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Respektloser, schön schräger Zugriff – „Der Freischütz“ am Theater Basel

18.09.22 (Georg Rudiger) -
Der „Freischütz“ hat gerade Hochkonjunktur im Südwesten. Im Frühjahr präsentierte das Freiburger Barockorchester im Konzerthaus Freiburg und auf anschließender Deutschlandtournee eine halbszenische Fassung mit einem von Dirigent René Jacobs neu komponierten Auftritt des Eremiten zu Beginn der Oper. Am 2. Oktober feiert die Auseinandersetzung des Künstlerkollektivs „Showcase Beat Le Mot“ mit Carl Maria von Webers romantischer Oper am Freiburger Theater Premiere. Auch das Theater Basel eröffnete gerade seine Spielzeit mit dem „Freischütz“, wenngleich Christoph Marthalers Inszenierung phasenweise nur wenig mit dem Original zu tun hatte.

Schwarz und Rot: Gottfried von Einems „Dantons Tod“ nach Büchner in Gera

17.09.22 (Roland H. Dippel) -
Eine Premiere aus langer Lockdown-Warteschleife – und ein runder Opernabend. „Dantons Tod“, Gottfried von Einems Sensationserfolg von den Salzburger Festspielen 1947, hat in den letzten Jahren eine Renaissance in Magdeburg, München, Wien und jetzt am Theater Altenburg Gera.

Weil die Trauer nicht vergeht ... – Korngolds „Die tote Stadt“ in Meiningen

17.09.22 (Roland H. Dippel) -
„Die tote Stadt“ passt ausgezeichnet in die helle sängerfreundliche Akustik des Meininger Theaters. In nur wenigen Tagen haben sich die Einspringer Chin-Chao Lin (Musikalische Leitung) die komplexe Partitur und Charles Workman in der schweren Tenor-Hauptpartie des Paul beeindruckend eingearbeitet. Mit Lena Kutzner und Deniz Yetim als Marie und Marietta entwickelte Jochen Biganzoli auf der Bühne dornenreiches Psychogestrüpp. Der Abend ist eine packende Verdichtung von realistischer Filmhandlung und suggestivem Alptraum.

Joachim Raffs Klangimperium und Bieitos Bizarrerie: Die Uraufführung „Samson“ in Weimar

16.09.22 (Roland H. Dippel) -
Am Deutschen Nationaltheater Weimar gelang mit der posthumen Uraufführung von Joachim Raffs Musikdrama „Samson“ (entstanden 1851 bis 1857) ein faszinierender Wurf. Calixto Bieitos intensive Regie und die großartige musikalische Gesamtleistung unter Dominik Beykirch, das starke Ensemble, die feinnervige Staatskapelle Weimar und der choreographisch in Bestform agierende Opernchor lieferten ein überzeugendes Plädoyer für „Mehr Raff wagen!“

Ganz unten … – Die Brüssler La Monnaie Oper eröffnet die Spielzeit mit „Piqué Dame“-Inszenierung

14.09.22 (Joachim Lange) -
Als die legendäre Martha Mödel in Wien (ihrer Berufung bis zum Lebensende folgend wie die Queen) noch einmal die Gräfin in Tschaikowskys „Piqué Dame“ sang, da stand ihr Name in Riesenlettern auf dem Plakat. Alle anderen Namen waren ein paar Nummern kleiner gleichsam nur die Zugabe. Das hatte natürlich mit dem Rang dieser Sängerin zu tun. Aber eben auch mit der Rolle, die Tschaikowsky hier für einen Auftritt der ganz Großen ihres Fachs im Spätherbst ihrer Karrieren geschaffen hat.

Auf der Suche nach der Wahrheit: „Im Berg“ nach Franz Fühmann am Staatstheater Cottbus

12.09.22 (Joachim Lange) -
Armin Petras, der Autor, Regisseur und Co-Schauspielchef des Staatstheaters Cottbus, beginnt die neue Spielzeit mit einem Musiktheaterprojekt. Als Librettist und Regisseur. Sebastian Vogel und Thomas Kürstner haben den Text vertont, den er aus Franz Fühmanns fragmentarisch überliefertem Großprojekt „Im Berg“ destilliert hat.

