Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 15.01. bis 21.01.2018


(nmz) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 3. Schwerpunkte: Dirigent Evan Christ, Komponistin Hanna Eimermacher, Salvatore Sciarrino, Brian Ferneyhough, Cathy Milliken, Matthias Schmitt, Geigerin Carolin Widmann, Reinhold Friedl, Johann Philipp Krieger, Dominik Susteck, Wanja Aloe, Titus Engel +++ Mikrovirtuosität, „Schlechte Stimmung“, Gqom Edits, Ravels Impressionen, Art's Birthday 2018, Dylan denken, Ultraschall Berlin, Leonard Bernsteins Liebe zum Jazz, Das digitale Archiv der Internationalen Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik.
14.01.2018 - Von mh


15.01.2018


21:04 bis 22:00 | kulturradio vom rbb
Musik der Gegenwart: Der Dirigent Evan Christ

Mit Andreas Göbel. Er ist Generalmusikdirektor am Staatstheater Cottbus – und ein engagierter Streiter für die zeitgenössische Musik. Kein Sinfoniekonzert in Cottbus, in dem nicht ein Werk der Neuen Musik aufgeführt wird, meist sogar als Auftragswerk und Uraufführung. Am 21. Januar dirigiert Evan Christ das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin im Abschlusskonzert des Festivals Ultraschall Berlin.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Mikrovirtuosität – Neue Reisen ins Innere des Klangs

Von Rainer Nonnenmann. Größer, höher, weiter, schneller, lauter … Derlei Steigerungen deuten auf ein Fortschrittsdenken, das in Kunst und Musik kaum  tief verwurzelt ist wie in Forschung, Technik, Ökonomie, Kommunikation und Handel. Modernisten, Futuristen und die Avantgarden des 20. Jahrhunderts trieben die instrumentalen und technischen Möglichkeiten über die Grenzen des bis dato Üblichen. Pionier- und Forschergeist sorgte stets für Ausdehnungen des musikalischen Makrokosmos. Doch manche Komponisten gehen den umgekehrten Weg. Sie hören ins Innere des Klangs und erschließen dessen Voraussetzungen und Reichtum im Detail. Statt um äußere Brillanz und virtuose Akrobatik geht es ihnen um möglichst genaue Beobachtung und exakte Organisation feinster Bestandteile und Nuancen. Sie beschränken sich auf wenig, um dessen Potentiale dafür umso reicher, klarer und formal stringenter zu entfalten. In der jüngeren Generation sind dies etwa die Iranerin Farzia Fallah, der Japaner Yasutaki Inamori und der US-Amerikaner Timothy McCormack. Und sofern deren mikrovirtuose Musik die Wahrnehmung von Spielern und Hörern sensibilisiert, vermag sie möglicherweise auch mikropolitisch zu wirken.

23:03 | Ö1
Das oenm verbreitet „Schlechte Stimmung“ – Salzburger Uraufführungen mit dem oenm

Gestaltung: Philipp Weismann. Mit einem Ensemble-Konzert für zeitgenössische Musik startet das österreichisches ensemble für neue musik (oenm) in die Saison 2017/18. Die neue Reihe in Kooperation mit der Universität Mozarteum umfasst vier Konzerte pro Saison, vier klare Themensetzungen und vier verschiedene Blicke auf die musikalische Gegenwart. Im Eröffnungskonzert stand die Thematik der musikalischen Stimmung im Zentrum. In der Teilwiedergabe dieses Konzertes stehen zwei Uraufführungen im Mittelpunkt: „Schlechte Stimmung“ des Österreichers Thomas Moosbrugger, der neue Intonationssysteme kreiert, sowie das Werk „Innehalten“ des ägyptisch-österreichischen Komponisten Hossam Mahmoud, der Klassisch- Arabisches und Innovativ-Westliches in der Musik verknüpft.

Aufgenommen am 11. November 2017 im Solitär der Universität Mozarteum. Es spielte das Österreichische Ensemble für Neue Musik, die Solisten waren Mohamed Fouda (orientalische Längsflöte Ney) und Hany Bedeir (Rahmentrommel Reqq).


