Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 19.02. bis 25.02.2018


(nmz) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 8. Schwerpunkte: Juan Allende-Blin, Ensemble Adapter, Ensemble szene instrumental, Hannes Seidl | von, mit und über Hannes Seidl, Guy Fleming, Pianist Dmitry Masleev, US-Drummer Tyshawn Sorey, Paul Hübner: Trompeter, Komponist, Performer, Christina Kubisch, Nicola Antonio Porpora +++ Neue Musik im Netz, Verena Zeiners Album der Komponistinnen, Spektralisten und der Sog der Klangfarben, Heinrich Heine braucht Ruhe, Ultraschall Berlin 2018, ECLAT 2018, Leben mit Puccini, Intervallum. Eine Hommage an die Pause, Musik nicht nur zum Einschlafen, Sommerliche Musiktage Hitzacker 2017, „Hörspielpreis der Kritik“, „Rafiki Jazz“.
18.02.2018 - Von mh


19.02.2018


21:04 bis 22:00 | kulturradio vom rbb
Musik der Gegenwart: Neue Musik im Netz

Mit Margarete Zander. Zeitgenössische Musik einem breiten Publikum auf verständliche und anschauliche Weise nahezubringen, haben sich inzwischen auch einige Foren im Internet auf die Fahnen geschrieben. Die Website explorethescore.org etwa verfolgt dieses Ziel mit prominenten Paten wie etwa den Pianisten András Schiff oder Pierre-Laurent Aimard.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: „Die Klänge sind das Ufer der Stille“: Der Komponist Juan Allende-Blin

Porträt von Werner Klüppelholz. Juan Allende-Blin, der am 24. Februar 90 Jahre alt wird, ist eine vollkommen einzigartige Erscheinung in der Neuen Musik. In seiner Geburtsstadt Santiago de Chile lernt er seit frühester Kindheit berühmte Exilanten kennen wie Erich Kleiber, Hermann Scherchen oder Rudolf Kolisch, die im Hause seiner Musiker-Eltern verkehren, und die Liebe zur Musik, Literatur und Malerei der deutschen Moderne lässt ihn selbst zum Emigranten werden. 1951 geht er nach Deutschland und muss umgehend feststellen, dass die Neue Musik dort nicht gepflegt, vielmehr bekämpft und verdrängt wird, selbst in Darmstadt. Allende-Blin verbringt sein Leben in einer Doppelrolle. Als Erfinder einer subtilen Musik, die durch Stichworte wie Raum, Atmen und Stille gekennzeichnet ist. Und zugleich als Entdecker von Komponisten wie Erich Itor Kahn, die von den Barbaren vertrieben wurden, oder er rekonstruiert überdies versunkene Kapitel der Geschichte wie den musikalischen Futurismus. Indem er gleichsam die Scherben des 20. Jahrhunderts zusammenfügte, konnte Allende-Blin zeigen, welche Schätze jenseits der Hauptwege noch zu heben sind.

23:03 | Ö1
Verena Zeiner spielt Werke von Komponistinnen. Die Ton-Trägerin. Verena Zeiners Album der Komponistinnen

Gestaltung: Irene Suchy. Die Wiener Komponistin und Pianistin Verena Zeiner trägt auf dem Album „Fraufeld Vol. 1“ als Musikerin und Produzentin eine ganze Reihe von weiblichen Musikschaffenden in die Sichtbarkeit – ein Tonträger, der Vokalimprovisation, Jazz, Elektronik und Kammermusik vereint. Hier präsentieren sich Margarete Deppe, Maria Frodl, Judith Reiter, Ingrid Schmoliner, Susanna Gartmayer, Agnes Hvizdalek, Judith Ferstl, Lisa Hofmaninger, Judith Schwarz, Christine Gnigler und viele andere. Manche Werke vertonen Texte: „Konversation mit mir selbst“, „nah genug um abseits zu sein“ und „Joan Jett steigt aus den Stiefeln, trinkt ihr Bier aus und atmet tief ein“. „Fraufeld“ ist die neue Tonträger-Serie des Labels Freifeld Tontraeger.


