Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 27.11. bis 03.12.2017


(nmz) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 48. Schwerpunkte: Ensemble Nikel, Karlheinz Stockhausen, Luigi Nono, Claude Vivier, „Les Femmes Savantes“, Florian Hecker, Charles Koechlin, Varvara Kutuzova, Ensemble Mosaik, Rosetta Reitz +++ Donaueschinger Musiktage 2017, Wien modern 2017, Uraufführungs-Reigen in Dornbirn, WDR 3 Konzert live – Musik der Zeit, Week-End Fest 2017 +++ Der Rausch der Neuen Musik, Analoge Zombies, Herzenswut und Seelenglut, Island, Tracing Pjotr Zak, Neubeginn oder vergebliche Rückkehr Wiener Komponisten aus dem Exil und Streifzüge durch Rio de Janeiro.
26.11.2017 - Von mh


27.11.2017


21:04 bis 22:00 | kulturradio vom rbb
Musik der Gegenwart: Donaueschinger Musiktage 2017

Mit Andreas Göbel. In dieser Jahr hat das Festival einen Schwerpunkt auf neue Konzertformate gelegt. Der Regisseur Laurent Chétouane konfrontiert das Publikum mit Wartehallensituationen, der Komponist Martin Schüttler lässt in einzelnen Containern spielen, und bei Francesca Verunelli sitzt ein Flötist am Klavier, während das Instrument computergesteuert spielt. Ein Überblick über 20 Uraufführungen und Klanginstallationen.

23:03 | Ö1
Uraufführungs-Reigen in Dornbirn (1) -Neue Musik aus Vorarlberg. Texte & Töne 2017 (Teil 1)

Gestaltung: Stefan Höfel. Zum fünften Mal fand heuer „Texte und Töne“, ein Festival für Literatur und Musik, im Funkhaus in Dornbirn statt. An zwei Tagen präsentieren Vorarlberger Künstlerinnen und Künstler zeitgenössische Literatur und Kompositionen, die sich gegenseitig ergänzen, kontrastieren und zu Improvisationen anregen sollten. Das auf Neue Musik spezialisierte ensemble plus musizierte unter anderem Musik von Gerold Amann sowie Uraufführungen von Gerda Poppa, Peter Herbert, Matthew Smith und Johannes Bär.

23:30 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Der Rausch der Neuen Musik

Von Bernd Künzig. „Sex, Drugs and Rock 'n' Roll“ – diese Trias ist mittlerweile sprichwörtlich geworden für eine bestimmte Haltung im weiten Feld der Popmusik. Sie ist von geradezu mythensteigernder Qualität. Im Bereich der komponierten Musik hingegen scheinen zumindest die Drogen doch eher in die Schmuddelecke zu gehören. Unter vorgehaltener Hand spricht man davon. In wieweit Drogenerfahrungen Grundlagen des kompositorischen Prozesses werden können, ist weitestgehend unhinterfragt. Dennoch lassen sich zahlreiche Werke der Musik nach 1945 finden, die ohne die Stimulanzien aus der modernen Drogenküche so nicht entstanden wären.


28.11.2017


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: „Smartphones auf uns gerichtet“ – Zehn Jahre Ensemble Nikel