16.01.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Vertraute Fremdheit – Die Komponistin Hanna Eimermacher

Von Michael Rebhahn. „Unsere Sinne bilden wenig ab von dem, was wirklich da ist“, sagt Hanna Eimermacher. Ihre Musik steuert diesem Mangel entgegen.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Rodion Schtschedrin: Klavierkonzert Nr. 5 (Denis Matsuev, Klavier; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Mariss Jansons); Wilhelm Killmayer: Symphonie Nr. 3 (Münchner Philharmoniker: Wilhelm Killmayer); Jan Koetsier: Konzert, op. 17 (John Wilbraham, Trompete; Armin Rosin, Posaune; Nürnberger Symphoniker: Jan Koetsier); Karl Amadeus Hartmann: Streichersymphonie Nr. 4 (Münchener Kammerorchester: Alexander Liebreich)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Das neue werk feiert Salvatore Sciarrino

Von Margarete Zander. Tartinis „Teufelstriller“-Sonate aus dem 18. Jahrhundert und Paganinis virtuose „Capricci“ vom Beginn des 19. Jahrhunderts sind der Rahmen für die 6 Capricci, die der italienische Komponist Salvatore Sciarrino 1975/76 nach diesen Vorbildern geschrieben hat. Michael Barenboim hat diese geigerische Herausforderung angenommen und aus Anlass des 70. Geburtstages des Komponisten in der Elbphilharmonie aufgeführt. Wir senden Ausschnitte vom 29. September. Hören Sie selbst!

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte. Labyrinthe erfüllter Zeit – Hommage an Brian Ferneyhough zum 75. Geburtstag

Ferdinand Zehentreiter versucht in der Sendung „Horizonte“ den englischen Komponisten Brian Ferneyhough zu würdigen als Schlüsselfigur der Musik der Nachkriegszeit. Wie kaum ein anderer vermochte er der neuen Musik Perspektiven zu eröffnen, die über eingeschliffene Polarisierungen wie die zwischen Moderne und Postmoderne hinausweisen. Anliegen der Sendung ist es, zu zeigen, wie Ferneyhough es gelingt, Musik auf ganz neue Weise als Sprache eigener Art zur Geltung zu bringen. Dabei soll jenseits der Schlagworte der geistige Universalismus des Komponisten im Mittelpunkt stehen.

23:03 | Ö1
Klangspuren 2017 revisited. Cathy Milliken. Cathy Millikens „Earth Plays“ für Orchester und Mezzosopran

Gestaltung: Reinhard Kager. Beim Eröffnungskonzert der Tiroler Klangspuren im vergangenen Herbst, spielte das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck unter Jonathan Stockhammer ein so dichtes Programm, dass den Hörerinnen und Hörern von „Zeit-Ton“ nicht alle Stücke dieses Abends vorgespielt werden konnten.

In dieser Sendung wird der Blick ausnahmsweise rückwärts gerichtet, denn Cathy Millikens rund vierzigminütige Komposition „Earth Plays“ für Orchester und Mezzosopran ist allemal hörenswert. Ergänzt wird diese in verschiedene Kontinente führende musikalische Erinnerungsreise der australischen Komponistin durch Sarah Nemtsovs von einem Gedicht Emily Dickinsons inspiriertes Orchesterstück „scattered ways“, das im „Zeit-Ton“ vom September 2017 auch nur auszugsweise angespielt werden konnte.


17.01.2018


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten – Zum 60. Geburtstag des Komponisten, Schlagzeugers und Musikpädagogen Matthias Schmitt

Matthias Schmitt: Sechs Miniaturen (Katarzyna Mycka, Marimbaphon); Agnus Dei (Evgeniya Kavaldzhieva, Marimba; Bachchor der Sankt Johanniskirche Würzburg: Christian Kabitz); „A weißes Blatt'l Papier“; „I hab di' so gern“ (Relax); „Ghanaia“ (Peter Sadlo and Friends); Siegfried Fink: Konzert für Percussion und Streichorchester (Dmitriy Nedelev, Perkussion; Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt: Oliver Weder); „Percussion movie“ (Eckhart Kopetzki, Markus Hauke, Achim von Bassen, Matthias Schmitt, Perkussion); Matthias Schmitt: „Rêve curieux“ (Reinhardt Toriser, Vibraphon)

