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Nicht im Lot – Jaromír Weinbergers „Frühlingsstürme“ an der Komischen Oper Berlin

31.01.20 (Peter P. Pachl) -
Angekündigt als die Rückkehr der „letzten Operette der Weimarer Republik“, findet die jüngste Ausgrabung an der Komischen Oper Berlin in mehrfacher Hinsicht kein Ende. Die Handlung ringt sich zu einem sehr gebrochenen Happy End durch, fast schon ein tragischer Ausgang, wie sie im Genre Operette sonst nur von Lehars „Giuditta“ bekannt ist.

Carl Heinrich Graun mit Heiner Müller verquirlt – Lübecks Rezept für den „Montezuma“

30.01.20 (Arndt Voß) -
Es ist nicht einfach, Altes lebendig zu machen. Das erwies sich einmal wieder am Theater Lübeck, das sich mit zweifelhaftem Mut einer spätbarocken Oper nähern wollte. Objekt war Carl Heinrich Grauns „Montezuma“, vor 265 Jahren in Berlins „Königlicher Oper“ uraufgeführt.

Musiklandschaften: Zafraan Ensemble trifft Kammerensemble Neue Musik Berlin

30.01.20 (Stefan Drees) -
Im dritten Teil seiner Konzertreihe „Rencontres“ traf das Zafraan Ensemble in der Berliner Musikbrauerei auf das Kammerensemble Neue Musik Berlin. Ergebnis war ein musikalischer Abend aus einem Guss.

Palermo, offene Bühne – Richard Wagners „Parsifal“ im Teatro Massimo

29.01.20 (Michael Ernst) -
Wo, wenn nicht hier? Richard Wagner hat seinen „Parsifal“ Anfang 1882 in Palermo vollendet, erst 1914 ist die Oper dort aufgeführt worden, war dann aber seit 1955 nicht mehr zu sehen.

Kurz-Schluss: Wie ich einmal in Schlangenlinien durch die Bildungspolitik raste und fast bei den Identitären gelandet wäre

29.01.20 (Theo Geißler) -
Das Letzte 2020/02: Ausnahmsweise starte ich diese üblicherweise schräge Fake-Text-Rubrik mal mit einer kurzen Story aus dem wirklichen Leben: Berlin, Machnower Straße, Bushaltestelle gegenüber eines Gymnasiums. Im Hintergrund die Front einiger Häuser, gebaut um die beginnenden 1900er Jahre. Davor ein gemauerter Ein- oder Ausstieg, versiegelt von einem Gitter mit der verschrammten Randaufschrift „Luftschutz“.

Wagners „Meistersinger“ mit Schokoladenmädchen an der Semperoper Dresden

28.01.20 (Michael Ernst) -
Von Salzburg via Dresden nach Tokyo: Zu den Osterfestspielen gefeiert, wurde die „Meistersinger“-Inszenierung von Jens-Daniel Herzog an der Semperoper heftig ausgebuht. Viel Beifall gab’s für die Musik.

Emotionen, zum Greifen nah – Alessandro Scarlattis „Kain und Abel“ in Essen

Über 170 Inszenierungen hat Regisseur Dietrich W. Hilsdorf inzwischen vorgelegt – allein 19 Opernproduktionen konnte er bislang am Essener Aalto-Theater realisieren. Am vergangenen Wochenende präsentierte er seine Nummer Zwanzig mit Alessandro Scarlattis „Kain und Abel“. Erst kürzlich war das Oratorium in szenischen Umsetzungen in Paris und Berlin zu erleben. Nun also Essen.

Digitale Orchidee – Richard Wagners „Parsifal” an der Opera du Rhin Strasbourg

28.01.20 (Georg Rudiger) -
Eine manchmal übertriebene Assoziationsflut des Regisseurs Amon Miyamoto kennzeichnet die „Parsifal“-Interpretation an der Opera du Rhin Strasbourg, sängerisch und musikalisch klappte vieles sehr gut. Georg Rudiger mit seinem Bericht.