Wo das Quadrat die Leidenschaft des Kreises ist – „H-100 seconds to midnight“ am Thalia Theater uraufgeführt

11.09.22 (Joachim Lange) -
In Dortmund hat Robert Wilson gerade Christian Friedel seinen „Dorian“ nach Oscar Wildes Roman auf den Leib geschneidert. Der daheim gerade in Dresden als Macbeth brillierende hat natürlich eigene Songs beigesteuert. Wilson wusste schon, was er an dem Alleskönner hat. Stand natürlich mit seiner Virtuosität vor oder hinter ihm – ganz wie man will – im Geiste mit auf der Bühne, stellte ihn aber nicht in den Schatten. Und wenn, dann als Stilmittel. In seiner neuesten Kreation gibt es zwar mehr als einen Protagonisten, aber der Thalia-Star Jens Harzer ist das Zentrum. An diesem Hamburger Theater hat Robert Wilson schon oft reüssiert. So 1990 mit seinem legendären „The Black Rider“ zur Musik von Tom Waits oder 1996 mit „Time Rocker“ und zuletzt, vor 22 Jahren, mit „POEtry“ zur Musik von Lou Reed.

Männerklamottenklamauk – Alessandro nell’Indie von Leonardo Vinci beim Bayreuth Opera Festival

09.09.22 (Dieter David Scholz) -
Am 7. September fand im Markgräflichen Opernhaus in Bayreuth, einem der schönsten barocken Opernhäuser Europas eine ganz besondere Aufführung statt. Zum ersten Mal seit 1740 wird die Oper „Alessandro nell’Indie“ (Alexander in Indien) des neapolitanischen Komponisten Leonardo Vinci aufgeführt, und zwar nach dem Vorbild der Uraufführung in reiner Männerbesetzung. Das Ganze im Rahmen der dritten Ausgabe des Bayreuth Baroque Opera Festivals unter Regie von Max Emanuel Cencic, er ist einer der führenden Countertenöre und Gründer und Leiter dieses Barock-Festivals, das zeitlich immer nach den Bayreuther Richard Wagner-Festspielen stattfindet.

Theater Lübeck: Wagners „Lohengrin“ als munteres Intrigenspiel

08.09.22 (Arndt Voß) -
Kein anderer hat in Lübeck so oft Opern inszeniert wie Anthony Pilavachi. Jetzt offerierte er seine zwanzigste Regiearbeit, unter denen Wagners Opern rein zahlenmäßig überwiegen. Der ganze „Ring“ war dabei, deren CD bei ECHO Klassik sogar mit einem Preis gekrönt wurde, auch „Tristan und Isolde“ und der „Parsifal“. Dessen Sohn, der „Lohengrin“, eröffnete nun die neue Spielzeit (4. September 22). Durch Corona kam Wagners Frühwerk jedoch erst zwei Jahre verspätet auf die Bühne, doch wie stets in besonderer Art.

„Die Blockbuster werden schon noch kommen“ – Freiburgs neuer GMD André de Ridder im Gespräch

07.09.22 (Georg Rudiger) -
Gerade ist André de Ridder (geboren 1971) von Berlin nach Freiburg umgezogen. Mit Philip Glass‘ „Einstein on the Beach“ am Theater Basel und Robert Schumanns „Szenen aus Goethes Faust“ an der Staatsoper Stuttgart hatte er bis zur Sommerpause noch zwei große szenische Produktionen dirigiert. Zeit zur Erholung bleibt dem neuen Freiburger Generalmusikdirektor nicht, denn seine mit Spannung erwartete erste Spielzeit steht an. Georg Rudiger sprach mit ihm darüber, was er am Freiburger Theater vorhat.

