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Unübersehbar #14 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 31.7. bis zum 6.8.2020

31.07.20 (Dirk Wieschollek) -
Mit Streaming-Empfehlungen für Jedermann und Jederfrau geht es in den August. Es locken die Salzburger Festspiele, alternative Blicke hinter und unter Bayreuther Kulissen sowie Resonanz-Klänge aus der Elbphilharmonie. Hauptsache, die Bärenfamilie ist glücklich. [jmk]

Vorbote einer gelockerten Zukunft? Zu Besuch beim Pärnu Music Festival

30.07.20 (Regine Müller) -
Das Pärnu Music Festival profitiert von der Normalität durch gelockerte Hygiene-Regelungen, die das baltische Land seiner besonders günstigen Corona-Entwicklung verdankt. Eine Reportage von Regine Müller.

Authentisch: Die Neuburger Kammeroper 2020 im Live-Stream mit Goethe

27.07.20 (Roland H. Dippel) -
Die Neuburger Kammeroper brachte die dritte Vorstellung ihrer Produktion des Singspiel-Pasticcios „Theatralische Abenteuer“ von Goethe und Vulpius für das Weimarer Hoftheater im Livestream. Das Experiment gelang, weil das kulturelle Sommerunternehmen über profunde regionale Ressourcen und gewinnende Alleinstellungsmerkmale verfügt: Aufführungen in deutscher Sprache, eigene Bearbeitungen und nie versiegende Entdeckerfreude an einem pittoresken Ort.

Bei Richard daheim – Corona schrumpft in Bayreuth die Richard-Wagner-Festspiele auf ein Hauskonzert

26.07.20 (Joachim Lange) -
An diesem 25. Juli war Bayreuth im Ausnahmezustand vom alljährlichen Ausnahmezustand. Das erste Mal seit der Wiederaufnahme der Richard-Wagner-Festspiele im Jahre 1951 fielen die kompletten Festspiele aus. Also auch der ganze Rummel samt dem großen Protokoll der Republik.

Kunst als Raum und Ort – Die anrührende Uraufführung von „Ach! – Fast eine Funkoper“ bei der Münchner Biennale

25.07.20 (Wolf-Dieter Peter) -
Das las sich damals spannend: dass der verbittert aus der „Adenauer-Republik“ nach Italien übersiedelte Hans Werner Henze 1976 mit dem „Cantiere“ im toscanischen Montepulciano ein Festival ins Leben gerufen hatte. Die Dorfbewohner und begeisterte Laien der Umgebung wirkten in künstlerisch erstaunlichem Maße mit. Das strahlte schließlich sogar in die 1988 gegründete Münchner Biennale aus – und führte oft zur Überforderung der Beteiligten an der jeweiligen „Münchner Produktion“ – doch diesmal wurde unser Kritiker Wolf-Dieter Peter mehr als überrascht.

Vor 11 Jahren gestorben: Erinnerung an Reinhard Schulz

24.07.20 (Martin Hufner) -
Vor elf Jahren am 24. Juli 2009 verstarb Reinhard Schulz, unser leitender Redakteur für Musik und Kultur, nach langer und schwerer Krankheit. Er fehlt uns immer noch und immer wieder, wenn gerade die politische und kulturelle Welt deutlich aus den Fugen gerät.

Unübersehbar #13 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 24.7. bis zum 30.7.2020

23.07.20 (Dirk Wieschollek) -
Kochen mit Lars Petter Hagen, Partizipieren mit Münchener Künstler*innen, Tanzen mit Berliner DJs und -Janes, Singen mit Goethe, Wähnen und Wollen mit Wagner… Die 13. Ausgabe unserer Streaming-Tipps hat‘s wieder in sich. Viel Vergnügen!

Preview auf Krisen-Geschwurbel – Schorsch Kamerun mit einer zerfahrenen Konzert-Installation in München

23.07.20 (Wolf-Dieter Peter) -
„Kinder, schafft Neues“ forderte schon Richard Wagner, ehe er zur „teutschen“ Weltkultur stilisiert wurde. Das als allzu barock und tradionell verschrieene München leistet sich für Innovatives seit 1988 eine anfangs von Hans Werner Henze getragene „Biennale für Neues Musiktheater“. Die derzeitigen Leiter Daniel Ott und Manos Tsangaris brachten den Bayerischen Rundfunk und das Bayerische Staatsschauspiel mit Schorsch Kamerun zu einem dreiteiligen Projekt um den Film-Klassiker „M“ zusammen – was auch unserern Kritiker Wolf-Dieter Peter anlockte.

