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(nmz) -
Theater-Demontage in Meck-Pomm +++ Möbel- und Musikhaus IKEA ruft seine 99-Euro-Bratschen „Knarz“ zurück +++ Aus für die „Stadlshow“ +++ Heino lässt Deutschen Chorverband abblitzen +++ Ina Keßler wird Präsidentin des Deutschen Musikrates +++
05.11.2015 - Von thg - mh

Rostock:  Die Theater-Demontage in Meck-Pomm nimmt groteske Formen an: Zunächst hatte Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling vergeblich versucht, den Intendanten des Volkstheaters Sewan Latchinian fristlos zu kündigen. Die Bürgerschaft der Hansestadt machte die Kündigung rückgängig. Nun geht Methling einen anderen Weg: Er übernimmt den Job einfach selbst und entbindet Latchinian und Geschäftsführer Stefan Rosinski kurzerhand jeglicher Verantwortung oder Mitarbeit am Zukunftskonzept. Methling schreibt es lieber selbst mit Hilfe von gutbezahlten externen Beratern. Die kommen aus Methlings Immobilien-Umfeld und planen die Umgestaltung aller Spielstätten in sogenannte volkstümlich-erotische „Vergnügungs-Zentren“.

Berlin. Das Möbel- und Musikhaus IKEA ruft seine 99-Euro-Bratschen namens „Knarz“ zurück. Ein unabhängiges Schweizer Testinstitut hat festgestellt, dass in ihnen eine Software installiert ist, die in Konzertsituationen gegebenenfalls Töne produziert, die zwar falsch gestrichen sind, in Wirklichkeit aber „richtig“ klingen. Auf diese Weise verschafften sich die Bratschen von IKEA einen illegalen Wettbewerbsvorteil gegenüber Meister-Instrumenten, so das schweizerische Paul-Sacher-Institut.

München. Aus für die „Stadlshow“, die Nachfolgesendung des Musikantenstadls. Und das schon nach einer einzigen Sendung. An ihre Stelle soll ein musik- und kulturpolitisches Magazin mit dem Titel „Die Anstatt Show“ treten. Dort wird auf höchstem politischen und künstlerischen Niveau über die Zukunft der Musikkultur diskutiert und auch praktisch musiziert. Die Sendung, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz gleichzeitig jeden Samstagabend zur Prime-Time ausgestrahlt werden soll, moderieren Helge Schneider, Katharina Wagner und Christian Thielemann. Als Sponsor konnte dank Übernahme aller Verwertungsrechte Amazon gewonnen werden.

Berlin: Grobe Abfuhr für den Deutschen Chorverband. Auf der Suche nach prominenten Unterstützern für das Laienchorwesen hatte Geschäftsführer Moritz Puschke sich an den Haselnuss-Barden Heino gewandt. Der ließ ihn eiskalt abblitzen. Er lasse seine profilierte schwarzbraune Stimme doch nicht vom Gekrächze dilettantischer Möchtegern-Sänger entwürdigen. Die sollten sich lieber beim Bundesgrenzschutz bewerben statt deutsches Liedgut zu schänden.

München-Berlin: Die Geschäftsführerin der „Initiative Musik“ Ina Keßler wird Präsidentin des Deutschen Musikrates. Dies sei weniger dem emanzipatorischen Angela-Merkel-Effekt geschuldet, so selbstkritisch ihr Vorgänger Martin-Maria Krüger, als der Tatsache, dass nur Frauen-Power der bislang dünnstimmigen Lobby des Musiklebens angemessenen gesellschaftlichen Einfluss verschaffen könne.

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