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Böhmers und Lunds Musical „Drachenherz“ – Uraufführung in Chemnitz

04.03.19 (Roland H. Dippel) -
Dieses Jahr gelangt das Abschlussprojekt der Musical-Studenten der Berliner Universität der Künste (UdK) wie schon seit Jahren unter Leitung von Peter Lund in Kooperation mit der Neuköllner Oper zur Aufführung. Dort allerdings erst ab 13. Juni 2019, die Premiere der Uraufführung fand am 2. März diesmal in der Oper Chemnitz statt. Auf die erfolgreiche Chemnitzer Produktion von Wagners „Ring des Nibelungen“ versetzen Lund und Wolfgang Böhmer in „Drachenherz“ die Siegfried-Sage als problematisch überfrachtete coming-of-age-Story in die (ost-)deutsche Peripherie.

Detailliert und subtil: Ariane und Blaubart von Paul Dukas am Theater Bielefeld

Paul Dukas – das ist der Komponist des „Zauberlehrlings“. Kein anderes Werk aus der Feder des 1935 in Paris gestorbenen Meisters hat es zu vergleichbarer und anhaltender Popularität gebracht wie die furiose Vertonung der Goethe-Ballade. Das mag vor allem daran liegen, dass der Umfang von Dukas‘ Oeuvre schmal ist – Folge der äußerst selbstkritischen Haltung des Komponisten seinen eigenen Arbeiten gegenüber. Viele von ihnen vernichtete er selbst, darunter zwei Opern. In seinen Augen und Ohren Bestand hatte offenbar nur „Ariane et Barbe-Bleu“, die „Conte en trois actes“, uraufgeführt 1907, ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten eher selten auf den Spielplänen der Opernhäuser zu finden. Jetzt bringt das Theater Bielefeld die Geschichte von Ariane und Blaubart auf die Bühne.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 04.03. bis 10.03.2019

03.03.19 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 10. Meine speziellen Tipps: 5.3.: 22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK - Horizonte: Der Musik-Cyborg – Virtuelle Realitäten, eine Sendung von Theresa Beyer. | 7.3.: 22:03 bis 23:00 | SWR 2 - SWR2 Hörspiel-Studio: Einführung in die außerindische Musikkultur, ein Hörstück von Peter Pannke und Klärenz Barlow | 9.3.: 22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk - Atelier neuer Musik: (A)Sozial? – Neue Musik – Neue Medien, von Anna Schürmer.

„Ladies First“: Zur Jahresausstellung 2019 im Händel-Haus Halle

01.03.19 (Roland H. Dippel) -
Die unterhaltsame Rundschau für fast alle Altersgruppen punktet mit viel Basiswissen. Aber vielleicht will die Jahresausstellung „Ladies First!“ im Händel-Haus einfach zu viel: Frauenpersönlichkeiten aus der Biographie des sein ganzes Leben unverheiratet gebliebenen Georg Friedrich Händel werden vorgestellt, auch Frauenfiguren aus seinen Opern und Oratorien. Als Eskapade dazu noch ein Schwenk zu William Hogarths Zyklus aus sechs Gemälden und Kupferstichen „Lebenslauf einer Dirne“ (A Harlot's Progress, um 1732).

Ein Gedicht – Das Konzert von Matthieu Bordenaves Archipel beim BMW Welt Jazz Award

27.02.19 (Ssirus W. Pakzad) -
Der BMW Welt Jazz Award war von Anfang an international ausgerichtet. Die 11. Ausgabe dieses Wettbewerbs ist etwa mit Musikern aus Polen, Norwegen, Frankreich, Kanada, Brasilien, Israel, Estland, Dänemark, Pakistan oder den USA besetzt. Ein Künstler, der nun auf die Final-Teilnahme, das Preisgeld und den Pokal hoffen darf, hatte allerdings eine ziemlich kurze Anreise: Matthieu Bordenave, Wahl-Münchner mit südfranzösischen Wurzeln, stellte sein Projekt „Archipel“ im Doppelkegel vor.

Geschichten aus dem Musikland: Wie hat der Osten komponiert?

26.02.19 (Michael Ernst) -
In Dresden wird klingende Ostalgie betrieben. Ein Forschungsthema, das absolut notwendig ist. Das ist mal eine unbedingt lobenswerte Initiative von Sächsischer Landes- und Universitätsbibliothek (SLUB), Sächsischer Akademie der Künste und Festspielhaus Hellerau: Wie klang es im Osten? Dieser Frage wollen die Veranstalter in einer vierteiligen Gesprächs- und Konzertreihe nachgehen, um der Marke „DDR-Musik“ auf den Grund zu gehen.

