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Lernkurven, Perspektiven – Andrea Zietzschmann, die Intendantin der Berliner Philharmoniker im Gespräch

30.06.20 (Georg Rudiger) -
Seit September 2017 ist Andrea Zietzschmann (49) die Intendantin der Berliner Philharmoniker. Die Corona-Krise ist für die erfahrene Kulturmanagerin die bislang größte berufliche Herausforderung. Im Gespräch mit Georg Rudiger in ihrem Berliner Büro am 10. Juni 2020 gab sich die Schwarzwälderin kämpferisch.

Mit Opern über die Welt sprechen – Katharina Kost-Tolmein zum Abschluss ihrer Zeit in Lübeck

29.06.20 (Arndt Voß) -
Als Katharina Kost-Tolmein 2005 eine Stelle in der Dramaturgie am Theater Lübeck übernahm, waren zwei Jahre Verbleib angedacht, wie sie in einem Gespräch bekannte. Daraus wurden 15, in denen sie bis zur Operndirektorin aufstieg: eine Spitzenposition im Theater Lübeck, die sie als erste Frau errang. Ein Novum, denn im gefächerten Direktorium dort ist Gleichberechtigung bisher nicht eingezogen, wird es auch nach ihrem Weggang nicht. Aber eine Frau hat immerhin sieben Jahre Erfahrung an der Spitze einer Sparte sammeln können und wird sie ab 2022 in Münster als Generalintendantin eines Mehrspartenhauses umsetzen können.

Berlin ist …? Arm, aber sexy und … sinn- und singbefreit dämlich

28.06.20 (Martin Hufner) -
Dämlich? Wieso. Kann nicht sein. Oh, doch. Mit der neuen Coronaverordnung tritt in Berlin (!!!) folgende Regelung in Kraft: „In geschlossenen Räumen darf nicht gemeinsam gesungen werden.“ Der Grund ist naheliegend: Man könnte es draußen schließlich nicht hören. Welchen Sinn soll gemeinschaftliches Singen denn sonst haben, wenn man es doch nicht hören kann. Chöre werden also aufgefordert, draußen zu singen! Das steht allerdings leider nicht der neuen Verordnung, sondern das twittert der Berliner Kultursenator Klaus Lederer, der die Regelung verteidigt:

Kurz-Schluss – Wie ich einmal über meine vermeintlich überlegene Kompetenz stolperte und einen Bildschirm verlor ...

28.06.20 (Theo Geißler) -
Auch meine Karriere als Nachtwächter auf dem weitgehend verödeten Gelände des Bayerischen Rundfunks in München-Freimann (Näheres: P&K 6/20) endete rasch. Trotz mehrfacher Übermittlung meiner Kontodaten und einschlägiger Drohbriefe an die Intendanz des Senders („unbekannt verzogen“) und das bayerische Kultusministerium („verbitten uns bei Strafandrohung weitere Belästigungen“) fühlte sich für die Besoldung meiner Dienstleistungen keine der ursprünglich auftraggebenden Instanzen verantwortlich. Existenziell rettende Ideen fand ich dann in meiner Lieblings-Postille, der „Brezel-Umschau“ – einer Konditoren-Fachzeitschrift. Hier wurde ausführlich die bürgerfreundlich abgeschirmte Schutz- und Kommunikationsfunktion der sogenannten Corona-Warn-App beschrieben – mit zahlreichen weiterführenden Links und Hinweisen für distanzsichernde Thekenbewirtschaftung.

Walter Sutcliffe auf der Couch – Der designierte Opernintendant stellt sich in Halle zunächst mal fast privat vor

26.06.20 (Joachim Lange) -
So war es nicht geplant. Aber dieser Termin hätte nicht besser platziert sein können: Im Hof des „neuen theaters“ in Halle lud Ines Brock den designierten Nachfolger von Opernintendant Florian Lutz, den Briten Walter Sutcliffe, als Gast ihres „Promitalks“ aufs Interview-Sofa. Die Plätze, die die Coronaregeln in dieser kleinen Freiluftbühne (wo auch wieder häppchenweise Theater gespielt wird) waren allesamt von Zuschauern und Opernfreunden besetzt, die die Gelegenheit nutzen wollten, um ihren künftigen Opern-Intendanten kennenzulernen.

Unübersehbar #9 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 26.6. bis zum 2.7.2020

25.06.20 (Joachim Lange) -
In der neunten Folge unserer Streaming-Hinweise empfehlen wir Wiener Opernmitschnitte und live übertragene Konzerte aus Nürnberg, Bremen und Berlin. Die Musik kommt unter anderem von Giuseppe Verdi, Morton Feldman und Bernhard Lang.

