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Unübersehbar #49 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 23.4. bis zum 29.4.2021

23.04.21 (Dirk Wieschollek) -
Wie lange muss man an einer Schraube drehen, bis sie bei allen locker ist? Was macht man, wenn man zwei Engel in seinem Garten findet? Und was hat das Konzerthausorchester eigentlich auf Twitch verloren? Vielleicht hat der Herr Lehrer eine unübersehbare Antwort… [jmk]

Mahnmal für Verdis Totenmesse im NS-Zwangslager und Ghetto Theresienstadt

22.04.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Ausnahmsweise muss einem Buch die musikdramatische Wucht von Giuseppe Verdis „Messa da requiem“ zugestanden werden - voran den Donnerschlägen der Pauken des „Dies irae“ – und dann Stille des Entsetzens! Das verdient und beinhaltet Josef Bors „Theresienstädter Requiem“ – und daher auch die Vorstellung neben aller Musik an dieser Stelle.

Leuchtende Vergangenheit: 150 Jahre Theater Altenburg

21.04.21 (Roland H. Dippel) -
Zwangsläufig fand das Jubiläum des am 16. April 1871 mit Webers „Freischütz“ unter Herzog Ernst i. von Sachsen-Altenburg eröffneten Theaters Altenburg in Funk, Fernsehen und Mediathek statt. Das schöne Haus wird derzeit saniert. Theater und Philharmonie Altenburg Gera könnte unter normalen Bedingungen bis zur Wiedereröffnung 2022 ein komfortables Theaterzelt am Großen Teich bespielen.

Aus einem Gralsgefängnis – An der Wiener Staatsoper hat Kirill Serebrennikov von Moskau aus Wagners „Parsifal“ inszeniert

20.04.21 (Joachim Lange) -
Endlich! Die Wiener Staatsoper hat vorgemacht wie es geht! Das Haus am Ring und sein neuer Intendant Bogdan Roščić haben die Produktionsbedingungen der Pandemie angepasst und nicht das Resultat den Bedingungen. Es sah aus wie Oper (ohne Abstandsregeln) aussehen muss. Man ist auch nicht auf eine Kammeroper oder ein chorloses Solistenstück ausgewichen, sondern hat mit Wagners „Parsifal“ gleich den Blockbuster schlechthin gestemmt. Damit haben sie obendrein ein politisches Husarenstück vollbracht.

Was kann sie dafür? – Heidelberg zeigt seine neue zweiaktige „Lulu“ als digitales Preview

18.04.21 (Joachim Lange) -
Ein Preview, kein Surrogat. Alban Bergs „Lulu“ in der Ergänzung und Fassung von Eberhard Kloke für Kammerorchester und Soli feierte am Theater Heidelberg einmalige Premiere. Unser Kritiker Joachim Lange saß vor dem Bildschirm. Bühnenpraktisch gedacht und gemacht; er findet faszinierend, mit welcher vokalen Leichtigkeit und welchem rückhaltlosen körperlichen Einsatz Jenifer Lary die Wandlungen ihrer Lulu in Szene setzt.

Dessau: „Orphée“ von Philip Glass oder Von der Macht echten Theaters

18.04.21 (Roland H. Dippel) -
Immerhin: Eine Woche lang gibt/gab es vom 12. bis zum 18. April im Anhaltischen Theater parallel zur Diskussion über den bundesweit verschärften Lockdown physischen Spielbetrieb vor echtem Publikum. Auf Grundlage des Erlasses der Staatskanzlei und des Ministeriums der Kultur des Landes Sachsen-Anhalt vom 24. März 2021 war es auch der Stadt Dessau-Roßlau gestattet, das Theater als Modellprojekt zu öffnen.

Unübersehbar #48 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 16.4. bis zum 22.4.2021

15.04.21 (Dirk Wieschollek) -
Unsere Kandidaten stehen schon fest: Mythisches von Jean Sibelius, Loriots Kurz-„Ring“, die Fortsetzung der Hellerauer „Tonlagen“, Bergs „Lulu“ in einer besonderen Fassung und ein „Brückenrockdown“ von Bernd Begemann. Wählen Sie – die Richtlinienkompetenz liegt unübersehbar bei Ihnen! [jmk]

Gesamtkunstwerk der etwas anderen Art – Die Oper Köln dreht einen Film übers Opernmachen unter Pandemiebedingungen

13.04.21 (Joachim Lange) -
Die Oper Köln hatte für den 1. April 2021 eigentlich eine Wiederaufnahme der „Le nozze di Figaro“-Inszenierung von Emmanuelle Bastet in der gegenwärtigen Ausweichspielstätte StaatenHaus geplant. In weiser Voraussicht wurden die Proben dazu von Anfang an filmisch begleitet. Als feststand, dass die anhaltende Pandemie dem Publikum den Zutritt ins StaatenHaus verwehren würde, machten die Kölner aus der Not eine Tugend: sie streamte einfach die Hochzeit mit Figaro ohne Gäste.

