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Rendezvous mit dem Tod – David T. Littles Kennedy-Oper in Augsburg

25.03.19 (Wolf-Dieter Peter) -
„Die Amis trauen sich“ könnte salopp auch im Musiktheater festgestellt werden: „Nixon in China“, „Diva“, „Doctor Atomic“, „Marilyn“, „Frau Schindler“ – US-Komponisten greifen in ihre nähere Geschichte und wagen sich an zeitgenössisch relevante Themen. Nun also „JFK“, eine Oper über John Fitzgerald Kennedy in Augsburg. Wolf-Dieter Peter nimmt die europäische Erstaufführung ins Visier.

„Persepolis“ in Berlin – Televisionen bei Maerzmusik 2019 in Berlin

24.03.19 (Martin Hufner) -
Kommunikation ist alles. Am zweiten Tag (Abend) der Maerzmusik öffneten sich die Türen der Betonhalle im Weddinger Silent Green Kulturquartier für Ohren, Augen, Mund und Nase. Also das mindestens. Denn an diesem Platz, einer großen unterirdischen Halle, ergänzt von einem Geäst von auf den ersten Blick wirrer Gänge, präsentiert sich die jährliche Veranstaltung mit Tele-Visions (im englischen Untertitel einer „Critical Media History of New Music on TV 1950s–1990s“).

Saint-Saëns‘ vergessenes Musikdrama „L’Ancêtre“ im Münchner Prinzregententheater

22.03.19 (Wolf-Dieter Peter) -
Eine Vielfachfeier: Die Wiederentdeckung eines zu Unrecht aus dem Repertoire gefallenen Werkes; die 25jährige Erfolgstory der Theaterakademie August Everding; das abermalige Zusammenwirken von Studierenden, Bühnenprofis und Münchner Rundfunkorchester samt Unterstützung durch die auf französische Musikausgrabungen spezialisierte Stiftung Bru Zane – Ergebnis: ein einhellig gefeierter Erfolg. Wolf-Dieter Peter mit Einzelheiten.

Uraufführung – Nun auch als Oper: Monsteraffe King Kong in Magdeburg

22.03.19 (Michael Jenne) -
Seit mehr als 150 Jahren bereits geistert der Monstergorilla King Kong in sämtlichen Kunst- und Unterhaltungsmedien durch die Kulturgeschichte – Skulptur, Roman, Comics, Computerspiel, Kinderbuch, Musical… Die amerikanische Originalverfilmung von 1933 gilt als Klassiker in der langen Folge der Bearbeitung des Stoffes. In Magdeburg fand nun die Uraufführung einer Kammeroper von Jeffrey Ching statt: „Die wahre Geschichte von King Kong“ verbindet Musiktheater mit Puppenspiel und Film, basierend auf einem Libretto von Roscha A. Säidow, die auch Regie führt. Michael Jenne berichtet.

Plastische Klangbilder – Henzes „Der Prinz von Homburg“ an der Stuttgarter Staatsoper

20.03.19 (Georg Rudiger) -
Cornelius Meister und Stephan Kimmig bringen Henzes „Der Prinz von Homburg“ zum ersten Mal auf die Bühne der Stuttgarter Staatsoper. Einer sehr guten Ensembleleistung stehen Probleme der Inszenierung gegenüber, die manchmal doch – trotz starker Momente – zu „grob gearbeitet“ sei, meint unser Kritiker Georg Rudiger.

Keine Ruhe vor dem Sturm – Georges Aperghis “L‘ avis de tempète“ am Staatstheater Mainz

20.03.19 (Andreas Hauff) -
Nach der Uraufführung im französischen Lille 2005 hat sich bislang kein Theater an Georges Aperghis‘ Oper „L‘Avis de Tempète“ gewagt: Nun hat das Staatstheater Mainz die deutsche Erstaufführung auf die Beine gestellt – eine bewundernswerte Leistung, die als Bühnenereignis trotzdem seltsam unberührt lässt. Andreas Hauff berichtet.

Russisch timbrierte Grand Opéra: Tschaikowskys „Johanna von Orleans“ im Theater an der Wien

19.03.19 (Regine Müller) -
Regisseurin Lotte de Beer interpretiert Tschaikowskys „Johanna von Orleans“ vor dem Hintergrund eines Vater-Tochter-Konflikts. Unsere Autorin, Regine Müller, sieht darin einige Schwierigkeiten. „Das mitreißende und durchdachte Spiel aller Akteure und die an historischen Vorbildern orientierten üppigen Chortableaus mit rauschenden Kostümen versöhne allerdings dann auch jene, denen de Beers Erzählung wohl abstrus erscheint.“

Musikalisch neu gedeutet im aseptischen indischen Urwald – Händels „Poros“ an der Komischen Oper Berlin

17.03.19 (Peter P. Pachl) -
Nach 15 Jahren ist Harry Kupfer, der frühere Chefregisseur der Komischen Oper Berlin, als Gast erstmals an dieses Haus zurückgekehrt und hat sich einen alten Wunsch erfüllt: Händels Oper „Poros“, mit welcher er in jungen Jahren als Assistent in Halle zu tun hatte, erklingt nun erstmals in der Komischen Oper – und das mit deren früherem Alleinstellungsmerkmal, der Aufführung in Landessprache sowie mit einer gegenüber dem Original schwerpunktmäßig umgetopften Besetzung. Peter P. Pachl hat sich das angesehen und angehört.