Mischung unter Spannung – Uraufführung des Musicals „Pauline“ am Theater Detmold

Einhundert Jahre Theater Detmold – das Finale der laufenden Jubiläumssaison 2019/2020 haben sich die Theatermacher*innen vor Ort gewiss anders vorgestellt. Doch trotz aller Beschränkungen: vor Ende der Saison hob sich der Vorhang denn doch noch einmal – im Innenhof des Theaters unter freiem Himmel, bei gutem Wetter und mit Lokalkolorit. Denn was jetzt als letzte Inszenierung über die Bühne ging, war die Uraufführung des Musicals „Pauline“.

Droge mit Risiken und Nebenwirkungen – Die Staatsoper Hannover mit Frank Martins „Le vin herbé“ in den Parks von Herrenhausen

23.06.20 (Joachim Lange) -
Es ist nicht nur eine Notlösung, zu der die Staatsoper Hannover jetzt ihr Publikum ins historische Gartentheater im ausgedehnten Park von Herrenhausen einlädt. Frank Martins (1890-1974) Tristan und Isolde Variante, die 1942 konzertant in Zürich und dann 1948 auch szenisch in Salzburg uraufgeführt wurde, ist wirklich so sparsam besetzt, dass sie mit keiner Anticoronaregel kollidiert.

Online-Impro mit Profis: „SCHRUMPF! Splitter“ aus dem Radialsystem Berlin

22.06.20 (Roland H. Dippel) -
Performance und interaktives Musikerleben werden im Radialsystem Berlin an Schnittstellen zwischen Musik, Tanz und Performance oder mit interaktiven Konzert-Formaten ganz groß geschrieben. Deshalb war es absehbar, dass man diese stark akklamierten Veranstaltungen nicht nur wegen des Pandemie-bedingten Klimawandels bis zum breiten Band zwischen Improvisation und Jugendarbeit erweitern würde. Roland H. Dippel machte einen Online-“SCHRUMPF! Splitter“-Act im Radialsystem Berlin mit. Natürlich Online.

Eine Königin am Dresdner Hof…. – Superstar Anna Netrebko begeistert in der Semperoper in Dresden

21.06.20 (Joachim Lange) -
Im Moment sucht wohl jedes Opernhaus nach einer Exit-Strategie aus der Corona-Zwangspause und nach einer weichen Landung in der neuen Realität. Paarweise besetzte Plätze, mit zwei freien Plätzen dazwischen und einer gesperrten Reihe davor und dahinter. wegweisendes Personal, gestrichene Pausen. Irgendwie geht das schon. Die Zuschauer sind hier jedenfalls weit besser auf Distanz zu ihren haushaltsfernen Mitmenschen als im Bau- oder Supermarkt und im Bus oder der Bahn, also nicht das Problem. Auch die reduzierten Einnahmen sind es nicht wirklich. Was normalerweise über die Kasse in den Haushalt der Häuser fließt sichert nur einen kleinen Teil des Budgets.

Der Horror des „ersten Mal“ – Video-Uraufführung von Gordon Kampes Kinderoper „Spring doch“

20.06.20 (Wolf-Dieter Peter) -
„Die Hölle, das sind die anderen“ – haben wir nicht alle irgendwann in der Schulzeit Jean-Paul Sartres Satz zitiert und für die ganze Wahrheit gehalten? Speziell bezüglich Klassenkameraden und noch mehr „…dINNEN“, diesen Biestern! Genau das ist das Kernthema von Gordon Kampes Kinderoper, deren Uraufführung an der Bayerischen Staatsoper in den Dezember verschoben werden musste – und jetzt eben unseren Kritiker Wolf-Dieter Peter an den PC holte.

Verschieben statt abblasen – Die Darmstädter Ferienkurse in Corona-Zeiten

19.06.20 (Martin Hufner) -
Kreative Prozesse im Prozess des Wandels in den Bedingungen eines Kulturinstituts der Stadt Darmstadt. Wie das funktionieren kann, dazu antwortete Thomas Schäfer, Direktor des Internationalen Musikinstituts Darmstadt (IMD) und Künstlerischer Leiter der Darmstädter Ferienkurse.

Unübersehbar #8 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 19. bis zum 25.6.2020

18.06.20 (Joachim Lange) -
In der achten Ausgabe der nmz-Streaming-Tipps geleiten wir Sie an die Bayerische Staatsoper, in Bachs Leipzig, zur Fête de la musique, ans Theater Lübeck und in den öffentlich-rechtlichen Äther. Gute Reise!

