Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 25.12. bis 31.12.2017


(nmz) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 52. Schwerpunkte: Der Klang der Stille, Friedrich Rückert und die Musik, Die Aura der Konserve, Dirigenten bei der Probe, Komische Oper Berlin, Erwin Ortner, Bertolt Brechts Lieder in Griechenland, Aparte Besetzungen, Bernhard Langs Wagner-Reflexionen, Das Cembalo in der Musik des 20./21. Jahrhunderts, Auf Klangreisen mit Jana Winderen, Zett Emm – Ein Jugendfestival für Neue Musik, musica reanimata, Rückblick auf die Bayreuther Festspiele 2017 +++ Claudio Monteverdi, Georg Philipp Telemann, Enno Poppe, Peter Ablinger, Bernd Alois Zimmermann und Eliane Radigue.
24.12.2017 - Von mh


25.12.2017


19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Feature-Fest: Der Klang der Stille – Oder: Warum das Nichts nicht existieren kann

Von Monika Kursawe. Sie umfängt uns in der Nacht, wenn alles schweigt; sie liegt in der Wüste, im Eismeer oder im All – die Stille. Und doch ist sie nie greifbar und immer durchbrochen, und sei es nur durch unseren eigenen Herzschlag. Aber was ist das überhaupt – Stille? Ist Stille schon das Schweigen der Mitmenschen oder die völlige Abwesenheit von Klängen? Ein physikalischer Zustand oder mehr ein Gefühl? Und wo finden wir Stille überhaupt? John Cage suchte sie im resonanzarmen Raum, so mancher findet sie in der Meditation. Auf der Bühne ist sie dramaturgisches Mittel, sie ist Bedrohung und große Sehnsucht zugleich. Musiker, Physiker, Schauspieler, Ärzte und ein Astronaut begeben sich auf die Suche nach Stille.

22:05 | Ö1
Opus – das Musikkolloquium: Friedrich Rückert und die Musik. Eine Spurensuche zwischen Orient und Okzident

Gestaltung: Nadja Kayali. Friedrich Rückert ist einer der am häufigsten vertonten deutschsprachigen Dichter, dass er auch ein brillanter Wissenschaftler war und als Orientalist Meisterleistungen vollbracht hat, ist weniger bekannt. Dabei spielen diese Forschungen auch immer wieder in seine Dichtung und damit in die Musik. Rückert war ein Sprachgenie, angeblich beherrschte er an die 50 Sprachen, aus denen er auch ins Deutsche übersetzte und übertrug. Von den Kindertotenliedern zu den Maqamen des Hariri führt diese Sendung mit Musik von Schubert, Schumann, Mahler, Brahms, Marschner und anderen.


26.12.2017


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Die Aura der Konserve – Über das Arbeiten mit historischen Tonaufnahmen

Von Martina Seeber. Erforschung von Erinnern, Vergangenheit, Tradition: Handelt es sich hier um Nostalgie oder um ein ästhetisches Argument?

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Dirigenten bei der Probe

Nikolaus Harnoncourt probt mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks „Das Paradies und die Peri“, op. 50, von Robert Schumann. Von Bernhard Neuhoff und Karlheinz Steinkeller

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Musiktheater der Zukunft – Die Komische Oper Berlin feiert 70. Geburtstag

Von Eva Blaskewitz. Anlässlich des Jubiläums verbindet sich der Blick in die Vergangenheit ganz selbstverständlich mit einem Blick in die Zukunft.

Seit der ersten Vorstellung am 23. Dezember 1947 steht die Komische Oper, das kleinste der drei Berliner Opernhäuser, für zukunftsweisendes Musiktheater. Die Marschrichtung hatte der legendäre Gründungsintendant Walter Felsenstein vorgegeben, der mit dem Schlagwort ‚Realistisches Musiktheater' Glaubwürdigkeit und Authentizität verband. So manche Untiefen waren im Laufe der Zeit zu umschiffen, die deutsch-deutsche Geschichte hat im Haus ihre Spuren hinterlassen, nach der Wende stand gar seine Existenz in Frage.

22:05 | Ö1
Opus – das Musikkolloquium: Lasset uns frohlocken! Erwin Ortner zum 70er

Getaltung: Renate Burtscher. Musikalische Herkunft verpflichtet. Einst Mitglied der Wiener Sängerknaben unter Ferdinand Grossmann, Student an der Wiener Musikhochschule bei Hans Swarowsky und Hans Gillesberger ist Erwin Ortner im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte zur Chordirigenteninstanz Nummer Eins in Österreich geworden. Kein Chor hat im Musikleben des Landes einen klingenderen Namen als der von ihm gegründete Arnold Schoenberg Chor. Besonders glückend und fruchtbar für den ASC – so die Abkürzung in Insiderkreisen – war die über vier Jahrzehnte andauernde Zusammenarbeit mit Nikolaus Harnoncourt. Viele Einspielungen und Preise können das überzeugend dokumentieren. Im Mittelpunkt der Sendung wird Erwin Ortners eigene, mittlerweile elf Alben umfassende ASC CD-Edition stehen.