20.02.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Keine Kompromisse – Das Berliner Ensemble Adapter

Von Leonie Reineke. Statt auf modische Trends setzt das deutsch-isländische Quartett auf Reduktion, Nüchternheit und Klarheit in der Neuen Musik.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Robert Delanoff: „Eine Fliege im Winter“ (Dorothea von Albrecht, Violoncello; Christine Olbrich, Klavier); Harald Genzmer: „Stürm, du Winterwind“ (Männerchor des Bayerischen Rundfunks: Josef Schmidhuber); Markus Zahnhausen: „Winterbilder“ (Markus Bartholomé, Blockflöte); Theo Rossmann: „Eine Ballade für den Hausgebrauch im Winter“ (Marcel Cordes, Bariton; Münchner Philharmoniker: Theo Rossmann); Hans Werner Henze: „Royal Winter Music II“ (Stephan Stiens, Gitarre); Rudi Spring: „Ach sender schenke“, op. 55 (Anselm Richter, Bariton; Wolfgang Meyer, Klarinette und Bassetthorn; Hariolf Schlichtig, Viola; Manuel Fischer-Dieskau, Violoncello; Marianne Kirch, Hackbrett; Stefan Hüge, Schlagwerk; Leitung: Thomas Schubert)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Spektralisten und der Sog der Klangfarben

Im Konzert des NDR Elbphilharmonie Orchesters. Von Margarete Zander. „Nicht mehr mit Noten, sondern mit Tönen komponieren“, das schrieb Gérard Grisey über die musikalische Sprache, die er für seine „Akustischen Räume / Espaces Acoustiques“ entwickelt hat. Zwischen 1975 und 1985 entstand ein Zyklus, der vom Stück für die Solobratsche bis zur Orchestermusik reicht. Nicht zuletzt dessen üppige Farbigkeit hat Gérard Grisey und den Spektralisten den Weg auf die großen Bühnen und in die Herzen der Musikliebhaber geebnet. Gestaltet vom NDR Elbphilharmonie Orchester, dem Kammerensemble der Musikfabrik Köln und Geneviève Strosser unter der Leitung von Stefan Asbury.

23:03 | Ö1
Uraufführungen vom Ensemble szene instrumental – Grazer Uraufführungen vom Kontrabass-Solo bis zum Sextett

Gestaltung: Franz Josef Kerstinger. In einem Projekt des Ensembles szene instrumental (mit Wolfgang Hattinger als Leiter) kamen im Juni 2017 neue Stücke von Yulan Yu, Sungah Kim, Americ Goh, Lorenzo Troiani, Carlos Hernandez und Alexander Chernyshk zur Aufführung. Gespielt wurden Kompositionen vom Kontrabass-Solo bis zum Sextett.


21.02.2018


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Christoph Wünsch: „Hommage à trois“ (Gerold Huber, Klavier; Tiroler Kammerorchester InnStrumenti: Gerhard Sammer); Holmer Becker: Sonate (Othmer Müller, Violoncello); Lorenz Schmidt: „Zungri und Gedichte zu Raum und Zeit“ (Ingo Pfeiffer, Sprechstimme; Lorenz Schmidt, Gitarre); Ludger Hofmann-Engl: „Abstract I“ (Wolfgang Pessler, Fagott; Sebastian Rocholl, Viola; Ralf Waldner, Cembalo); Elke Tober-Vogt: Orchestersuite Nr. 2 (Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt: Oliver Weder)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: „Hier bist du sicher vor Musik“ – Heinrich Heine braucht Ruhe

„Wir wissen nicht, was Musik ist, aber was schlechte Musik ist, das wissen wir.“ So ätzte einst Heinrich Heine, der auch als Musikjournalist tätig war.

In seinen Glossen und Kolumnen lästert er über das „Bravourgepolter“ der großen Oper und den Katzenjammer der romantischen Musik. Er beschreibt die Folterqualen, die das Klavierspiel junger Damen bewirken kann und die Fluchtreflexe, die Webers „Jungfernkranz“ in ihm auslöst. Ruhe  findet er nur in den schlichten Gesängen des Volkslieds. Moderation: Niels Kaiser

21:04 bis 22:00 | kulturradio vom rbb
Musik der Gegenwart: Ultraschall Berlin 2018. Junge Journalisten berichten über das Festival für neue Musik

Mit Julia Kaiser. Unter dem Titel „UltraschallReporter“ haben Jugendliche im Alter von 15 bis 22 Jahren das Festival begleitet, Interpreten und Komponisten interviewt und Berichte verfasst. Ihre Eindrücke von den Festivaltagen, aber auch ihren ganz individuellen Blick auf die Neue Musik stellen sie in dieser Sendung vor.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: ECLAT 2018

