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Die löblich Kunst des A-cappella-Singens: die 13. Stimmwercktage auf dem Adlersberg bei Regensburg

08.08.17 (Juan Martin Koch) -
Zum 13. Mal lud das Ensemble Stimmwerck zu seinem Wochenend-Festival auf den Adlersberg bei Regensburg. Der Alten Musik – aus den Annaberger Chorbüchern – stellten die vier Sänger mit ihren Gästen Werke des Komponisten Max Beckschäfer gegenüber und gedachten John Cage zu seinem 25. Todestag mit einer Matinee. Juan Martin Koch berichtet:

Brünnhilde in der Bagdad-Bahn – erstmals „Ring“-Klänge bei den Nibelungenfestspielen Worms

06.08.17 (Roland H. Dippel) -
Vor dem Wormser Dom rundet sich bei den Nibelungenfestspielen 2017 nach „Gemetzel“ und „Gold“ mit „Glut – Siegfried von Arabien“ die Trilogie des Dramatikers Albert Ostermaier (geb. 1967). In jeweils veränderten Rahmen packte er das in Worms so vertraute Sujet, verdrehte überraschend Perspektiven und Rahmensituationen. Was diesmal herauskommt, ist echt unerhört. Erstmals erklingt bei diesen Festival mit dem „schönsten Theaterfoyer Deutschlands“ (so Worms Oberbürgermeister Michael Kissel beim Promi- und Premierenempfang im Park des Heylshof) auch echter Richard Wagner: Erst live in ungewöhnlichstem Klanggewand, dann „full score“ als Zuspielung „Music Minus One“ mit umso mehr authentischem, echtem dramatischen Heroinensopran. Stargast vom Musiktheater in einer markanten Sprechtheater-Ensembleschar keine Geringere als Nadja Michael.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 07.08. bis 13.08.2017

06.08.17 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 32. Portraits und Schwerpunkte gibt es zu: Gérard Grisey, Bertold Hummel, Luigi Nono, 20 Jahre ensemble mosaik, Alexander Goehr, Jana Winderen, documenta 14: Every Time A Ear di Soun, Bernd Baader, Nickelsdorfer Konfrontationen 2017, Ulrich Leyendeckers Streichquartetten, Musik der Welt, Gerd Schuller, Antonio Soler, ICAS Radio und ARD Radiofestival 2017 Radio Lab.

„Sündenfall in der Kunst“: Symposium „Diskurs Bayreuth“ im Festspiel-Programm

05.08.17 (Peter P. Pachl) -
Erstmals veranstaltet die Bayreuther Festspielleitung in Zusammenarbeit mit dem Richard Wagner Museum Bayreuth und mit Unterstützung der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth e. V. ein jährliches Symposion, den „Diskurs Bayreuth“.

Erinnerungen an eine postsozialistische Vergangenheit: Umjubelte „Götterdämmerung“ bei den Bayreuther Festspielen

04.08.17 (Peter P. Pachl) -
Gut zehn Minuten langer, heftiger Beifall mit Füßetrampeln und rhythmischem Klatschen, brandete am Ende der „Götterdämmerung“ für ausgezeichnete sängerische Leistungen und für den Dirigenten Marek Janowski auf. Selbst als Frank Castorf mit seinem kompletten Regieteam vor den Vorhang trat, legte sich der Jubel nicht: geballte Buhs hielten sich mit Bravorufen im Applaus die Waage. Somit ist für die Bayreuther „Ring“-Produktion des Wagner-Jahres 2013 zu konstatieren, dass sie sich letztendlich durchgesetzt hat – wenn auch nicht mit einem so grundlegenden Wechsel der Meinungen wie beim Jahrhundert-„Ring“ in der Inszenierung von Patrice Chéreau.