27.12.2017


19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Feature-Fest: „Ändere die Welt, sie braucht es“ – Bertolt Brechts Lieder in Griechenland

Von Christian Lösch. In Griechenland wurde Bertolt Brecht erst nach seinem Tod 1956 entdeckt, doch seitdem entfaltete sein Werk ein starkes Eigenleben, vor allem in der Musik. Brecht wurde aufgenommen in eine reichhaltige griechische Liedkultur, die zum Nachdenken über den Zustand der Welt anregt und die Möglichkeit aufscheinen lässt, dass gesellschaftliche Verhältnisse veränderbar sind. Griechische Vertonungen seiner Verse zwischen Klassik und Rock sind in der weiter vorherrschenden Krise des Landes beständig im öffentlichen Rundfunk zu hören. Für seine Sendung sprach Christian Lösch mit griechischen Künstlern über die Bedeutung von Brechts widerständiger Poesie in Anbetracht einer Gesellschaft, in der die seichte Unterhaltung der Massenmedien tonangebend ist.

21:04 bis 22:00 | kulturradio vom rbb
Musik der Gegenwart: Der Komponist und Dirigent Enno Poppe

Mit Ulrike Klobes. „Knochen“, „Salz“, „Haare“ oder „Fingernagel“ nennt der Berliner Komponist und Ensembleleiter Enno Poppe seine Stücke, die trotz ihrer Komplexität immer einen Bezug zum Titel aufweisen und so im besten Sinne geerdet wirken.

21:35 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Aparte Besetzungen

Von Helmut Peters. In der Neuen Musik sind der Vielfalt an Instrumentalbesetzungen keine Grenzen gesetzt. Es gibt Stücke, in denen eine Piccoloflöte, eine Tuba und ein Klavier oder acht Kontrabässe und eine Pauke besetzt sind, ganz zu schweigen von Geräuscherzeugern und elektronischen Hilfsmitteln jeder Art. Ungewöhnlich ist auch die Besetzung des SaVaSa Trios mit zwei Trompeten und einem Horn, deren neues Album „Calls, Studies & Games“ wir in der „neuen musik“ vorstellen. Ein apartes Klangexperiment stellt auch Magnus Lindbergs „Metal Work“ für Akkordeon und Schlagzeug dar.

23:03 | Ö1
Bernhard Langs Wagner-Reflexionen: 2017 revisited. „Mondparsifal Alpha 1 – 8“ von Bernhard Lang

Gestaltung: Reinhard Kager. Bereits 1985 grübelte Bernhard Lang in der Bibliothek der Musikuniversität Graz über Richard Wagners „Parsifal“: „Mich faszinierte damals schon die ungeheure Statik des Dramas, das eigentlich Untheatralische, die unendlichen Monologe, der mystische Schluss; … Ent-Zeitlichung, Rauschmusik, Theatermagie, danach suchte ich hier“.

So erinnert sich Lang an seine damaligen Gedanken über Wagners Bühnenweihfestspiel im Programmheft der neuen Staatsopern-Produktion. Nach mehr als 30 Jahren erteilte der oberösterreichische Komponist seine musikalische Antwort: Unter dem Titel „Mondparsifal Alpha 1-8 (Erzmutterz der Abwehrz)“ gelangte am 4. Juni 2017 bei den Wiener Festwochen Langs neuestes Musiktheater zur Uraufführung. Gespielt vom Klangforum Wien unter Simone Young, in einer Inszenierung von dem prominenten Künstler Jonathan Meese, der auch die Bühnenausstattung des Abends entworfen hat.

Das ursprünglich „ParZeFool“ betitelte Stück folgt der Zeitstruktur der Wagner-Oper. Auch alle Protagonist/innen sind – mit Ausnahme Titurels und einiger Blumenmädchen – vertreten; sogar Wagners Text findet in Auszügen Verwendung, doch am Ende wird Kundry siegen. Musikalisch folgt Lang den Kompositionstechniken, die er in seiner Werkreihe „Differenz/Wiederholung“ entwickelte.