Ensemble l'Itinéraire. Leitung: Mathieu Romano. Tristan Murail: „Portulan“, Zyklus für 8 Musiker (1999 – 2018). (Uraufführung des kompletten Zyklus) (Konzert vom 1. Februar im Theaterhaus Stuttgart)

„Portulan“ bezeichnet einen historischen Seeatlas, der Landmarken, Leuchttürme, Strömungen und Hafenverhältnisse der Küstenlinien zeigt. Es ist auch der Titel eines Gedichtbands von Tristan Murails Vater Gérard. Tristan Murail nennt seinen Zyklus wiederum eine „Autobiografie in Metaphern“. Jedes der neun immer unterschiedlich besetzten Werke referiert auf ein einen Gegenstand, einen Ort, eine Reise, eine literarische oder ästhetische Erfahrung, die von besonderer Bedeutung für den Komponisten ist. Das Pariser Ensemble l'Itinéraire spielt den kompletten Zyklus bei ECLAT in deutscher Erstaufführung.

23:03 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen. Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen.


22.02.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik

Dieter Schnebel: „Bagatellen“ für Klavier. Catherine Vickers, Klavier. Nicolaus A. Huber: „Sechs Bagatellen“ für Kammerensemble und Tonband. Ensemble Modern. Leitung: Peter Eötvös

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

August Peter Waldenmaier: Bayerische Rhapsodie (Münchner Rundfunkorchester: Jiri Hudec); Heinz Störrle: Konzert F-Dur (Engelbert Schmid, Horn; Richard Steuart, Konradin Groth, Trompete; Michael Stöhr, Posaune; Hans Joachim Sordel, Tuba; Münchner Rundfunkorchester: Werner Andreas Albert); Richard Trunk: Flämische Suite D-Dur, op. 87 (Münchner Philharmoniker: Rudolf Alberth); Heinz Benker: Serenade (Dieter Sonntag, Flöte; Klaus Kosbahn, Viola; Berthold Götschel, Violine); Eckhard Kopetzki: Marimbakonzert (Katarzyna Mycka, Marimba; Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken: Dominique Fanal); Franz Xaver Lehner: „Kleine Sinfonie“ (Bamberger Symphoniker: Joseph Strobl)

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Musica notturna

Werke von Stanislaw Skrowaczewski, Luigi Dallapiccola, Fernando Mencherini, Salvatore Sciarrino, Klaus Huber, Alexander Müllenbach, Wolfgang Rihm, Helmut Lachenmann und Jörg Widmann

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
selbstLAUT: Hannes Seidl | von, mit und über Hannes Seidl

Der in Frankfurt am Main lebende Komponist Hannes Seidl (*1977) arbeitet betont (selbst-)kritisch. Die eigene Position als freiwillig-unfreiwilliger „Embedded Artist“ in unserer Gesellschaft hinterfragt er ebenso wie die soziale Rolle der Musik.

Und in „selbstLAUT“ artikuliert Hannes Seidl die eigenen Konzepte dazu, erläutert der gebürtige Bremer, der bei Nicolaus A. Huber, Thomas Neuhaus und Beat Furrer in Essen und in Graz studiert hat, welche Möglichkeiten (seine) Musik hat, um den gesellschaftlichen Diskurs „Wie wollen wir leben?“ zu befördern.

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Twittering Machine – Klangspuren

Hörspiel von Klaus Buhlert. Mit: Bibiana Beglau, Felix Goeser u. a. Musik: Another Plus. Regie: Klaus Buhlert. (Produktion: SWR 2017)

Assoziativer Ausgangspunkt dieses textmusikalischen Hörstücks ist Paul Klees „Die Zwitschermaschine“ von 1922. Das Aquarell mit Überzeichnungen in Bleistift und schwarzer Tinte evoziert farbsuggestiv und zugleich fein skizziert die Vision eines mechanisierten Vogelkonzerts. Während Beckett die Frage nach dem jeweiligen Wahrheitsgehalt von „Wort und/oder Musik“ stellte, wird hier die Kongruenz von stummem Bild und akustischem Ereignis in Sprache und Musik erkundet. So kurbeln Buhlerts Text- und Musikfragmente den Traum von der Überwindung unserer Erdanziehung beständig weiter – als Music Box, als Twitter Maschine oder gleich einem Vogel, der ewig fliegt und dennoch beständig zwitschern muss.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Faszination Neue Musik

Zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeit Estlands. Erkki-Sven Tüür: „Lighthouse“

23:03 | Ö1
Am Rande des Verfalls mit Guy Fleming – Guy Fleming im Zeit-Ton Porträt

Gestaltung: Susanna Niedermayr. Als der australische Musiker und Komponist Guy Fleming 1989 mit seinem Rucksack kreuz und quer durch Europa reiste, legte er unter anderem einen Stopp in Allensteig ein, um Günther Rabls Festival Absolute Musik zu besuchen, der Beginn mehrerer langjähriger Freundschaften. Unlängst ist nun auf Rabls Label canto crudo Flemings Album „confined entropy. a study in decay“ erschienen. Zentrale Inspiration lieferte eine verfallene Müllverbrennungsanlage in Sydney, die Ruinen des Pyrmont Incinerator. Musikalischen Grundstein bildete die nicht-temperierte Skala des Charles Lucy.


23.02.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Illuminations – Von Soundwalk Collective und Patti Smith

Arthur Rimbaud und der afrikanische Sufismus – eine spekulative Begegnung. Nach langem Unterwegssein ließ sich Arthur Rimbaud 1881 am Horn von Afrika nieder. Bis zu seinem Tod im November 1891 schrieb er kein einziges Gedicht mehr. In diese Stille hinein imaginiert das Soundwalk Collective einen künstlerischen Dialog zwischen den Ideen der europäischen Moderne und der Kultur des Sufismus. Für „Illuminations“ übersetzen sie Texte Rimbauds erstmals in die lokalen Sprachen Harari, Oromo und Amharisch und lassen sie in einem sufistischen Zikri-Ritual lebendig werden.

Das Soundwalk Collective wurde im Jahr 2000 gegründet und besteht aus Stephan Crasneanscki, Simone Merli und Kamran Sadeghi. Ansässig in Berlin und New York arbeiten sie zumeist mit Fieldrecordings und charakteristischen Klängen von Gebäuden, sowie realen und imaginären Orten. Ihr Hörstück „What we leave behind“ (Deutschlandradio Kultur 2015) zeichnete das New York Festival 2016 mit dem Silver Radio Award aus.

„Illuminations“ wurde unterstützt durch The Analogue Foundation www.analoguefoundation.com

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Tobias Peter Maria Schneid: Streichtrio Nr. 1 (Agnes Malich, Violine; Tsai Chai Long, Viola; Johannes Gutfleisch, Violoncello); Christof Johannes Weiss: „Loreley – Collage“ (Judith Beifuß, Mezzosopran; Martin Platz, Tenor; Peter Thoma, Saxophon; Winnie Finke, Violine; Richard Eberlein, Gitarre; Joachim Werner, Klavier); Rainer Pezolt: „Elegia metallica“ (Antje Gerlof, Flöte; Anne-Kathrein Jordan, Klavier); Robert HP Platz: „Kiefer“ (Hugo Miguel Dores de Queirós, Klarinette; Spela Mastnak, Schlagzeug); Klaus Treuheit: „silenzio cristallo I-III“ (Charlotte Walterspiel, Gunter Pretzel, Violine; Klaus Treuheit, Klavier); Walter Zimmermann: „Ursache und Vorwitz“ (Ensemble Recherche)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Leben mit Puccini – Das Festival in Torre del Lago

Von Dorette Deutsch. Die meisten Opern Giacomo Puccinis sind im toskanischen Torre del Lago entstanden, wo sich der Maestro, im nahen Lucca geboren, 1899 eine Villa erbauen ließ. Zwischen der Arbeit an „Madame Butterfly“ und „La Fanciulla del West“ ging der Komponist hier mit seinen Freunden auf Entenjagd. Für Puccini war „Tordellago“, wie er es nannte, Mittelpunkt seines Lebens und Seelenlandschaft, in die er immer wieder zurückkehrte, bis ihn der Bau einer Fabrik nach Viareggio vertrieb.