Minimal wirkt stark – Münchens Gärtnerplatztheater meldet sich mit der „Dreigroschenoper“ zurück

22.07.20 (Wolf-Dieter Peter) -
Bitte nicht: diese Meter von hochdifferenzierter Literatur zu Brechts „epischem Theater“, dem „Verfremdungseffekt“ und Weills „Song-Stil“. Einfach statt dessen: eine fast leere Bühne mit wenigen Lichteffekten; die dreizehn Solisten auf Stühlen vor den sechzehn Musikern; minimale Aktion, viele Gesten und Reaktionen zu Text und Musik - von solch verstörend aktueller Brisanz, dass, nach viel Szenenbeifall zuvor, am Ende die 200 Besucher fast so laut wie ein volles Theater jubelten, unser Kritiker Wolf-Dieter Peter eingeschlossen.

Antifeministisches Belcanto-Glück: „Rita“ im Leipziger Westen

20.07.20 (Roland H. Dippel) -
Nach „Rheingold“ auf dem Parkdeck der Deutschen Oper Berlin und dem Prunkstimmen-Paradox eines „Don Carlo“ im Pocket-Format an der Semperoper folgte mit Donizettis vollständiger Opéra comique „Rita“ die rundum gekonnt-liebenswerte, weil unexaltierte Einstudierung mit Künstler*innen der Oper Leipzig. Eine freiwillige Fleißarbeit, bei der sich von den musikstädtischen Kulturkadern kaum jemand blicken ließ. Belcanto meets Industriekultur! In der Manier von Visconti, ohne Fellinis Drastik und dafür einem Dario Fos Beziehungskomödien abgeschauten Witz. Feines Musiktheater auch für kritische Ohren – und mit einer Italianità, wie man sie im Opernhaus am Augustusplatz seit einer gefühlten Ewigkeit vermisst.

Ein Leben für die Musik - Zum Tode von Herbert Schramowski

19.07.20 (Thomas Schinköth) -
Generationen von Studenten unterrichtete er in Klavier, Partitur- und Stegreifspiel. Unter vor allem politisch komplizierten Bedingungen erweckte er die Improvisation zu neuem Leben und leistete Pionierarbeit bei deren Erforschung. Am 1. Juli ist Herbert Schramowski mit 93 Jahren nach langer, schwerer Krankheit in Leipzig gestorben.

Eine Uraufführung und sieben Todsünden zum Spielzeitende am Theater Freiburg

18.07.20 (Georg Rudiger) -
Die letzte Premiere einer „merkwürdigen Spielzeit“ kündigt Intendant Peter Carp im coronabedingt nur mit 230 (statt 890) Zuschauern besetzten Freiburger Theater persönlich an. Erst, wenn das Licht ausgeht, dürfen die Besucher ihren Mundschutz abnehmen und werden am Ende, Reihe für Reihe, vom schutzvisierten Personal ins Foyer gebeten, wo sie noch den Zettel mit ihren Kontaktdaten abgeben. Während andere Häuser die laufende Saison mehr oder weniger aufgegeben haben, stemmte das Freiburger Theater noch sechs neue Produktionen, darunter drei Uraufführungen und einen berührender Gustav-Mahler-Abend „Ich bin der Welt abhanden gekommen“ (Regie: Olga Motta), für den Generalmusikdirektor Fabrice Bollon neue Zwischenspiele komponierte.

DomStufen-Festspiele Erfurt: … und dann noch ein kleines Feuerwerk

17.07.20 (Joachim Lange) -
Die DomStufen-Festspiele gibt es immerhin als Openair-Konzert „Opera Gloriosa“ mit italienischer Oper. Erfurt hatte diesmal Glück mit dem Wetter. Gewissermaßen mit himmlischem Lohn für Mut auf Erden. Die abendlichen Wolken hatten sich am Freitag 21.00 Uhr pünktlich zum Konzertbeginn verzogen. Die Temperatur ging gerade noch für openair. Guy Montavon hielt wie immer eine schwungvolle Ansprache. Diesmal unter dem Motto (übrigens das der Intriganten aus dem „Rosenkavalier“) „Wir sind da“!