„Für einen Komponisten ist das Alleinsein doch sowieso die normale Situation“ – Ein Gespräch mit Pēteris Vasks

17.06.20 (Burkhard Schäfer) -
Der 1946 in Aizpute (Lettland) geborene Komponist Pēteris Vasks, Sohn eines baptistischen Pfarrers, schreibt spirituelle Bekenntnismusik. Seine klingenden Botschaften werden auf der ganzen Welt gehört. In der Corona-Krise sieht Vasks auch eine Chance für die Menschheit. Wir sprachen mit dem Komponisten – natürlich „nur“ am Telefon.

Subnormal Europe – die Münchener Biennale live im ZKM Karlsruhe

16.06.20 (Andreas Kolb) -
„Point of New Return“ ist die „Münchner Biennale – Festival für Neues Musiktheater 2020/21*“ überschrieben. Ein kleines Sternchen im Programmbuch führt zu folgender Untertitelung: „Dynamisierte Festivalausgabe aufgrund der Corona-Pandemie mit unterschiedlichen Uraufführungsterminen und Spielorten in München und außerhalb“. Was darunter zu verstehen ist, konnte man vergangenen Sonntagabend im Medientheater des ZKM erleben. Ein Bericht von Andreas Kolb.

Digitale und echte Konzerte: Leipzigs klassische Musik kommt wieder

15.06.20 (Roland H. Dippel) -
Seit Anfang Juni fährt der klassische Musikbetrieb auch in Leipzig hoch: Ein Konzert-Streifzug durch die Thomaskirche zum digitalen Bach-Marathon, ins Gewandhaus, zum Sommerfestival des Gewandhauses und zum Kultursommer Grünau: Es gibt Hygienekonzepte und es gibt Hygienekonzepte – jeder Veranstaltungsort entwickelt andere Schutzregeln. Am besten man ist für alles gerüstet: Atemschutz bzw. kein Atemschutz. Oder vielleicht doch die einfachste Lösung: Kein Publikum, kein Atemschutz und digitale Euphorie. Ein Bericht von Roland H. Dippel.

Wagner ohne Mundschutz – „Das Rheingold“ an der Deutschen Oper Berlin

13.06.20 (Peter P. Pachl) -
Mit dem „Rheingold“ hätte dieser Tage der neue „Ring“-Zyklus der Deutschen Oper Berlin in der Inszenierung von Stefan Herheim eröffnet werden sollen, was durch den Shutdown der vergangenen Monate verhindert wurde. Mit nur zehn Tagen Vorlauf, wie Intendant Dietmar Schwarz betonte (zumal die Genehmigung dafür erst vor zehn Tagen erfolgt sei), wurde eine Open-Air-Produktion des Vorabends des Bühnenfestspiels „Der Ring des Nibelungen“ ins Programm genommen, nicht ersatzweise, sondern zusätzlich – und dies auf einer Fläche, die sich bereits 2014 für Iannis Xenakis’ „Oresteia“ als eine akustisch und dramaturgisch gut bespielbare Location erwiesen hatte: das obere Parkdeck inmitten des Gevierts von Bühne und Werkstätten der Deutschen Oper Berlin.

Unübersehbar #7 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 12. bis zum 18.6.2020.

11.06.20 (Joachim Lange) -
In der siebten Folge unserer Autor*innen-Tipps empfehlen wir ein Webzert (!) aus Dresden, eine Installation von Magda Korsinsky, die Festspiele Mecklenburg Vorpommern, einen ungeklärten Mordfall in Hannover und die „Lockdown-Tapes“ des Ensemble Musikfabrik.

Grundverunsicherung? Die nmz befragt Kulturstaatsministerin Monika Grütters

10.06.20 (Andreas Kolb) -
Der Konzertbetrieb steht seit Mitte März still. Insbesondere selbständige Musikerinnen und Musiker sind durch die Coronakrise betroffen. Sie beklagen inzwischen den Ausfall eines wesentlichen Teils ihres Jahreseinkommens. Auch wenn sich Interessensverbände wie der Musikrat und die Konferenz der Landesmusikräte, oder auch der Bundesrat in seiner Entschließung vom 5. Juni 2020 zur „Sicherung von Selbständigen und Freiberuflern“ für die Möglichkeit eines pauschalen monatlichen Zuschusses zur Abfederung von Einnahmeverlusten von Soloselbständigen aussprechen, ist es Fakt, dass viele Soloselbständige dazu gezwungen sind, Grundsicherung zu beantragen. Zu diesem Thema sprach die neue musikzeitung mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

Sakrale Atmosphäre: Das erste veritable Sinfoniekonzert mit Corona im Konzerthaus Dortmund