Matthias Schmitt ist eine schillernd vielseitige Musikerpersönlichkeit – er ist Komponist, Arrangeur und Produzent und dabei gleichermaßen zu Hause in der artifiziellen Musik wie in Rock, Pop und Jazz. Zugleich ist er als Schlagzeuger ein „Performer“, ein Mann der Praxis, genauso wie ein Mann der Theorie und ein Pädagoge, der auch Lehrwerke schrieb. Am 17. Januar 2018 wird er sechzig. Geboren und aufgewachsen ist Matthias Schmitt in Würzburg. Nach der Gymnasialzeit studierte er zunächst am dortigen Herman-Zilcher-Konservatorium Klavier und Klarinette, danach an der Musikhochschule Schlagzeug bei Siegfried Fink, Komposition bei Joachim Ludwig sowie Klavier bei Otto Hümmer. Nach dem Examen entfaltete er eine rege Lehrtätigkeit u.a. an der Würzburger Musikhochschule, an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt-Aschaffenburg, am Peter-Cornelius-Konservatorium in Mainz und an der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen. Seit 1995 leitet er zudem seine eigene Clavis-Musikschule. Als Praktiker wirkte er in diversen Orchestern mit und machte viele Funk-, Fernsehen- und CD-Aufnahmen, z.B. mit dem „Percussion-Ensemble Siegfried Fink“. Als Pop-Musiker spielte er zeitweise in der Neue-Deutsche-Welle-Band „Neuland“ und war von 1988 bis 1996 Mitglied der Popgruppe „Relax“. Im Zentrum seines Schaffens als Komponist artifizieller Musik stehen Werke für oder mit Beteiligung von Marimba und Vibraphon. Das Concerto bavarese aus dem Studio Franken würdigt Matthias Schmitt mit einem ihm entsprechenden Programm, das keine Grenzen zwischen Kunstmusik und Pop kennt.

20 – 21 Uhr | SRF2Kultur
Gqom Edits – Ein Besuch in Durban

Aus den Townships von Durban fand eine tiefe monotone Spielart elektronischer Musik ihren Weg nach London und in die Welt: Gqom ist Ecstasy, ist Nacht und dunkle Vibes, ist aber auch Politik und Zukunftschance. Das Feature mischt akustische Impressionen aus Durban mit Gqom Tracks und rhythmisierten Interviewsequenzen mit den jungen Machern und erkundet so Ursprung und Bedeutung dieses Musikstils. Eine Montage von Thomas Burkhalter, Marcel Gschwend und Daniel Jakob.

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Ravels Impressionen – Spiele mit Farben und Tönen

Das Orchestrieren und Arrangieren von Musik, das Malen mit den Klängen des Orchesters war Ravels Sache.

Er hat sich aber auch immer mit dem Klavier beschäftigt und ausprobiert, wie man ein und dieselbe Idee sowohl mit den Tönen des Klaviers als auch mit den Farben des Orchesters ausdrücken kann. Wenn man die Klavier- und die Orchesterfassungen von Ravels Werken nebeneinander stellt, glaubt man unterschiedliche Kompositionen zu hören, so eigenständig sind sie in ihrer Klanggestaltung.

21 – 22 Uhr | SRF2Kultur
Neue Musik im Konzert: Gleissendes Licht

Mit einer „Explosion aus tönendem Licht und leuchtenden Klängen“ begannen im Juli 2017 die Salzburger Festspiele. „La Transfiguration de Notre-Seigneur Jésus-Christ“ von Olivier Messiaen, dem grossen Mystiker des 20. Jahrhunderts, ist ein Monumentalwerk mit Chor, Orchester und einem riesigen Schlagzeug-Apparat – summa summarum 200 Musiker.

Das Libretto zur „Verklärung unseres Herrn Jesus Christus“ verfasste er selbst und stützte sich dabei auf den biblischen Bericht des Evangelisten Matthäus über die Verwandlung Jesu auf dem Verklärungsberg Tabor in Galiläa. Jesus erscheint dort zum Erschrecken seiner Jünger plötzlich in göttlicher Gestalt: „Sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden blendend weiss wie das Licht.“ Dieses dieses gleissende Licht wollte Messiaen in seiner monumentalen Partitur einfangen, an der er fünf Jahre arbeitete.