Gediegener Sozialrealismus mit einer guten Dosis Theaterhumor – „Lady Macbeth“ bei den Salzburger Festspielen

03.08.17 (Frieder Reininghaus) -
Lange sah man im 20. Jahrhundert Katerina Ismailowa, die tragische Heldin Dmitri Schostakowitschs, eingesargt in das ländlich-rückständige Russland. Dem entstammt die Figur – einer Novelle von Nikolai Leskow aus dem Jahr 1864. Die Bühnenbilder, wenn sie nicht weitgehend abstrahierten, griffen in der Regel optische Elemente der Landarmut auf, illustrierende Motive einer patriarchalischen Kaufmannsgesellschaft am Rande der Zivilisation, der Folklore und Usancen des Zaristischen Polizeivollzugs bzw. Deportationssystems, die mit satirischer Lust überzeichnet wurden. Das funktioniert allemal, da die Sicherheits- und Ordnungskräfte fast überall nicht nur beliebt sind.

Sieben Krokodile suchen Futter: „Siegfried“ bei den Bayreuther Festspielen als umjubeltes Sängerfest

02.08.17 (Peter P. Pachl) -
Wagners C-Dur-Jubel am Ende des „Siegfried“ schwappte über ins Publikum, das auch den dritten Teil der „Ring“-Tetralogie bei den Bayreuther Festspielen mit lang dauerndem, frenetischem Beifall alle Solisten und Dirigent Marek Janowski uneingeschränkt bejubelte. Regisseur Frank Castorf hat auch diese Inszenierung merklich modifiziert und in der Personenregie intensiviert. In Publikumsgesprächen wird allerdings klar, dass seine ungewöhnliche Lesart von Wagners „Ring des Nibelungen“ weiterhin auf nur wenig Zuspruch stößt.

Neuburger Kammeroper 2017: Entdeckungen von Francesco Gardi

01.08.17 (Roland H. Dippel) -
Kaum zu glauben: 2018 begeht die Neuburger Kammeroper um Horst und Annette Vladar bereits ihr 50jähriges Jubiläum! Geplant ist dafür ein personenintensives Werk, weil mehrere auch der früheren Solisten mitwirken sollen. Und natürlich wieder eine Entdeckung, die eigene Ideenschmieden und auch die renommierter Festivals beflügeln wird. Wie schon so oft in Neuburg mit Opern von Simon Mayr, Ferdinando Paër oder Marcos António Portogallo.

Umjubelte Premiere der überarbeiteten Bayreuther „Walküre“

31.07.17 (Peter P. Pachl) -
Eine immense Steigerung gegenüber dem „Rheingold“ offenbarte Dirigent Marek Janowski bereits beim Vorspiel. Die Intensität der szenischen Leistungen des Sängerensembles ist in diesem Jahr enorm gewachsen durch intensive Nacharbeit Frank Castorfs an seiner Inszenierung.

Bayreuther Festspiele: „Rheingold“ variationenreich von Frank Castorf überarbeitet

30.07.17 (Peter P. Pachl) -
Während die im Wagner-Jubiläumsjahr 2013 besonders diskrepant aufgenommene Inszenierung „Der Ring des Nibelungen“ von Frank Castorf in den vergangenen beiden Sommern offenbar von seinem Assistenten in Schwung gehalten wurde, aber außer der kontinuierlichen Vermehrung junger Krokodile im „Siegfried“ kaum deutliche Aspekte der „Werkstatt Bayreuth“ aufwies, hat der Regisseur jetzt, nach Beendigung seiner Intendanz an der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, sich für die letztmalige Wiederholung in Bayreuth erneut gründlich Probenzeit genommen und Modifikationen erarbeitet.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 31.07. bis 06.08.2017

30.07.17 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 31. Portraits und Schwerpunkte gibt es zu: Musikbegriffe nach John Cage, Gerhard Präsent, Dieter Salbert, Wittener Tage für neue Kammermusik, Jan Philip Schulze, Raphael Roginski, Every Time A Ear di Soun, Gerhard Schedl, Hornist Samuel Stoll, Ensemble KNM Berlin, Fredrik Pacius, Akustische Wimmelbilder von Brigitta Falkner.

