit einer Uraufführung ins Palais Garnier zurück. Diesmal lieferte der französische Klassiker Jean Racine die Vorlage.

Singen zwischen Identität und Moden

30.10.18 (Roland H. Dippel) -
Zwischen dem Unterricht und einem Konzert bei der 8. Internationalen Sächsischen Sängerakademie Torgau ergab sich am 18. Juli 2018 ein Gespräch mit Prof. Roland Schubert (geb. 1962 in Gentha bei Lutherstadt Wittenberg). Seit 30 Jahren steht der Bassbariton auf der Bühne, seit 2004 hat er eine Professur für Gesang an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy inne. Roland Schubert studierte an der damaligen Leipziger Musikhochschule bei Hermann Christian Polster. Nach seinem Abschluss war er an der Oper Leipzig engagiert, seit 1991 an der Wiener Staatsoper, seit 2000 an der Deutschen Oper Berlin. In über 100 Partien arbeitete er mit Regisseuren wie Ruth Berghaus, Götz Friedrich, Peter Konwitschny, Herbert Wernicke, David Pountney, Jonathan Miller und Willy Decker zusammen.

Keine Hilfe von der Enterprise – Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ in Mannheim

30.10.18 (Joachim Lange) -
Als Nigel Lowery vor vier Jahren in Halle zu den Händelfestspielen ästhetisch frech und politisch hintersinnig Händels „Arminio“ inszenierte, da baute er ein berühmtes Zitat aus den „Meistersingern“ ein. Den „Habt Acht!“ Appell des Schusterpoeten brachte er auf einem Zwischenvorhang gegen aktuelle Angriffe auf das finanzielle Fundament der Theaterlandschaft in Stellung. Weil davon beim Barockmeister aus Halle natürlich keine Silbe steht, löste das eine heftige Debatte im Publikum aus. Wer das auch als ein Versprechen des Briten auf subversive komplette „Meistersinger“ aus seiner Hand auffasste, der konnte jetzt vier Jahre später nach Mannheim pilgern, um es sich einlösen zu lassen.

„Götterdämmerung“ in Zeiten des Wassermangels – Hilsdorf inszeniert in Düsseldorf

Er hatte seinen Hut selbst in den Ring geworfen: als Dietrich W. Hilsdorf für die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf „Die lustigen Weiber von Windsor“ inszenierte, erfuhr er im Gespräch mit dem Intendanten Christoph Meyer von dessen Plan, Richard Wagners „Ring“-Tetralogie aufzuführen. Hilsdorf bot sich als Regisseur an – und bekam den Zuschlag. Es ist das erste Mal, dass der Regie-Altmeister ganz allein einen „Ring“ in Szene setzt. Mit der „Götterdämmerung“ kam das Projekt nun zum Abschluss.

Von zweifacher Blindheit – Strawinskys „Oedipus Rex“ und Tschaikowskys „Jolantha“ an der Oper Frankfurt

29.10.18 (Wolf-Dieter Peter) -
„Die einzige ganz lichtlose Nacht ist die Nacht der Unwissenheit und der Gefühllosigkeit“ hat die schon als Kind erblindete Helen Keller zeitlos hellsichtig formuliert. Regisseurin Lydia Steier und Frankfurts Operndramaturgie banden einen lange unwissend Blinden und eine ihre Blindheit durch Gefühle Überwindende zusammen.
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