Kurz-Schluss – Wie einmal Donald Trump fast von selbst auf die Idee kam, am menschengemachten Klimawandel könnte was dran sein

25.02.19 (Theo Geißler) -
Manchmal sind es überraschende Einzelschicksale, allenfalls noch im Verbund mit nahestehenden Menschen, die das Weltgeschehen verändern. Zum Beweis schildere ich in gebotener Kürze eine entsprechende Situation: Soeben sitze ich mit meinem alten Schulkameraden Ischinger (genannt Isch, der Fisch – ich hab ihn nie wirklich gemocht) ganz oben im linken Zwiebelturm der Münchener Liebfrauenkirche. Wir hatten ein Interview für RTL 2 in der Mache. Dank seiner Ortskenntnis und seines überlegenen Kommunikationssystems konnten wir uns gerade noch vor der Trump-Flut retten. Jetzt hocken wir vor einem Glasziegel, gucken auf den langsam sinkenden Wasserspiegel, der gerade den unteren Rand der Turmuhr freigibt. Sie möchten wissen, wie das kam? Bitte! [Vorabdruck aus Politik & Kultur 2019/03]

Wenn Mord verbindet … – Bedřich Smetanas Oper „Dalibor“ an der Oper Frankfurt

25.02.19 (Joachim Lange) -
Die Oper Frankfurt widmet sich Bedřich Smetanas Oper „Dalibor“ mit musikalischer Sorgfalt, die Inszenierung entgeht freilich nicht ihren Tücken. Einige Aspekte habe Regisseurin Florentine Klepper links liegen lassen, meint unser Kritiker vor Ort, Joachim Lange. Geboten werde jedoch allemal musikalisches Wohlbefinden und fast durchweg hohes vokales Niveau.

„Im Arabischen Rössl“ – Operette made in Frankfurt-Bornheim

25.02.19 (Roland H. Dippel) -
Für die Jazz-Fassung von Ralph Benatzkys Revue-Singspiel „Im Weißen Rössl“ (1930) reichte es am Theater Erfurt nicht ganz zur Sensation. Diese gibt es dafür am Theater Willy Praml in der Naxoshalle des Frankfurter Stadtteils Bornheim. Von Kleists „Erdbeben in Chili“ tastet sich dessen Leiter mit dem aus Geflüchteten und Beheimateten rekrutierten Ensemble Richtung Musiktheater. Im „Weißen Rössl“ am Wolfgangsee steht das Glück also noch immer vor der Tür, jetzt aber ist der sprichwörtliche Gasthof eine „Wellness-Oase für gestresste Saudis“.

Wenn Kunst auf Wirklichkeit trifft – „Ariadne auf Naxos“ mit Vorspiel an der Oper Halle

24.02.19 (Joachim Lange) -
Die Neuinszenierung von „Ariadne auf Naxos“ wird an der Oper Halle gefeiert, die Stadt steuerte mit einer Personalentscheidung in Sachen Intendanz ein makabres Vorspiel bei. Joachim Lange berichtet.

Im Zweiten sieht man besser: Mozarts „Così fan tutte“ am Staatstheater Nürnberg

24.02.19 (Juan Martin Koch) -
Der Nürnberger Staatsintendant Jens-Daniel Herzog hat die neue Produktion von Mozarts „Così fan tutte“ zur Chefsache erklärt und inszeniert höchstselbst. Keine so tolle Idee, findet Juan Martin Koch:

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 25.02. bis 03.03.2019

24.02.19 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 09. Roman Haubenstock-Ramati, Irvine Arditti solo, Paul Hillier und Theatre of Voices, Ultraschall Berlin 2019, ECLAT 2019 – Preisträgerkonzert, Werkzeuge der Neuen Musik – Der Kontrabass, Words and Music – Hörstück von Samuel Beckett, Arthur Rimbaud und der Sufismus, Kurt Weill jagt Fantômas, Das Musikkonservatorium in Tiflis, Karola Obermüller, Werkzeuge der Neuen Musik – Die Elektronik, Elektronische Musik – Historische Studios [01]: Köln, Hector Berlioz und die Romantik, Robert Walser und die Musik, Geschichte der Fotografie in Klang.