WNDRLND ist abgebrannt – „Lohengrin“ am Theater Chemnitz

27.01.20 (Michael Ernst) -
Chemnitz pflegt seine Wagner-Traditionen mit einem ebenso originellen wie sehens- und hörenswerten „Lohengrin“ – aber fast ohne Romantik, dafür mit viel Rummel. Als Resultat ist ein Stück Welttheater entstanden, meint unser Rezensent Michael Ernst.

Schattenreich: Brittens „A Midsummer Night’s Dream“ an der Deutschen Oper Berlin

27.01.20 (Peter P. Pachl) -
Mit der Shakespeare-Oper „A Midsummer Night’s Dream“ hat die Britten-Reihe an der Deutschen Oper Berlin einen besonderen Höhepunkt erreicht. Die Berliner Version der Koproduktion mit der Oper Montpellier erntete einen uneingeschränkten Premierenerfolg. Peter P. Pachl berichtet.

Die andere Welt ist auch keine Lösung – Veit Güssow inszeniert Dvořáks „Rusalka“ in Halle

26.01.20 (Joachim Lange) -
In Halle gab es lange nicht so viel opulente Romantik wie jetzt in der sinnlichen Inszenierung von Veit Güssow. Lyrische Märchen und Analyse psychologischer Abgründe haben sich jedoch nicht ausgeschlossen, meint unser Kritiker Joachim Lange, der eine tolle Ensembleleistung sah und hörte.

Beethoven mal kurz in den Rachen greifen: Jüri Reinveres „Minona“ in Regensburg uraufgeführt

26.01.20 (Juan Martin Koch) -
Mit der Uraufführung von Jüri Reinveres Oper „Minona – Ein Leben im Schatten Beethovens“ rund um die mögliche Tochter des Komponisten mit Josephine Brunsvik versucht das Theater Regensburg einen eigenen Akzent im beginnenden Beethoven-Jahr zu setzen. Mit überschaubarem künstlerischen Ertrag, findet unser Berichterstatter.

Innen wird sichtbar – Pina Bauschs „Blaubart“-Adaption in Wuppertal

26.01.20 (Wolf-Dieter Peter) -
Nicht nur der legendäre Probenraum „Lichtburg“ der bis letztes Jahr von Querelen geschüttelten Pina Bausch Company ist gerettet. Unter der neuen künstlerischen Intendantin Bettina Wagner-Bergelt werden auch die Tanzgeschichte machenden Werke mit größtmöglicher Ernsthaftigkeit einstudiert – jetzt „Blaubart. Beim Anhören einer Tonbandaufnahme von Béla Bartóks Oper „Herzog Blaubarts Burg“ - und unser Kritiker Wolf-Dieter Peter prüfte, ob sich die herausfordernde Verstörung von 1977 wieder einstellen würde.

„Märchen im Grand Hotel“ in Meiningen: Filmlustspiel anno 2020

25.01.20 (Roland H. Dippel) -
In welcher Operette gibt es Zofen, die nicht flirten? „Märchen im Grand Hotel“ ist DIE Operette der Spielzeit 2019/20: Selbstreferentiell, multimedial und offen für verschiedene musikalische Arrangements. Das Staatstheater Meiningen zog bei der umjubelten Premiere alle Register zwischen Klischee, Boulevardtheater, feiner choreografischer Optimierung und wirkungsvoll transparentem Abraham-Sound.

Melodramatische Intimität – Cornet Rilke von Viktor Ullmann an der Neuköllner Oper Berlin

24.01.20 (Konstantin Parnian) -
Nicht zum ersten Mal überzeugt ein Abend an der Neuköllner Oper genug, um eine Wiederaufnahme zu erleben. Gut besucht ist das mannigfaltige Programm des kleinen Theaters in der Karl-Marx-Straße allemal. Oft wird hier mit Formen experimentiert und dabei gleich mehrere Gattungsgrenze überschritten. Gerade wenn die Zahl der Zusehenden und -hörenden der Raumsituation geschuldet stark schrumpft, erhalten durch die erneuten Aufführungen auch diejenigen die Möglichkeit, die letztes Mal schlichtweg nicht mehr reingepasst hätten.