Von Julian Kämper. Mit der Liebhaberbox „A Decade“ zeigen die vier Musiker einen Weg auf, wie sich junge Ensembles heute positionieren können. Zugegeben, es wäre zu früh, die Jubiläumsbox des Ensemble Nikel als Retrospektive, Best of oder Lebenswerk zu verstehen. Doch die Auswahl an CDs, DVDs, Texten und Fotos, die anlässlich seines zehnjährigen Bestehens in Eigenarbeit entstanden ist, vermittelt sehr wohl ein akustisch und visuell sowie haptisch erlebbares Abbild einer innovativen Ensemble-Arbeit. Die Musiker treten keineswegs hinter die Musik zurück, sondern sind Akteure mit großer medialer Präsenz. Dabei realisieren sie ihre eigenen Ideen von inszenierten Konzerten und scheuen in Sachen künstlerischer Positionierung keinen Spagat – etwa den zwischen Neuer Musik und Techno, zwischen Auftragskompositionen und freier Impro-Session, zwischen Donaueschingen und Rave-Event. Das Ensemble Nikel macht viel, um das traditionelle Interpretenbild zu erneuern und das Live-Erleben von Musik attraktiver zu machen. Da werden vom Publikum auch mal Selfies gewünscht.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Leander Kaiser: „Hurrican's eye“ (Joshua Lutz, Marimbaphon); Johannes X. Schachtner: Trois mouvements (Ensemble Schwerpunkt); Alexander Strauch: „Logo & Animated Gif“ (Andreas Skouras, Klavier); Nicolaus Richter de Vroe: „Gesät. Geäst“ (SingerPur); Bernd Redmann: „Sieben Wesen“ (Antje Weithaas, Violine; Silke Avenhaus, Klavier); Michael Emanuel Bauer: „Superflat“ (MGNM Festivalensemble); Markus Schmitt: „echoi“ (Felix Seiffert, Violoncello; Stefan Schulzki, Klavier); Enjott Schneider: Vier Gedichte nach Hermann Hesse (Peter Ullrich, Bariton; Dorothea Hoffmann, Klavier; Günter Andrich, Marimbaphon); Wolfgang Jacobi: Sonate (Julia Rebekka Adler, Viola; Andreas Skouras, Klavier)

23:03 | Ö1
Uraufführungs-Reigen in Dornbirn (2) -Neue Musik aus Vorarlberg. Texte & Töne 2017 (Teil 2)

Gestaltung: Stefan Höfel. Zum fünften Mal fand heuer „Texte und Töne“, ein Festival für Literatur und Musik, im Funkhaus in Dornbirn statt. An zwei Tagen präsentieren Vorarlberger Künstlerinnen und Künstler zeitgenössische Literatur und Kompositionen, die sich gegenseitig ergänzen, kontrastieren und zu Improvisationen anregen sollten. Das auf Neue Musik spezialisierte ensemble plus musizierte unter anderem Musik von Gerold Amann sowie Uraufführungen von Gerda Poppa, Peter Herbert, Matthew Smith und Johannes Bär.


29.11.2017


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Horst Lohse: „Die vier letzten Dinge“ (Christoph Maria Moosmann, Orgel; Bamberger Symphoniker: Aldo Brizzi); Jürgen Schmitt: „Vil Sturm & linde Zeit“ (Toscana Ensemble für Neue Musik); Dieter Buwen: „Die Abendnebel erinnern mich von fern an alte Zeiten“ (Ensemble Phorminx); Walter Zimmermann: „Glockenspiel“ (Christoph Caskel, Manos Tsangaris, Robin Schulkowsky, Schlagzeug); Volker Blumenthaler: „Glasnacht“ (Norma Enns, Sopran; Volker Blumenthaler, Violoncello; L'art pour l'art)

20:00 Uhr | SRF2-KULTUR
Klassiker der Moderne: KONTAKTE von Karlheinz Stockhausen

Vor bald 60 Jahren komponiert und heute ein Klassiker: Karlheinz Stockhausens Komposition Kontakte (1958-60). Ein aufregendes Beispiel dafür, wie instrumentale und elektronische Musik klanglich miteinander verschmelzen.

21:00 Uhr | SRF2-KULTUR
Con Luigi Nono

In seiner Musik ist Claus-Steffen Mahnkopf mal affirmativ und vehement, mal parodistisch und introspektiv, kompliziert und poetisch. Das Ganze gegossen in eine Hommage an Luigi Nono.

21:00 bis 22:00 |NDR Kultur
neue musik: Ein streitbarer Pionier – Stockhausen starb vor zehn Jahren

Von Helmut Peters. Er war zweifellos einer der bedeutendsten Vertreter der deutschen Avantgardemusik in der Nachkriegszeit und überhaupt der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Vor 10 Jahren starb Karlheinz Stockhausen, dieser große Neuerer und Pionier der elektronischen Musik auch in Zusammenarbeit mit dem Studio für elektronische Musik des WDR, im Alter von 79 Jahren in Kürten. Immer wieder sorgte Stockhausen, der unter anderem die „Kölner Kurse für neue Musik“ leitete, auch für Kontroversen auslösende Uraufführungen. Wir stellen neue Aufnahmen des legendären Komponisten und einen Ausschnitt aus seinen faszinierenden „Hymnen“ vor.

