Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 23.10. bis 29.10.2017


(nmz) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 43. Maximilian Marcolls „Amproprifications“, Thomas Daniel Schlee, Gemorphter Bruckner, Hörstück von Werner Cee, Erich Wolfgang Korngold, Lucia Ronchetti, Merzouga +++ Dirigent Jonathan Stockhammer, Studio Dan, Zafraan Ensemble, Klangforum Wien, „Tuuletar“ +++ Akustische Forensik, „(K)eine Männersache: Neue Musik?!“, Wie politisch ist die zeitgenössische Musik eigentlich?, Chinas Avantgardemusik, Tradition Revolution, Die übersinnlichen Kompositionen der Rosemary Brown, musikprotokoll: Der Klang des Internets der Dinge, Die Sprache der Musik: Mekong, Russland 1917 und 2017 – Widerstand des Materials und eine lange Nacht der Ars Acustica.
22.10.2017 - Von mh


23.10.2017


21:04-22:00 | kulturradio vom rbb
Der Dirigent Jonathan Stockhammer

Mit Andreas Göbel. Er ist einer der vielseitigsten Dirigenten unserer Tage. Jonathan Stockhammer, in Deutschland lebender Amerikaner, hat zunächst Politologie und Chinesisch studiert, danach Komposition und Dirigieren. Er arbeitet am Pult von Sinfonieorchestern, Opernhäusern und Spezialensembles für Neue Musik. Neben zahlreichen Projekten mit zeitgenössischer Musik hat er auch mit Rappern oder den Pet Shop Boys zusammengearbeitet. An der Komischen Oper Berlin dirigiert er am 27. Oktober die Premiere von Philip Glass' Oper „Satyagraha“. Jonathan Stockhammer ist zu Gast im Studio.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik – Aneignung und Verstärkung – Maximilian Marcolls „Amproprifications“

Von Dirk Wieschollek. Die Verwendung von Fremdmaterial ist in der Neuen Musik schon lange gebräuchlich: vom analogen Zitat bis zum digitalen Sampling. Einen besonders radikalen Zugriff auf bereits vorhandene Musik hat der 1981 geborene Komponist und Performer Maximilian Marcoll entworfen: In seiner Werkreihe „Amproprifications“ richtet er den Fokus auf die Manipulation der Wiedergabe einer Komposition, lässt die Substanz des Originals dabei aber vollkommen unangetastet. In einer Mischung aus Aneignung (appropriation) und Verstärkung (amplification) verarbeitet Marcoll Stücke von Palestrina bis Peter Ablinger – auf der Suche nach dem Neuen im scheinbar Vertrauten. Dirk Wieschollek stellt die Werkreihe und ihren „Urheber“ vor.

23:03 | Ö1
Studio Dan mit Stilvielfalt beim musikprotokoll musikprotokoll 2017. Studio Dan mit schillernden Uraufführungen

Gestaltung: Nina Polaschegg. Egal ob Big Band oder kleines Ensemble: Das österreichische Ensemble Studio Dan groovt sich flexibel auf alle experimentellen Wellen ein. Bei seinem Konzert im Rahmen des musikprotokolls waren das buntschillernde Uraufführungen des Avantgarde-Jazz-Posaunisten George Lewis und der Komponistin Oxana Omelchuk.

Beinahe schon als Legende des Avantgarde-Jazz könnte man den amerikanischen Posaunisten und Komponisten George Lewis bezeichnen, der derzeit an der New Yorker Columbia University unterrichtet. Studio Dan haben gemeinsam mit dem grandiosen Posaunisten Matthias Muche ein neues Stück von George Lewis zur Uraufführung gebracht.

Gegründet wurde Studio Dan im Jahr 2005 ursprünglich als Big Band für das erste Festival der Initiative JazzWerkstatt Wien. Im Laufe der Jahre hat sich gezeigt, zu welch enormer Flexibilität in Größe und Stilistik dieses Kollektiv fähig ist, je nachdem an welchen wellenförmigen Grenzlinien des Experimentellen zwischen Improvisation, Komposition, Jazz oder Prog-Rock es sich gerade bewegt.

Diese instrumentale und stilistische Offenheit ist auch die beste Voraussetzung für die buntschillernde Musik von Oxana Omelchuk, die ebenfalls mit einer Uraufführung vertreten war. Die 1975 in Weißrussland geborene und in Köln lebende Künstlerin wurde seit ihrem Studium mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet und gehört zu den herausragenden Komponistinnen ihrer Generation.