BMW Welt Jazz Award 2020: Jazz & Poesie am Abend mit Andrea Hermenau

24.01.20 (TJ Krebs) -
Der diesjährige BMW Welt Jazz Award bringt ein paar grundsätzliche Neuerungen mit sich. Gleich gebliebenen sind Location und Format. Anstatt des Bayerischen Rundfunks ist jetzt der Radiosender EgoFM an Bord und mit dem Hotel Bayerischer Hof ein adäquates Pendant zu Schloss Elmau. Die neue musikzeitung und das Kulturreferat der Landeshauptstadt München sind weiterhin Partner des Jazz Awards. Größte Umstellung: Anstelle der bisherigen Sonntagsmatineen finden die Wettbewerbskonzerte nun am Dienstagabend statt und tatsächlich kommt in der Abendstimmung des Doppelkegels der BMW Welt dabei nun auch so etwas wie Jazzclubstimmung auf. Unter dem aktuellen Motto „The Melody At Night“ bestritt am letzten Dienstag die Pianistin Andrea Hermenau mit ihrem Quintett das zweite von sechs Konzerten und gab eine durch und durch beeindruckende Vorstellung.

Alles ist Spaß auf Erden! Calixto Bieito inszeniert Verdis Falstaff in Hamburg

22.01.20 (Ute Schalz-Laurenze) -
Immer wieder: was für ein Werk! Giuseppe Verdis „lyrische Komödie“ „Falstaff“ ist das Ende und der Gipfel seines einzigartigen Musiktheaterschaffens. Er war 80 Jahre alt, als die Oper 1893 an der Mailänder Scala mit triumphalem Erfolg uraufgeführt wurde, 24 ernste Opern lagen hinter ihm und die letzte – Otello – vor sechzehn Jahren. Jetzt hatte die Oper Premiere an der Staatsoper Hamburg und für mich ist das Buhgewitter, in dem Regisseur Calixto Bieito am Ende stand, unverständlich.

Das Bühnenbild funktioniert – Mozarts „Le Nozze di Figaro“ am Theater Basel

22.01.20 (Georg Rudiger) -
Man könnte den Eindruck gewinnen, die Regie führt hier das Bühnebild. Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ hatte am Theater Basel Premiere. Die Sänger*innen bringen aber manchmal Humor und Leichtigkeit in die doch etwas strenge Inszenierung von Barbara Frey, findet unser Kritiker Georg Rudiger.

Leuchtende Töne und klingende Farben – Die 4. Internationalen Messiaen-Tage in Görlitz / Zgorzelec

22.01.20 (Michael Ernst) -
Licht an einem einst düsteren Ort. Hoffnung an einer Stätte furchtbaren Leids. Die 4. Internationalen Messiaen-Tage haben in der deutsch-polnischen Doppelstadt Görlitz / Zgorzelec mit bedrückendem Erinnern ebenso wie mit glaubensvoller Zuversicht den Ton angegeben. Sie erinnerten einmal mehr an die Kriegsgefangenschaft des französischen Komponisten Olivier Messiaen im dortigen Lager Stalag VIII A, sind mit ihrer künstlerischen Botschaft inzwischen aber weit über das pure Gedenken hinausgegangen.

