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Bayerischer Rundfunk: Der vergiftete Wellentausch zwischen PULS und BR-KLASSIK

11.12.17 (Martin Hufner) -
Von vielen Hörerinnen und Hörern von BR-KLASSIK wurde die letzten Freitag gefallene Entscheidung begrüßt, BR-KLASSIK weiterhin eine Frequenz auf UKW zu lassen, statt die Welle in den Digitalfunk (DAB+) als alleinigen Verbreitungsweg, neben dem Internet, abzuschieben. Aber die Sache müffelt.

Frauen sind die besseren Männer – Paul Abrahams Fußballoperette „Roxy und ihr Wunderteam“ in Augsburg

10.12.17 (Wolf-Dieter Peter) -
Politisch hellwache Theaterfreunde bemängeln, dass ihre doch auch dazu berufene Kunstgattung derzeit viel zu wenig hineingreift ins wirkliche Leben: wo doch Politik und die von ihr gestaltete Realität geradezu danach schreien, künstlerisch in jeder Hinsicht „vorgeführt“ zu werden. Ausgerechnet die eher abschätzig betrachtete Operette hat das immer wieder getan – und das Theater Augsburg will mit der aktualisierten Ausgabe von Paul Abrahams Fußballoperette von 1937 vieles „vorführen“.

Sinnlich höfische Zur-Schau- und Selbstdarstellung – „L’incoronazione di Poppea“ an der Staatsoper Unter den Linden

10.12.17 (Peter P. Pachl) -
Die Barockoper gehört einfach zu Unter den Linden, und so gab es am zweiten Tag des Spielbetriebes gleich die Premiere jener Oper, die einen herausragenden Höhepunkt in der Geschichte des Musiktheaters bildet, Claudio Monteverdis „L’incoronazione di Poppea“.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 11.12. bis 17.12.2017

10.12.17 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 50. Schwerpunkte: Duo Mixtura and Guests, Ensemble Nikel, Dmitri Kourliandski, Joseph Suder, Jagoda Szmytka, Lukas Haselböck, Anna Meredith, John Adams und die Berliner Philharmoniker, Márton Illés, Jacques Wildberger, Werner Fritsch, Gerhard Rühm, Judith Unterpertinger, Wolfgang Liebhart, Elisabeth Schimana +++ Bludenzer Tage zeitgemäßer Musik, John Cage Schock, The Acousmatic Project von Thomas Gorbach, Kulturgeschichte des Buhens in der Oper, Szene [56]: Frankfurt/Main, Johnny Reinhards American Festival of Microtonal Music und Böll zum Hundertsten.

„Hänsel und Gretel“ mit Schwellköpfen – Umstrittene Neuinszenierung an der Staatsoper Berlin

09.12.17 (Peter P. Pachl) -
Gerade erst hat die Staatsoper Unter den Linden eine unkonventionelle Weihnachtsoper, „Der gewaltige Spotz“, herausgebracht, da folgt im großen Haus, hier seit 1996 nicht mehr gespielt, als erste reguläre Premiere des wieder aufgenommenen Spielbetriebes, die berühmteste klassische Weihnachts- und Kinder-Märchen-Oper „Hänsel und Gretel“.

Saisoneröffnung in Mailand: „Andrea Chénier“ im Spiegel der Gesellschaft

09.12.17 (Michael Ernst) -
Nur sehr selten führt der Weg vom Vorplatz der Oper so direkt auf die Bühne wie bei Umberto Giordanos Revolutionsoper an der Scala. Wenn in Mailand die Saison beginnt, blickt traditionsgemäß die ganze Opernwelt dorthin. Das Teatro alla Scala, die Mailänder Scala, gilt ja noch immer als Hochburg der Szene.

Bewegung in Rheinland-Pfalz – Hoffnung für die Deutsche Staatsphilharmonie

06.12.17 (Andreas Hauff) -
Minister Konrad Wolf stellt den neuen Intendanten Beat Fehlmann und das Metrum-Gutachten vor. Trotz unbestrittener künstlerischer Erfolge spitzte sich die schwelende Krise der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz in diesem Sommer zu. Dem Rattenschwanz von Unterfinanzierung, konzeptionellen Schwierigkeiten, internen Querelen und angekündigtem Weggang von Chefdirigent Karl-Heinz Steffens folgte die Entscheidung von Intendant Michael Kaufmann, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Schon im Frühjahr hatte das Mainzer Kultusministerium die Münchener Managementberatung Metrum mit einem Gutachten beauftragt. Am 1.12. nun stellte Minister Konrad Wolf in Ludwigshafen den neuen Intendanten Beat Fehlmann der Presse vor und gab zugleich das Gutachten an die Öffentlichkeit.