Über sieben Täler fliegen – „Welcome to Paradise Lost“ von Falk Richter jetzt auch als Oper beim Kunstfest Weimar

05.09.22 (Joachim Lange) -
Eine Opernuraufführung als Koproduktion des Deutschen Nationaltheaters mit dem Kunstfest Weimar zum Spielzeitauftakt – das ist für sich genommen ein Statement! Mindestens ein „Wir sind wieder da!“ Das Stück von Falk Richter mit dem Titel „Welcome to Paradise Lost“ nach der 800 Jahre alten persischen Vorlage „Die Konferenz der Vögel“ von Farid-ud-Din Attar wurde schon letzten Juni in Kassel uraufgeführt. Der englische Titel zielt aufs Weltweite, und der Verweis aufs verlorene Paradies aufs bühnenüblich Dystopische. Die Übel dieser Welt, die hier verhandelt werden – Wachstumsgier, Flucht, Müll, Klima, Artensterben – sind nicht nur existenziell, sondern auch Teil des gesellschaftlichen Diskurses. Sie haben es längst zu einem permanenten Tagesthema gebracht.

Theaterzauber. Simon Steen-Andersens „Walk the Walk“ an der Staatsoper Berlin

03.09.22 (Stefan Drees) -
Mit seiner Musiktheater-Performance „Walk the Walk“ befragt der dänische Komponist und Medienkünstler Simon Steen-Andersen den Akt des Gehens in seinen unterschiedlichsten Ausprägungen und medialen Spiegelungen. Nachdem im September 2020 die Uraufführungsproduktion im Alten Orchesterprobensaal der Staatsoper Berlin nach nur drei Terminen den Corona-Auflagen zum Opfer fiel, startete vergangenen Freitag deren Wiederaufnahme am selben Ort in einer auf 90 Minuten erweiterten Fassung.

Eddy Motherfucker auf dem Parkdeck Kunterbunt: „Greek“ an der Deutschen Oper Berlin

03.09.22 (Roland H. Dippel) -
Solche Opernabende mit subtilem Tiefgang und intelligenter Buntheit sind die beste Prävention gegen Publikumskrisen. Die sommerliche Parkdeck-Produktion der Deutschen Oper Berlin lief im Rahmen des Kultur Sommer Festival Berlin und passte da bestens. Die Regisseurin Pinar Karabulut, der Bariton Dean Muphy als Eddy und das ganze Team lieferten in Mark-Anthony Turnages 90-Minuten-Oper „Greek“, die den antiken Mythos des Vatermörders und Mutterschänders Ödipus in die britische Unterschicht beamt, ein sinnlich-sarkastisches Theater mit Spaß, Biss und Artistik. Bravi!

Vom Grundrauschen der Welt – Sarah Nemtsovs „Haus“ auf der RuhrTriennale

01.09.22 (Joachim Lange) -
Es ist fünf Jahre her, als Komponistin Sarah Nemtsov (*1980) an der Oper in Halle mit ihrer kompositorischen Vorlage für den Opernvierakter „Sacrifice“ Furore machte. Der Text stammte von Dirk Laucke und verhandelte das Abgleiten von zwei jungen Mädchen aus Sachsen-Anhalt in die Fänge des sogenannten IS. Ein Stück packenden Musiktheaters, das alle Register einer eigenwilligen Novität zog, keinerlei platter Agitation bedurfte und dennoch bei der Kritik und beim Publikum gleichermaßen zündete. Florian Lutz hatte dieses exemplarisch aktuelle wie hochpolitische Stück in einer spektakulären Raumbühne inszeniert. Auch damit war es ihm gelungen, das von ihm geleitete Haus (zumindest für ein paar Jahre) zu einem der innovativsten Opernhäusern des Landes zu machen. Tempi passati.