Olivier Messiaen, La Transfiguration de Notre Seigneur Jésus-Christ. Pierre-Laurent Aimard, Klavier. Symphonieorchester & Chor des Bayrischen Rundfunks. Kent Nagano, Leitung Konzert vom 22.07.17, Felsenreitschule Salzburg

21:04 bis 22:00 | kulturradio vom rbb
Musik der Gegenwart: Die Geigerin Carolin Widmann

Mit Andreas Göbel. Sie wurde einmal als „eigensinnigste Geigerin ihrer Generation“ beschrieben. Carolin Widmann interessiert sich nicht für eine Mainstream-Karriere – dafür umso mehr für die zeitgenössische Musik. Am 21. Januar ist die Geigerin beim Festival Ultraschall Berlin zu Gast.

23:03 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Gestaltung: Astrid Schwarz. Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen.


18.01.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: rainy days

Philharmonie Luxembourg. Aufzeichnung vom 17.11.2017. Morton Feldman: „Neither“, Oper in einem Akt (Susanne Elmark, Sopran). Orchestre Philharmonique du Luxembourg. Leitung: Roland Kluttig

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Henrik Ajax: Streichsextett (Sonja Starke, Ágnes Pusker, Violine; Madeleine Przybyl, Benedikt Schneider, Viola; Sarah Wiederhold, Hendrik Blumenroth, Violoncello); Gloria Coates: Symphonie Nr. 7 (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Olaf Henzold); Hans-Henning Ginzel: „Echo“ (ensemble oktopus: Felix Bönigk); Konstantia Gourzi: „for four“, op. 59 (Slava Cernavca, Klarinette; Miltiades Papastamou, Violine; Konstantia Gourzi, Klavier; Sven Kacirek, Marimba); Nikolaus Brass: „Kata“ (Xsemble München: Peter Rundel)

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Mit anderen Augen – Klangspuren. Hörspiel von Helmut Oehring

Unter Verwendung seiner gleichnamigen Autobiografie. Klangregie und kompositorische Mitarbeit: Torsten Ottersberg. Mitarbeit, Text und Konzept: Stefanie Wördemann. Komposition und Realisation: Helmut Oehring. (Produktion: Helmut Oehring für den Südwestrundfunk 2015). Audio unter SWR.de/swr2/hoerspiel

Das Akronym Coda (Children of Deaf Adults) steht für hörende Kinder gehörloser Eltern. Für sie ist das Übersetzen alltägliche Praxis. Mühelos wechseln sie zwischen Laut- und Gebärdensprache. Bei Helmut Oehring kam zu den zwei Sprachen früh eine dritte hinzu: die Musik. Sein Hörstück rekonstruiert die eigene Bildungsgeschichte nicht als „Biopic“. Vielmehr nutzt es ausgewählte Texte der Autobiografie, die assoziativ Stationen seines Lebens und Schaffens sowie soziale, kulturelle und politische Prozesse anspielen. Der Aufnahmeprozess im Studio wird dabei selbst thematisiert und der Ausgangstext zum poetischen wie kompositorischen Materialmotiv. Oehrings erste Radioarbeit bewegt sich entlang der Bruchstellen von Jam-Session, Textübermalung, Werkvariation, Originalton und Improvisation zwischen Trash und ausgefeilter Collage. Er überführt dabei alles in ein zeitgenössisches Spiel ums Hören, das überdies bewusst das Studio als „Kompositions- wie Realisierungsinstrument“ bis in die ästhetische Konzeption und Gestalt mitdenkt.

23:03 | Ö1
Reinhold Friedl. Pianist und Ensembleleiter, Improvisator und Komponist (1) – Jeunesse Specials: Reinhold Friedl zu Gast im Wiener Porgy & Bess

Gestaltung: Nina Polaschegg. Seit einigen Jahren lebt der Pianist und Ensembleleiter Reinhold Friedl in Wien. Seine Berliner Wohnung hat er beibehalten, denn im Rahmen seiner vielen Reisen ist die deutsche Hauptstadt ein regelmäßiger Fixpunkt. Nicht nur, um Konzerte zu geben, v.a. auch, um mit seinem 1997 gegründeten Ensemble Zeitkratzer neue Projekte zu erarbeiten.