Puccini hatte sich nichts sehnlicher gewünscht, als einmal am See die Klänge seiner Opern zu hören. 1930, sechs Jahre nach dem Tod des Maestro, fanden in Torre del Lago die ersten Puccini-Festspiele statt. Heute ist der beschauliche Ort zwischen Seepromenaden und Sandstränden südlicher Ortsteil der Hafenstadt Viareggio und erwacht erst zum Leben, wenn sich Fans aus der ganzen Welt auf die Spuren des Maestro begeben. Drei Stiftungen verwalten das künstlerische Erbe Puccinis, der nach seinen internationalen Erfolgen der erste Pop-Star der Klassik war. Opernfans und Künstler, darunter Opernstar Andrea Bocelli und der Tenor Amadi Lagha, der Direktor des Puccini-Festivals, sowie der Leiter der Puccini-Stiftung in Lucca berichten von Puccinis Erbe und vom Leben in der Nordtoskana.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Wolfgang Müller: Intervallum. Eine Hommage an die Pause

Die 1892 in Berlin geborene Tänzerin Valeska Gert beschäftigte sich während der 1920er Jahre intensiv mit den Brüchen der Moderne. In seiner akustischen Exkursion setzt Wolfgang Müller zum einen Valeska Gerts wenig bekanntes Tanzkonzept „Pause“ aus dem Jahr 1919 in Beziehung zu einem anderen radikalästhetischen Kunstwerk des 20. Jahrhunderts: Marcel Duchamps berühmtes Objekt „Fountain“ aus dem Jahr 1917. Beide Kunstwerke sind ausschließlich über Reproduktionen in Form von Fotografien, Druckwerken und Sprache überliefert. Mit einer poetischen Logopädin trainiert Müller die Stimmbänder mit Sätzen voll kurzer oder langer Pausen, er spricht mit einem Zeitzeugen über die Künstlerin Valeska Gert und ein Song aus Geräuschen des WCs bei der Toilettenpause im ICE leitet über zu den 361 Sprechpausen in Andy Warhols Roman „A“ von 1969. Rastlose Stimmen suchen Orte der Freiheit.

Wolfgang Müller, geb. 1957, lebt in Berlin. Autor, Musiker und Bildender Künstler. BR-Hörspiele u.a. „Séance vocibus avium“ (2008, Karl-Sczuka Preis 2009), „Séance 2. Ein Gebärdenspiel“ (2013).

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: Ein Sieger im Schatten – Der Pianist Dmitry Masleev, Sieger beim XV. Tschaikowsky-Wettbewerb

Werke von Domenico Scarlatti, Sergej Prokofjew und Dmitrij Schostakowitsch. Um den Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau ranken sich schon immer unglaubliche Geschichten. 2015 brachte der Pianist Lucas Debargue die Jury und das Publikum fast um den Verstand. Der unheimlich Pianist, der scheinbar aus dem Nichts kam, weil er bis dahin sein Leben in Bibliotheken verbracht und an Supermarktkassen zeitweise sein Geld verdient hatte, schaffte es auf Platz vier. Während das Feuilleton fleißig an seinem Mythos strickte, geriet ein wenig in Vergessenheit, dass es auch einen ersten Platz gab. Dmitry Masleev hat inzwischen in den berühmtesten Konzertsälen der Welt gespielt. Sein elegantes Klavierspiel ist jetzt auf seiner CD-Debüt zu bestaunen.

23:03 | Ö1
Die Vielfalt des Improvisierens – Der US-Drummer Tyshawn Sorey in vier Konzerten des „Jazzfest Berlin“

Gestaltung: Reinhard Kager. Eigentlich ist es fast eine Beleidigung, Tyshawn Sorey als Jazzdrummer zu bezeichnen. Zu vielfältig, zu variantenreich, zu stark genreübergreifend ist das Spiel des US-amerikanischen Schlagzeugers, der auch klangvoll verschiedenste Perkussionsinstrumente und das Klavier zu spielen versteht.

Beim „Jazzfest Berlin“, das im vergangenen November unter dem Motto „In all Languages“ stand, war Sorey folglich nicht zufällig mit vier verschiedenen Formationen zu Gast: Im Trio mit dem souverän frei improvisierenden Pianisten Cory Smythe und dem Kontrabassisten Chris Tordini, der auch im zweiten Trio Soreys mit der deutsch-polnischen Saxophonistin Angelika Niescier spielte. Schließlich stand ein Duo mit dem Berliner Saxophonisten Gebhard Ullmann einem Großprojekt gegenüber, bei dem ein Ensemble aus Berliner JazzmusikerInnen auch ausnotierte Kompositionen Soreys spielte. Ausschnitte aus diesen Konzerten sind in der heutigen „Zeit-Ton“-Sendung zu hören.