Weder Korn noch Gold – „Kosmos Korngold“ in Freiburg

21.01.20 (Georg Rudiger) -
Die Musik von Erich Wolfgang Korngold ist ein Steckenpferd des Freiburger Generalmusikdirektors Fabrice Bollon. 2015 ging am Freiburger Theater Korngold bekannteste Oper „Die tote Stadt“ in einer Inszenierung von Florentine Klepper über die Bühne. Zwei Jahre später folgte eine bemerkenswerte konzertante Version von „Das Wunder der Heliane“, die beim Label Naxos auf CD erschien. Auch die frühe einaktige Oper „Der Ring des Polykrates“ sollte zunächst, kombiniert mit anderen Orchesterwerken, konzertant gespielt werden, ehe man sich doch noch für eine szenische Fassung der Regisseurin Teresa Rotemberg entschied.

Analyse einer Liebesutopie – Wagners „Tristan und Isolde“ an der Oper Frankfurt

20.01.20 (Wolf-Dieter Peter) -
Ensembleplanung – auch damit liegt die Oper Frankfurt vor vielen anderen Kompanien. Ein aus Wagners eigener Sicht „furchtbares“, anfangs sogar von den damaligen Wiener Philharmonikern für unspielbar gehaltenes Werk weitgehend mit eigenen Kräften besetzen zu können – darüber staunte unser Kritiker Wolf-Dieter Peter und glaubt, dass nach der Premiere bei einigen Sänger-Agenturen die Telefone heiß laufen …

Verloren im Gestänge des Kapitalismus: Jules Massenets „Manon“ am Staatstheater Nürnberg

20.01.20 (Juan Martin Koch) -
Mit Jules Massenets „Manon“ setzt das Staatstheater Nürnberg die erfreuliche Pflege des französischen Opernrepertoires fort. Tatjana Gürbacas Inszenierung und der Umgang mit Massenets Musik haben bei unserem Berichterstatter allerdings eher gemischte Gefühle hinterlassen:

Wie eine Feuerschmiede – Nicola Hümpel inszeniert „Der Barbier von Sevilla“ an der Staatsoper Hannover

19.01.20 (Ute Schalz-Laurenze) -
1816, das Uraufführungsjahr von Gioachino Rossinis „Der Barbier von Sevilla“, ist auch in Rom keineswegs ein gemütliches Jahr. Die napoleonischen Kriege waren vorbei, in die Sehnsucht nach Ruhe und Frieden mischte sich die zensurscharfe Restauration. Michael Talke bot in Bremen vor vier Jahren eine Aufführung, in der er die Menschen in einem beispiellosen Egoismus zeigte und gleichzeitig der Absurdität und der Komik freien Lauf ließ. Dieses Stück einer Frau anzuvertrauen, die sich in ihren preisgekrönten Performances und Installationen viel mit Musik beschäftigt, war eine gute Idee der Staatsoper Hannover.

Leichtfüßiges Spektakel: Uraufführungen beim integralfestival in Recklinghausen

17.01.20 (Stefan Pieper) -
Neue Musik kann bei aller künstlerischen Ambition auch unterhalten. Vor allem, wenn es um die Vertonung von literarischen Texten geht, lassen Komponisten der Gegenwart die Konvention der melodisch-linearen Liedvertonung gerne hinter sich und geben der Live-Performance allen Raum: Die Sopranistin Irene Kurka nahm Die Sopranistin Irene Kurka nahm sich in der Uraufführung von Michael Denhoffs „Greguerías“ im Rahmen des integralfestivals in Recklinghausen der Sache mit Humor und viel freigeistigem Esprit an.

Der 17. Operettenworkshop des Deutschen Musikrats in Leipzig mit Rombergs „Neumond“

13.01.20 (Roland H. Dippel) -
In nur vier Tagen wurde beim 17. Operettenworkshop des Deutschen Musikrats vom 7. bis zum 10. Januar mit der Musikalischen Komödie eine konzertante deutsche Erstaufführung einstudiert: „Neumond“ (New Moon) von Sigmund Romberg ist die feinsinnige und musikalisch unwiderstehliche Entdeckung aus einem in Europa unbekannten Operettenkontinent, die viele Mittel der Musicals von Porter und Rodgers vorwegnimmt.
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