Da klang es der Seele aber bang oder: „Das Grauen hat einen Trailer bekommen“


(nmz) -
Am 9. Juli startete ein Dokumentarfilm von Marian Czura in den deutschen Kinos. „Der Klang der Seele“ heißt er und handelt von vier Kompositionsstudierenden der Akademie für Tonkunst Darmstadt, die der Filmemacher ein Jahr lang begleitete. Der Film geht teilweise als Kulturtipp durch und wird in manchen Feuilletons erwähnt. Der Film ist aber schon vor seinem Start umstritten – um genau zu sein, seit zwei Jahren, seit seiner Vorpremiere.
09.07.2009 - Von Martin Hufner

Das Material des Films stammt aus dem Jahr 2007. Bei Kino.de findet sich die nett-trampelige Beschreibung: „Sie alle sind Fans klassischer Musik, konzentrieren sich in ihren eigenen Arbeiten aber auf experimentelle, avantgardistische Stücke.“

 Für einen ersten Eindruck der Filmtrailer bei YouTube:

Seitens der beteiligten Komponisten hagelt es harsche Kritik. Angeblich hat der Filmemacher Czura seine Protagonisten getäuscht. So gibt es bereits ein Videoantwort auf den Film in der zwei der beteiligten Komponisten Stellung nehmen.

In einem Kommentar zum Trailer bei YouTube liest man dazu:

Wir als Beteiligte dieses Films teilen diese Einschätzung zu 100%. Da der Regisseur Marian Czura lieber Bildungs-Pop machen wollte, anstatt sich ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen und darüber hinaus den Film "Klang der Seele" trotz fehlender Freigabe des Leiters der Kompositionsklasse, Cord Meijering, veröffentlicht hat, ist leider aus vielseitigem und interessantem Material ein Film entstanden, der in seiner künstlerischen Aussage kaum Wert aufweist.

Auf seiner Website erklärt der Komponist Christoph Bornheimer sich in einer Distanzierungstellungnahme.  Darin heißt es zum Beispiel:

Marian Czura hat durch seine Schnittfassung des umfangreichen Rohmaterials einen Film erstellt, der anstelle des guten Dokumentarfilms, zu dem er hätte werden können, zu einem peinlichen und oberflächlichen Propagandafilm für seinen Sohn, damals ebenfalls Schüler der Kompositionsklasse, dem dies mittlerweile vermutlich auch sehr unangenehm ist, geworden ist. Durch seine sture Besessenheit von diesem Anliegen und durch sein offensichtlich völliges Unverständnis für Neue Musik hat er uns alle zu Statisten des den Film durchziehenden Konfliktes zwischen Roman Czura und Cord Meijering degradiert, was so weit führt, dass aus ausführlichen Interviews mit entscheidenden Grundaussagen unsererseits nur ein einzelner Satz gezeigt wird und von mir beispielsweise nur ein einziges Werk im Film zu hören ist und auch das nur in einem kurzen Ausschnitt. (…)

Die ursprüngliche Vereinbarung, dass wir alle nach Fertigstellung der Rohfassung des Films ein Vetorecht haben, wurde niemals eingelöst, sämtliche Änderungswünsche unsererseits, die sich nicht auf die künstlerische Freiheit des Regisseurs, sondern auf grundlegende, offensichtliche Fehldarstellungen unserer Personen bezogen, ignorierte Marian Czura komplett. Aus diesen und aus weiteren Gründen distanziere ich mich vollständig von dem Film „Klang der Seele“. Bei dem von mir vermittelten Bild handelt es sich um eine künstlerische und persönliche Fehldarstellung.

Klarer kann man es wohl nicht sagen. Dennoch erstaunt einen, wie wenig dieses Problem mit dem Film bekannt ist. In einigen Kreisen der Neuen Musik Szene heißt es „Das Grauen hat einen Trailer bekommen.“

Der Filmtrailer ist in der Tat dazu angetan, alle möglichen Vorbehalte gegen das Gezeigte und die Gezeigten zu entwickeln, was umso schwerer wiegt, als es sich bei den Portraitierten um Jugendliche handelt.  Komponistenportraits dieser Art, spielen den Beteiligten übel mit oder ist die Lage etwa tatsächlich so?

Wenn man das alles nichts als eine mögliche virale Werbeangelegenheit abtun möchte, so scheint den Komponisten als Darstellern hier übel mitgespielt worden zu sein.

Einfach die Homepage des

Einfach die Homepage des “Filmemachers” angucken, die spricht mehr als tausend Worte…art supreme - oh Gott.

http://www.art-supreme.com/

Kein Wunder wenn die Neue Musik Szene skeptisch gegenüber Film ist, wenn sich da solche Heinis ranmachen.