28.12.2017


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Peter Ablinger – „Verkündigung (Annunciation)“ (1990)

Gisela Mashayekhi-Beer, Flöte; Marcus Weiss, Tenorsaxofon; Hildegard Kleeb, Klavier

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Hans-Herbert Winkel: „Der Käfer und die Blume“ (Artvento Quintet & friends); Jan Koetsier: „Homage to Gershwin“, op. 54 (Ernst August Quelle, Klavier; Münchner Rundfunkorchester: Jan Koetsier); August Peter Waldenmaier: „Unter südlicher Sonne“ (Münchner Rundfunkorchester: Werner Schmidt-Boelcke); Hans Posegga: Klavierkonzert (Hans Posegga, Klavier; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Rudolf Alberth); Ludwig Stiel: Fantasie (Münchner Rundfunkorchester: Ulrich Weder); Peter Michael Hamel: „Johnny spielt auf“ (Peter Michael Hamel, Klavier); Ulrich Sommerlatte: „Traumballett“ (Thüringen Philharmonie: Olaf Koch)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Feature-Fest: Schlitzohr und Schöpfergeist – Oder: Wie aus dem Jurastudenten Georg Philipp Telemann ein gewitzter Geschichtenerzähler wurde

Von Sylvia Schreiber. Grollt der Himmel über Hamburg, schreibt er eine Donnerode. Stirbt sein Kanarienvogel, würdigt er das Tier mit einer Trauermusik. Als das Buch „Gullivers Reisen“ heraus kommt, setzt er sämtliche seltsamen Figuren aus dem Roman in Musik um. Und das Publikum? Das ist hingerissen von seinem feinsinnigen Humor. Georg Philip Telemann absorbiert, was um ihn herum geschieht. Und erschafft so eine neue Unterhaltungskultur. Zum flachen Vielschreiber stempelte man ihn dafür später ab. Tatsächlich hinterlässt er uns mit seinen vielen Werken mal lausbübisch anmutende, mal kernige, mal berührende und immer klangvolle Schnappschüsse seiner Zeit. Telemann arbeitet rasant und progressiv. Er schickt seine Stücke hinaus in die Welt, ist perfekt vernetzt mit wichtigen Persönlichkeiten. Telemann – fantasievoll, fleißig, fortschrittlich. Im Juni jährte sich sein Todestag zum 250. Male.

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Das Cembalo in der Musik des 20./21. Jahrhunderts

Kompositionen von Francis Poulenc, György Ligeti, Anneli Arho, Sofia Gubaidulina, Henryk Gorecki, Jean Francaix, Iannis Xenakis, Jean-Pierre Leguay und Manuel de Falla

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Vergeht die Zeit? | Das Klavierwerk von Bernd Alois Zimmermann (1918-1970)

Eine Sendung von Ulla Herpers. Am Klavier erprobte Bernd Alois Zimmermann wie viele andere Komponisten auch die eigenen künstlerischen Positionen. Hier entstanden Schlüsselwerke seiner Ästhetik. Wie lässt sich mit Musik Zeit erleben? Uralte Fragen, neu gestellt.

1918 geboren, empfindet sich der rheinländische Komponist Bernd Alois Zimmermann nach dem Zweiten Weltkrieg inmitten einer um zehn Jahre jüngeren Generation als der „Älteste der Jungen“. Klavierwerke dienen ihm als Ort künstlerischer Erprobung, markieren zentrale Opera seiner Entwicklung, seiner Suche nach Neuartigem. Mit seinem ersten seriellen Stück, den 1956 konzipierten „Perspektiven“ für zwei Klaviere, erhält er erste Anerkennung. Zeit und Raum erforscht er hier mit musikalischen Mitteln und er thematisiert, was ihn dann zeitlebens beschäftigt, die, wie er selbst sagte, „unbegreifliche Paradoxie alles Zeitlichen“ – inklusive der notwendigen Freiräume für die Imagination, das Spontane, das Assoziative, das Traum- und Trancehafte. Eine Spurensuche im Klavierwerk von Ulla Herpers.

23:03 | Ö1
2017 revisited. Auf Klangreisen mit Jana Winderen – Jana Winderen. Wenn die Korallenriffe verstummen

Gestaltung: Susanna Niedermayr. Seit vielen Jahren bereits setzt sich Jana Winderen in ihren Stücken, Veröffentlichungen und Klanginstallationen unermüdlich für jene Lebewesen ein, die im Wasser wohnen und dort durch die stetig wachsende menschliche Umwelt- und Lärmverschmutzung akut gefährdet sind. Nach der jahrelangen Erforschung des Nordmeeres wurde die norwegische Künstlerin von der Thyssen-Bornemisza Art Contemporary Foundation in den Süden eingeladen, – zu mehreren Exkursionen mit dem hauseigenen Forschungsschiff Dardanella.