Der verbotene Ort: „Tannhäuser – für Kinder“ als Neuinszenierung bei den Bayreuther Festspielen

29.07.17 (Peter P. Pachl) -
Bereits vor sieben Jahren gab es im Rahmen der alljährlichen Oper „Wagner für Kinder“ schon einmal eine Version des „Tannhäuser“. Damals war die Inszenierung in einem Internat angesiedelt, aber als ein hohes Lied auf die wahre Freundschaft und ohne Sängerkrieg ging Wagners Handlung kaum auf. Die neue Fassung, für die Katharina Wagner gemeinsam mit Markus Latsch verantwortlich zeichnet, vermag nunmehr voll zu überzeugen, auch ohne Chor.

Sängerfest zum Dumpingpreis: „Parsifal“ bei den Bayreuther Festspielen

28.07.17 (Peter P. Pachl) -
Der dritte Festspielabend in Bayreuth brachte ein deutliches Primat der Musik. Bereichert um einige treffliche Neubesetzungen, wurde die „Parsifal“-Premiere zu einem umjubelten Sängerfest, wohingegen Uwe Eric Laufenbergs Inszenierung auch im zweiten Jahr wenig Erhellendes bringt und seine Zitate aus vorhergehenden Inszenierungen letzteren Eindruck noch verstärken.

Gründlich überarbeitet und fesselnd: Katharina Wagners „Tristan und Isolde“-Inszenierung bei den Bayreuther Festspielen

27.07.17 (Peter P. Pachl) -
Ein einsamer gellender Buhruf aus den ersten Reihen des Festspielhauses, mitten in der leisen Verklärungsmusik von „Tristan und Isolde“, war eine besonders störende, spontane Missfallensäußerung eines Besuchers, da Isolde nicht mit Tristan gemeinsam sterben darf, sondern durch Marke vom Todeslager ihres Geliebten weggezerrt wird. Möglicherweise aufgrund dieser Störung kam die Regisseurin dann beim Applaus nicht allein vor den Vorhang, sondern verneigte sich nur gemeinsam mit ihren Darstellern auf der Bühne, wo sich dann starke Missfallensbezeugungen in den begeisterten Zuspruch mischten – zu Unrecht, denn die Weiterarbeit an ihrer Inszenierung zeigt Katharina Wagner als Meisterin in ihrem Fach.

Von der Villa Wahnfried zu den Nürnberger Prozessen: Barrie Koskys „Meistersinger“-Inszenierung eröffnete den Bayreuther Premierenreigen

26.07.17 (Peter P. Pachl) -
Als „erster jüdischer Regisseur in Bayreuth“, so Barrie Kosky, hatte er sich zunächst nur schwer dazu durchringen können, „Die Meistersinger von Nürnberg“ zu inszenieren. Dann aber hatte der Chef der Berliner Komischen Oper einen sehr originellen Interpretationsansatz gefunden, von Wagners Salon-Weihfestspielen in der Villa Wahnfried bis zu den Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozessen. Das witzige, bisweilen optisch verstörende Konzept, musikalisch gestützt durch eine überaus eigenwillige Interpretation von Philippe Jordan, machte den offiziellen Eröffnungsabend der Bayreuther Festspiele zu einem gefeierten Triumph.

Ethos-Pathos-Logos: Mit einem Sonderkonzert gedenken die Bayreuther Festspiele des 100. Geburtstages von Wieland Wagner

25.07.17 (Peter P. Pachl) -
Schon vor der mit Spannung erwarteten Neuinszenierung der „Meistersinger von Nürnberg“ begannen die Bayreuther Festspiele in diesem Jahr mit einem Vorabend im Festspielhaus. Bereits am Morgen war im Neubautrakt des Wagner Nationalmuseums eine imposante Rauminstallations-Ausstellung über Leben und Schaffen Wieland Wagners eröffnet worden, am Abend gab es im Festspielhaus mehrere Erstaufführungen.