Im Westen nichts Goldenes: Puccinis „La fanciulla del West“ an der Bayerischen Staatsoper

17.03.19 (Juan Martin Koch) -
In seiner vierten Operninszenierung hat sich der Filmregisseur Andreas Dresen („Halbe Treppe“, „Sommer vorm Balkon“, „Gundermann“) Giacomo Puccinis eher selten gespielte „Fanciulla del West“ vorgenommen. Seines eher unentschiedenen Zugriffs zum Trotz entwickelte sich dank einer famosen Ensemble- und Orchesterleistung ein packender Premierenabend an der Bayerischen Staatsoper.

Regeln brechen oder: DIE BAKCHEN – Lasst uns tanzen im Cuvilliés Theater München

17.03.19 (Wolf Loeckle) -
„Das war alles wahnsinnig vielfältig, bunt, laut, bewegend, abstoßend, ungeheuer virtuos, artistisch, verwirrend, in all dieser Multifunktionalität bewundernswert, auf die Einzelleistung bezogen, auf das Gesamte der großformatigen Konzeption. Und irgendwie reduziert es sich dann doch auf das Wisch und Weg rund um den Globus, rund um alle SmartPhone-Bildschirme der Welt,“ sagt unser Kritiker Wolf Loeckle.

Humperdinck-Amalganisierung – Mitterers „Schneewittchen“ an der Staatsoper Unter den Linden Berlin

14.03.19 (Peter P. Pachl) -
Zwerge haben derzeit in Berlin Hochkonjunktur: der bevorstehenden Premiere von Alexander Zemlinskys „Der Zwerg“ an der Deutschen Oper ging am vergangenen Sonntag derselbe Wilde-Stoff als Pantomime von Franz Schreker, „Der Geburtstag der Infantin“ im Konzert der Berliner Symphoniker in der UdK voraus, und nun wurde in der Staatsoper mit einer von Wolfgang Mitterer spielbar gemachten Version von Engelbert Humperdincks unvollendetem Liederspiel-Projekt „Schneewittchen“ Premiere gefeiert. Peter P. Pachl berichtet.

Zweifel am Kindersegen – „Die Frau ohne Schatten“ in Kiel

14.03.19 (Arndt Voß) -
Brigitte Fassbaender inszenierte eine „Frau ohne Schatten“ in Kiel und will dabei unter anderem zeigen, wie „eine gleichberechtigte, von Verständnis füreinander getragene, tolerante Partnerschaft“ zu erreichen sei. Unser Kritiker Arndt Voß hat diesen Anspruch überprüft.

Unaufgeregtes Wogen – Maria Fausts „Machina“ spielte beim „BMW Welt Jazz Award“

13.03.19 (Ssirus W. Pakzad) -
Wer sich mit der spannenden Biografie der estnisch-russisch-ukrainischen Altsaxofonistin und Komponistin Maria Faust befasst, ahnt, warum sie alles etwas anders angeht, warum sie spielt wie sie spielt und schreibt wie sie schreibt. Ihr Matinee-Konzert beim „BMW Welt Jazz Award“ hatte wenig mit Konventionen zu tun und entwickelte einen eigenen Reiz.

Auf den Müll mit der Vergangenheit … „Elektra“ von Richard Strauss an der Oper Bonn

12.03.19 (Joachim Lange) -
Die „Elektra“ von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal ist nach wie vor ein Wurf. Ein Operneinzelstück mit besonderer emotionaler Durchschlagskraft. Rache pur in der musikalischen Sprache eines Meisters auf dem Höhepunkt seiner kreativen Kraft. Dazu ein kongeniales Libretto.

Ein makabrer Spaß – Leonard Bernsteins „A Quiet Place“ in Lübeck

12.03.19 (Arndt Voß) -
Taugt sie auf der Bühne oder doch nicht, Leonard Bernsteins Oper „A Quiet Place“, seine letzte Bühnenarbeit? Bernstein selbst zweifelte 1983 nach der Uraufführung – auch andere. Das Theater Lübeck versuchte nun, mit einer kammermusikalischen Fassung (Premiere: 8. März 2019) eine Antwort zu finden.

„W“ – wie Walküre – Markus Dietz inszeniert am Staatstheater Kassel Richard Wagner

12.03.19 (Joachim Lange) -
In Kassel kommt der neue Ring auf Touren – nach einem erfolgreichen Start mit dem Rheingold begeistern Regisseur Markus Dietz und GMD Francesco Angelico mit einer packenden „Walküre“. Joachim Lange sieht eine Inszenierung, die nicht auf billige Effekte aus ist.