24.10.2017


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik ALT (Fremd II) – Übermalungen, Bezugnahmen und Appropriation von alter Musik in der Neuen

Von Maximilian Marcoll

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Wilhelm Killmayer: „Schweigen und Kindheit“ (Markus Schäfer, Tenor; Siegfried Mauser, Klavier); Günter Bialas: Klarinettenkonzert (Wolfgang Schröder, Klarinette; Münchner Philharmoniker: Jan Koetsier); Hans Werner Henze: „Nachtstücke und Arien“ (Michaela Kaune, Sopran; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Peter Ruzicka); Harald Genzmer: Symphonie Nr. 3 (Münchner Philharmoniker: Sergiu Celibidache)

19:05 | Ö1
Akustische Forensik – Auf der Suche nach dem verräterischen Klang

Von Anna Masoner. Wer ist der maskierte Erpresser auf dem Video, der seine Lösegeldforderung ins Mikrofon nuschelt? Von wem stammen die Stimmen im Hintergrund eines Mordopfers bei seinem letzten Anruf? Kann man hören, ob Polizisten nicht mit Gummi sondern mit scharfer Munition geschossen haben? – Solchen Fragen widmet sich die akustische Forensik, ein Teilgebiet der Kriminaltechnik.

Mit spezieller Software oder auch nur erfahrenen Ohren können Forensiker/innen aus Sprachaufnahmen und Klangumgebungen wichtige Indizien herausfiltern. Doch wie verlässlich sind diese wissenschaftlichen Methoden? Denn eine Stimme verändert sich, je nach Stimmungslage und Lautstärke – und mit dem Alter. – Über Möglichkeiten und Grenzen eines faszinierenden Forschungszweiges.

22:05-23:00 | Deutschlandfunk
„Plötzlich ist ein Fenster aufgerissen worden“ – Russland 1917 und die Moderne

Feature von Stefan Amzoll. Wozu Kunst und Kultur – und für wen? Die Frage ging im Herbst 1917 plötzlich wie ein Lauffeuer um! Die Stürmer und Dränger im Knäuel der Künste brachen sich Bahn. Tradition war ein Schimpfwort. Alles Bisherige stand nach der Machtübernahme der Bolschewiki zur Disposition und das Kühnste schien machbar – für kurze Zeit. Der “Rote Oktober“ war in Russland ein Fanal für die Künste. Die Futuristen wandten sich an das Volk. Film wurde zum Genre der Revolution. Produktionskunst trat auf den Plan. Avantgardisten wie Wladimir Majakowski oder Kasimir Malewitsch zu künstlerischen Leitgestalten. Neutöner wie etwa Nikolai Obuchow, Alexander Mossolow, Arthur Lourié erfanden mittels zwölf oder mehr einander gleichwertigen Tönen bis dato kaum vorstellbare Klänge. Autor Stefan Amzoll verdeutlicht in seinem Feature die große Aufbruchsenergie jener Zeit. Er wirft Blitzlichter auf höchst disparate Schaffens- und Lebenswege – etwa von Dsiga Wertow, Alexander Blok, Sergej Prokofieff und Sergej Rachmaninow.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Thema Musik Live – „(K)eine Männersache: Neue Musik?!“

Frauen an der Musikhochschule, auf Plattencovern und Konzertbühnen? Längst normal. Was im 19. Jahrhundert noch undenkbar war, ist heute selbstverständlich: Frauen werden als Musikerinnen gefeiert. Auch als Komponistinnen. Manchmal. Selten. Obwohl der Anteil weiblicher Studierender im Fach Komposition in den vergangenen Jahren stark angestiegen ist, bleibt der Anteil öffentlich präsenter Komponistinnen kümmerlich. Im Jahr 2015 waren dem Deutschen Kulturrat zufolge 3187 Männer als freischaffende Komponisten sozialversichert – aber nur 383 Frauen. Das Gros der zeitgenössischen Musik heute stammt immer noch von Männern. Niederschmetternd. Aber auch hoffnungslos? Das diskutieren Kristin Amme (BR) und Stefan Fricke (HR) bei den Donaueschinger Musiktagen 2017 mit der Komponistin Hanna Eimermacher, der Kuratorin Adrienne Goehler, der Musikwissenschaftlerin Elisabeth Treydte und der Musikerin Abbie Conant. Eine Aufzeichnung vom 19. Oktober 2017 aus Donaueschingen.

23:03 | Ö1
Thomas Daniel Schlee: Ein kritisch handelnder Komponist. Zum 60. Geburtstag von Thomas Daniel Schlee

Gestaltung: Johannes Leopold Mayer. Er ist als ausübender Musiker und Musikorganisator ein vielfach Erfahrener. Aus dieser Position ergibt sich auch für den Komponisten ständig die Frage, auf welcher Grundlage er mit seinem Werk an ein Publikum herantritt. Für Thomas Daniel Schlee, der u.a. bei Olivier Messiaen studiert hat, ist dies ohne Einschränkung sein christlicher Glaube. Über dessen Wahrheiten in Tönen nachzudenken, das weist dem Komponisten die Richtung, in welche er sich dann aufzubrechen er sich bereit erklärt. Dieses Fundament macht aus ihm selbstredend keinen Fundamentalisten, weder in geistiger noch in ästhetischer Hinsicht, sondern einen überlegt und kritisch handelnden Menschen und Künstler.