Klang der Seele: Verriss

Ich finde folgende Filmkritik ziemlich treffend:

http://film-dienst.kim-info.de/krit…

Mir ist nicht bekannt, ob der Kritiker Jens Hinrichsen zum Zeitpunkt der Pressevorführung schon wusste, dass der Filmemacher und einer der Schüler verwandt sind. Trotzdem wird der Widerspruch zwischen Meijerings´ Lehre und der Art und Weise, wie Czura junior in der “Dokumentation” hochgejubelt wird, erkannt: “Ein Dissenz zwischen filmischer Aussage und künstlerischem Konzept zeichnet sich so zum Schluss ab” und es wird die Frage gestellt “(…) sind für Czura die Qualitäten Neuer Musik im Dokumentarfilm einfach nicht vermittelbar?”. Ich habe gelesen, dass die Journalisten bewusst in die Irre geführt sein sollen, mit der dreisten Behauptung, Czura und Czura seien nicht verwandt. Ich denke, der Filmdienst-Kritiker würde nach dieser Information wohl noch ganz andere Töne anschlagen!


Klang der Seele: Wer hat hier Ahnung?

Ich empfehle den sogenannten ‘Kritikern’ des Films sich den Film vielleicht einmal eigenständig anzusehen, anstatt sich von scheinbar klaren Tatsachen in die Irre leiten zu lassen. Tatsächlich bietet dieser Film den Protagonisten (neben Bornheimer, Eisenach, Löffler und Czura u.a. auch Karola Obermüller) eine hervoragende Bühne ihre Musik (die reichlich zu hören ist) einem größeren Publikum zuzuführen. Nicht zu reden davon das der Film auch zusehende Jugendliche zur Neuen Musik führen könnte (nicht zuletzt durch Cord Meijerings Art des Unterrichtens)

Und hier scheinen wohl lauter Jungspunde zu stecken, die nichts davon wissen dass Marian Czura in den 70er Jahren eng mit Roman Haubenstock-Ramati, Maurizio Kagel und Volker David Kirchner zusammengearbeitet hat.

Zur Vorpremiere: Die war übrigens sehr erfolgreich , - wer ein wenig nachforscht wird herausbekommen, dass Cord Meijering damals ganz Darmstadt ins Kino eingeladen hat (auch mich) und sich zur abschließenden Diskussionsrunde Czura gegenüber dankbar und eindeutig begeistert gezeigt hat.

Ein Alter Hase

PS: An die Schlaumeier unter euch: der Film heißt “Klang der Seele”, nicht “Der Klang…” - noch nicht einmal dass habt ihr herausgefunden.


Klang der Seele im Meer des Vergessens

Hallo “alter Hase”,

versteckt sich hinter deinem Pseudonym etwa der beleidigte Regisseur selbst? Na?

Czura hat in den 70er Jahren eng mit Roman Haubenstock-Ramati, Maurizio Kagel und Volker David Kirchner zusammengearbeitet?

Na und? Das kann jeder zweite von sich behaupten.

Außerdem: Haubenstock-Ramati, Kagel und Kirchner… Nun ja. Ob man darauf stolz sein darf…

Und ob der “Film” nun “Klang der Seele” oder “Der Klang der Seele” heißt… das rettet diese Peinlichkeit doch nun auch nicht mehr vor dem Ertrinkungstod im Meer des Vergessens.

Herzliche Grüße an Herrn Czura,

der neue Hase


An alle hier!!