Herausfordernder Musiktheaterabend – Michael Wertmüllers „Diodati. Unendlich“ am Theater Basel uraufgeführt

22.02.19 (Georg Rudiger) -
„Die Pausen sind kurz, die Reizdichte ist hoch, alles passiert gleichzeitig!“ sagt unser Kritiker Georg Rudiger. Er hat die Uraufführung von Michael Wertmüllers neuem Musiktheaterwerk „Diodati. Unendlich“ miterlebt. Das Ensemble hat ganze Arbeit geleistet, so zum Beispiel die bis in stratosphärische Höhen glasklare Sara Hershkowitz. „Eine Verbindung zwischen all den Elementen, die wie im Teilchenbeschleuniger umherschießen, gelingt an diesem Abend nicht. Aber vielleicht ist das auch zu konservativ gedacht für diesen herausfordernden Musiktheaterabend.“

nmz news update_0222: Verfolgte Musiker | Video-Oper in Erfurt | Debatten zu Barenboim und den Bühnen Halle

22.02.19 (Martin Hufner) -
Starr- oder Starsinn? In unserem aktuellen Newsletter geht es um eine verdienstvolle Ausstellung zu „Verfolgten Musiker im nationalsozialistischen Thüringen“, einer Video-Oper von Steve Reich in Erfurt. Wir verfolgen die Diskussionen um die Leitung der Bühnen Halle, die Arbeit von Daniel Barenboim und eine Presseausladung am Staatstheater Wiesbaden.

Verfolgte Musiker/-innen im nationalsozialistischen Thüringen – Ausstellung im Stadtmuseum Weimar

Eine Ausstellung im Stadtmuseum Weimar präsentiert im Jubiläumsjahr 2019 erste Erkenntnisse eines Forschungsprojekts des Vereins weim I art e.V. Die Weimarer Republik nicht von ihrem Ende her zu denken, sondern als demokratisches Ereignis ohne die unsere heutige Bundesrepublik nicht denkbar wäre, ist die wohl wichtigste Erkenntnis des 100. Jubiläums, dem in Weimar am 5. Februar 2019 mit einem großen Festakt gedacht wurde.

Video-Oper „Three Tales“ von Beryl Korot und Steve Reich am Theater Erfurt

22.02.19 (Joachim Lange) -
Was haben die Explosion des Riesenluftschiffes „Hindenburg“, die Atombombenversuche der Amerikaner über dem Bikini-Atoll und das Klon-Schaf Dolly gemeinsam? Alles Menschenwerk – könnte man ganz im Allgemeinen antworten. Konkret bilden sie den Gegenstand von drei Akten einer Video-Oper. Der Guru der Minimal Music, Steve Reich (82), und seine Frau, die Videokünstlerin Beryl Korot nennen ihr 65-minütiges Auftragswerk der Wiener Festwochen „Three Tales“ (Drei Geschichten) von 2002 so.

nmz news update_0220: Bernstein, Händel, Saxophon | SWR-Vokalensemle bei ECLAT | ARD, Museen, Zensur

20.02.19 (Martin Hufner) -
In unserem aktuellen Newsletter stehen Berichte aus Karlsruhe und München im Zentrum. Juan Martin Koch sieht Leonard Bernstein als „begnadeten Musikvermittler.“ Wir verlieren ein paar Gedanken zur Veröffentlichungsproblemen bei Facebook, zu Selfieadäquatheit der Kunst und zum Thema „Framing bei der ARD“.

Händel-Show in Las Vegas – Die 42. Händelfestspiele Karlsruhe eröffnen mit „Serse“ in der Regie von Max Emanuel Cencic

20.02.19 (Georg Rudiger) -
Händels „Serse“ bei den 42. Händelfestspielen in Karlsruhe macht Eindruck: Dramaturgisch, sängerisch und musikalisch, findet unser Autor Georg Rudiger, der ganz beglückt ist über den engen Draht zwischen Bühne und Orchestergraben.

Im Bebop-Slalom – Das Quartett von Géraldine Laurent bei BMW Welt Jazz Award

20.02.19 (Ssirus W. Pakzad) -
Das dritte Matinee-Konzert des „Saxophone Worlds“ überschriebenen BMW Welt Jazz Awards war eines für alle, die Jazz mit einer bestimmten Art von Puls in Verbindung bringen, die es swingend mögen und schön klassisch. Im proppevollen Doppelkegel huldigte die französische Altsaxofonistin Géraldine Laurent ihren Vorbildern aus der Bebop-Ära und verstand es dennoch, sich von ihnen zu lösen.