Podium und Szene raffiniert gemixt – Saint-Saëns‘ „Karneval der Tiere“ mit Loriot-Texten in Frankfurts Bockenheimer Depot

11.04.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Das vielerorts beklagte „Auf und Zu“ trifft etablierte Theater besonders: wie sollen da Werkstätten, Proben, Verträge und Aufzeichnungen geplant und dann Aufführungen realisiert werden? Die Oper Frankfurt hat nun für Camille Saint-Saëns‘ chorlosen „Karneval der Tiere“ eine Kombination gefunden, die viele Probleme visuell und akustisch löst.

Unübersehbar #47 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 9.4. bis zum 15.4.2021

09.04.21 (Dirk Wieschollek) -
Auf die Suche nach der verlorenen Nähe begibt sich die Stuttgarter Staatsoper am kommenden Sonntag. Helfen soll dabei Strauss‘ „Ariadne“, wir packen noch Saint-Exupérys „kleinen Prinzen“ als Familienkonzert, das Tonlagen-Festival und zwei Musiktheaterdoppel mit dazu. Rose pflegen nicht vergessen! [jmk]

Musikalischer Ausverkauf – „Das Musikgeschäft“ aus dem Radialsystem Berlin gestreamt

05.04.21 (Konstantin Parnian) -
Während sich Veranstaltungen aktuell wieder in einem Hin und Her zwischen Öffnungen und Schließung befinden, war die Gemengelage im Februar noch klar: Alles blieb dicht. So fand auch „Das Musikgeschäft“, das Komponist Neo Hülcker und Dramaturg Bastian Zimmermann als gemeinsame Regiearbeit über die Bühne des Radialsystems brachten, als Online-Musiktheater statt. Mittelpunkt des musikalischen Kabinetts voller nostalgischer Details der durch Michael Kleine und Lisa Fütterer gestalteten Bühne bildet Ladenchef Armin Wieser mit seinen Angestellten Heinrich Horwitz und Sabrina Ma. Wie alle Beteiligten spielen sie mit echtem Namen auf der Bühne.

Förderungen der Carl Bechstein Stiftung – Andreas Kolb im Gespräch mit Gregor Willmes

05.04.21 (Andreas Kolb) -
Die Carl Bechstein Stiftung fördert dieses Jahr 86 junge Pianistinnen und Pianisten mit Stipendien und Einmalzahlungen im Gesamtwert von 352.000 Euro. Aufgeteilt ist diese Summe in 18 Jahres-Stipendien im Wert von jeweils 12.000 Euro und 68 Einzelhilfen in Höhe von jeweils 2.000 Euro. Andreas Kolb von der neuen musikzeitung unterhielt sich mit Gregor Willmes, Pressechef des Klavierherstellers C. Bechstein und Mitglied des Vorstands der Carl Bechstein Stiftung, über die Stipendien 2021 und deren Weiterentwicklung in der Corona-Krise.

Musikalisch hochkarätig – Mozarts „Le Nozze di Figaro“ an der Berliner Staatsoper

03.04.21 (Peter P. Pachl) -
Ein neuer Da Ponte-Zyklus unter GMD Daniel Barenboim steht für die Staatsoper Unter den Linden ins Haus. Die „Figaro“-Neuinszenierung war am Gründonnerstag 2021 als Premiere über Mezzo TV live zu erleben, und sie bleibt als Aufzeichnung vorerst weiterhin abrufbar. Dabei ist es noch keine sechs Jahre her, seit Jürgen Flimm, der vorige Hausherr der Staatsoper Berlin, Mozarts Opera buffa gleichermaßen gekonnt wie ungewöhnlich lokalisiert in Szene gesetzt hat; unter Gustavo Dudamels zündender musikalischer Leitung war die turbulente Produktion ebenfalls im Fernsehen übertragen worden und anschließend 90 Tage online abrufbar.