21:04 bis 22:00 | kulturradio vom rbb
Musik der Gegenwart: Der Komponist Claude Vivier

Mit Ulrike Klobes. Er war ein Einzelgänger, dessen Musik von verschiedensten Einflüssen geprägt ist. Studiert hatte Claude Vivier bei Karlheinz Stockhausen, beeinflusst war er von der französischen Spektralmusik, aber auch von Einflüssen aus Thailand, Bali und Japan.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Donaueschinger Musiktage 2017

Márton Illés: „Ez-tér“ für Orchester (Uraufführung), Chaya Czernowin: „Guardian“ für Violoncello und Orchester (Uraufführung). (Konzert vom 22. Oktober in der Baar-Sporthalle, Donaueschingen)

23:03 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Gestaltung: Reinhard Kager. Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen.


30.11.2017


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Analoge Zombies – Hörsaal des Museum Wiesbaden

Niklas Seidl: „Malte Eister“ für Violoncello und Kassettenspieler +++ Thomas Wenk: „Radierung III“ für Bassflöte, Klavier, Violoncello und drei Kassettenrekorder (Uraufführung); „Endless“ (Love in tape – killing tape); „Listen to me“ für Ensemble und Kassettenrekorder; „Listen & Play (Learning Language)“ für mehrere Instrumente und Kassettenrekorder; „Solo for Nam June“ für einen Performer mit Kassettenrekorder; „Großer Rausch“´für Kassettenrekorderensemble +++ tapetronic: „musique d'ordinateur sans ordinateur“ (Uraufführung); hand werk: Silvia Sauer, Stimmperformance; Thomas Wenk, Multikassettenrekorder; Alexis Malbert (tapetronic), modifizierte Kompaktkassetten-Instrumente

Analoge Zombies tauft der Freiburger Komponist und Performer Thomas Wenk seine liebevoll umsorgten High-End-Kassettenrekorder der 1980er-Jahre. Intelligent und gewitzt erweckt er sie zu neuem Leben und verarbeitet ihre jeweiligen Eigenheiten in seinen Kompositionen und virtuosen Improvisationen. Als groovender Gegenspieler scratcht und wirbelt Alexis Malbert alias tapetronic seine skurrilen Kassettenmutationen über die Magnetköpfe.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Peter Kiesewetter: Tango Nr. 11 (Münchner Rundfunkorchester: Robert Hanell); Heinz Störrle: Konzert (Hans Wolf, Giuseppe Solera, Otto Staniloi, Norbert Nagel, Saxophon; Münchner Rundfunkorchester: Iain Sutherland); Werner Thomas-Mifune: „Vogel-Strauss-Rally“; „Stille Nacht für Elefanten“; „Ein Stinktier dreht durch“; „Ein Nashorn kreuzt die Lokomotive von Mombasa“; „Die Stachelschweine ziehen um“ (Werner Thomas-Mifune, Wen-Sinn Yang, Violoncello); Heinz Benker: Concertino (Dieter Sonntag, Piccoloflöte; Münchener Kammerorchester: Hans Stadlmair); Herbert Blendinger: Violoncellokonzert (Franz Amann, Violoncello; Münchner Rundfunkorchester: Kurt Eichhorn); Joseph Suder: Symphonische Musik Nr. 2 (Münchner Rundfunkorchester: Werner Andreas Albert)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Herzenswut und Seelenglut – Herztöne

Musik und Liebe gehen Hand in Hand: Liebe ist das am meisten vertonte Gefühl.  Auf ein gemütvolles Herz kann sie wie eine Krankheit wirken, verursacht sie ja nicht selten jene physischen Leiden, die dem Herzen zugeordnet werden. Schon Goethe sprach „vom Doppelglück der Töne und der Liebe“, für Berlioz sind Musik und Liebe „die beiden Flügel der Seele“. „Wenn die Musik der Liebe Nahrung ist“ und das „Herz der Dinge“ preisgibt, wie steht es um die großen Tonkünstler – sind nicht gerade sie für die herzzerreißende Krankheit besonders anfällig? Der Einfluss der Liebe auf das Schaffen der Komponisten war natürlich gewaltig. Doch welche unsterblichen Geliebten stehen hinter ihren Werken und haben sie zu leidenschaftlichen Klangschönheiten beflügelt? Eine Sendung von Maria Schemm – randvoll gefüllt mit musikalischen Herzensangelegenheiten – zarten und verzweifelten, erotischen und utopischen, heimlichen und unheimlichen, erhabenen und begrabenen.