10.06.20 (Regine Müller) -
Werden wir uns jemals an diese von der Politik so viel beschworene „neue Normalität“ gewöhnen? Maskenpflicht, Abstandsgebot und eifriges Händewaschen sind den meisten wohl schon selbstverständlich geworden, wenn auch mit Murren. Denn solange diese Regeln Alltagshandlungen wie Einkaufen und Busfahren betreffen, sind sie zwar lästig und fressen Zeit, beeinträchtigen aber das Wohlbefinden nur bei relativ prosaischen Verrichtungen. Aber schon im Restaurant oder im Café rühren sie an den Kern des eigentlichen Zwecks: Etwas Angenehmes in naher menschlicher Gesellschaft zu tun. Denn die Nähe darf sich nicht einstellen. Im Konzerthaus Dortmund war nun zu ahnen, wie sich das Musikleben mit Corona hoffentlich nicht allzu lange anfühlen wird. Reportage und Konzertkritik von Regine Müller.

Klage vor leerer Pracht – Die Bayerische Staatsoper meldet sich ein bisschen zurück

08.06.20 (Wolf-Dieter Peter) -
Die Krise macht auch auf künstlerischem Gebiet fundamentale Ungleichheiten offenbar. Der Kulturstaat Bayern fängt die Ausfallverluste seiner Staatsoper auf. Im Haus muss es also keine Existenzängste geben. Vielmehr kann die Leitung innovativ tätig werden, um gemäß den Lockerungsbestimmungen erste Angebote zu machen: „Fester Samstag I“ – „und folgende“ heißt eine Kammerkonzertreihe – für die auch unser Kritiker Wolf-Dieter Peter die Bühne des Nationaltheaters betrat.

Dialog mit dem Publikum: Ausstellung „Bach & Beethoven“ im Bach-Museum Leipzig

05.06.20 (Roland H. Dippel) -
Die Kabinett-Ausstellung 2021 des Bach-Museums Leipzig konnte aufgrund der Pandemie nicht wie geplant am 27. März, sondern erst Mitte Mai eröffnet werden. Sie thematisiert im Beethoven-Jahr dessen künstlerische Verehrung für den Thomaskantor, vor allem aber die Entwicklung zu einem Komponisten-Kult mit paralleler Repertoire-Etablierung durch Musikverleger und Musikliteratur: Exponate und Ausstellungsparcours reihen Dokumente von Bausteinen eines bürgerlichen Musikwesens, die bis heute den internationalen Klassik-Betrieb prägen.

Unübersehbar #6 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 5.6. bis zum 11.6.2020

04.06.20 (Dirk Wieschollek) -
In der sechsten Folge unserer Autor*innen-Tipps empfehlen wir Übertragungen von den Händel-Festspielen Halle, zu Parsifal an der Stuttgarter Staatsoper, zu Labor Beethoven 2020, dem Salon Picasso des Sinfonieorchesters Basel und dem Prosanova Festival.

„Opernrevue mit Stammtisch“: Rundfunkgala zur aktuellen Situation der 19 mitteldeutschen Musiktheater

31.05.20 (Roland H. Dippel) -
Nachhörbar in der Mediathek: Die am Samstag-Abend von angekündigten 175 Minuten auf 193 pausenlose Sendeminuten verlängerte Radiogala „Aus ferner Nähe“ wurde ein Kompendium von Ansätzen zur Bewältigung der Pandemie-Krise der Musiktheater. Über insgesamt 70 Sänger*innen, Musiker*innen, Intendant*innen und Spartenleiter*innen waren der Einladung von Generalintendant Christoph Dittrich in die Oper Chemnitz zu musikalischen Beiträgen und Gesprächen gefolgt. Über 20 Tage brauchten der Chemnitzer Betriebsdirektor Patrick Wurzel und das KBB-Team, um die Mitwirkenden für musikalische Live-Beiträge in Minibesetzung und zu Gesprächen mit Bettina Volksdorf (MDR Klassik) und Stefan Lang (Deutschlandfunk Kultur) auf der Bühne und in den Foyers zusammenzutrommeln. 19 mitteldeutsche Musiktheater waren der Einladung mit Freude gefolgt.

Unübersehbar #5 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 29.5. bis zum 4.6.2020

28.05.20 (Dirk Wieschollek) -
In der fünften Folge unserer Autoren-Tipps im langen Monat Mai empfehlen wir Übertragungen aus der Frankfurter Musikhochschule, von den Weimarer Frühjahrstagen, aus Opernhäusern in Chemnitz, Berlin und Dresden, vom Freiburger Barockorchester sowie von der Dirigentin und Pianistin Eva Meitner.
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