Und so widmet sie sich in ihrem Projekt „Silencing the Reefs“ seit 2012 den vielgestaltigen Klangwelten der Korallenriffe, wie man heuer etwa auch in der Ausstellung „Tidalectics“ im Atelier Augarten in Wien hören konnte. Aber auch ihr Interesse am Hohen Norden ist nach wie vor groß. Im Rahmen von „Iskanten“ erkundet sie jene Zone, die als Packeisgrenze bezeichnet wird. Aufgrund des Klimawandels verlagert sich diese immer weiter in Richtung Nordpol. Gemeinsam mit Winderen horchen wir weiters in den Fluss Orne hinein, der durch die Normandie fließt und unternehmen einen Ausflug in jenen Bereich, der jenseits der menschlichen Hörschwelle liegt.


29.12.2017


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Singing yesterday's news again – Von Natascha Sadr Haghighian und Nicholas Bussmann

Mit: Margareth Kammerer, Rico Repotente, Yusuf Ergün, Laura Mello, Aaron Snyder, Lucile Desamory, Eduard Mont de Palol, Konstantin Schimanowski u.a. Produktion: Autoren/Deutschlandfunk Kultur 2017; Länge: ca. 54'30; (Ursendung)

Die Nachrichten von gestern sind der Ausgangspunkt eines „Stille Post“-Spiels mit 20 Sängerinnen und Sängern.

Die Nachrichten sind das Herz eines Radioprogramms. Bei ‚SAVVY Funk', dem temporären Sender von documenta 14 und Deutschlandfunk Kultur schlug dieses Herz vom 17. Juni bis 8. Juli in einem besonderen Takt: Jeden Tag sangen eine Sängerin oder ein Sänger die Nachrichten vom Vortag. Diese Nachrichtengesänge wurden am Folgetag nachgesungen, und das Nachgesungene wiederum von anderen nachgesungen. So bildeten die Stimmen der Sänger allmählich einen Chor und machten einen sozialen Resonanzraum hörbar.

Die Gesangstexte stammten aus derselben Quelle, wie die Nachrichten des Deutschlandfunks. Allerdings wurden die geografischen Koordinaten täglich geändert. So verschob sich die Wahrnehmung dessen, was wichtig und aktuell ist.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Viera Janárceková: Concerto (Ivan Buffa, Klavier; Bamberger Symphoniker: Jonathan Nott); András Hamary: „Extinction Tales“ (Trio Comet); Bernhard Weidner: Zwei italienische Fantasien (Marije Grevink, Violine; via-nova-chor München: Florian Helgath); Walter Zimmermann: Distentio „Über die Zeit 2“ (Ensemble Recherche); Jürgen Schmitt: „Orpheus.Eurydike.Hermes“ (Susanne Pfitschler, Sopran; Monica Mascus, Alt; Ensemble Kontraste: Hermann Beyer)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Feature-Fest: Der vergötterte Sohn – Cremona feiert Claudio Monteverdi

Von Johannes Jansen. Während in Deutschland in diesem Jahr Luther und die Reformation im Festkalender ganz oben standen, dominierte in Italien der 450. Geburtstag von Claudio Monteverdi. Cremona, seine Heimatstadt, Mantua und Venedig, wo er mit seinen Opern Musikgeschichte schrieb, richteten Feierlichkeiten aus. Höhepunkt war ein Monteverdi-Festival im Juni. Den Auftakt machte die musikalische Eröffnung einer Ausstellung unter dem Motto „Monteverdi e Caravaggio“. Sie ist auch der Ausgangspunkt eines Features über den bedeutendsten Komponisten des Frühbarocks, den schon die Zeitgenossen als Geschenk des Himmels betrachteten.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: Zett Emm – Ein Jugendfestival für Neue Musik

Von Hubert Steins. Neue Musik fristet oft ein Nischendasein. Meist nur auf eigenen Konzerten oder Festivals gepflegt, haftet der zeitgenössischen Musik das Klischee an, ein Metier nur für Spezialisten zu sein. Was aber wäre, wenn sie früher schon in der musikalischen Erziehung Thema wäre? Die Rheinische Musikschule in Köln hat ein Ensemble für Neue Musik gegründet und veranstaltet seit fünf Jahren das Festival Zett Emm, das von Kindern und Jugendlichen gespielte und komponierte Werke der Neuen Musik präsentiert.