24.02.2018


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Leben mit Puccini – Das Festival in Torre del Lago

Von Dorette Deutsch. Wiederholung vom Freitag, 19.05 Uhr

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Spezialisierter Allrounder – Paul Hübner: Trompeter, Komponist, Performer

Von Leonie Reineke. Ob hochvirtuose Darbietung komplexer Avantgardemusik oder klamaukig überdrehte Entertainmentshow: Paul Hübner bewegt sich an beiden Polen unserer unübersichtlichen, vielgestaltigen Welt. Im Bereich der zeitgenössischen Kunstmusik ist er einer der wenigen Trompeter der jungen Generation, die selbst ‚unspielbare' Partien perfekt meistern. Gleichzeitig ist er ein Kind der knallbunten 1990er-Jahre und fühlt sich im Dschungel der neuen Medien, der Massenunterhaltung und des Digitaltrashs zu Hause. Beide Seiten fließen in seine künstlerische Arbeit ein: Als Trompeter liefert er nuancierte Klangarbeit auf höchstem Niveau, als Komponist und Performer kreiert er extravagant abseitige Bühnenshows, Installationen oder Video-Acts.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist's Corner: Christina Kubisch | Kettenreaktion

Paternoster, die Personenaufzüge, die permanent, ohne Halt und Türen bei konstanter Geschwindigkeit durch alle Stockwerke eines Gebäudes fahren, gibt es immer . Seit 1974 darf kein neuer Paternoster mehr in Betrieb genommen werden.

Die Berliner Klangkünstlerin Christina Kubisch (*1948) ist ein großer Fan der vertikalen Paternoster-Reisen mit ihren ganz eigenen Geräuschen: „Das Motto des Paternosters ist 'Veränderung durch Wiederholung'. Je nach Ort, Tageszeit, Temperatur und Lichtverhältnissen sieht und hört man bei denselben Fahrtverläufen ganz Unterschiedliches. Ein Paternoster klingt morgens anders als spät abends; auch die vorbeiziehenden Aus- und Einblicke in die Flure, an denen man vorbeifährt, wechseln ständig. Man hört Menschen von weit weg, Türen schlagen zu, Schritte nähern sich, Leute unterhalten sich. Und dann ist man schon wieder woanders, ein neues Fenster tut sich auf. Es ist, als würde man durch verschiedene Theaterstücke fahren, die gerade geprobt werden.“ Von 2015 bis 2017 hat Kubisch über zwanzig verschiedene Paternoster(-Fahrten) mikrofoniert und für hr2-kultur das Hörstück „Kettenreaktion“ kreiert – ein nunmehr auch archivalisches Klangwerk; denn einige der Paternoster sind inzwischen stillgelegt.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt – „Manara“ – Ein Leuchtturm und die Sängerin Alsarah

Die aus dem Sudan stammende Sängerin Alsarah hat eine bewegende Geschichte hinter sich. Als Kind musste sie mit ihren Eltern zunächst in den Jemen fliehen und konnte schließlich in New York eine neue Heimat finden. Aber genau dies beschäftigt die schlagfertige Künstlerin ständig: „Meine sudanesische Heimat ist ein Thema für mich, weil es ein Thema für jeden anderen ist: JEDER möchte mit mir darüber sprechen woher ich komme, und das wollen manche sogar wissen, bevor sie nach meinem Namen fragen. Also – ich habe nie eine Wahl, darüber nachzudenken, woher ich komme, denn jedermann erinnert mich daran. Das bewerte ich weder gut noch schlecht, es IST einfach. Es geht letztendlich darum: Was ist die Norm und was nicht. Und wer entscheidet das!“ In ihrer Musik stellt sich die Wahlamerikanerin Fragen. Fragen, auf die sie keine Antworten hat, Fragen, die ihr auch andere Menschen stellen. Alsarah ist auf einer Lebensreise, und diese Reise dokumentiert sie auf ihre ganz eigene Art: Sie schreibt ihr Tagebuch in Tönen, in musikalischen Kapiteln. Diesen Musik-Zyklus will sie sich anhören, wenn sie alt ist, wenn die Dinge normalerweise dem Vergessen anheim fallen – dann möchte die lebens- und farbenfrohe Sängerin  sich „erinnern“. Eine Sendung von Roland Kunz


25.02.2018


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: „Balde ruhest du auch“ – Musik nicht nur zum Einschlafen

Was bringt den Zuhörer bei Schlafmusik überhaupt zum Einschlafen? Es kann ja nicht aufkommende Langeweile sein oder eine mindere musikalische Qualität, sonst würden sich nicht so viele Wiegenlieder zu Evergreens entwickeln.