Ihr spielt doch alle nicht mit offenen Karten!
Ich bin Yannick, ein Freund von Roman Czura; na und?!
Für mich ist die ganze Kritik, die seitens der Film-Protagonisten gemacht wird, einfach nur komplett unverständlich.
Ob Marian Czura nun mit was weiß ich wem zusammen gearbeitet hat, spielt an dieser Stelle überhaupt keine Rolle. Fakt ist: am Tag der Vorpremiere waren, so gut ich weiß, alle Beteiligten anwesend (außer Einer von ihnen, die jedoch meines Wissen noch keine Stellung dazu genommen hat). Von keiner Seite der Protagonisten wurde der Film negativ bewertet! Alle waren sehr glücklich so mal es nach der Filmaufführung einen abschließenden Empfang mit Apéritifs und Essen gab, der auch von jedem herzlich entgegen genommen wurde; auch von den jetzigen Film-Kritikern! Immer noch keine “Proteste”…
Marian Czura hat etwa fünfzehn Monate an den Filmarbeiten gedreht, musste danach eine Unmenge an Filmmaterial über mehrere Monate auswerten, richtig schneiden, Ton und Videomaterial zusammenfügen (wobei man bedenken muss, dass zwei professionelle und im Falle Czuras hoch anerkannte Filmemacher ehrenamtlich sozusagen für die jungen Komponisten ihre Zeit “geopfert” haben) um letztendlich einen Dokumentations-Film über herangehende Künstler heraus zu bringen.
An alle Kritiker, die angeblich “nicht wussten, dass Marian Czura und sein Kollege Gerry Brosius diesen Film in die Kinos bringen würde und natürlich versuchen wollen würden diesen Film an eine weitere Öffentlichkeit bringen zu wollen, als nur den Bekanntenkreis”, tut mir Leid, aber wer von euch würde für jemand anderes so viel Arbeit, Zeit, Kapital usw. erbringen, dass er am Ende “im Regal verstaubt”???? Ganz ehrlich bin ich der Überzeugung, dass dies keiner von euch machen würde, ich darf mich da mal ehrlicherweise auch einschließen.
Die Vorpremiere fand am 18. November 2007 statt. Die Kritik seitens der Protagonisten fand jedoch offiziell erst knapp 1 1/2 Jahre nach dieser Aufführung statt; die Frage nun: Warum? Doch nicht ernsthaft, weil der Film nun endlich(!) die Chance bekommen hat, auf nationaler Ebene in die Kinos zu kommen??? Ist es wirklich, weil der Sohn des Filmemachers in seinem Film angeblich eine größere Rolle spielt, als manch anderer?? (Apropos sollte jeder VOR seiner Stellungnahme den Film zuerst einmal gesehen haben, bevor er hier irgendetwas schreibt).
Wisst ihr eigentlich, was ihr gemacht habt, als ihr dem Film den Weg in die deutschen Kinos versperrt habt? Ihr habt EUCH die Chance genommen, auf nationaler Ebene bekannt zu werden!!!! Ich darf mal einen ganz persönlichen Kommentar dazu geben. Ich habe mich nämlich über viele Jahr lang (knapp 17 Jahre lang) zum Hochleistungssportler auf nationale sowie internationale Wettkämpfe herauf gekämpft, bin zu Europa- sowie Weltmeisterschaften gefahren. Musste jedoch, weil dieser Sport (Inline-Speed-Skating) total unbekannt ist und man hier nur extrem schwer sein Leben damit verdienen kann, diesen aufgeben und mich viel mehr in meine schulische Bildung hängen. Wie viel hätte ich dafür gegeben, dass ein Film über meine Sportart gedreht wird (aufpassen: Ein kinoreifer Film!!), keine 5-Minuten Reportage, wie in meiner Sportart maximal üblich ist!! Ihr habt jedoch das unglaubliche Glück von eurer Passion später einmal leben zu können! Das nur so nebenbei… damit die verpatzten Chancen der jungen Komponisten mal klar werden.
Zurück zur Filmkritik. Ihr denkt, Roman würde so super gut dar stehen, mehr Minuten im Film vorkommen oder seine Musik würde mehr in den Vorschein kommen??? Roman, tut mir Leid, dass ich das mal so sagen muss. Aber für mich kommen die teilweise heftigen Diskussionen zwischen Dir und Deinem Kompositionslehrer nicht für alle unbedingt positiv herüber. Nicht jedem gefällt eben ein so ausgesprochen starker Charakter! Und dennoch muss man beachten, dass ein Dokumentationsfilm eine Reihe von MOMENTAN-Aufnahmen sind, in der die jungen Komponisten noch in einer Entwicklungsphase sind und DIESE repräsentieren und nicht die, die sie in 2-5-10 oder mehr Jahren einschlagen. Sprich eine Filmkritik auf der Basis einer “Nichtdarstellung seiner Persönlichkeit oder musikalischen Fähigkeiten” nach knapp 2 Jahren zu fordern, ist wohl eher vor 2 Jahren nicht möglich gewesen.
Roman und seine Art, auch Widerspruch zu leisten, in gewisser Weise “rebellisch” zu reagieren, bietet für die Zuschauer auch eine sehr gute Diskussionsbasis. Jemand der nur zustimmt oder nicht viel sagt ist nun mal nicht sehr interessant.
Zur Kritik, die besagt, dass die Musik von Roman mehr im Film gezeigt wird, kann ich als (muss ich ehrlich gestehen) Musik-Laie überhaupt nicht feststellen. Da ein solcher Dokumentations-Film für die „breite Masse“ üblicherweise gedreht wird, wäre diese angebliche „Bevorzugung“ auch überhaupt nicht aufgefallen. Da ja die Hauptkritik von Christoph Bornheimer ausgeht und er sich persönlich nicht genug dargestellt fühlt, muss ich Dir ehrlich sagen, dass ich von den Stücken, die du auf der Orgel spielst total beeindruckt war. Mal ganz ehrlich, wie viele Menschen können heut zu Tage noch so gut Orgel spielen wie Du???? Mir würde im Moment nur Christoph Bornheimer einfallen… Kannst du Dir eigentlich vorstellen, wie das aussehen würde, wenn du in 100 Kinos in Deutschland als jemand dargestellt werden würdest, der so toll Orgel spielen kann – und dies sicher noch am ausbauen ist??? Weißt du, wie stolz du darauf sein kannst und welche Chancen sich für Dich damit öffnen? Ich glaube im Moment nicht…. Schade!
Zum Schluss möchte ich noch zu den „mündlichen Verträgen“, die angeblich gemacht worden sind, zurückkommen. Anscheinend ist es in dieser heutigen Gesellschaft leider nicht mehr möglich solche machen zu können. Ich muss nämlich mit Bedauern feststellen, dass so etwas nur noch schriftlich gemacht werden muss, am Besten noch notarisch festgelegt und dass man bis hin zu seinen so genannten „Freunden“ nicht mehr trauen kann. Schade, dass keine Verhandlungsbasis mehr auf Vertrauen gelegt werden kann, welche doch eine so wichtige und eigentlich auch schöne Sache ist! Gerade wenn zwei Menschen so viel Arbeit, Zeit und Geld für einen investiert haben.
Nun, dies war es erst einmal von mir. Ich hoffe, ich konnte vielen hier eine möglichst objektive Meinung geben und vielen, die ihre Meinung gegeben haben, den Film aber noch nicht einmal geschaut haben dazu aufmuntern diesen zu sehen und sich selbst ein Bild davon zu machen. Und alle Kritiker ebenfalls mal zum Nachdenken an geschubst habe um ihre Kritik vielleicht doch noch einmal zu überdenken.