Die destruktiven Helden Richard Wagners – Eine „Ring-Trilogie“ von Tatjana Gürbaca im Theater an der Wien

05.12.17 (Frieder Reininghaus) -
Es sei, sagte Roland Geyer, der Intendant des Hauses, das „größte Unterfangen seit der Wiedereröffnung des Theaters an der Wien im Jahr 2006“. Allen Beteiligten war klar, dass sie mit diesem großformatigen Projekt ziemlich viel riskierten: Es setzte das Seziermesser an die Partituren, die der nach wie vor zahlenmäßig großen, im Opernbetrieb einflussreichen und gut organisierten Wagner-Gemeinde als sakrosankt gelten.

Der Mond ist aufgegangen …: Antonín Dvořáks „Rusalka“ als Märchenoper an der Oper Leipzig

05.12.17 (Joachim Lange) -
So viel Mond gibt es selten auf der Opernbühne! Aber wenn er schon so inniglich von Rusalka angesungen wird, dann darf er auch groß und funkelnd dicht überm Horizont vorüberziehen und leuchten. Kann sein, dass es Charon persönlich ist, der ihn da auf seinem Kahn befördert. Ein Pluto-Mond ist sogar nach dem mythischen Fährmann benannt. Ein bisserl merkwürdig fremd sieht der Mond schon aus mit seinen Lichtpixeln. Aber egal, denn wir sind sowieso im Es-war-einmal-Land. Da kann alles Mögliche passieren, ohne dass es einen Faktencheck überstehen muss.

„Im Freien“ – Festival zu Ehren Wilhelm Killmayers: Ein Gespräch mit Moritz Eggert

05.12.17 (Michael Stallknecht) -
Vom 5. bis 11. Dezember werden gleich eine ganze Reihe von Werken Wilhelm Killmayers in München zu hören sein, der am 20. August dieses Jahres nur wenige Stunden vor seinem 90. Geburtstag verstorben ist. „Im Freien“ heißt das Festival, das von aDevantgarde, dem Münchner Zusammenschluss von Komponisten, veranstaltet wird. Schließlich hat der Verein Killmayer viel zu verdanken, wie sein Mitbegründer Moritz Eggert im Interview erzählt.

Barrie Koskys Inszenierung der traditionsbelasteten „Anatevka“ an der Komischen Oper

04.12.17 (Peter P. Pachl) -
Mit seiner Neuinszenierung der „Anatevka“ trat Hausherr Barrie Kosky gegen eine legendäre Vorproduktion an, die Regiearbeit von Walter Felsenstein, der mit der Berliner Erstaufführung des Musicals von Joseph Stein und Jerry Bock eine der erfolgreichsten Produktionen an diesem Haus geschaffen hatte: unter dem Titel „Der Fiedler auf dem Dach“ erlebte Felsensteins „Anatevka“ mehr als 500 Aufführungen.

Medea als schrilles Küchendrama – Cherubinis „Medea“ an der Oper Stuttgart

04.12.17 (Wolf-Dieter Peter) -
Sie hat ihre Heimat bestohlen und verraten; sie hat den Bruder zerstückelt; sie hat mit dem geliebten Mann zwei uneheliche Kinder; sie wird verlassen und gedemütigt; sie lässt die neue Nebenbuhlerin in Flammen aufgehen; sie ermordet ihre eigenen Kinder… diese Megäre namens Medea gibt es von Luigi Cherubini vertont mit französischen Dialogen sowie mit nachkomponierten Rezitativen auf Italienisch und Deutsch. In Stuttgart wurde ein neuer Zugang zu diesem antiken Tragödienhorror gesucht.