Eines davon stand an einem von drei Portraitabenden des „Jeunesse Specials“ im Oktober 2017 unter dem Motto „Zeitkratzer goes Jazz“ auf dem Programm. Die Reminiszenzen an die Jazztradition waren sehr subtil versteckt in groß angelegten Klang- und Energiebögen. Viel direkter erklangen Songs am ersten Abend, um an Tag drei im Wiener Pory & Bess mit vier Streichquartetten, interpretiert vom Quatuor Diotima, noch eine ganz andere Seite, die des Komponisten Reinhold Friedls zu präsentieren.


19.01.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Art's Birthday 2018 – Treatise on Musical Objects

Von Thomas Ankersmit. Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2018. Länge: ca. 54'30. (Ursendung). Die Kunst wird 1.000.055 Jahre alt: Weltweit regnet es akustische Geburtstagsgeschenke.

Am 17. Januar ist es wieder soweit: Die Kunst hat Geburtstag und wird 1.000.055 Jahre alt. Zumindest nach der Rechnung des Fluxuskünstlers Robert Filliou. Er erfand im Jahr 1963 den ‚Art's Birthday', die globale Party für die Kunst. Auch dieses Jahr feiert die Ars Acustica Gruppe der EBU in über 20 Städten mit zahlreiche Konzerten und Performances. Deutschlandfunk Kultur beteiligt sich mit einer Veranstaltung im Berliner Club Berghain. Dort tritt unter anderem der Synthesizervirtuose Thomas Ankersmit auf. Er präsentiert eine elektronische Hommage an Pierre Schaeffer, den Erfinder der Musique concrète.

Thomas Ankersmit, geboren 1979 in Leiden (Niederlande), ist Musiker und Komponist. Seit 2006 ist sein Hauptinstrument der SERGE-Modularsynthesizer.

Den Live-Stream und alle Veranstaltungen zum Art's Birthday gibt es auf der Webseite der EURORADIO Ars Acustica Group (http://arsacustica.wordpress.com/).

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Tom Sora: „20 Töne“ (Tom Sora, Spieluhr, Stimmen); Norbert R. Stammberger: „A Prophecy“ (Alison Weller, Alt; Münchner Rundfunkorchester: Christian von Gehren); Dorothea Hofmann: Magnificat (Alice Oskera-Burghardt, Mezzosopran; Münchner Rundfunkorchester: Sian Edwards); Elke Tober-Vogt: „Klezmer-Suite“ (Marcel Steinrichter, Klarinette; Florian Stadler, Akkordeon; Bayerisches Landeszupforchester: Gerhard Vogt); Erna Woll: „Da ist wieder der Flügelschlag“ (Wolfgang Holzmair, Bariton; Gérard Wyss, Klavier); Ruth Zechlin: „Sechs Studien und eine Collage“ (Das Neue Werk: Dieter Cichewiecz)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Das Leben Johann Philipp Kriegers

„Ich will weinen, ich will lachen“. Von Nürnberg nach Weißenfels. Das Leben Johann Philipp Kriegers. Von Bernd Noack. Er war der Sohn eines wohlhabenden Teppichmachers und Garnfärbers aus Nürnberg. Doch Johann Philipp Krieger, 1649 geboren, wollte und sollte nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten. Dass aus Johann Philipp Krieger einmal einer der produktivsten und einflussreichsten Komponisten und Kapellmeister des Hochbarock werden sollte, ahnte damals freilich noch niemand. Die Eltern und berühmte Nürnberger Musiker aber erkannten das Talent, und somit begann eine Musikerlaufbahn, die typisch war für Kriegers Zeit:

Als Jugendlicher schon kam er zur Ausbildung in ferne Länder, den jungen Mann begehrten Herzöge an ihre Höfe zu holen, um ihn als Musiker in ihre Dienste zu stellen. Krieger suchte sich Lehrer, vornehmlich in Italien, ließ sich engagieren. Als er mit knapp 30 Jahren an den Weißenfelser Hof kam, hatte er bereits einen guten Namen neben Kollegen wie Pachelbel oder Buxtehude. Er blieb in Sachsen, über 40 Jahre bis zu seinem Tod 1725: Hier schrieb er Opern, Kammer- und vor allem Kirchenmusik, über 2000 Stücke sollen es gewesen sein. Wer aber war dieser Johann Philipp Krieger? Die Spurensuche erweist sich als äußerst schwierig. Kein Porträt, keine genauen Daten, kein Grab vor allem: der Großteil seiner Kompositionen ist verschollen. Und doch: In Bernd Noacks Feature tritt ein direkter Nachfahre des Komponisten auf (und lüftet ein adliges Geheimnis), der Atmosphäre, in der Krieger lebte und wirkte, wird nachgespürt, vor allem aber erzählt Krieger mit seiner Musik. Und wenn man richtig hinhört, eben auch von ihm selber und seinem so unspektakulären Leben zwischen Nürnberg und Weissenfels.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Roos/Günther: Dylan denken

Mit Alan Bangs, Sibylle Canonica, Danny Dziuk, Stefan Hunstein, Sophie von Kessel und anderen. Realisation: Theo Roos/Günther Janssen. BR 2001

Simeliberg. Ein perkussives Hörspiel. Michael Fehr (Autor) im Gespräch mit Christine Grimm. BR 2018

„Dylan denken“ sind Coverversionen, Protokolle einer langjährigen Zusammenarbeit mit einer Idee im Kopf: „Dylan denken“. Im Studio tauschten die Musiker und Autoren Günther Janssen und Theo Roos neben eingeladenen Gästen kontroverse philosophische und musikalische Ansichten zum Komplex Bob Dylan aus. „Bob Dylan selbst geistert wie ein Phantom durch dieses Stück, denn er ist niemals auf eine Deutung festzunageln. Er gibt Rätsel auf, statt seine Exegeten mit Antworten zufrieden zu stellen – und was entspräche diesem schattenhaften Mythos, dieser Figur, die scheinbar nur mit ihren Texten und der Musik lebt, besser, als sich diesem Rätsel wie in 'Dylan denken' immer wieder aufs Neue zu stellen.“ (Aus der Begründung der Jury zum Hörspiel des Monats Mai 2001)

Theo Roos, geb. 1953, Filmemacher, Musiker, Philosoph. Artikel und Essays in Zeitungen, Zeitschriften und Sammelbänden, Film- und Radioessays sowie Dokumentationen. Günther Janssen, Musiker, Komponist und Radiomoderator.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik

Vom Lupophon und anderem. Festivaleindrücke von jungen Journalisten

23:03 | Ö1
Reinhold Friedl. Pianist und Ensembleleiter, Improvisator und Komponist (2) – Jeunesse Specials: Reinhold Friedl zu Gast im Wiener Porgy & Bess

Gestaltung: Nina Polaschegg. Seit einigen Jahren lebt der Pianist und Ensembleleiter Reinhold Friedl in Wien. Seine Berliner Wohnung hat er beibehalten, denn im Rahmen seiner vielen Reisen ist die deutsche Hauptstadt ein regelmäßiger Fixpunkt. Nicht nur, um Konzerte zu geben, v.a. auch, um mit seinem 1997 gegründeten Ensemble Zeitkratzer neue Projekte zu erarbeiten.

Eines davon stand an einem von drei Portraitabenden des „Jeunesse Specials“ im Oktober 2017 unter dem Motto „Zeitkratzer goes Jazz“ auf dem Programm. Die Reminiszenzen an die Jazztradition waren sehr subtil versteckt in groß angelegten Klang- und Energiebögen. Viel direkter erklangen Songs am ersten Abend, um an Tag drei im Wiener Pory & Bess mit vier Streichquartetten, interpretiert vom Quatuor Diotima, noch eine ganz andere Seite, die des Komponisten Reinhold Friedls zu präsentieren.