Dies macht sich in seinen Orgelwerken in besonders nachhaltiger Weise hörbar, weil hier auch ein Virtuose des Instrumentes am Werk ist, sodass diese Musik den Interpretierenden ein nachgerade ideales Grundgerüst für die eigene Herangehensweise geboten wird. Dass die Wiener Universität für Musik ihre Hommage an Schlee das Motto „Das Ohr als höchste Instanz“ gab, stellte den jungen Interpretierenden denn auch die Aufgabe, die Musik als sinnliches Hörerlebnis zu gestalten. Am 26. Oktober 2017 feiert Schlee seinen 60. Geburtstag.


25.10.2017


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

András Hamary: „Clair-obscur“ (clair-obscur Saxophonquartett); Heinrich J. Hartl: „Klangspiele“, op. 14 (Eckhard Kopetzki, Marimba); Stefan Poetzsch: „Verzögerungen, Klangbeeinflussung und Zuspielungen“, Teil 1-6 (Stefan Poetzsch Ensemble); Christoph Wünsch: „Partita in Blue“ (Kolja Lessing, Violine); Klaus Hinrich Stahmer: „Studies in African Perkussionism I“ (Residenz-Quartett Würzburg)

20 – 21 Uhr | SRF2Kultur
Musik unserer Zeit: Über Kreuze, Auflösungszeichen und Generalpausen – Wie politisch ist die zeitgenössische Musik eigentlich?

Im Gegensatz zu anderen KünstlerInnen halten sich die meisten KomponistInnen mit politischen Aussagen gern zurück. Weltabgewandt, im kleinzirkeligen Kokon. Oder wie es der Komponist Moritz Eggert formuliert: In einem «Betrieb aus Aufträgen, Stipendien, Preisen und Professuren, der ruhig stellt». Dabei liegen die Themen dringlich wie nie auf der Hand: Rechtspopulismus, Klimawandel, Migration. Warum regt sich nur so wenig in der zeitgenössischen Musik? Und was machen die, die aktiv einen anderen Weg gehen? Eine Sendung von Kristin Amme über Provokationen, Utopien und gesellschaftliche Realitäten – mit KomponistInnen, die ganz bewusst die gesellschaftliche Interaktion suchen: Isabel Mundry, Brigitta Muntendorf, Johannes Kreidler, Moritz Eggert, Dietrich Eichmann und Sarah Nemtsov.

21 – 22 Uhr | SRF2Kultur
Neue Musik im Konzert: Gemorphter Bruckner

Jorge E. López: Sinfonie Nr. 4 (UA). Luxembourg Philharmonic Orchestra, Ilan Volkov, Leitung. Konzert vom 03.12.16, Philharmonie, Luxembourg

Die 4. Symphonie von Jorge E. López (zwischen 2013 und 16 entstanden) ist ein Auftragswerk des RSO Wien, des Orchestre Philharmonique du Luxembourg, der Philharmonie Luxembourg und des Festivals Wien Modern. Der in Wien lebende Jorge E. López hat für die kalligrafische Partitur seiner 4. Symphonie in jahrelanger Detailarbeit knapp 200 Seiten im Format Din A 1 und Din A 2 gefüllt, und wenn er über das gros besetzte Werk spricht, fallen schon einmal Formulierungen wie „gemorphter Bruckner“…..

21:04-22:00 | kulturradio vom rbb
Neue Aufnahmen mit dem Zafraan Ensemble

Mit Andreas Göbel. Seit seiner Gründung im Jahr 2009 hat sich das Ensemble vom Geheimtipp zur etablierten Größe im Bereich der Neuen Musik entwickelt. Wir haben mit dem Zafraan Ensemble im Kulturradio Aufnahmen mit Werken von Samir Odeh-Tamimi produziert. Zu Gast im Studio sind Mitglieder des Ensembles.

21:25 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik – Chinas Avantgardemusik

Von Helmut Peters. Im Jahr 2012 war China einmal Länderschwerpunkt des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Die Avantgardemusik des bevölkerungsreichsten Landes der Erde hat zwar international bekannte Vertreter wie Wenchen Chin, Tan Dun oder Guoping Jia, trotzdem gibt es in Europa kaum eine Veranstaltung, die der chinesischen Musik ein solches Forum wieder bieten konnte. Auch auf dem Tonträgermarkt sind Porträt-Alben chinesischer Komponisten wie jenes von Wenchen Qin, aus dem wir in der „neuen musik“ das Suona-Konzert „Calling of Phoenix“ vorstellen, eher eine Rarität. Die Suona ist ein der Oboe ähnelndes chinesisches Blasinstrument.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Helmut Lachenmann im Hans-Rosbaud-Studio

Helmut Lachenmann: „Serynade“ für Klavier. Yukiko Sugawara (Klavier). Studio-Neuproduktion der „Serynade“ von Helmut Lachenmann im Hans-Rosbaud-Studio in Baden-Baden. Der Titel „Serynade“ erklärt sich leicht: in die bekannte Gattung der „Serenade“ hat sich mit dem „Y“ der Anfangsbuchstabe der Widmungsträgerin Yukiko Sugawara eingeschmuggelt. Die japanische Pianistin hat „Serynade“, das erste groß angelegte Klavierstück Helmut Lachenmanns, inzwischen auf vielen internationalen Konzertpodien mit durchschlagendem Erfolg vorgestellt.