Hinter der Maske lebt es sich gefährlich – Verdis „Ein Maskenball“ in Chemnitz

04.12.17 (Joachim Lange) -
Giuseppe Verdis „Maskenball“ ist eine Mischung aus privater Menage a trois und großer Haupt- und Staatsaktion. Das war zu Verdis Zeiten so explosiv, dass die Zensur den Bezug des Plots zum realen Attentat auf den Schwedenkönig Gustav III. 1792 nicht auf der Bühne sehen wollte und die Handlung für die Uraufführung 1859 bis nach Bosten und ans Ende des 17. Jahrhunderts zurückverlegen ließ. Schon das wäre eine Steilvorlage, um daraus einen Politthriller zu machen. Arila Siegert entschied sich in Chemnitz jetzt für einen eher exemplarischen, nicht allzu genau in der Nähe der Entstehungszeit (aber auch unserer Gegenwart) verorteten Zugang.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 04.12. bis 10.12.2017

03.12.17 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 49. Schwerpunkte: Nicolaus A. Huber, Karlheinz Stockhausen, Hannes Kerschbaumer, Pianistin Margarete Leng Tan, John Cage, In Memoriam Pierre Henry, Christoph-Maria Wagner, Sängerin Savina Yannatou +++ Der Musik-Cyborg, Gehörlose Geflüchtete und neue Musik, Mailänder Scala, Musik von der Insel, Bernd Alois Zimmermann bei den Darmstädter Ferienkursen, The Acousmatic Project von Thomas Gorbach, Harmonie und Dissonanz zwischen Musik und bildender Kunst, Klaviermusik im Netz, Georges Aperghis und Hugues Dufourt bei Wien Modern +++ Wien Modern, Rainy Days Luxemburg, cresc ..., Donaueschinger Musiktage 2017.

Jenseits der Routine – Die Nordic Voices und Nils Petter Molvaer in München

02.12.17 (Wolf Loeckle) -
Alle reden von der Hektik, von der Unruhe, von der Egozentriertheit dieser Tage, Wochen, Monate. Geschäftstüchtige Gschaftlhuber bieten Lehre an, um der inneren Leere entgegen zu wirken – an Bord von Traumschiffen, Traumjets, Dreamlinern. Religiöse Demagogen spielen sich auf. Politschwätzer rüsten sich. Dass das Hochgeistige, das Musikalische zumal, therapietechnisch gesehen hilfreich sein kann, wird immer wieder in die Debatte geworfen.

Ende gut, alles gut … – Nicola Antonio Porporas „Mitridate“ in Heidelberg

30.11.17 (Joachim Lange) -
Das Theater Heidelberg schließt beim „Winter in Schwetzingen“ Rokokotheater des Schlosses mit der Deutschen Erstaufführung von Nicola Antonio Porporas „Mitridate“ nach sieben Jahren einen Zyklus zur sucuola napoletana ab.

Musikalischer Zwischenstatus der Moderne – 4. Biennale für Moderne Musik Frankfurt Rhein Main cresc…

29.11.17 (Juana Zimmermann) -
‚Transit‘ bedeutet die Durchreise von Waren oder Personen durch ein Drittland. Es ist weder Herkunft noch Ziel, sondern zu überwindendes Gebiet – ein Zwischenstatus, unter dem man, wenn man ausreichend lange sinniert, alles verorten kann. Damit ist der Begriff ideal als Festivalthema. Die 4. Biennale für Moderne Musik Frankfurt Rhein Main cresc… nahm sich dessen an und veranstaltete vom 22. bis 26. November 2017 in Frankfurt am Main, Hanau und Wiesbaden Konzerte, Roundtables, Performance, Klanginstallationen und Oper unter diesem Motto.

Redundante Choreographie-Inszenierung – Meyerbeers „Le Prophete“ an der Deutschen Oper Berlin

28.11.17 (Peter P. Pachl) -
Bereits beim ersten Blick auf die offene Bühne mit diversen Plattenbauten-Prospekten wird klar, dass die Handlung von Meyerbeers Grand Opéra, um 1530 in den Niederlanden und im westfälischen Münster spielend, in der Berliner Neuinszenierung an die Gegenwart herangerückt und hier auch verortet wird.

Hören mit dieser Technik ist ein gehendes Hören – Stadt (Land Fluss) von Daniel Kötter und Hannes Seidl in Berlin

28.11.17 (Hans-Peter Graf) -
Mit dem bekannten Spiel, sich Namen-ratend die Zeit zu vertreiben, hat dieser erste Teil der in den Sophiensælen in Berlin uraufgeführten Trilogie nur insoweit zu tun, als es auch um Wissen geht, allerdings nicht um Standard-Wissen – mit einer größeren Stadt mit „H“ an der Unterelbe kann nur Hamburg gemeint sein –, sondern um das im Wandel begriffene Wissen über den Lebens- und Sozialraum Stadt schlechthin.