Ermüdend und erfrischend: Brahms kompakt beim Finale des SHMF

31.08.22 (Arndt Voß) -
Alles hat sein Ende, auch das Schleswig Holstein Musik Festival, weitläufig bekannt unter seinem Kürzel SHMF. Zum 37. Male strebte es, für zwei Monate das Bundesland zwischen Nord- und Ostsee in eine Musiklandschaft zu verwandeln und Marsch, Geest und dem östlichen Hügelland internationales Flair zu geben. Auf einer Werft tat das zum Beispiel das amerikanische Trio „Time For Three“ mit „Klassik, Folk & Hip-Hop on Strings“, während „Sabine Meyer & Friends“, auch im Trio, eine Reithalle mit Klarinettenkunst füllte und „Die Masterclasses“ (schon sprachlich ungemein weltläufig) hinter Lübecks historischen Mauern sich von musikalischer Elite aufputzen ließen.

Von der Lust, sich sehr verschieden auszudrücken – ein Nachruf auf den Komponisten Alfred Koerppen

30.08.22 (Patrick Erb) -
Anfang Juli musste sich die Hannoveraner Kunstmusikszene von einem ihrer bedeutenden Protagonisten verabschieden. Alfred Koerppen, heute der Allgemeinheit vor allem für seine Chormusik bekannt, hat wie kein zweiter die musikalische Neuaufstellung der Nachkriegszeit in Hannover geprägt. Von Beginn an konnte er die Entwicklung der „neuen Musik“, jener „Stunde Null“, wie er sagte, in der Musik mitverfolgen, sich mit ihr auseinandersetzen, sie kritisieren.

„Broken Chords“ von Gregory Maqoma beim Kunstfest Weimar

28.08.22 (Roland H. Dippel) -
Es war auf alle Fälle die lebendigste Applausordnung seit langem. Immer wieder wirbelten das südafrikanische A-cappella-Quartett mit dem künstlerischen Allrounder und Choreografen Gregory Maqoma unter die sechzehn ‚vocAlumni‘ aus dem Konzertchor des Rutheneums Gera. Auf einem erhöhten Bogen hatten diese die deutsche Erstaufführung des Programms „Broken Chord“ mit der Musik von Thuthuka Sibisi auf der Bühne des Deutschen Nationaltheaters Weimar begleitet. Ende August und in der ersten September-Hälfte ist in Weimar Kunstfest-Zeit. „Sehnsucht nach morgen“ jubelt das Motto 2022 vom 24. August bis 11. September.

Kurz-Schluss – Wie ich wieder einmal meine Liebe zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk unter schwierigen Bedingungen beweisen konnte

25.08.22 (Theo Geißler) -
Mal was ganz anderes an dieser Stelle: Zum einen entsprechen die autobiografischen Passagen in diesem Text zu gut 90 Prozent der Wahrheit. Zum anderen macht mich mit zunehmendem Alter und leicht zunehmender Erfahrung die Entwicklung eines Lieblingsobjektes meiner Existenz – und der Rundfunk hat mich von meinem vierten Lebensjahr bis heute in verschiedenen nahen und ferneren Beziehungen als Wunderwerk, Freund, Partner und Wutobjekt begleitet – eher traurig. Also diesmal kaum Witze. Es sei denn, mir fiele noch ein besonders entlarvender, hundsgemeiner zu Patricia Schlesinger ein, der noch nicht benutzt ist, was ich letztlich kaum glaube.

VolksWagner – Sonderausstellung des Richard-Wagner-Museums Bayreuths

25.08.22 (Dieter David Scholz) -
Bei „VolksWagner“ denkt man nicht zufällig an Volkswagen, bei dem Massen- Automobil an eine musikalische „Marke“ für die Massen. Wagner ist für viele Inbegriff von „Hochkultur“ Doch er ist auch Teil der sogenannten „Populär­kultur“. Ihr ist die jüngste Sonderausstellung des Richard-Wagner-Museums Bayreuths gewidmet, der massenhaften Vermarktung durch „Popularisierung, Aneignung, Kitsch“.