Aus Kinderaugen-Sicht: Mozarts „Die Zauberflöte“ als Neuinszenierung an der Staatsoper Berlin

19.02.19 (Peter P. Pachl) -
„Die Zauberflöte (neu)“ steht gedruckt auf der Eintrittskarte zur Mozart-Neuinszenierung am Haus Unter den Linden, denn vorsorglich soll für Festanlässe die Inszenierung von August Everding (alt) aus dem Jahre 1994 weiter im Spielplan bleiben. Eine derartige Regelung ist sicherlich ein Unikum, auch wenn viele Theater in ihrem regulären Abendspielplan „Die Zauberflöte“ und daneben an Vor- oder Nachmittagen noch eine Kurzfassung für Kinder spielen, etwa „Papageno spielt auf der Zauberflöte“.

Eine Talkshow im Sonnenstaat – Cherubinis Oper „Idalide oder Die Jungfrau der Sonne“ in Saalfeld

19.02.19 (Joachim Lange) -
Dank seiner „Medée“ ist Luigi Cherubini (1760-1842) heute noch – oder besser wieder – im Repertoire präsent. Erst Dank Maria Callas und dann des Ausgrabungsehrgeizes von Häusern wie Erfurt. Aber auch in Berlin oder in Saarbrücken gab es in jüngerer Zeit bemerkenswerte Inszenierungen dieser antiken Tragödie aus dem Jahre 1797, die auch zeitgenössische Komponisten (wie Aribert Reimann) immer noch reizt.

Fantasievoll im Fantasielosen – Zur Uraufführung von Anno Schreiers Oper „Schade, dass sie eine Hure war“ in Düsseldorf

18.02.19 (Regine Müller) -
Dem Haus droht Sanierung oder Abriss und Neubau. Mitten in diese ungewisse Zukunft setzt die Deutsche Oper am Rhein eine Uraufführung mit Anno Schreiers Oper „Schade, dass sie eine Hure war“. Unsere Autorin Regine Müller kommt zur Überzeugung: Das war jetzt leider viel Retro ohne die Spur von Nonsense. Diese Oper sei letztendlich bloß „fantasievoll im Fantasielosen. Denn für einen postmodernen Spaß ist sie nicht lustig und ironisch genug.“

Imponierende Farblosigkeit: Menottis „Der Konsul“ in Freiberg und Döbeln

18.02.19 (Roland H. Dippel) -
„Puccini hat mehr meine dramatische Technik als meinen musikalischen Stil beeinflusst.“ schrieb Gian Carlo Menotti selbst und ist deshalb nicht ganz unschuldig daran, dass seine 1950 in Philadelphia uraufgeführte Oper „The Consul“ in den Kategorien ‚musikalischer Fortschritt‘ und ‚progressive Dramaturgie‘ keine allzu guten Zensuren erhielt. Auch den Serienerfolg am Broadway mit 269 Vorstellungen hat man ihm verübelt. Heute gilt „Der Konsul“, der eine unmenschlich wuchernde Bürokratie geißelt, als Rarität. Am Mittelsächsischen Theater Döbeln-Freiberg ist er jetzt in einer packenden Aufführung zu erleben.

Figuren werden zu Schattenrissen – César Francks „Hulda“ am Theater Freiburg

17.02.19 (Georg Rudiger) -
Eine Frau verliert alles. Ihre Mutter wird getötet, ihr Volk massakriert. Man deportiert sie aus der Heimat. Sie wird vergewaltigt und soll zwangsverheiratet werden. Aber sie wehrt sich – und aus der Erniedrigung erwächst ihre Rache. Am Ende gibt es noch mehr Gewalt, bis sie sich schließlich selbst mit einem Sturz von der Klippe das Leben nimmt. „Hulda“ heißt die 1885 vollendete, am 8. März 1894 in Monte Carlo uraufgeführte Oper von César Franck nach dem Drama „Halte-Hulda“ des norwegischen Schriftstellers Björnsterne Björnson.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 18.02. bis 24.02.2019

17.02.19 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 08. Jörg Widmann, Geschichte der Klangkunst, Neues in alten Formen, Olga Neuwirth, Ultraschall Berlin, Johannes Kreidler, Martin Tchiba, Festival TIME:SPANS, Macht der Musik in Zeiten von #MeToo, Atacama-Perspektiven, Camille Kerger, Music for Hotel Bars, „Trance“-Sibirien.
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