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: CD-Neuheiten

Kompositionen von Luciano Berio, Toshio Hosokawa, Dominik Susteck, Michael Denhoff, Oskar Gottlieb Blarr u.a.

20:03 bis 21:00 | BR-KLASSIK
contrapunkt. Dialog der Kulturen: Aus dem Goethe-Institut München – Island – Musik aus Feuer und Eis

Traditionsreich und dabei hochmodern, das ist Island. Zudem genießt es den Ruf einer Kulturnation – bei gerade einmal 320.000 Bewohnern. Seine alten A-Capella-Gesänge und Sprechgesänge wie Tvísöngur und Rímur sind bis heute eine wichtige Inspirationsquelle für die zeitgenössische isländische Musik. Daneben beeindruckt Island mit seiner spektakulären Natur, und mit dem weltweit dichtesten Musikschulnetz. Außerdem wird hier in erstaunlichem Maße geschrieben und gelesen.  Viele Gründe also, dieses bemerkenswerte kleine Land im Norden einmal musikalisch unter die Lupe zu nehmen: in einer Live-Sendung aus dem Goethe-Institut München mit Podiumsdiskussion und Musik. Als Gäste sind unter anderem dabei: die Sopranistin María Konráðsdóttir, die Harfenistin Gunnhildur Einarsdóttir, Mitbegründerin des Ensemble Adapter in Berlin, und Arnbjörg Danielsen, künstlerische Leiterin der interdisziplinären Musiktheaterplattform Far North. Moderiert wird der Abend von Kathrin Hasselbeck (BR-KLASSIK).

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert live – Musik der Zeit [2] Monologe

Tristan Murail: Songes, ombres et fumées für Streichquartett, Deutsche Erstaufführung +++ Bernd Alois Zimmermann: Monologe für 2 Klaviere +++ Ramon Lazkano: Etze für Streichquartett, Deutsche Erstaufführung +++ Rune Glerup: Werk für Streichquartett, Deutsche Erstaufführung. Quatuor Diotima; GrauSchumacher Piano Duo. Übertragung aus dem Kölner Funkhaus

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
„Les Femmes Savantes“ – ein Berliner Composer-Performer-Ensemble

Porträtiert von Sabine Sanio. 2005 hat sich in Berlin das Musikerinnen-Kollektiv „Les Femmes Savantes“ gegründet, das die Geschlechterfrage gern mit Humor nimmt. Schon mit der Wahl ihres von Molière geborgten Namens „Les Femme Savantes“ bekennt sich das Berliner Composer-Performer-Ensemble zur Selbstironie. Das Stück des französischen Dramatikers nimmt allzu (ein-)gebildete Frauen der Bourgeoisie aufs Korn. Die besondere Qualität dieses Ensembles entfaltet indes die wörtliche Übersetzung: „Die wissenden Frauen“. Denn diese „Femmes Savantes“ sind ausgeprägte Klangtüftler. Sie lieben es, ihre Sounds mit außergewöhnlichen Objekten und Techniken zu erzeugen, und verwandeln ihre Konzerte in spektakuläre Aktionen für Ohren und Augen.

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Die Geschichte von Ak und der Menschheit

23:03 | Ö1
„Halluzination, Perspektive, Synthese“: Florian Hecker Personale bei Wien Modern

Gestaltung: Heinrich Deisl. Florian Hecker ist ein Komponist elektronischer Musik. Seine Arbeiten bewegen sich dabei an den Grenzlinien von Installation, Elektroakustik und Objektkunst. Der aus Augsburg stammende Florian Hecker macht seit 1996 erfahrbar, was Musik ist, ohne dass sie Musik zu sein braucht. Es geht weniger darum, zu zeigen, was Technologie alles kann als vielmehr darum, zur DNS oder – passender – zum Quellcode von elektronischer Musik vorzustoßen. Er studierte Computer- und Psycholinguistik in München und war an der Akademie der bildenden Künste. Sprache(n), Text und Kunst sind forschungsleitend für seine synästhetischen Werke. Auch wenn er immer wieder raum- und zeitspezifisch arbeitet, eröffnen seine plastischen Kompositionen abstrakte Zwischenzustände. Hecker bespielte u. a. das MIT Media Lab, das Centre Pompidou, die Documenta und das MUMOK.