23:03 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen

Zeit-Ton Magazin. Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen. Gestaltung: Reinhard Kager


26.10.2017


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Tradition Revolution (1/4)

Alexander Mossolow: „Eisengießerei“ für Orchester op. 19 (1926-28). Staatliches Sinfonieorchester der UdSSR. Leitung: Jewgenij Swetlanow – Anton Webern: Konzert für neun Instrumente op. 24 (1934). London Symphony Orchestra, Leitung: Pierre Boulez – Olivier Messiaen: Mode de valeurs et d'intensité. Modéré  „Quatre Ètudes de rythme“ für Klavier (1949-50). Olivier Messiaen, Klavier – Luigi Nono: „La fabbrica illuminata“ für Stimme und Tonband (1964). Carla Henius, Sopran – Nicolaus A. Huber: „Harakiri“ für kleines Orchester und Tonband (1971). Adhoc-Ensemble, Leitung: Bernhard Kontarsky

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Ulrich Sommerlatte: „Drei folkloristische Stücke“ (Münchner Rundfunkorchester: Ulrich Sommerlatte); Klaus-Peter Bruchmann: Concertino (Edgar Gredler, Violoncello; Münchner Rundfunkorchester: Robert Hanell); Hans Carste: „Surprise de Valse“ (Ernst August Quelle, Michael Leslie, Klavier; Münchner Rundfunkorchester: Herbert Mogg); August Peter Waldenmaier: Drei Orchesterstücke, op. 24 (Münchner Rundfunkorchester: August Peter Waldemaier); Kurt Graunke: Symphonie Nr. 4 (Symphonie-Orchester Graunke: Kurt Graunke)

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement – Vom Infragestellen der Vergangenheit

Tom Johnson: Rational Melodies – John Cage: Chess pieces, Trio Omphalos

Thomas Daniel Schlee zum 60. Geburtstag: Fantasie für Orgel op. 15, Thomas Daniel Schlee, Orgel – „Aurora“ für Kammerorchester op. 32 – Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken, Leitung: Claudius Traunfellner

22:03 bis 23:10 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Sol y Sombra – Hörstück von Werner Cee

Frei nach Textmotiven von Peter Steinfield, Albert Hofmann und der U.S. Air Force. Mit: Nigel Tranter, Eivind Aarset, Erland Dahlen, Werner Cee. Komposition und Realisation: Werner Cee. (Produktion: SWR/Donaueschinger Musiktage 2017)

Das SWR Hörspiel und die SWR Neue Musik haben 2017 erneut eine Koproduktion für die international renommierten Donaueschinger Musiktage verabredet, die die kreativen Überschneidungen von Hörspiel und Klangkunst ausloten soll. Thema der Arbeiten ist der „Summer of Love“ in San Francisco von 1977. Proteste gegen den Vietnamkrieg liefen parallel zur Hinterfragung der Kategorien von Realität und Bewusstsein, Raum und Zeit. Die psychedelische Popkultur, von LSD-Guru Hofmann oder King Crimson, spiegelt sich heute in den Wirklichkeitsentwürfen des Silicon Valleys. Enlightment, shadow and night. Oder „Sol y sombra“, die „Sonne und Schatten“-Ausweisung der Sitzplatzregion in der Stierkampfarena, in der man dem ritualisierten Kampf auf Leben und Tod kathartisch beiwohnt. Werner Cee verdichtet das Material, das sich in die Kulturlandschaft des Donaueschinger Parks über Hörstationen aleatorisch auffächert, zu einer linearen Erzählung über komplexe Kompositionsstrukturen.

22:05 | Ö1
Die Briefe des Erich Wolfgang Korngold – „Dear Papa, how is you?“ – Erich Wolfgang Korngold zum Gedenken

Gestaltung: Renate Burtscher und Eva Teimel. In den zahlreichen neu entdeckten Korrespondenzen des Komponisten Erich Wolfgang Korngold, die 2017 im Mandelbaum Verlag von Lis Malina herausgegeben wurden, findet sich auch diese – vermutlich absichtlich – grammatikalisch falsch formulierte Frage des 15-jährigen Sohnes Schurli an den Vater: „Dear Papa, how is you?“

Die Briefe des Komponisten sind beredtes Zeugnis des Lebens einer aus Wien gebürtigen Künstlerfamilie, sie erzählen von der Liebe zwischen den Eheleuten, der Eifersucht der Eltern, den Refugien der Sommerfrische im Salzkammergut, von Flucht und Leben im Exil. Ergänzt werden die Zitate u.a. von Interviewausschnitten mit Enkelin Kathrin Korngold Hubbard sowie dem Musikwissenschaftler Michael Haas – seines Zeichens Mitarbeiter am exil.arte Forschungszentrum der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.