Die „Amazonen-Korsarin“! Carlo Pallavicinos Oper begeistert in Innsbruck

24.08.22 (Roland H. Dippel) -
Die Premiere von „L’amazzone corsara, ovvero L’Alvilda regina de’ Goti“ von Carlo Pallavicino (1630-1688) mit dem Libretto von Giulio Cesare Corradi bei den 46. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik ist ein Beispiel für viele Überraschungen, welche Opernentdeckungen aus dem späten 17. Jahrhundert beinhalten. Mit Preisträgern des 12. Innsbrucker Cesti-Wettbewerbs 2021 lieferte die Produktion von Barockoper Jung im Kammertheater ein erstklassiges Festspiel.

Schöne Neue Musik bei den Salzburger Festspielen: 100 Jahre IGNM und das ORF-Orchester mit Haas und Ligeti

14.08.22 (Roland H. Dippel) -
Es gibt bei den Salzburger Festspielen Programme auch neben den standardisierten Elite-Laufstegen, bei denen man ins Träumen und Schwärmen geraten kann. Sogar gleichzeitig. Weil in solchen Programmen Toplader des Repertoires nicht mit Exklusivitätsbeteuerungen bestäubt und Interpretationsdetails nicht als Topseller-Revolution verkauft werden. Zwei solcher Glanzpunkte konnte man zum Jubiläum 100 Jahre IGNM im Mozarteum am 7. August und mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien in der Felsenreitschule am 9. August erleben.

Metronome und andere Automaten: Zum 250. Geburtstag Johann Nepomuk Mälzels

14.08.22 (Juan Martin Koch) -
Am 15. August jährt sich der Geburtstag Johann Nepomuk Mälzels zum 250. Mal. Der Mechaniker, der durch das Metronom weltberühmt wurde, war – so viel steht fest – eine schillernde Persönlichkeit. Nun erinnert seine Heimatstadt Regensburg an den rastlosen Entrepreneur und genialen Selbstvermarkter.

Eröffnung der RuhrTriennale 2022 mit Elisabeth Stöpplers Musiktheater Kreation „Ich geh unter lauter Schatten“

12.08.22 (Joachim Lange) -
Für Eingeweihte sind sie als Vertreter einer eigenwilligen musikalischen Moderne keine Unbekannten. Aufmerksame Konzertbesucher sind ihnen früher oder später schon einmal begegnet. Für das Programm der mittleren Jahresscheibe der von Barbara Frey verantworteten RuhrTriennale, liefern diese Komponisten das künstlerische Eröffnungsstatement: Giacinto Scelsi (1905-1988), Gérard Grisey (1946-1998), Claude Vivier (1948-1983) und Iannis Xenakis (1922-2001).

Was ist Sünde? Puccinis „Il Trittico“ bei den Salzburger Festspielen ein Publikumserfolg

12.08.22 (Joachim Lange) -
Wenn es mal nicht die Uraufführungsreihenfolge der drei Puccini-Einakter im Trittico von 1918 gibt, wie jetzt in Salzburg, dann ist man überrascht, dass es auch anders geht. Eingestellt ist man auf die Abfolge „Il tabarro“ (Der Mantel), „Suor Angelica“ (Schwester Angelica) und dann, nach so viel Tragischem als komödiantisches Schmankerl, „Gianni Schicchi“. Schon, weil man lieber beschwingt und lächelnd in die sommerliche Dunkelheit der Hofstallgasse und in seine Salzburger Festspielherberge zurückkehren würde. Und nicht mit dem tieftraurigen Ende der jungen Frau, der man das Kind wegnahm, sie ins Kloster verfrachtete und die sich dann umbringt und erst im Sterben ihrem längst toten Kind begegnet.

Zofia Posmysz, die Autorin von „Die Passagierin“, in Oświęcim gestorben

11.08.22 (Michael Ernst) -
„… unvorstellbar, jemals über diese Geschehnisse berichten zu können.“ – Siebenundsiebzig Jahre hat sie gelebt – nach Auschwitz. Als 18-Jährige geriet die 1923 in Krakau geborene Zofia Posmysz in die Fänge der deutschen Nationalsozialisten, weil sie sich gegen deren bestialischen Welteroberungswahn zur Wehr gesetzt hat. Sie durchlitt die Konzentrationslager von Auschwitz und Ravensbrück.
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