Unübersehbar #12 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 17.7. bis zum 23.7.2020

17.07.20 (Dirk Wieschollek) -
Es tut sich weiterhin einiges auf den Webseiten und Social-Media-Kanälen coronagebeutelter Kulturanbieter. Die zwölfte Folge unserer sommerlichen Streaming-Empfehlungen kreist um Opernstars, Tanzgrößen, barocke Meisterwerke, irritierte Städte und Menschen ohne Inhalt. Füllen Sie auf!

Digitales „Festival of New Music“ in Berlin als Talkshow mit Musikeinspielungen

14.07.20 (Stefan Drees) -
Angekündigt hatten Daniel Barenboim und Emmanuel Pahud ein digitales „Festival of New Music“ in Zeiten der Corona-Beschränkungen, dessen vier Veranstaltungen vom 9. bis 12. Juli 2020 als Rahmen für die Aufführung von zehn eigens entstandenen Kompositionen dienen sollten. Tatsächlich wurde daraus eine Talkshow mit vier jeweils rund 100-minütigen Teilen, in der die eher kurzen Musikeinspielungen als Aufhänger für einen raumgreifenden und gelegentlich ziemlich ermüdenden Gedankenaustausch genutzt wurde.

Unübersehbar #11 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 10.7. bis zum 16.7.2020

10.07.20 (Dirk Wieschollek) -
In der 11. Ausgabe unserer „unübersehbaren“ Rubrik empfehlen wir der geneigten Leser*innenschaft Opern- und Konzert-Streams aus Mannheim, Berlin, Würzburg, Antwerpen und Halle. Die nmz-Online-Redaktion wünscht spannende Stunden mit diesen Netz-Musiken!

Mit Leidenschaft für das Theater - In Erinnerung an Michael Schlicht

09.07.20 (Joachim Lange) -
Michael W. Schlicht war der letzte Intendant des Theaters Eisenach, als es noch ein wenig mehr war als nur eine faktische Filiale von Meiningen. Er war der künstlerische Chef und Geschäftsführer in einer Person. Die Erfahrungen seines gesamten Berufslebens konnte er da für eine souveräne Leitung unter höchst komplizierten Bedingungen nutzen. Zu seinen Vorzügen gehörte es, künstlerische Ambition und Augenmaß für das Mögliche miteinander zu verbinden.

Finnisches Urgestein, basstönend – Matti Salminen zum 75. Geburtstag

07.07.20 (Dieter David Scholz) -
Schon zu Lebzeiten ist Matti Salminen eine Legende. Seit er im Alter von 24 Jahren in Helsinki als König Philip (einspringend) debütierte, galt er auf einen Schlag ein neuer Stern am skandinavischen Opernhimmel. Es war der Auftakt seiner Weltkarriere. Salminen verfügte über einen echten Basso profondo. Allerdings überstiegen seine stimmlichen Mittel schon damals das Normalmaß eines Basses beträchtlich.

„Beet-o-Magic“ … Geisterspiel und Teamgeist: Beethoven am Staatstheater Mainz

05.07.20 (Andreas Hauff) -
„Geisterspiel“ – bei diesem Wort denkt man im Frühsommer 2020 an Fußball und nicht an Theater und Orchester. Doch auch sie haben in den letzten Wochen per Kamera den Weg aus leeren Zuschauerräumen zum Publikum gesucht. Oft ist dabei nicht mehr herausgekommen als ein abgefilmter Konzert- oder Theaterabend, dem die Aura des Live-Ereignisses fehlt. Am Staatstheater „Mainz“ war man mutiger: Das im Probenstadium befindliche interdisziplinäre „Beethoven“-Porträt wurde als „Geisterspiel“ zu einer echten Fernsehproduktion in ZDF und 3sat geadelt.

Abschied von Laurent Wagner und Plan B für das Theater Altenburg Gera 2020/21

05.07.20 (Roland H. Dippel) -
Während des Lockdowns ist es im ostthüringischen Fünfsparten-Kulturbetrieb Altenburg Gera gelungen, zwei Corona-kompatible Spielzeit-Konzepte 2020/21 zu erarbeiten, die politisch akzentuierte Inhalte mit anspruchsvoller Unterhaltung und mehrere Uraufführungen verbinden. GMD Laurent Wagner verlässt nach sieben Spielzeiten auf eigenen Wunsch das Philharmonische Orchester Altenburg Gera kurz vor dem Jubiläum 150 Jahre des Theaterbaus in Altenburg.

