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Requiem auf die GEMA-Pauschale? Die Katholische Kirche hat einem neuen Konzertvertrag nicht zugestimmt

27.03.18 (Juan Martin Koch) -
Seit dem laufenden Jahr gibt es keinen Pauschalvertrag mehr zwischen der GEMA und der Katholischen Kirche für Konzertveranstaltungen mit ernster Musik, neuem geistlichen Liedgut und Gospelmusik. Juan Martin Koch mit Hintergründen und Kommentar [Vorabveröffentlichung aus nmz 4/2018]:

Sieg der Titelrolle – Verdis „Falstaff“ bei den Festtagen der Staatsoper Berlin

26.03.18 (Peter P. Pachl) -
Die Figur des Falstaff in der Opern von Nicolai, Vaughan Williams und Verdi wird gewöhnlich verlacht und nicht ernst genommen. In Verdis später Oper auf das Libretto des Komponistenkollegen Arrigo Boito dreht er am Ende den Spieß um und hält mit „Tutti gabbati“ dem Publikum als den ebenfalls Gefoppten den Spiegel vor. In der neuen Inszenierung der Staatsoper Unter den Linden verlagert Filmregisseur Mario Martoni („Leopardi“) die Handlung nach Shakespeares „The Merry Wives of Windsor“ in die Gegenwart: Falstaff ist bei ihm ein Spätachtundsechziger, weder dick, noch grauhaarig – und von vornherein sympathisch.

Keine Engelsburg an der Salzach – „Tosca“ wird ins Heute geholt

26.03.18 (Michael Ernst) -
Regisseur Michael Sturminger hat ein Problem: Indem er die Inszenierung von Giacomo Puccinis Oper „Tosca“ für die diesjährigen Osterfestspiele Salzburg übernahm, musste er sich eingestehen, dieses Werk ist in Partitur und Libretto derart festgelegt, dass jede neue Sicht auf den veristischen Krimi extreme Herausforderungen mit sich bringt. Ursprünglich sollte Philipp Stölzl Regie führen, dem 2015 mit „Cavalleria rusticana“ und „Pagliacci“ ein großer Salzburger Erfolg gelang, diese Zusammenarbeit fand aber ein sehr rasches Ende.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 26.03. bis 01.04.2018

25.03.18 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 13. Schwerpunkte: Das Archiv der Darmstädter Ferienkurse, Leicht über Linz, der amerikanische Komponist und Performer Julius Eastman, Claude Debussy, Von Schlaf und Wahn, Ultraschall Berlin, ECLAT 2018, José Luis de Délas, Donaueschinger Musiktagen 2017, Werkzeuge der Neuen Musik: Mandoline, Elly Ney und ihr Chauffeur, Komponist Francesco Filidei, Hessen Hören 32 | Max-Lukas Hundelshausen, Hymnen auf die Sonne, Gottfried von Einem.

Varieté des Todes – Offenbachs „Blaubart“ an der Komischen Oper Berlin

25.03.18 (Peter P. Pachl) -
Kaum ein anderes Werk des Musiktheaters ist so stark mit dem Erfolg der Komischen Oper Berlin verknüpft, wie gerade Jacques Offenbachs „Blaubart“. 1963 von Walter Felsenstein inszeniert, erlebte dessen Produktion 360 Reprisen. Etwas weniger erfolgreich, wenn auch viel beachtet, wurde zwei Jahre später Felsenstein Remake im Opernhaus Frankfurt am Main. Der Erfolg scheint also spezifisch etwas mit dem Bewusstsein von Kultur in der DDR zu tun zu haben.

Sympathy For The Devil mit dem Münchner Kammerorchester

24.03.18 (Wolf Loeckle) -
Nicht nur im aktuell-öffentlichen Angebotsdschungel der Musikvermarkter weltweit ergibt sich Unübersichtlichkeit im Megaformat. Das wird da wie in anderen Geschäftsfeldern ausgenutzt bis zum geht nicht mehr. Solche, die nicht nur die Kohle im Ohr und im Blick haben, getrauen sich dann schon mal und zuweilen ins Haifischbecken – auch der Klassik.