Sprechen Sie Maschine? Florian Hecker ist wohl einer der langjährigsten Kollaborationspartner des Labels Editions mego, wo er mehr als die Hälfte seiner gut 20 Alben herausgebracht hat; so wie seine aktuelle Veröffentlichung „A Script For Machine Synthesis“. Er arbeitete mit dem japanischen Avantgarde-Künstler Yasunao Tone („Palimpsest“, 1996), dem iranischen Philosophen Reza Negarestani („Chimerization“, 2012) sowie dem britischen Klangkünstler Russell Haswell („Blackest Ever Black“, 2007 und „Kanal GENDYN“, 2011). Einige Alben sind Audio-Dokumentationen seiner Ausstellungen, wie etwa für den Neuen Berliner Kunstverein oder die Londoner Tate Modern. Seit 2005 gestaltet er mit Haswell die „UPIC Diffusion Sessions“, für die sie das von Iannis Xenakis begründete grafische Computermusik-System UPIC weiterentwickelten.

Eindeutig uneindeutig. Die Kunsthalle Wien präsentiert ab Mitte November die Florian Hecker gewidmete Personale „Halluzination, Perspektive, Synthese“. Für diese Ausstellung hat er einen eigenen Klangraum entworfen und eine Komposition produziert. Hier treffen bildende Kunst, Psychoakustik und haptische Klangerfahrungen aufeinander. Das im Rahmen dieser Personale stattfindende Live-Konzert ist eine Co-Produktion von Kunsthalle Wien und Wien Modern.

Für dieses Zeit-Ton Porträt führt Florian Hecker durch seine Ausstellung.


01.12.2017


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Tracing Pjotr Zak

Produktion: EURORADIO/Ars Acustica Group 2017. Länge: ca. 54'30. Zum 50. Geburtstag des EBU Music Exchange: Auf der Jagd nach dem Phantomkomponisten Pjotr Zak. Wer war Pjotr Zak? Mit dieser Frage haben sich KomponistInnen aus ganz Europa beschäftigt. Gesichert ist nur, dass ein elektroakustisches Werk aus Zaks Feder 1961 von der BBC ausgestrahlt wurde. Redakteur dieser Sendung war der höchst kreative Musikwissenschaftler Hans Keller. Er gilt nicht zuletzt als Miterfinder des Music Exchange der European Broadcasting Union. Dieses Kernstück des europäischen Programmaustauschs feiert 2017 sein 50-jähriges Bestehen. Die EURORADIO Ars Acustica Group beteiligt sich mit einer Hommage an das Musikphantom Pjotr Zak und seinen Entdecker Hans Keller.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Peter Gahn: „atonoba I + II“ (Ensemble Reflexion K); Stefan Johannes Walter: „Hohelied auf die Gesellschaft“ (Judith Arens, Sopran; Ensemble für Neue Musik der Hochschule für Musik Würzburg: András Hamary); Gerald Eckert: „Bruchstücke … erstarrtes Lot“ (Ensemble SurPlus: Jürg Kienberger); Joachim F. W. Schneider: „Tenebrae“ (Judith Arens, Sopran; Ensemble für Neue Musik der Hochschule für Musik Würzburg: András Hamary), Klaus Hinrich Stahmer: „Kuruwarri“ (Jürgen Ruck, Gitarre, Tonband); Helmut Bieler: „Reprisen“ (Günter Priesner, Saxophon; Bernd Kremling, Percussion; Helmut Bieler, Klavier)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Zum 150. Geburtstag des Komponisten Charles Koechlin – Der Alchimist des Klangs

Von Frank Halbach. Der Elsässer Charles Koechlin hatte nicht nur mit seiner Musik etwas zu sagen. Zurecht gilt er als einer der bedeutendsten Komponistenpersönlichkeiten seiner Zeit: Vielfältig, universell interessiert, ein Idealkommunist, Ratgeber und Lehrer. Er war unbequem: Seine Grundprinzipen Freiheit und Unabhängigkeit verfolgte er kompromisslos -, er ließ sich von keiner Seite vereinnahmen. Mal wirken seine Kompositionen impressionistisch, mal expressionistisch, mal greift er auf Kirchentonarten zurück oder auf Polytonalität bzw. Atonalität. Doch ein gemeinsames Merkmal für Koechlins Musik gibt es: seine vollkommene Orchestrierungstechnik, in ausgewogener Balance, in unerschöpflichen Abstufungen, voller Räumlichkeit und vielfacher Perspektiven im Klangbild – eine individuelle Mischtechnik, erschaffen vom Alchimisten des Klangs.