Unübersehbar #10 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 3.7. bis zum 9.7.2020

02.07.20 (Dirk Wieschollek) -
Jubiläum! Zum zehnten Mal präsentiert Ihnen nmz Online eine feine Auswahl vielversprechender Streams aus den Bereichen Oper, Konzert und Neue Musik, die diesmal auch gegen Fernweh helfen könnten. Viel Vergnügen in St. Petersburg, Gelsenkirchen, Paris, Gohrisch, Aix-en-Provence und Wien!

Lernkurven, Perspektiven – Andrea Zietzschmann, die Intendantin der Berliner Philharmoniker im Gespräch

30.06.20 (Georg Rudiger) -
Seit September 2017 ist Andrea Zietzschmann (49) die Intendantin der Berliner Philharmoniker. Die Corona-Krise ist für die erfahrene Kulturmanagerin die bislang größte berufliche Herausforderung. Im Gespräch mit Georg Rudiger in ihrem Berliner Büro am 10. Juni 2020 gab sich die Schwarzwälderin kämpferisch.

Mit Opern über die Welt sprechen – Katharina Kost-Tolmein zum Abschluss ihrer Zeit in Lübeck

29.06.20 (Arndt Voß) -
Als Katharina Kost-Tolmein 2005 eine Stelle in der Dramaturgie am Theater Lübeck übernahm, waren zwei Jahre Verbleib angedacht, wie sie in einem Gespräch bekannte. Daraus wurden 15, in denen sie bis zur Operndirektorin aufstieg: eine Spitzenposition im Theater Lübeck, die sie als erste Frau errang. Ein Novum, denn im gefächerten Direktorium dort ist Gleichberechtigung bisher nicht eingezogen, wird es auch nach ihrem Weggang nicht. Aber eine Frau hat immerhin sieben Jahre Erfahrung an der Spitze einer Sparte sammeln können und wird sie ab 2022 in Münster als Generalintendantin eines Mehrspartenhauses umsetzen können.

Berlin ist …? Arm, aber sexy und … sinn- und singbefreit dämlich

28.06.20 (Martin Hufner) -
Dämlich? Wieso. Kann nicht sein. Oh, doch. Mit der neuen Coronaverordnung tritt in Berlin (!!!) folgende Regelung in Kraft: „In geschlossenen Räumen darf nicht gemeinsam gesungen werden.“ Der Grund ist naheliegend: Man könnte es draußen schließlich nicht hören. Welchen Sinn soll gemeinschaftliches Singen denn sonst haben, wenn man es doch nicht hören kann. Chöre werden also aufgefordert, draußen zu singen! Das steht allerdings leider nicht der neuen Verordnung, sondern das twittert der Berliner Kultursenator Klaus Lederer, der die Regelung verteidigt:

Kurz-Schluss – Wie ich einmal über meine vermeintlich überlegene Kompetenz stolperte und einen Bildschirm verlor ...

28.06.20 (Theo Geißler) -
Auch meine Karriere als Nachtwächter auf dem weitgehend verödeten Gelände des Bayerischen Rundfunks in München-Freimann (Näheres: P&K 6/20) endete rasch. Trotz mehrfacher Übermittlung meiner Kontodaten und einschlägiger Drohbriefe an die Intendanz des Senders („unbekannt verzogen“) und das bayerische Kultusministerium („verbitten uns bei Strafandrohung weitere Belästigungen“) fühlte sich für die Besoldung meiner Dienstleistungen keine der ursprünglich auftraggebenden Instanzen verantwortlich. Existenziell rettende Ideen fand ich dann in meiner Lieblings-Postille, der „Brezel-Umschau“ – einer Konditoren-Fachzeitschrift. Hier wurde ausführlich die bürgerfreundlich abgeschirmte Schutz- und Kommunikationsfunktion der sogenannten Corona-Warn-App beschrieben – mit zahlreichen weiterführenden Links und Hinweisen für distanzsichernde Thekenbewirtschaftung.
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