„Musik erlebe ich als eine vielgestaltige Gegenwelt“ – Der Komponist Günter Buhles über seine Werke und seine journalistische Arbeit

03.04.21 (Marcus A. Woelfle) -
Günter Buhles (1943) lässt sich nicht in eine Schublade stecken. Jahrzehntelang als Musikjournalist und nebenbei als Saxophonist tätig, hat der bei Edition Rhapsodie verlegte Komponist eine Fülle von Kompositionen im Grenzbereich zwischen Neuer Musik und Jazz geschaffen, die erst in den letzten Jahren auch auf CD zugänglich geworden sind. 2017 erschienen bei Unisono-Records die CDs „Werke für Orchester“ (UNIREC7214) und „Kammermusik mit Holzbläsern“ (UNIREC7210). Im Jahr 2018 veröffentlichte das Label QFTF die CD „Lee Konitz – PRISMA – by Guenter Buhles“ (QFTF/040). Zuletzt erschienen auf dem Label double density fünf Werke unter dem Titel „Streichquartette Crossover“ in Aufnahmen, die zwischen 1993 und 2019 entstanden und Marcus A. Woelfle den Anlass für das Interview mit boten.

Der Himmel sollte warten – Dan Goggins hoch-musikalische Nonnen erobern die Bühne des Münchner Gärtnerplatztheaters

01.04.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Die Überschrift ist eine Abwandlung des Filmtitels „Heaven can wait“ und zugleich ein Wunsch: dass diese Nonnen nämlich noch eine Weile dableiben … auch wenn sie mit tödlichen Folgen kochen. Doch davor würden sie im sofort jeweils vollbesetzten Gärtnerplatztheater nicht nur die von ihnen dringend benötigten Einnahmen erzielen, sondern auch – olala – so amüsieren, dass der Himmel besser warten sollte…

Unübersehbar #46 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 2.4. bis zum 8.4.2021

01.04.21 (Dirk Wieschollek) -
Bachs Matthäuspassion und Wagners „Parsifal“ – auch diese beiden klassischen Karfreitagsmusiken erklingen heuer ein wenig anders. Nachdenkliches kommt diese Woche außerdem in der Gestalt verfemter Komponisten, während das Ensemble New Babylon und The Navidsons für zeitgenössische Kontrapunkte sorgen. Das unübersehbar-Team wünscht frohe Ostertage!

Doch kein Wunder – Aus einer ausweglosen Situation das Beste machen – Moon Music in Berlin

01.04.21 (Konstantin Parnian) -
Ein Regenbogen steht am Tag der Premiere über Berlin. Auf „Abschied“ und „Transformation“ folgte nun Mitte März mit „Neubeginn“ der dritte Teil der Musiktheater-Trilogie „MOON MUSIC“. Eigentlich war geplant, dass bei diesem letzten Stück des Kooperationsprojekts von Neuköllner Oper, STEGREIF.orchester und Prinzessinnengarten Kollektiv das Publikum in der realen Welt beiwohnen darf – im Freien auf dem St. Jacobi Friedhof. Betrachtet man die Zahlen, wäre es auch der denkbar bestmögliche Zeitpunkt gewesen: Inzidenz, R-Wert, Intensivbettenbelegung und Fallzahlen lagen in Berlin alle so tief wie seit Oktober nicht mehr. Trotzdem gab es keine Genehmigung dafür, draußen vor Publikum zu spielen.

Der doppelte Wahnsinn – „Herzog Blaubarts Burg“ gibt es in Lyon gleich zweimal hintereinander

29.03.21 (Joachim Lange) -
Auch die zweite Opernpremiere zum Thema des Festivals „Freie Frauen?“ bleibt stringent bei der Sache. Was nun auch nicht wirklich verblüfft, wenn der noch Jahre vor dem ersten Weltkrieg komponierte und an dessen Ende 1918 uraufgeführte Einakter „Herzog Blaubarts Burg“ von Béla Bartók auf dem Programm steht. Diesmal mit Titus Engel am Pult des fabelhaften Orchestre de l’Opéra de Lyon. Der hatte schon im Stuttgarter alten Postamt als musikalischer Leiter einer außergewöhnlichen Inszenierung dieser Oper Furore gemacht. Jetzt hat er das Privileg, zwei verschieden akzentuierte Lesarten desselben Stückes an einem Abend zu präsentieren.