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert live: Musik der Zeit [3] Dialoge

Tristan Murail: Reflections / Reflets I-III für Orchester, Uraufführung +++ Bernd Alois Zimmermann: Dialoge, Hommage à Claude Debussy für 2 Klaviere und Orchester +++ Gérard Grisey: Dérives für 2 Orchestergruppen, Deutsche Erstaufführung. GrauSchumacher Piano Duo; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Sylvain Cambreling. Übertragung aus der Kölner Philharmonie

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Rainald Goetz: Heute Morgen (1/2)

Komposition und Realisation: Rainald Goetz/WestBam. BR 2001. Heute Morgen ist ein zweiteiliges Hörspiel, das aus fünf existierenden Texten collagiert wurde. Sie alle kreisen um die Wahrnehmung bestimmter Momente der 90er Jahre, der Kreis zieht sich von Techno über Internet bis hin zum amerikanischen Künstlerstar Jeff Koons.

WestBam und Goetz geht es um die Betonung des Gegensatzes von Sprache und Musik: „Heute Morgen setzt auf die explizite Getrenntheit der einzelnen Elemente. Geräusch, Sprache und Musik, in Wirklichkeit unzertrennbare Geschwister, werden strikt auseinander gehalten. Die Textpassagen, in denen die Stimme des Erzählers Rainald Goetz zu hören ist, setzen auf die Ruhe und Musikalität der Sprache selbst. Und die Musik unterbricht das sinnorientierte Zuhören und nimmt die Stimmung des Erzählten auf. Widerlegung, Fortführung, Sehnsucht nach Text.“ Teil 1 von Heute Morgen beginnt mit Nachtleben-Impressionen aus Rave, folgt Reflexionen zur Love-Parade aus Celebration, streift die märchenhaft-lyrische Kunstwelt von Jeff Koons und endet mit einer Reiseerzählung aus Dekonspiratione.

Rainald Goetz, geb. 1954 in München, Schriftsteller. Zahlreiche Auszeichnungen u.a. Mülheimer Dramatikerpreis (1988/1993/2000), Preis der Peter- Suhrkamp-Stiftung (1995), Georg-Büchner Preis (2015). Romane u.a. „Irre“ (1983), „Kontrolliert“ (1988). BR-Hörspiele u.a. „loslabern“ (BR 2010), „Johann Holtrop“ (BR 2013).

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: „Zwischen Kinderzimmer und Konzertbühne“ – Die Pianistin Varvara Kutuzova

Von Julia Smilga. Wunderkind oder Medienprojekt? Die 14-jährige Pianistin ist in Russland ein Star. In Russland ist Varvara Kutuzova ein Star. Die 14-jährige Moskauerin gab schon mit acht Jahren ihre ersten Solokonzerte. Seitdem wird die Pianistin nicht nur in St. Petersburg und Moskau, sondern auch in der russischen Provinz gefeiert. Sie spielte mit renommierten Dirigenten wie Vladimir Spivakov, Juri Temirkanov oder Vladimir Fedoseev. Varvara liebt Auftritte und behauptet, dass sie kein Lampenfieber kennt. Am liebsten spielt sie den ganzen Tag Klavier. Ein Wunderkind, ein Mama- und Medienprojekt oder tatsächlich ein zukünftiger Klavierstar?

22:01 | Ö1
Kunstradio Spezial

… feiert sein 30 jähriges Bestehen mit neuen Radiokunstarbeiten u.a. von Gordan Paunovic, Robin Rimbaud und Sarah Washington

2017 ist das Jahr der Jubiläen – Österreich 1 ist 50 Jahre und Radiokunst – Kunstradio feiert wie einige andere Ö1-Sendereihen auch erstaunliche 30 Jahre! Aus diesem Anlass wurden Künstler und Künstlerinnen gebeten ihre Definition von Radiokunst preiszugeben. Außerdem wurden einige Jubiläumsarbeiten in Auftrag gegeben.