„Der unglaubliche Spotz“ von Mike Svoboda als Vorweihnachtsmärchen an der Staatsoper

26.11.17 (Peter P. Pachl) -
In der Nachfolge der romantischen Künstleroper hat Mike Svoboda einen Musiktheaterbeitrag komponiert, mit einer Mesalliance, wie sie in den Opern von Ludwig Thuille vorgezeichnet ist: Komponist und Prinzessin lieben einander, aber der Vater König ist schwer geräuschempfindlich und mag keine Oper. Ein Erfinder am Hofe – er trägt bezeichnenderweise den Namen Einstein – sorgt für Abhilfe, zunächst mit einem Kopfhörer, der alle Schallwellen tötet, dann mit einem Gerät, das dem König im Schlaf die Klänge der neuen Oper in homöopathischen Dosen infiltriert, so dass er schließlich doch Musik mag – happy end.

Mit gespitzten Ohren: „Teufels Küche“ von Moritz Eggert am Theater Freiburg

26.11.17 (Georg Rudiger) -
Der Teufel wartet in Gestalt von Klaus Simon schon an der Eingangstür. Erst nachdem man von dem großen Mann im roten Frack abgebürstet und mit einer Gewürzmühle bestreut wurde, darf man das Kleine Haus des Freiburger Theaters betreten. Sprechen kann dieser ungewöhnlich höfliche Teufel nicht. Wie überhaupt die ganze einstündige „KonzertAktion“ von Moritz Eggert und Heiko Hentschel namens „Teufels Küche“ ohne ein einziges Wort auskommt.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 27.11. bis 03.12.2017

26.11.17 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 48. Schwerpunkte: Ensemble Nikel, Karlheinz Stockhausen, Luigi Nono, Claude Vivier, „Les Femmes Savantes“, Florian Hecker, Charles Koechlin, Varvara Kutuzova, Ensemble Mosaik, Rosetta Reitz +++ Donaueschinger Musiktage 2017, Wien modern 2017, Uraufführungs-Reigen in Dornbirn, WDR 3 Konzert live – Musik der Zeit, Week-End Fest 2017 +++ Der Rausch der Neuen Musik, Analoge Zombies, Herzenswut und Seelenglut, Island, Tracing Pjotr Zak, Neubeginn oder vergebliche Rückkehr Wiener Komponisten aus dem Exil und Streifzüge durch Rio de Janeiro.

„Es wird Schreckliches geschehen“ – Richard Strauss' „Salome“ in Hannover

25.11.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
„Salome“ von Richard Strauss: großartig in tausend Farben 1905 komponierte Musik für eher abstoßendes Thema nach Oscar Wilde. Die 16jährige judäische Prinzessin Salome verliebt sich in den Propheten Jochanaan und fordert aus Rache, weil der sie nicht will, seinen Kopf auf einer Silberschüssel. Das gewährt ihr der von Rom eingesetzte Tetrach Herodes, der ihr hörig ist und in ihrer Schuld steht, weil sie für ihn getanzt hat.

Lübeck zeigt „Oliver!“ – ein Musical zwischen Kindertheater und professionellem Anspruch

21.11.17 (Arndt Voß) -
Um das leichtere Genre im Musiktheater zu bedienen, hat sich das Theater Lübeck in dieser Spielzeit Lionel Barts Musical „Oliver!“ vorgenommen, verfasst nach Charles Dickens‘ allbekanntem zeit- und sozialkritischem Roman. 1960 uraufgeführt, wurde es in Londons West-End ungewöhnlich lange gespielt, übertroffen nur von „Jesus Christ Superstar“. Knapp drei Jahre später wiederholte sich der Erfolg am Broadway. Erst 1985 wurde eine deutschsprachige Version in Salzburg vorgestellt, dennoch blieb das Werk in Deutschland nahezu unbekannt.

Konzertdesign goes local – Die „Montforter Zwischentöne“ beleben Feldkirch (Vorarlberg) mit neuen Formaten

21.11.17 (Antje Rößler) -
Während der regelmäßige Opern- und Konzertbetrieb unter Sparmaßnahmen leidet, entstehen immer mehr Festivals. Deren wachsende Anzahl führt zu austauschbaren Programmen. Die Montforter Zwischentöne im österreichischen Feldkirch setzen dagegen auf maßgeschneiderte Veranstaltungen mit regionalem Bezug.
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