Offener Brief

Da in diesen Artikeln eindeutig auf mich Bezug genommen wird, möchte ich den Autor dochmal auch darum bitten, nicht nur zu veröffentlichen, was von Christoph Bornheimer rübergefaxt wird, sondern den Versuch der Recherche zu wagen.

Das würde, denke ich, nicht zu irreführenden Widergaben der Äußerungen Christophs führen, der den Film anscheinend anders in Erinnerung hatte, als dieser aufgeführt wurde und möglicherweise auch deswegen seine aggresiven und vor allem falschen Angaben im Internet verbreitete.

Falls der Autor des Artikels dies wünscht, kann ich ihm auch eine DVD der Fassung schicken, die bei der Vorpremiere lief, dann kann er, wenn es ihm denn nötig erscheint, eine genaue Analyse machen und so Christoph ad absurdum führen.

Mir tat es für ihn selber Leid, in was für eine Lage er sich geritten hat, aber es ist schwerer für jemanden einen Fehler zuzugeben, wenn er sich seiner selbstgeschaffenen, verkomplizierten Lage bewusst wird (so wie Christoph, als er am 24. 8. abends doch erstaunt bemerkte, wie viel falsches Zeug er über die Monate erdacht hat).

Ich hatte darauf gehofft, dass Christoph die Gelegenheit nutzen würde um sich für sein verrücktes Tun zu entschuldigen (hätte ja auch still und leise sein können, einfach nur unter Vier Augen, dann wäre es nicht peinlich).
Da dies nicht erfolgt ist und scheinbar wieder allerhand neue Gerüchte aufkommen wurde es Zeit für mich eine Stellungnahme abzugeben.

Ich es traurig, unwürdig und schwach von der NMZ und Dr. Juan Martin Koch Artikel wie diesen und den Vorigen (noch negativeren) einfach publik zu machen, ohne vorher wenigstens zu Versuchen mit dem Regisseur, Produzent oder den restlichen “Beteiligten” Kontakt aufzunehmen. Ich hoffe dies wird nachgeholt.

Da ich, glaube ich ein netter und zuvorkommender Mensch bin, will ich gerne verzeihen, nur muss mir auch die Gelegenheit dazu gegeben werden.

Kontaktdaten von mir und meinem Vater waren immer im Internet verfügbar!

Jederzeit für alle Fragen zu Verfügung,
Ihr
Roman Czura

PS: Übrigens heißt der Film “Klang der Seele” und nicht “Der Klang der Seele”, das war in einem Ihrer Artikel nicht ganz korrekt angegeben, aber macht ja nix.


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