20.01.2018


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Das Leben Johann Philipp Kriegers (Wiederholung vom Freitag, 19.05 Uhr)

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Wie die Zeit zum Raum wird – Dominik Susteck spielt John Cage und Toshio Hosokawa

Neue Aufnahmen aus der Kunst-Station Sankt Peter, Köln. Am Mikrofon: Ingo Dorfmüler. Traditionelle japanische Musik gilt als eine Abfolge bewusst gelebter Augenblicke. John Cage hatte sich dieser Vorstellung über den Zen-Buddhismus genähert. Toshio Hosokawa schlägt seinerseits Brücken zu westlichen Hörgewohnheiten. Dominik Susteck vereint beide auf einer CD. Der Kölner Organist ist auf seiner neuen, beim Mainzer Label WERGO erschienenen CD Prinzipien ostasiatischer Musik auf der Spur. Die Aufnahmen entstanden im Nachklang des Forum neuer Musik 2015 ‚Ostasien modern'. Den Werken Cages und Hosokawas stellt Susteck eigene Improvisationen zur Seite. Bei diesen wurde die Orgel für Neue Musik in der Kunst-Station Sankt Peter um Schlagwerke des Instrumentenbauers Gerhard Kern erweitert.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist's Corner: Wanja Aloe | Rundfunk und Fleisch (A World of Blattgemüse)

„Ekelhaft schön, jedenfalls planlos durchdacht“ – Ein Kaleidoskop kurzer Klangkommentare über/mit/zu/von alltägliche(n) Hörsituationen des Basler Komponisten Wanja Aloe.

Mit diesem merkwürdigen Titel „Rundfunk und Fleisch (A World of Blattgemüse)“ benennt Wanja Aloe (*1970), der u.a. bei Roland Moser und Detlev Müller-Siemens studiert hat, ein Kaleidoskop kurzer Klangkommentare über/mit/zu/von alltägliche(n) Hörsituationen: z.B. Rinderfilet, Sex, Wetteraussichten, Salatteller, Liederabend, Schlägerei, Summer Meeting, Lederhosen, Pullover, Strom. Mal sind diese Episoden ganz pur, dann portioniert oder zu Schleifen geformt, mal gar bis zur Unkenntlichkeit zerfetzt und wie ein Suppeneintopf vermengt. „Das Ganze“, so sagt der an der Berner Hochschule der Künste Musiktheorie und Improvisation lehrende Wanja Aloe zu seinem hr2-kultur-Stück, „mag ekelhaft schön, jedenfalls planlos durchdacht, tiefgründig unterhaltsam und unendlich langweilig sein.“ Überzeugen Sie sich selbst! hr 2018, Ursendung

23:03 | Ö1
Leonard Bernsteins Liebe zum Jazz

Die Ö1 Jazznacht mit Gerhard Graml. Leonard Bernstein und seine lebenslange Begeisterung für den Jazz. Devin Grays „RelativE ResonancE“ im November 2017 im Porgy & Bess in Wien.

2018 wird das Jahr des Leonard Bernstein. 100 Jahre alt wäre der 1990 verstorbene Dirigent, Musiker und Pädagoge heuer geworden, und nicht nur die Welt der klassischen Musik verbeugt sich vor dem Maestro. Wynton Marsalis und sein Lincoln Center Jazz Orchestra, Nils Landgren, aber auch Dave Brubeck sowie Oscar Peterson stehen neben vielen anderen am Start, um Bernsteins Musikauffassung aus diversen Winkeln zu beleuchten. Neben den üblichen Highlights wie der „West Side Story“ und „On the Town“ treten da auch Überraschungen aus Lennys breitem Repertoire ans Tageslicht.

Für den Allroundmusiker, der just zu der Zeit das Licht der Welt erblickte, als der Jazz selbst noch in den Kinderschuhen steckte, war dieses Genre der ultimative gemeinsame Nenner der amerikanischen Musik, und sie begleitete ihn ein Leben lang, ob er nun selbst in Jazzclubs in die Tasten griff oder Ornette Coleman und Charlie Haden andächtig im New Yorker Five Spot lauschte.

Gerhard Graml erinnert an „Lennie“ und präsentiert im Anschluss Musik des jungen US-Schlagzeugers Devin Gray, der mit seiner Band „RelativE ResonancE“ in luxuriöser Besetzung (Chris Speed, Peter Madsen, Drew Gress) am 16. November 2017 im Rahmen des Jeunesse-Zyklus „Jazz & Beyond“ im Porgy & Bess in Wien auftrat.


21.01.2018


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Ein König verliert seinen Kopf – Requiem für Louis XVI.

Der Terror der Französischen Revolution machte auch vor dem Königshaus nicht Halt: Am 21. Januar 1793 starb Louis XVI. durch die Guillotine, vor genau 225 Jahren.