27.10.2017


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Fiore di Campo – Von Lucia Ronchetti und Aureliana Sorrento

Komposition: Lucia Ronchetti, Textregie: Götz Naleppa. Mit: Tonio Arango, Stefan Kaminski, Eduardo Mulone. Ton und Technik: Hermann Leppich, Gregorio Karman, Hannes Fritsch und Philip Adelmann. Produktion: Deutschlandradio Kultur/Studio für Elektroakustische Musik der Akademie der Künste Berlin 2016; Länge: 49'20

Das Leben des Giuseppe Impastato: Sizilianischer Dichter, Radiomacher und überzeugter Antimafia-Aktivist. Das Leben von Giuseppe Impastato war kurz. 1948 in eine sizilianische Mafiafamilie geboren, wandte er sich schon als Jugendlicher gegen die Cosa Nostra. Er propagierte den Kommunismus, organisierte Bauernproteste, schrieb Gedichte. 1976 gründete er den freien Sender Radio Aut und persiflierte dort die Mafiabosse seiner Heimatstadt Cinisi. 1978 wurde er ermordet. Das Stück ist eine Collage aus Radiomitschnitten, Gedichten und biografischen Szenen über einen mutigen Menschen.

Lucia Ronchetti, Komponistin, wurde 1963 in Rom geboren. Sie studierte Komposition und Computermusik an der Accademia Nazionale di Santa Cecilia. Zuletzt für Deutschlandradio Kultur „Sebenza e-mine“ (2010).

Aureliana Sorrento, 1971 in Kalabrien geboren, ist Journalistin und Radiomacherin. Sie studierte Journalismus an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Heute schreibt sie für Tageszeitungen und für den Rundfunk.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Robert Delanoff: „Suite populaire“ (Elmar Baumann, Flöte; Gabriele Prediger-Mahne, Gitarre); Gloria Coates: Streichquartett Nr. 1 (Kronos Quartet); Wolfgang Zoubek: „Nocturnes“ (Bayerisches Ärzteorchester: Reinhard Steinberg); Erna Woll: „Sing, immer sing“ (Frauenchor Landau: Werner Weiß); Peter Michael Hamel: „The arrow of time“ (Capella Istropolitana: Jaroslav Krcek); Elke Tober-Vogt: „Suite macabre“, op. 11 (Orchester Expression: Vladimir Chernikov)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Einfall aus dem Jenseits – Die übersinnlichen Kompositionen der Rosemary Brown

Von Bettina Mittelstraß. Sie war eine Hausfrau, heißt es. Sie hatte keine Ahnung von Musik, heißt es. Aber wenn sie sich ans Klavier setzte, traten der verstorbene Franz Liszt oder Ludwig van Beethoven aus dem Jenseits dazu und diktierten ihr ins Notenblatt. Die Britin Rosemary Brown war in den 1970er Jahren ein in Medien und Musikwelt viel diskutiertes Phänomen. Denn: das Ergebnis ihrer Sitzungen auch mit Schubert oder Debussy war gut, Musikexperten nickten es ab. Psychiater und Parapsychologen erklärten Frau Brown für normal. Die BBC filmte den Moment „auf Empfang“ und selbst für das Magazin „Der Spiegel“ war das Musikmedium einen Artikel wert. Ob der kreative Einfall beim Komponieren von oben, von innen, von jenseits kommt – in der Welt der Musik ist der Kompositionsprozess nicht selten von Pathos und Mythen umgeben. Wenn es um den musikalischen Einfall geht, ist auch von höheren Instanzen die Rede, von Visionen, Instinkt oder kosmischen Kräften. Wie aber passt Inspiration zu einer einfachen britischen Hausfrau? Wohl nur mit Lis(z)t im Rücken …

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Merzouga: In darkness let me dwell

In darkness let me dwell – Lieder aus der Finsternis. Von Merzouga. Mit Christian Brückner, Jean Paul Baeck, Bruno Winzen und Ulrike Schwab. Komposition und Regie: Merzouga. DLF/hr 2016

Hörspiel- und Filmexperiment: Die apokalyptische Glühbirne – Frank Witzel im Gespräch mit Christine Grimm. BR 2017

Vier Unterwassermikrofone des Alfred-Wegener-Instituts zeichnen rund um die Uhr die antarktische Unterwasserwelt des Wedellmeers auf. Ein Habitat von dschungelhafter Vielfalt in einer für den Menschen lebensfeindlichen Umgebung. Unweit des Observatoriums Palaoa ist vor 100 Jahren Sir Ernest Shackletons Trans-Antarktis Expedition genial gescheitert. Auf einem Schlitten wollte er den antarktischen Kontinent durchqueren. Sein Schiff Endurance wurde vom Packeis zerstört, bevor er überhaupt landen konnte. Im Winter 2016 bricht das Forschungsschiff Polarstern erneut in die Antarktis auf.