Gleichnis des Irrationalismus - Menottis „Das Medium“ im Münchner Gärtnerplatztheater

28.03.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Eine Neuinszenierung wo, wenn nicht hier: 1974 inszenierte Menotti selbst seine Kammeroper am Gärtnerplatz. Und auch die Inspiration kam gleichsam aus der Nachbarschaft: er hatte 1936 zusammen mit Samuel Barber an einer Séance am österreichischen Wolfgangsee teilgenommen – um seinen „eigenen Zynismus zu überprüfen“ und die „Vielfalt von Realität“ zu befragen. In unsere aktuelle Welle von Irrationalismus könnte das Werk mehr als passen…

Von Liebe, Leidenschaft und Verlust – Christof Loy inszeniert Tschaikowsky-Lieder in Frankfurt

27.03.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Über alles künstlerische Ringen hinaus: lauter Probleme, die Dramatik beinhalten. Doch „Tschaikowsky - Genie und Wahnsinn“ des unerreichten Musik-Filmers Ken Russell stammt von 1970. Und nur Boris Eifman hat 1993 und 2019 zwei Ballette um den Komponisten geschaffen. Inmitten aller kulturellen Absagen und Ausfälle nun eine Annäherung der ganz anderen Art, beobachtet von Wolf-Dieter Peter.

Die Tür ist auf – Die Oper Lyon hat ihr Festival unter dem Motto „Freie Frauen?“ ins Netz verlegt

27.03.21 (Joachim Lange) -
Den aktuellen Jahrgang seines traditionellen thematischen Festivals wollte Serge Dorny dann doch nicht ausfallen lassen. Nicht zuletzt diese seit einigen Jahren geschickt ins Frühjahr platzierten, kleinen Festivals der Stagione-Oper Lyon haben überregionale und internationale Strahlkraft entfaltet und wohl dazu beigetragen, dass Dorny beinahe zum Intendanten der Semperoper in Dresden, tatsächlich aber zum Nachfolger von Nikolaus Bachler an der Bayerischen Staatsoper in München befördert wurde. Im zweiten Coronafrühjahr galt also in Lyon: lieber online und mit Mundschutz auf der Bühne, als vor dem Virus einknicken und ausfallen lassen.

Unübersehbar #45 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 26.3. bis zum 1.4.2021

26.03.21 (Dirk Wieschollek) -
Tempus fugit – so schnell kann’s gehen. Da war diese Ausgabe unserer Streaming-Tipps schon fertig, da kam eine Absage aus der Kirche Aumühle. Zu Ihrer Information und um das verantwortungsvolle Verhalten der Beteiligten zu dokumentieren, haben wir Sie dennoch – entsprechend gekennzeichnet – stehen gelassen. Mögen alle anderen Musiken störungsfrei bei Ihnen ankommen. Nur wer die Sehnsucht kennt… [jmk]

Theos Kurz-Schluss – Wie ich einmal vom Möchtegern-Distanzunterrichts-Pädagogen aus Versehen zum höchst gefährdeten Mitwisser wurde

26.03.21 (Theo Geißler) -
Nein, es war beileibe keine Schnapsidee. Die Zeiten inspirierenden Bärwurz-Genusses sind leberwert-bedingt längst vorbei. Eher schon war meine bildungspolitisch grundsätzlich phänomenale Idee dem ministerialen Papierkorb mit der Aufschrift „Gut gemeint ist längst noch nicht gut gemacht“ völlig ungerechtfertigter Weise – das sei vorweggenommen – zum Opfer gefallen. Auf dringender Suche nach einem kleinen Nebenverdienst – natürlich auf sinnstiftender Basis – entwickelte ich erfrischende Möglichkeiten, den im Distanzunterricht ohnedies sträflich vernachlässigten Geschichtsunterricht – beginnend bei unseren griechisch-demokratischen Wurzeln – dank Verknüpfung mit aktuellen Ereignissen auch für unsere Digital Natives supi aufzubrezeln. [Vorabdruck aus Politik & Kultur 2021/04]

Geräusche aus der Schwärze: Simon Steen-Andersen beim Ensemble Modern

22.03.21 (Roland H. Dippel) -
Zur Happy New Ears-Reihe 2020/2021, einer Kooperation von Ensemble Modern, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt sowie Oper Frankfurt, kamen Simon Steen-Andersen und der Schlagzeuger Håkon Stene für ein Porträt-Konzert mit Videostream. Die komponierten Reibungen zwischen der Technik und dem Ensemble Modern wären im physischen Direktkontakt weitaus eindrucksvoller.

Wem die Stunde schlägt – Nach fast 50 Jahren ein neuer „Rosenkavalier“ an der Bayerischen Staatsoper

22.03.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Nostalgie wird aufleben. Denn süddeutsche und Münchner „Rosenkavalier“-Liebhaber haben es sich seit 1972 bequem gemacht: Carlos Kleiber hat dirigiert; Otto Schenk kennt sich wie wenige in Stil und Etikette des 18.Jahrhunderts aus und konnte mit Sängern umgehen; Jürgen Rose zauberte ein Imitat der Amalienburg auf die Bühne – süffiger Opern-Champagner… schon auch ausgeperlt… jetzt also: alles neu.
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