Kalte, hitzige und blutige Frauenmacht – Szenische Erstaufführung von Donizettis „Maria Stuarda“ im Münchner Gärtnerplatztheater

23.03.18 (Wolf-Dieter Peter) -
„Power tends to corrupt“ hat der englische Diplomat Lord Acton einzigartig prägnant formuliert. Nahezu alle Spielarten dieser bis heute realen Entsetzlichkeit wurden am Fall des Machtkampfes zwischen Maria Stuart und Elisabeth Tudor, zwischen Katholizismus und Anglikanismus, zwischen Schottland und England schon auskomponiert: über 50 Vertonungen lassen sich finden. Die berühmteste, die von Gaetano Donizetti gab es bislang in der Opernstadt München nur einmal konzertant. Doch das Staatstheater am Gärtnerplatz hat da eine herausragende Sängerin, die wohl nur im Ensemble zu halten ist, wenn sie pro Spielzeit einmal als Belcanto-Spezialistin brillieren darf: Szene frei für „Maria Stuarda“.

Suggestiv, mäandernd – Toshiro Mayuzumis Oper „Der Tempelbrand“ in Straßburg

23.03.18 (Georg Rudiger) -
Ein junger, psychisch labiler Mönch kann die Schönheit eines goldenen Buddha-Tempels nicht ertragen. Der überirdische Glanz wirkt für ihn wie ein hämischer Kommentar zu den Trümmern seines Lebens – gegenüber seinen eigenen Verletzungen, die er aufgrund seiner Behinderung immer wieder erfahren hat, aber auch gegenüber den Problemen in der japanischen Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. Deshalb zündet er im Jahr 1950 den Kinkakuij-Tempel in Kyoto an. Der japanische Schriftsteller Yukio Mishima hat für seinen Roman „Kinkakuji“ (1956) die wahre Geschichte poetisch verarbeitet; der Komponist Toshiro Mayuzumi nahm sie zur Vorlage seiner Oper „Der Tempelbrand“, die 1976 an der Deutschen Oper Berlin uraufgeführt wurde.

„Es ist schade um die Menschen“: Aribert Reimanns Oper „Ein Traumspiel“ am Theater Hof

22.03.18 (Juan Martin Koch) -
Am Abend der „Soldaten“-Premiere in Nürnberg ging am Theater Hof die Produktion einer weiteren 1965 uraufgeführten Oper zum ersten Mal über die Bühne: „Ein Traumspiel“, jenes Werk, mit dem der damals 29-jährige Aribert Reimann als Opernkomponist debütierte. Juan Martin Koch hat die dritte Vorstellung besucht.

Nach dem Sturm ist vor dem Gewitter – Das Züricher Festival „Taktlos“ wagt den Neuanfang

22.03.18 (Holger Pauler) -
Nach 34 Jahren in der Roten Fabrik am Zürichsee ist man ins innerstädtische Kanzleiareal umgezogen. Außerdem wird das Festival neuerdings von wechselnden Musikern betreut, auch weil sich der langjährige Festivalleiter Fredi Bosshard in den verdienten Vorruhestand verabschiedet hat. Das Programm – elf Konzerte an drei Tagen und drei unterschiedlichen Orten - präsentiert sich laut Lucas Niggli als „Hybrid aus Jazz, Rock und neuer Musik“. Der aus dem benachbarten Uster stammende Schlagzeuger und Komponist muss wissen wovon er spricht, schließlich ist er der erste Kurator des neuen „Taktlos“.

Parallelwelten mit Klang- und Zeitkratzern – Ein Abend bei MaerzMusik 2018

22.03.18 (Martin Hufner) -
Abendfüllend war ein Konzert mit dem Ensemble Zeitkrater nebst Terre Thaemlitz und einer Performance von Mark Fell. Es hinterließ unseren Kritiker etwas verwirrt, so dass er sich in „Parallelwelten“ flüchtete. Man kann einen Abend auch besser füllen, meint Martin Hufner.