02.12.2017


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Zum 150. Geburtstag des Komponisten Charles Koechlin – Der Alchimist des Klangs

Von Frank Halbach. Wiederholung vom Freitag, 19.05 Uhr

22.04 – 00.00 Uhr | WDR 3
Open Sounds: Week-End Fest 2017 (1)

Drei Künstlerinnen auf der Suche nach dem Pop von Übermorgen. Holly Herndon, Laurel Halo und July Byrne präsentieren beim Week-End Fest eigenständige Soundentwürfe zwischen Digitalexperimenten und Songwriterhandwerk.

Es passiert in Köln-Mülheim: Jahr für Jahr locken die Veranstalter des Week-End Fests im Herbst internationale Trendsetter, Pop-Outlaws und Indie-Ikonen in den rechtsrheinischen Stadtteil. WDR 3 Open Sounds stellt in dieser Ausgabe die drei Konzerte der US-Musikerinnen Holly Herndon, Laurel Halo und Julie Byrne vor. Herndon untersucht in ihrer Musik den Einfluss digitaler Medien auf zwischenmenschliche Beziehungen. Sie ist auf der Suche nach einer musikalischen Ästhetik des Internetzeitalters. Auch Laurel Halo aus Michigan hat ein gutes Gespür für den Sound der Gegenwart. Sie komponiert kompliziert groovende Tracks, in denen aktuelle Clubklänge und R&B-Produktionen anklingen. Die Singer-Songwriterin Julie Byrne sorgt hingegen für Entschleunigung. Ihre Musik ist ein analoger Detox aus melancholischen Folk-Songs, die von unberührter Natur und dem Leben fern von Großstädten und Smartphones erzählen.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Wildnis und Kultur – 20 Jahre Ensemble Mosaik

Von Egbert Hiller. Das Berliner Ensemble Mosaik kultiviert die ihm anvertrauten Werke und betont zugleich das Urwüchsige und Wilde zeitgenössischer Klänge. Mit packendem Zugriff und Lust am Experiment lotet es dieses Spannungsverhältnis aus. Szenische und visuelle Elemente fließen ein, neue Konzertformate entstehen. Ob auf sich allein gestellt oder in Kooperationen mit Künstlern anderer Sparten oder Musikgenres – frisch wie am ersten Tag spürt die 1997 gegründete Formation Mosaik dem lebendigen Wildwuchs zeitgenössischen Musizierens nach.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Sich wie Götter bewegen – Tänze aus Indien

„Nirgends wird man eine Weisheit finden, eine Lehre, Kunst oder ein Handwerk, eine Anweisung oder Handlung, die nicht im Tanz enthalten ist“: so heißt es im Natyashastra, einem in vorchristlicher Zeit entstandenen indischen Lehrbuch für Tanz und Schauspiel. Auf diese Schrift berufen sich in Indien bis heute alle klassischen Tanzgattungen. Der darin formulierte Anspruch an den Tanz als eine universelle Lehre, welche die körperliche wie auch die geistige und spirituelle Bildung beinhaltet, hängt mit dem göttlichen Ursprung und Charakter zusammen, die dem Tanz in Indien zugesprochen werden. Sein Ziel ist es, den Ausübenden sowie dem Publikum den Weg zu Weisheit und Erleuchtung zu ebnen. Das tun die klassischen Tanzformen in den verschiedenen Landesteilen Indiens jeweils auf ihre eigene Art und Weise: Manche stellen mythologische Handlungen nach, bei anderen geht es um die Vermittlung bestimmter geistiger und emotionaler Zustände und wieder anderen um die pure Präsentation tänzerischen Könnens. Dabei befinden sich Inhalt und Gestaltung der Tänze in einer permanenten Wechselwirkung mit der  Musik. Michaela Fridrich gibt in ihrer Sendung Einblick in die verschiedenen klassischen Tanzstile und zeigt auf, wie sich ihre Besonderheiten auch musikalisch äußern.