Das Duo Merzouga verbindet die Fiktion einer modernen Expedition und Shackletons Geschichte, die in lyrisch verdichteten Bildern erzählt wird, mit einer elektro-akustischen Komposition.

Merzouga besteht aus dem Autor und Bassisten Janko Hanushevsky sowie der Computermusikerin Eva Pöpplein. Elektroakustische Musik, Radiokunst, Features und Hörspiele, sowie Film- und Theatermusik. Arbeiten u.a. „Good Morning, Rickshaw“ (Deutschlandradio 2008), „Ob die Granatbäume blühen“ (DLF 2015).

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: Leonora Spangenberger, Gitarre

Johann Sebastian Bach: Partita Nr. 6 e-Moll BWV 830; Jana Obrovská: Four Images of Japan; Sofia Gubaidulina: Serenade und Toccata; Alexandre Tansman: Pièce en forme de Passacaille, Mazurka.

23:03 | Ö1
Der Klang des Internets der Dinge beim musikprotokoll – musikprotokoll 2017. Der Klang des Internets der Dinge

Gestaltung: Susanna Niedermayr. Das Duo Klammer&Gründler ist stets am Puls der Zeit, und das seit langem: Nach den Projekten „Razionalnik“, das bereits vor 30 Jahren das musikalische Potenzial digitaler Datennetzwerke auslotete, und „RGB“, das vor 20 Jahren beim musikprotokoll das Thema der Synchronisation behandelte, gingen im Rahmen der heurigen Festivalausgabe Josef Klammer und Seppo Gründler gemeinsam mit Stefan Doepner nun der Frage nach, wie das Internet der Dinge klingt, und erforschten den Raum autonomer, vernetzter Maschinen mit musikalischen Mitteln. Die Bühne teilten sie sich dabei mit Klangrobotern, aber auch mit Readymades des Internets der Dinge sowie gehackten Gadgets. Und die Konzertbesucher/innen konnten sich mit ihren Smartphones in die Performance einklinken.


28.10.2017


10:05 | Ö1
Das Klangforum Wien live im RadioCafe – Live aus dem RadioCafe in Wien. Gäste: Sophie Schafleitner und Uli Fussenegger

Präsentation: Renate Burtscher. Zu einem „Ö1 Klassik-Treffpunkt“ hat Renate Burtscher die Geigerin Sophie Schafleitner und den Kontrabassisten Uli Fussenegger eingeladen. Die beiden sind seit 20 bzw. 30 Jahren Mitglieder beim Klangforum Wien und stellvertretend für das Ensemble zu Gast, das in kleiner Besetzung auch live im RadioCafe musizieren wird.

1985 von Beat Furrer ins Leben gerufen, ab 1989 unter dem Namen „Klangforum Wien“, hat das Ensemble, das nunmehr aus 24 Musiker/innen besteht, die aus zehn verschiedenen Ländern stammen, seit damals in ca. 2.000 Auftritten etwa 500 Kompositionen uraufgeführt und darf auf eine Diskografie von mehr als 70 Tonträgern stolz sein.

Drei Künstlerpersönlichkeiten prägen das Klangforum Wien in besonderer Weise und wurden einstimmig zu Ehrenmitgliedern ernannt: der Erste Gastdirigent Sylvain Cambreling, Friedrich Cerha sowie Beat Furrer.

Mit ihren beiden Gästen wird Renate Burtscher genauso über den Konzertzyklus dieser Saison im Wiener Konzerthaus mit dem Titel „grenz.wert“ plaudern als auch über die Bedeutung des Klangforum Wien, das als Künstlerkollektiv mit persönlichem Einsatz für die Neue Musik auch ein Kapitel Musikgeschichte geschrieben hat und weiter schreibt …

14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Einfall aus dem Jenseits – Die übersinnlichen Kompositionen der Rosemary Brown

Von Bettina Mittelstraß. Sie war eine Hausfrau, heißt es. Sie hatte keine Ahnung von Musik, heißt es. Aber wenn sie sich ans Klavier setzte, traten der verstorbene Franz Liszt oder Ludwig van Beethoven aus dem Jenseits dazu und diktierten ihr ins Notenblatt. Die Britin Rosemary Brown war in den 1970er Jahren ein in Medien und Musikwelt viel diskutiertes Phänomen. Denn: das Ergebnis ihrer Sitzungen auch mit Schubert oder Debussy war gut, Musikexperten nickten es ab. Psychiater und Parapsychologen erklärten Frau Brown für normal. Die BBC filmte den Moment „auf Empfang“ und selbst für das Magazin „Der Spiegel“ war das Musikmedium einen Artikel wert. Ob der kreative Einfall beim Komponieren von oben, von innen, von jenseits kommt – in der Welt der Musik ist der Kompositionsprozess nicht selten von Pathos und Mythen umgeben. Wenn es um den musikalischen Einfall geht, ist auch von höheren Instanzen die Rede, von Visionen, Instinkt oder kosmischen Kräften. Wie aber passt Inspiration zu einer einfachen britischen Hausfrau? Wohl nur mit Lis(z)t im Rücken …

18:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK-Musiknacht. Die Sprache der Musik: Mekong – ein Fluss, seine Menschen und Geschichten

Von und mit Ulrike Zöller. Er entspringt im tibetischen Hochland und mündet in Vietnam: Der Mekong ist einer der wichtigsten Flüsse Südostasiens. Sechs Staaten – vom chinesischen Yunnan im Norden bis Vietnam im Süden – teilen sich den Fluss. Durch die Migranten, die meist flussabwärts nach Süden wanderten, entwickelte sich in den letzten Jahrhunderten auch eine kulturelle Verbindung. Heute haben diese Bevölkerungsgruppen als „Minderheiten“ in Ländern wie China, Thailand oder Myanmar nicht den besten Stand. In der Musiknacht wird es um die Auswirkungen von Migration und Politik auf die Musik gehen, aber ebenso um den Einfluss von Geistern und Gottheiten, um Poesie und Puppen, um spirituelle Musik zwischen Buddhismus und Animismus, um zeremonielle Tänze und königliche Instrumente. Und wir gehen der Frage nach, wie die musikalischen Mekong-Traditionen erhalten werden können – und wie sich die Musik in der europäischen Migration entwickelt.

20 – 21 Uhr | SRF2Kultur
Musik unserer Zeit: Über Kreuze, Auflösungszeichen und Generalpausen – Wie politisch ist die zeitgenössische Musik eigentlich?

Im Gegensatz zu anderen KünstlerInnen halten sich die meisten KomponistInnen mit politischen Aussagen gern zurück. Weltabgewandt, im kleinzirkeligen Kokon. Oder wie es der Komponist Moritz Eggert formuliert: In einem «Betrieb aus Aufträgen, Stipendien, Preisen und Professuren, der ruhig stellt». Dabei liegen die Themen dringlich wie nie auf der Hand: Rechtspopulismus, Klimawandel, Migration. Warum regt sich nur so wenig in der zeitgenössischen Musik? Und was machen die, die aktiv einen anderen Weg gehen? Eine Sendung von Kristin Amme über Provokationen, Utopien und gesellschaftliche Realitäten – mit KomponistInnen, die ganz bewusst die gesellschaftliche Interaktion suchen: Isabel Mundry, Brigitta Muntendorf, Johannes Kreidler, Moritz Eggert, Dietrich Eichmann und Sarah Nemtsov.

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik

Szene [55]: MEX – Intermediale und experimentelle Musikprojekte. Von Leonie Reinke. Richard Scott: Improvisation auf analogen Synthesizern; Andreas Oskar Hirsch: Carbophon; Tim Olive und Anne-F Jacques: Low-tech-Improvisation; TONG: Improvisation mit Objekten und ad-hoc-Instrumenten; Eryck Abecassis: Komposition für modulare Synthesizer; Rinus van Alebeek: Improvisation mit Kassettenspielern; Frank Schulte: Sonische Plastiken; Nicolas Collins: Music für DIY-Gegenstände und Computer; Karls Degenhardt: Performance, Schlagzeug, Elektronik

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Russland 1917 und 2017 – Widerstand des Materials

Avantgarde in der postsowjetischen Ära. Von Gisela Nauck. Anfang der 1990er-Jahre wuchs in der postsowjetischen Ära eine neue, junge, russische Avantgarde. Ihr künstlerisches Zentrum ist die Gruppe „Soprotiwlenie materiala“ (dt.: Widerstand des Materials). Wie ein Jahrhundert zuvor die russischen Futuristen und Suprematisten vor und nach der Oktoberrevolution, nutzen auch heute junge Musiker die Kraft künstlerischer Negation. In der Rebellion gegen lähmende Verhältnisse in Kulturbetrieb und Gesellschaft entwerfen sie künstlerisch Neues. Im heutigen Russland drohen die frei gesetzten Energien allerdings zu versanden. Über die Ziele, mangelnde Unterstützung und ein drohendes Ende dieser Bewegung spricht Autorin Gisela Nauck mit dem Komponisten Sergej Newski, einem der wichtigsten Initiatoren. In der Sendung erklingt Musik u.a. auch von Dmitri Kourliandski, Boris Filanowsky, Anton Wassiliew.


29.10.2017


00:05 bis 06:00 | SWR 2
SWR2 Spezial: My Favourite Things – Die lange Nacht der Ars Acustica in SWR2: Beuys hören!