Omnipräsenz der Befreierin – „Fidelio“ am Theater St. Gallen

21.03.18 (Christoph Schlüren) -
Ludwig van Beethovens Fidelio eine „uninszenierbare Oper“? Eine Ansicht, die angesichts unzähliger Regie-Misserfolge leicht zu begründen ist. Doch muss es so sein? Hat Beethoven, der überragende Symphoniker und Revolutionär der Musik, es in seinem einzigen Beitrag zum Genre nicht verstanden, den Anforderungen des Musiktheaters gerecht zu werden?

Feierabendserie – Gian Carlo Menottis „ Der Konsul“ am Stadttheater Bremerhaven

20.03.18 (Ute Schalz-Laurenze) -
„Der Konsul“, eine Oper des italo-amerikanischen Komponisten Gian Carlo Menotti, wurde für den Broadway geschrieben. Sie wurde dort von März bis November 1950 en suite gespielt und bald in der ganzen Welt aufgeführt und in achtzehn Sprachen übersetzt. Ein amerikanischer Beobachter sagte einmal: „Menotti schreibt moderne Musik für Leute, die moderne Musik hassen“. Es bleibt offen, was das Stadttheater Bremerhaven nun mit dieser knalligen, durch und durch eklektischen Musik eigentlich wollte.

Das Trio „Puerta Sur – Tangomoods“ beim BMW Welt Jazz Award

20.03.18 (Ssirus W. Pakzad) -
Arktische Kälte gab vielen Menschen an diesem Sonntagmorgen das Gefühl, der Frühling sei noch so weit weg wie das nächste Weihnachtsfest. Diejenigen aber, die sich zum Matineekonzert im Doppelkegel einfanden, konnten den nicht nachlassenden Winter für zwei Stunden ausblenden. Denn beim „BMW Welt Jazz Award“ wurde durch das Schweizer Trio „Puerta Sur – Tangomoods“ ein Tor zum Süden aufgestoßen. Die wohlig warme Musik des eidgenössischen Dreiers war genau das Richtige an diesem eisigen Tag. Und doch irgendwie völlig fehlplatziert bei einem Wettbewerb, der „Jazz Moves“ überschrieben ist.

Euro-„Tannhäuser“ nun auch in Leipzig oder: Der Venusberg steht Kopf

19.03.18 (Michael Ernst) -
Geplant war ein Original von Katharina Wagner, gekommen ist eine Kopie von Calixto Bieito. Das sorgte – trotz blassen Klangs – für Grabenkämpfe beim Publikum. So ratlos ging man selten in die Pausen. Mehr unentschieden denn zerrissen verließ man kaum je ein Haus. „Tannhäuser“ in Leipzig, eine Neuproduktion von Katharina Wagner war vorgesehen und wurde beizeiten „aus organisatorischen Gründen“ abgesagt. Was hätte die Urenkelin des Komponisten in dessen Geburtsstadt aus dem „Sängerkrieg auf Wartburg“ wohl gemacht? Wir wissen es nicht – und sahen statt dessen die Übernahme der 2015/16 in Gent/Antwerpen herausgekommenen Produktion des Katalanen Calixto Bieito, die nun – nach weiteren Stationen in Venedig und Bern – ihre Deutschland-Premiere beging

Korngolds „Das Wunder der Heliane“ an der Deutschen Oper Berlin

19.03.18 (Peter P. Pachl) -
Die Wiederbegegnung mit jeder Opernpartitur, welche der Komponist nach seinem Wunderkind-Welterfolg „Die tote Stadt“ als knapp Dreißigjähriger komponierte und zu seinem „Meisterwerk“ erklärte, wirkt in der musikalisch hochkarätigen Wiedergabe unter Marc Albrecht so, als seien dem Komponisten seine Ohrwürmer im vorangegangenen Werk peinlich und als trachte er nun, polyphon und kontrapunktisch weiter gereift und mit instrumentatorischer Meisterschaft, stets das gesamte Instrumentarium gegeneinander antreten zu lassen und zugleich durch Vermeidung echter Melodien beweisen zu müssen, den Anschluss an die Moderne nicht verpasst zu haben.

