Beifall und Buhs für Calixto Bieitos „Otello“ in Hamburg


(nmz) -
Der katalanische Opern-Regisseur Calixto Bieito ist berühmt und berüchtigt für seine exzessiven Sex- und Gewalt-Szenarien auf dem internationalen Musiktheater-Parkett. Am Sonntagabend hat der 53-Jährige seine vor zwei Jahren in Basel herausgebrachte Inszenierung von Verdis „Otello“ mit gemischtem Erfolg auf die Hamburger Staatsopernbühne übertragen.
10.01.2017 - Von dpa

Während Sänger, Staatsopernchor und Philharmonisches Staatsorchester starken, einhelligen Applaus erhielten, wurde Bieitos krasse, aber in sich doch weithin stimmige „Otello“-Version sowohl mit Beifall als auch mit harten Buhs bedacht.

Der Spanier hatte Verdis Eifersuchts- und Intrigendrama auf ein düsteres Hafen-Gelände verlegt, einzig mit einem riesigen giftgelben Kran im Mittelpunkt. Nicht im Schlaf-Gemach also, sondern im hohen Gestänge dieses schwenkbaren Vier-Tonnen-Kolosses erwürgte der hier krankhaft gewalttätige Otello (Marco Berti) seine Desdemona (Svetlana Aksenova). Zu Verdis-tragisch-glühenden Klängen – von den Philharmonikern unter Paolo Carignani spannungsvoll gespielt – starb auch er hoch oben völlig isoliert im Metall-Geäst des bis ins Parkett ausgefahrenen Kran-Arms an einem Herzinfarkt.

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