03.12.2017


17:10 | Ö1
Die Feministin Rosetta Reitz und ihr musikalisches Werk – Rosetta Records

Gestaltung: Michael Neuhauser. Sie war Buchhändlerin und Börsenmaklerin, Lehrerin und Zeitungskolumnistin, vor allem aber Feministin. 1945 veröffentlichte sie ein Kochbuch mit Pilz-Rezepten und 1977 ein vielbeachtetes Buch über die Menopause. Und dann lieh sich Rosetta Reitz 10.000 $ und gründete damit 1979 das Plattenlabel „Rosetta Records“, das sich den großen Frauen des Blues und frühen Jazz widmete – auch den damals schon längst vergessenen. Rosetta Reitz recherchierte akribisch, hob Schätze, schrieb Liner Notes, designte Plattencovers, kümmerte sich ums Remastering der alten Aufnahmen und veröffentlichte 18 historisch wertvolle Compilations.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Wiens verlorene Söhne – Neubeginn oder vergebliche Rückkehr Wiener Komponisten aus dem Exil

Von Bernhard Doppler. 2017 sind zwei Werke österreichischer Komponisten – Erich Wolfgang Korngolds „Die stumme Serenade“ und Erich Zeisls „Leonce und Lena“ – wieder entdeckt worden. Zwar kam es in den 1950er-Jahren zu Uraufführungen, doch fanden diese im damaligen Musikbetrieb nur wenig Verständnis. Korngold ist ein Beispiel für viele Komponisten, die – von den Nationalsozialisten ins Exil vertrieben – nach Ende des Krieges nur schwer wieder Fuß fassen und an ihre früheren Erfolge anschließen konnten. Die Sendung führt sowohl in die USA, in die Villa Arnold Schönbergs in Los Angeles, als auch zum Wiener „Exil-Arte-Zentrum“. Die Arbeit dieses an die Universität Wien angeschlossenen Zentrums wird zur Zeit in der Ausstellung „Wenn ich komponiere, bin ich wieder in Wien“ umfassend dokumentiert.

23:00 | Ö1
Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio – „Nicht nur im Kopf“ der britischen Künstlerin Sarah Washington

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Orchester, multipel

Vito Zuraj: i-Formation, für 2 Orchester und 2 Dirigenten; Gürzenich Orchester, Leitung: François-Xavier Roth; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Jukka-Pekka Saraste +++ John Cage: Ausschnitt aus „Thirty Pieces for Five Orchestras“; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Alicja Møunk, Robert HP Platz, Mark Foster, Arturo Tamayo und David Robertson +++ Hans Zender: Dialog mit Haydn, für 2 Klaviere und 3 Orchestergruppen; Hermann Kretzschmar und Ueli Wiget, Klavier; Bundesjugendorchester, Leitung: Hans Zender

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Verschwenderische Laune der Natur – Musikalisch-literarische Streifzüge durch Rio de Janeiro

„Es gibt – wer sie einmal gesehen, wird mir nicht widersprechen – keine schönere Stadt auf Erden, und es gibt kaum eine unergründlichere, eine unübersichtlichere. Man wird nicht fertig mit ihr. Wo immer der Blick in Rio hinwandert, ist er von neuem beglückt“, schreibt Stefan Zweig, dem Brasilien ab 1940 zur neuen Heimat wird. Auf langen Spaziergängen erkundet er die Stadt und beschreibt die schönen und weniger schönen Seiten von Rio. Er erzählt von all den Dingen, die Rio zu einem Mythos gemacht haben: dem Zuckerhut, dem Corcovado, Copacabana, Ipanema, dem Karneval, der nostalgischen Trambahn, dem leicht angekratzten Charme der alten Kolonialhäuser.  Um all das geht es auch in unzähligen Liedern. Tom Jobim, einer der Begründer des Bossa Nova, singt mit schmeichelnder Stimme von dem mittlerweile legendären „Girl from Ipanema“, der Liedermacher Caetano Veloso zählt in seiner Musik die kleinen und großen Dinge auf, die das Leben in Rio so besonders machen, und Carlos Gomes, einer der bekanntesten Komponisten Brasiliens, schreibt eine Oper, die im kolonialen Rio spielt.  Florian Heurich begibt sich auf den Spuren von Stefan Zweig auf einen musikalisch-literarischen Streifzug durch Rio de Janeiro.

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