„Es ist wirklich Zeit, dass sich in unserem Beruf etwas ändert“ – Anhaltende Probleme beim Semperoper Ballett [update, 28.3.]

19.03.18 (Boris Gruhl) -
In der Sache um sexuelle Übergriffe und andere Schwierigkeiten am Semperoper Ballett, die kürzlich in einem Arbeitsrechtprozess verhandelt wurden, hat sich der Tänzer und Choreograph Jiří Bubeníček (bis 2016 Erster Solist in Dresden) zu Wort gemeldet. Boris Gruhl sprach mit ihm über die Situation, das Klima vor Ort und die nötigen Veränderungen.

Vom Zauber der Liebe und der Schönheit – Sciarrinos „Luci mie traditrici“ in Lübeck

19.03.18 (Arndt Voß) -
Eine Oper im herkömmlichen Sinn ist Salvatore Sciarrinos „Luci mie traditrici“ nicht, obwohl so bezeichnet. Das macht Opernregisseurin Sandra Leupold auch unmissverständlich in der Art deutlich, wie sie am Theater Lübeck das Werk inszenierte (Premiere: 16. März 2018). Dort hatte sie bereits 2013 mit dem „Don Carlo“ den renommierten Faust-Preis gewonnen und 2016 „Così fan tutte“ erarbeitet. Nun folgte die kaum 20 Jahre alte Komposition in dem Theater, in dem seit langem das Experiment „ausgespart“ blieb, im zweifachen Sinne des Wortes. Umso größer ist das Verdienst, das Ungewöhnliche zu wagen.

Im Schlagzeuggewitter: Bernd Alois Zimmermanns „Die Soldaten“ am Staatstheater Nürnberg

18.03.18 (Juan Martin Koch) -
Pünktlich zum 100. Geburtstag Bernd Alois Zimmermanns hat das Staatstheater Nürnberg sein Hauptwerk, die Oper „Die Soldaten“, herausgebracht. Peter Konwitschny wählte einen zunächst reduziert-aktualisierenden Zugriff, hatte für den vierten Akt dann aber eine eigenwillige Lösungsidee. Juan Martin Koch war mittendrin:

Nur keinen Aufruhr, der Betrieb muss laufen – Kein Erfolg für den Dresdner Tänzer István Simon vor dem Arbeitsgericht

18.03.18 (Boris Gruhl) -
Am 15. März fand vor dem Arbeitsgericht Dresden ein bemerkenswertes Verfahren statt. Der Tänzer Istvan Simon, Erster Solist am Semperoper Ballett, klagt gegen den Freistaat Sachsen. Nachdem er der Leitung des Hauses gegenüber beklagt hatte, von einem Ballettmeister des Semperoper Balletts sexuell belästigt worden zu sein, verhängte diese eine Freistellung des Tänzers: Er darf nicht mehr an den Proben teilnehmen und wird für Aufführungen nicht mehr besetzt. Im Verfahren am 15. März zeigte das Gericht eine erstaunlich geringe Sachkenntnis und entschied zu Ungunsten des Tänzers. Die Freistellung respektive Suspendierung bleibt bestehen.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 19.03. bis 25.03.2018

18.03.18 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 12. Schwerpunkte: Die Woche steht ganz im Zeichen des 100. Geburtstags von Bernd Alois Zimmermann und des 100. Todestages von Claude Debussy. Der rbb fährt bei Bernd Alois Zimmermann eine Sendereihe in fünf Folgen auf. Features beleuchten Claude Debussy. Weitere Themen in der Woche: Turgut Erçetin, das Duo Heginger/Essl, ECLAT 2018, die Schule der Claqueure von Bill Dietz, CTM Radio Lab: MAGMA, Michael Lentz: Diktate, Festival „Blaues Rauschen“ | Sing, Nachtigall, sing – Die Diva unter den Vögeln, das Jugendsinfonieorchester Schwerin.