23:03 | Ö1
2017 revisited. Die Pionierin Eliane Radigue – Die Anfänge der akusmatischen Musik: Eliane Radigue

Gestaltung: Astrid Schwarz. Sie hat die Elektronische Musik entscheidend mitgeprägt: Eliane Radigue war eine der Pionierinnen, die sich im Paris der 1950er Jahre mit der musique concrête beschäftigten. Damals arbeitete sie als Assistentin des Komponisten und musique conrête-Pioniers Pierre Henry in dessen neugegründetem Pariser Studio. Durch mehrere Aufenthalte in den USA und durch ihre Ehe mit dem Objektkünstler Arman, knüpft Radigue Verbindungen zur dortigen Kunstszene und entdeckt den analogen Synthesizer ARP 2500 als ihr Hauptinstrument.

Er prägte den Stil ihrer meditativen, minimalistischen Kompositionen über Jahre hinweg. Mit ihrem letzten elektronischen Stück „L'ile resonante“, das sie im Jahr 2000 komponiert hat, gewann sie 2006 die Goldene Nica des Prix Ars Electronica. Seither beschäftigt sich die 85-jährige Komponistin ausschließlich mit instrumentaler Musik und arbeitet mit namhaften Interpret/innen zusammen. Damit habe sie endlich das gefunden, was sie in der elektronischen Musik immer gesucht hatte, erzählt sie im Interview.


30.12.2017


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Der vergötterte Sohn – Cremona feiert Claudio Monteverdi

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: SchreibenDenkenHören – Der korallene Wald

Ein Wortspiel für Annette von Droste-Hülshoff. Von Ruth Johanna Benrath. Aufnahme des WDR 2017

„… als ob meine Natur facettiert sei …“ Von Hans Ulrich Humpert. Mit Leslie Malton, Bernt Hahn und Traugott Buhre. Aufnahme des WDR 2009

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: musica reanimata – Von Saarbrücken nach Tel Aviv – der Komponist Tzvi Avni

Aufnahme vom 26.9.2017 aus dem Musikclub im Konzerthaus Berlin. Am Mikrofon: Georg Beck. Zum Musiker und Komponisten wurde der Sohn polnischer Juden in Palästina. Dorthin waren seine Eltern mit ihm 1935 aus Saarbrücken geflohen. Als 90-Jähriger ist Avni heute vor allem als kultureller Brückenbauer zwischen Israel und Deutschland aktiv. Sein kompositorisches Schaffen wird von der Suche nach einer geistigen Heimat bestimmt. Stilistisch wechselte Avni von der zweiten Wiener Schule zum ‚mediterranen Stil' im Israel der 1950er-Jahre und schließlich ins Elektronische Studio in Jerusalem, dessen Gründer er war. In Tel Aviv hochgeehrt, erfährt Tzvi Avni nun auch endlich in Deutschland Würdigungen seiner Musik und Person. Saarbrücken verlieh ihm 2012 die Ehrenbürgerschaft. Anlässlich seines 90. Geburtstags war er im Herbst dieses Jahres Ehrengast beim Gesprächskonzert der Reihe ‚musica reanimata' im Konzerthaus Berlin. Kolja Lessing und Holger Koch spielten hier u.a. sein Duostück ,Gesharim' (Brücken).


31.12.2017


16:04 bis 19:00 | hr2-kultur
Zwischen Pop und Provokation – Rückblick auf die Bayreuther Festspiele 2017

Der Castorf-Ring in seinem letzten Jahr, die neuen Meistersinger von Barrie Kosky und der „Diskurs Bayreuth“. Ein Rückblick von Natascha Pflaumbaum und Martin Grunenberg

Wenn in den letzten Jahren auch so manche dunkle Wolke im Vorfeld der Bayreuther Festspiele über den Grünen Hügel zog, so war doch auf den Sonnenschein zur Premiere immer Verlass. In diesem Jahr ist es andersherum: Kein Skandälchen trübt die Vorbereitungen der Wagner-Festspiele, aber zur Premiere frösteln die prominenten Gäste im Dauerregen. Rätselhaft und doch irgendwie gelungen ist die Interpretation von Regisseur Barrie Kosky der „Meistersinger von Nürnberg“ als wirklich komischer Oper. Dass die Schatten der nationalsozialistischen Vergangenheit aber immer noch auf den Festspielen liegen, das war nicht nur in der Neuinszenierung, sondern auch im „Diskurs Bayreuth“ Thema. Kunst, Politik und/oder einfach Opern-Genuss – eine Erkundung zur „Faszination Bayreuth“ bei Sängerinnen und Sängern (mehrere aktuelle und ehemalige Mitglieder der Oper Frankfurt sind im Festspielhaus zu hören) sowie bei der Festspielleitung.