„Die Passagierin“ in Gera - ein Spiegelbild zwischen Luxus und Lager

11.03.19 (Michael Ernst) -
Erst spät entdeckt, inzwischen beinahe im Repertoire: „Die Passagierin“ von Mieczysław Weinberg ist 1968 entstanden, wurde erst 2006 konzertant und 2010 szenisch uraufgeführt. Jetzt wagt sich Gera an dieses berührende Auschwitz-Thema.

„Tosca“ unter Kampfraketen: Puccini in packender Vollendung am DNT Weimar

11.03.19 (Roland H. Dippel) -
Puccini-Enthusiasten sollten sich diese „Tosca“ nicht entgehen lassen. Generalintendant Hasko Weber und Stefan Lano am Pult ergänzen sich ideal. Sie machen mit einem höchst beeindruckenden Sänger-Ensemble aus den eigenen Reihen (ohne Gäste!) diese Oper zur tickenden Zeitbombe und einem großartigen musikalischen Wurf. Im italienischen Kernrepertoire hörte man die Staatskapelle Weimar nur selten in derart kundiger Toppform wie bei dieser hier packend und sensibel erschlossenen Puccini-Partitur.

Wer ist der Jäger, wer das Wild? Eine Anti-Revolutionsoper am Staatstheater Meiningen

11.03.19 (Wolfgang Molkow) -
Am Staatstheater Meiningen war am 8. März eine besondere szenische Uraufführung zu erleben: Othmar Schoecks "Das Schloss Dürande" in der Textneufassung von Francesco Micieli und der musikalischen Adaption von Mario Venzago. Ein melodisch reiches und komplexes Werk wurde zurückgewonnen.

Alle sieben Jahre: „Babylon“-Uraufführung von Jörg Widmann: Neufassung an der Staatsoper Unter den Linden

11.03.19 (Peter P. Pachl) -
Von den Grenzen der Sprache, vielmehr der Sprachverwirrung, handelt Jörg Widmanns »Babylon«. Der Komponist stellt hierin die multikulturelle Gesellschaft der vorantiken Hochkultur-Metropole ins Zentrum seiner Oper. Peter P. Pachl besuchte für die nmz die Premiere der Inszenierung an der Staatsoper Berlin.

Dirigent Michael Gielen im Alter von 91 Jahren gestorben

09.03.19 (dpa) -
Der deutsch-österreichische Dirigent und Komponist Michael Gielen ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Wie seine Familie dem öffentlich-rechtlichen SWR am Freitag mitteilte, starb Gielen in seinem Haus in Mondsee in Österreich. Gielen leitete von 1986 bis 1999 das Sinfonieorchester des SWR. Er gehörte mit seinem umfangreichen Repertoire von Bach bis zur Moderne, von sinfonischer Literatur bis zur Oper, zu den wichtigen Dirigenten der Gegenwart. (Wir haben für Sie einige Texte zu Gielen aus der neuen musikzeitung von Gerhard Rohde, Gerhard R. Koch und Wolf-Dieter Peter für Sie zusammengestellt).

Hector Berlioz – Episoden aus dem Leben eines Besessenen

08.03.19 (Juan Martin Koch) -
Zum 150. Todestag des großen Komponisten, Orchestervisionärs und Autors wiederholen wir hier ein Feature, das Juan Martin Koch zum 200. Geburtstag von Hector Berlioz verfasst hat.

Breitkopf & Härtel (300) und Clara Schumann (200): Eine aktive Liaison in einer Ausstellung des Museums für Druckkunst Leipzig

07.03.19 (Roland H. Dippel) -
Diesmal geht es im Leipziger Museum für Druckkunst einmal nicht um Kalligraphie, ihre Reproduktion oder um andere Schnittstellen zwischen Layout und technischer Realisierung, dafür um Musik und ihre Verbreitung. Das macht die Sonderausstellung „Breitkopf & Härtel und Clara Schumann. Eine musikalische Liaison“ außergewöhnlich vor allem für Kultur- und Musikwissenschaftler. Zwei Jubiläen und regionales Traditionsbewusstsein waren die Voraussetzungen für diese Kombination:

Im Harz, wo die Zitronen blühen – Ambroise Thomas‘ „Mignon“ in Halberstadt

05.03.19 (Joachim Lange) -
Das Nordharzer Städtebundheater widmet sich in Halberstadt einer besonderen Art der Italiensehnsucht: Ambroise Thomas „Mignon“ nach Goethe. Joachim Lange sieht ein Hausensemble, das seine Sache wirklich bravourös mache.

Brudermord als Sündenfall: späte Uraufführung von Marc Blitzsteins Ballettmusik „Cain“ in Linz

04.03.19 (Juan Martin Koch) -
Im Brucknerhaus Linz erlebte Marc Blitzsteins Ballettmusik „Cain“ von 1930 ihre späte Uraufführung. Die amerikanische Musikgeschichte muss deshalb zwar nicht neu geschrieben werden, aber Juan Martin Koch kann von einem schillernden Mosaikstein darin berichten.
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