Klassik-Streaming: Das Metronom tickt wieder – Grammofy ist zurück

17.03.18 (Martin Hufner) -
Relativ überraschend hatte am 15. November 2017 der Klassik-Streamingdienst-Anbieter Grammofy seinen Betrieb eingestellt. Das Startup aus Deutschland ging im Mai 2016 mit kuratierten Musikfolgen auf Streaming und sucht auf diese Weise sein Publikum. Tausende Nutzer in 15 Ländern haben aber nicht ausgereicht, um den Dienst auf die Dauer wirtschaftlich zu betreiben. Jetzt hat man sich quasi als Add-On an Spotify herangehängt. Nutzer eines Premium-Accounts bei Spotify haben nun wieder Zugang zu Grammofy. Grammofy ist zurück!

Udo Zimmermanns „Weiße Rose“ am Münchner Gärtnerplatztheater

16.03.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Die „Weltstadt mit Herz“ tat sich jahrzehntelang schwer mit ihrem Erbe des düster braunen Glanzes: Keimzelle und stolze „Hauptstadt der Bewegung“ gewesen zu sein. Der letztlich alle Widerständler überragende „einsame Held“ Georg Elser fand beschämend lange keine gebührende Anerkennung. Im Gegensatz dazu wurde schon 1946 der Platz vor der Universität in „Geschwister-Scholl-Platz“ umbenannt und damit den überzeugt mutigen Blutopfern der Widerstandsgruppe der „Weißen Rose“ Ehre erwiesen.

Tönend über sich hinaus… - Mezzosopranistin Christa Ludwig feiert ihren 90.Geburtstag

16.03.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Eben jagte Karl Böhm im Bayreuther Festspielhaus die Leidenschaften tönend-tosend hoch, 1966, in der DG-Aufnahme des 2.Aufzugs des „Tristan“: Isolde Birgit Nilsson wollte jauchzend dem Geliebten das Zeichen geben; Brangäne Christa Ludwig warnte eindringlich, hob plötzlich die Hand und bat in Bayreuths „mystischen Abgrund“ hinunter um Unterbrechung. Sie winkte aus der Kulisse den Assistenten heran, blätterte eine Seite zurück, trat an den Rand zum Graben und flüsterte in schönem Wienerisch „Ich hab‘ eb‘m ‚weil du erblödet, wähnst du den Blick der Welt erblindet‘ g‘sungen – es muss umgekehrt…“ Böhm raunzte etwas Unverständliches zurück, biesterte noch hörbar „Birgit, schrei‘ ned‘ a‘so!“ – dann tobten die Liebeswogen erneut und später erklangen die schönsten „Habet Acht!“-Rufe Brangänes, die die damalige Musikwelt kannte…

Seht her: ein Mensch! Hans Werner Henzes „Floß der Medusa“ in Amsterdam

15.03.18 (Joachim Lange) -
Es ist Zufall, aber bezeichnend: einen Tag vor der Amsterdamer Premiere von Hans-Werner Henzes Oratorium „Das Floß der Medusa“ haben sich im Pariser Louvre Umweltaktivisten der Gruppe "350.org" vor dem berühmten gleichnamigen Gemälde von Theodore Gericault auf den Boden gelegt. Sie wollten damit auf Opfer des französischen Ölriesen Total aufmerksam machen, der das Museum sponsert. Es ist die ungebrochene Magie dieses Gemäldes, bei dem exemplarisch ein für die meisten Betroffenen erfolgloser Überlebenskampf nach einer Katastrophe festgehalten ist. Im Augenblick des Erschreckens danach.
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