Realisation und Moderation: Manfred Hess, Reinhard Ermen, Björn Gottstein und Frank Halbig. (Produktion: SWR 2017)

0:05 – 2:00 Die lange Nacht der Ars Acustica in SWR2: Poesie und Hörspiel. Moderation: Manfred Hess

2:03 – 4:00 Die lange Nacht der Ars Acustica in SWR2: Beuys hören! Moderation: Reinhard Ermen, Manfred Hess

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Ende der Sommerzeit um 3.00 Uhr

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4:03 – 5:00 Die lange Nacht der Ars Acustica in SWR2: Neue Musik. Moderation: Björn Gottstein

5:03 – 6:00 Die lange Nacht der Ars Acustica in SWR2: Rock 'n' Pop. Moderation: Frank Halbig

Eine Woche nach den Donaueschinger Musiktagen und der Verleihung des Karl-Sczuka-Preises präsentieren SWR2 Hörspiel und SWR2 Neue Musik zum sechsten Male das weite Feld der Ars Acustica. Die Nacht der Zeitumstellung von der Sommerzeit zur Winterzeit, die um 2 Uhr morgens einsetzt, wird für sieben Stunden zu einer Reise in die Welt der akustischen Kunst.

Der Terminus Ars Acustica ist eine sinnvolle Hilfskonstruktion. Unter diesen Oberbegriff fallen künstlerische Werke, die auf ganz andere Zuordnungen hören können: Klangkunst, Radiokunst, Performance, Sound oder Electronic Art, Poetry, Feature, Hörspiel und Neue Musik. Aber auch im Rezeptionskontext Pop, Rock, oder gar Film ist die Welt der Ars Acustica zu entdecken, was die Verwirrung für Systematiker oder Puristen vollständig macht. Die SWR2 Lange Nacht der Ars Acustica verfolgt diesen grenzüberschreitenden Ansatz. So reichen die akustischen Verführungen vom wagemutigen Sprach- und Klangexperiment bis zum groovenden Song oder meditativen Naturgeräusch.

Die diesjährige documenta 14 ist geprägt von performativen Tendenzen in der bildenden Kunst. Ein Schwerpunkt der langen Nacht in SWR2 2017 wird auf dem Werk und Wirken von Joseph Beuys liegen, dem Großmeister der politischen wie performativ arbeitenden bildenden Kunst. Immer wieder bezog er die Ars Acustica in sein Schaffen mit ein.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: „Tuuletar“ – stimmgewaltige Windgöttinnen

Das finnische „Kalevala-Epos“ als Rap?? Geht das? Darf das sein? Diese Frage beantwortet das Vokal-Quartett „Tuuletar“ auf der Bühne – mit einem mitreißenden Rap! Es geht! Und die Frage, was sein darf und was nicht, stellen sich die vier jungen Sängerinnen aus Finnland sowieso nicht. Beim Gesangsstudium haben sie sich kennengelernt, realisierten ein gemeinsames Pflichtprojekt und merkten, dass da nicht nur viel Potential, sondern vor allem auch viel Spaß in der Zusammenarbeit lag. 2016 wurde das Debütalbum der stimmgewaltigen „Windgöttinnen“ – so die Übersetzung von „Tuuletar“ – als bestes Ethno-Album bei den Finnish Music Awards ausgezeichnet. Es lohnt sich, in dieser Sendung zu zu hören und in zahlreichen Live-Mitschnitten zu erfahren, dass die Vier ihr Hand- bzw. in diesem Fall ihr Mundwerk par excellence beherrschen. Aber im Gespräch wird schnell klar, dass hinter der scheinbaren „Leichtigkeit“ eine Menge Aufwand steckt: „Es ist schon harte Arbeit mit dem Ensemble, denn die Stimme ist etwas sehr Sensibles. Man muss sich ständig um physische und mentale Stabilität und Gesundheit kümmern, damit man singen kann. Was für die Stimme die größte Herausforderung ist, und woran wir am meisten arbeiten, ist die Tatsache, dass wir ständig versuchen, neue Sounds zu finden und neue Wege zu suchen, wie man die Stimme einsetzen kann.“ „Tuuletar“ steht für innovativen a capella-Gesang vom Feinsten! Eine Sendung von Roland Kunz.

23:00 | Ö1
Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio – Labyrinth der Sprachen (Laberinto de lenguajes V) (2017)

Von Concha Jerez – José Iges mit Evelyn Schalk, Max Höfler und Reni Hofmüller live aus Forum Stadtpark, Produktion esc medien kunst labormedien kunst labor in Graz.

Die Arbeit entsteht aus einer Überlagerung von Erinnerungsextrakten und bezieht sich auf verschiedene Phasen eines gemeinsamen Werks. Jedes Werk aus der Serie Laberinto de lenguajes entwickelt sich in einem konkreten Raum. Ausgehend von diesem konkreten Raum und der Live-Intervention von drei Sprecher und Sprecherinnen und Einspielungen konfiguriert sich die Arbeit als labyrinthische Beziehung von Sprachen in einem Raum und in einer Zeit, die real, virtuell und mental definiert sind.

Die Sprachen existieren gleichzeitig als Extrakte im Performanceraum und als Radiosendung, in dem der dreidimensionale physische Raum in den elektronischen Radioraum übertragen wird.

Die Arbeit zentriert sich um einen Text, in der Version für Graz in deutscher Sprache, der von den drei Sprecher/innen interpretiert wird und nach einer präzisen Partitur dargeboten wird.

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