Königin Marie-Antoinette folgte ihm ein halbes Jahr später. Schon bald darauf nahmen europäische Musikwerke Bezug auf dieses spektakuläre Ereignis. In Frankreich entstanden Requiems und Trauermusiken erst nach der Wiedereinführung der Monarchie. Zum Teil waren es dieselben Komponisten, die zuvor Jubelhymnen auf die Revolution verfasst hatten, die nun deren prominenteste Opfer wieder hochleben ließen.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: „Wunderkammer der Neuen Musik“ – Das digitale Archiv der Internationalen Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik

Von Christine Anderson. In einem groß angelegten Digitalisierungsprojekt hat das Internationale Musikinstitut Darmstadt (IMD) zentrale Teile seines Archivs digital gesichert. Seit November 2017 sind sie online recherchierbar.

Das Archiv des IMD beherbergt vor allem Dokumente der Internationalen Ferienkurse für Neue Musik. Von ihren Anfängen 1946 bis heute sind die Ferienkurse eine der zentralen Plattformen für Komposition und Aufführungspraxis zeitgenössischer Musik. In ihrer konzentrierten Verbindung von Sommerakademie, Diskursforum, Netzwerk und Musikfestival umfassen sie eine große Bandbreite an Formaten wie Seminaren und Meisterkursen für Komposition und Interpretation, Konzerte, Performances, Workshops, Lectures und Panels.

22:08 | Ö1
Schlees musikalische Kostbarkeiten (2). Thomas Daniel Schlee präsentiert kompositorische Meisterwerke (2).

Gestaltung: Peter Kislinger. Thomas Daniel Schlee, der bedeutende österreichische Komponist und Organist, präsentiert nach Sichtung seines „natürlich überquellenden Materials“ Kostbarkeiten von gut 20 Komponisten: Musik u. a. seiner Lehrer Francis Burt, Olivier Messiaen und Jean Langlais. Der erste Teil dieser Sendung wurde am Sonntag, 14. Jänner 2018 in „Zeit-Ton extended“ gesendet.

23:00 | Ö1
Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio: Art's Birthday 2018 – Weltweit wird der 1.000.055. Geburtstag der Kunst gefeiert

Das Ö1 Kunstradio, selbst wichtiger Knotenpunkt im weltumfassenden Art's Birthday Netzwerk, hört auch heuer wieder in die diesjährigen Feierlichkeiten zum 1.000.055. Geburtstag der Kunst hinein.

Der Art's Birthday geht zurück auf ein Konzept des Französischen Fluxus-Künstlers Robert Filliou (1926-1987), der den 17. Jänner 1963 als eine millionsten Geburtstag der Kunst festlegte.

Die Kunst sei geboren worden als, ein unbekannter Mann einen trockenen Schwamm in einen Kübel voll Wasser fallen ließ. Künstlerinnen und Künstler lassen diesen Moment und die Kunst hochleben, indem sie miteinander vernetzte Geburtstagsfeiern veranstalten. Es gibt Performances und Konzerte, Ständchen und Geschenke, Wunderkerzen und jede Menge Torten.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: His Master´s Choice (9) Titus Engel

Mit Ausschnitten aus folgenden Werken: Cornelius Cardew: The Great Learning; Scratch Orchestra. György Kurtág: Grabstein für Stefan für Gitarre und Orchestergruppen; Jürgen Ruck; Berliner Philharmoniker, Leitung: Claudio Abbado. Bernhard Gander: horribile dictu für Stimmen, Streicher und Posaunen; Neue Vocalsolisten Stuttgart; Ensemble Resonanz; Composers Slide Quartet, Leitung: Titus Engel. Michael Wertmüller: Antagonisme contrôlé; Ensemble musikFabrik, Leitung: Christian Eggen. Sebastian Claren: Maurizio Licht für Streicher; Solistenensemble Kaleidoskop, Leitung: Titus Engel. Benjamin Schweitzer: achteinhalb for ensemble without drums; Ensemble Courage, Leitung: Titus Engel. Philip Glass: Funeral Scene, aus „Akhnaten“; Symfonisch Orkest Opera Vlaanderen, Leitung: Titus Engel. Samir Odeh-Tamimi: Cihangir für Kammerensemble; Ensemblekollektiv Berlin, Leitung: Titus Engel.