Noch ist es dunkel, wenn Kaisers Klänge im Radio laufen. Höchste Zeit also, einmal mit erhöhter Wachsamkeit auf die besonderen Schönheiten der Einschlafmusik zu achten.

22:00 bis 00:00 | NDR Kultur
Soirée: Sommerliche Musiktage Hitzacker 2017

Lieder von David Philip Hefti, Arnulf Herrmann, Rebecca Saunders und anderen

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Der Stimmenflüsterer – Zum 250. Todestag des italienischen Gesangslehrers und Komponisten Nicola Antonio Porpora

Farinelli, Caffarelli, Porporino – Italiens Kastratenstars des 18. Jahrhunderts lernten ihre Kunst vom selben Meister: Nicola Antonio Porpora. Porporas 53 Opern strotzen vor virtuosen Bravurarien, mit denen er seine Stimmzöglinge berühmt machte – und sie ihn. Gemeinsam legte man die Latte in der europäischen Opernwelt hoch: Als in Venedig sein erster großer Konkurrent Leonardo Vinci verstarb, zog Porpora weiter nach London, wo er Händel systematisch den Rang ablief. In Dresden untergrub er den ungeteilten Ruhm Johann Adolph Hasses. Wo immer der neapolitanische Überflieger seine Zelte aufschlug, herrschte sofort unerbittlicher Wettstreit. Alle Rivalen liefen zu Hochform auf und trugen zu einer einzigartigen Blütezeit italienischer Gesangskunst bei.

23:00 | Ö1
Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio – „Hörspielpreis der Kritik“

Kulturjournalistinnen und -journalisten vergeben heuer bereits zum zehnten Mal den Preis für das „künstlerisch anspruchsvollste und ansprechendste“ Originalhörspiel des Jahres 2017.

Österreich 1 hat Kulturjournalistinnen und -journalisten eingeladen das, ihrer Ansicht nach, „künstlerisch anspruchsvollste und ansprechendste“ Originalhörspiel des Jahres auszuwählen. Der Hörspielpreis der Kritik wird am 23. Februar im Rahmen der Ö1 Hörspiel-Gala im ORF RadioKulturhaus verliehen.

Die Jury setzt sich heuer aus folgenden Journalist/innen zusammen: Mag. Margarete Affenzeller (Standard), Frido Hütter (Kleine Zeitung), Dr. Hedwig Kainberger (Salzburger Nachrichten) und Mag. Norbert Mayer (Die Presse).

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Zeitschnitte

Hans Joachim Hespos: zeitschnitte für Streichtrio; Societa Cameristica Italiana; Rolf Riehm: Ausschnitt aus „Tempo strozzato“ für Streichquartett; Asasello Quartett; Gérard Grisey: Le temps et l´écume für 4 Schlagzeuger und Kammerorchester; Ensemble S; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Emilio Pomárico

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: „Rafiki Jazz“ – Schmelztiegel der Kulturen

Man fragt sogleich: Was ist „Rafiki Jazz“? Aber diese Frage ist falsch gestellt, denn sie muss lauten: WER ist „Rafiki Jazz“? Das achtköpfige Ensemble aus dem englischen Sheffield setzt sich aus Musikern von vier Kontinenten zusammen, stimmlich angeführt von Sarah Yaseen, einer englischen Sufi-Sängerin mit pakistanischen Wurzeln. Ihr steht die in Jerusalem geborene und in Indien ausgebildete Sängerin Avital Raz zur Seite. Mit der arabischen Lauten Oud, der westafrikanischen Kora, der arabischen Flöte Ney, sowie indischer, brasilianischer und karibischer Percussion lassen die Musiker von „Rafiki Jazz“ unterschiedlichste multikulturelle Einflüsse miteinander verschmelzen. „Rafiki“ bedeutet „mein Freund“, und der Bandname ist Programm: Hier begegnen sich Einzelpersonen, kreative Individuen, die Grenzen und Mauern in den Köpfen einreißen und damit für musikalische Freiheit und Toleranz stehen. So weit entfernt Stile, Klänge, Texte, und Charaktere auch sein mögen – in Zeiten der wachsenden gesellschaftlichen Spannungen und Intoleranz hat der klangliche und ideelle Webteppich der Stimmen und Instrumente eine ganz besondere „Leuchtturm“-Qualität. Eine Sendung von Roland Kunz