Rettungsversuch: Weber in der Psycho-Klinik – „Oberon“ bei den Münchner Opernfestspielen

23.07.17 (Wolf-Dieter Peter) -
Dazu sind Festspiele da: Das besondere Werk am besonderen Ort auf besondere Weise. Das gilt grundsätzlich für Webers dramaturgisch bunte Mischung von Feen, Kalifentochter, Meermädchen, Ritter samt Knappen, Puck, Seeräubern, Titania und Oberon in einem Werk mit viel Sprechszenen, turbulenten Schauplatzwechseln und Aktionen. Das Münchner Prinzregententheater ist eher aufgrund seiner eingeschränkten Gegebenheiten „besonders“, vor allem aber der Puppen-Animator Nikolaus Habjan als Regisseur.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 24.07. bis 30.07.2017

23.07.17 (Martin Hufner) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 30. Portraits und Schwerpunkte gibt es zu: Neue Musik aus Lockenhaus, John McGuire, Peter Jakober, Jennifer Walshe, Gerhard Meier, Wittener Tage für neue Kammermusik, Bernd Weikl, Alan Licht, Agnes Hvizdalek, 70 Jahre Bachwoche Ansbach, Centre National de Création Musicale "gmem" in Marseille, Schauspielmusik, Gerard Grisey und Robert Adrian.

„Making of“ Rossinis „Mosé“ – Die Bregenzer Festspiele scheitern mit der Rettung von Rossinis „tragisch-sakraler Handlung“ um Israels Auszug aus Ägypten

21.07.17 (Wolf-Dieter Peter) -
Seit Jahren ist die Bregenzer Dramaturgie – „Auf der Seebühne das populäre Werk, im Festspielhaus die Opern-Orchidee“ – immer wieder erfolgreich. Nach „Carmen“ auf der Seebühne folgte nun ein Werk, mit dem 1818/19 Neapels Intendanz das Opern-Verbot während der Fastenzeit zu umgehen versuchte: mit der seriös angelegten Vertonung der alttestamentarischen Erzählung von Israels Befreiung aus ägyptischer Gefangenschaft, von Moses Verhängung der sieben Plagen, von Israels Gang durch das Rote Meer und dem Untergang der pharaonischen Verfolger.

Gespenstisches Theremin – Erstes Konzert des „Auftakt“ Jugendorchesterfestivals in München

21.07.17 (Alexander Mathewson) -
Das erste Konzert des „Auftakt“ Jugendorchesterfestivals im Werksviertel München bot ein sehr vielseitiges, energetisches und spannendes Programm, das das Publikum wirklich bewegt hat – nicht nur im bildlichen Sinn des Wortes!

Künstlerische Sensibilität: Der argentinische Komponist Damián Gorandi ist der neue Franz-Liszt-Stipendiat 2017

21.07.17 (PM) -
Damián Gorandi heißt der neue Franz-Liszt-Stipendiat 2017 der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Beim Kompositions-Meisterkurs im Rahmen der 58. Weimarer Meisterkurse konnte der aus Südamerika angereiste 25-jährige Komponist die Jury mit seinen Werken von sich überzeugen. Das mit insgesamt 3000 Euro dotierte Franz-Liszt-Stipendium ermöglicht Gorandi nun im Jahr 2018 eine dreimonatige, ungestörte schöpferische Arbeit in Weimar. Außerdem werden seine Werke während seines Aufenthalts in Weimar in Konzerte des Studios für elektroakustische Musik (SeaM) eingebunden.

Unaufhaltsamer Tanz zum Tod - Die 72. Bregenzer Festspiele eröffnen mit Bizets „Carmen“

20.07.17 (Wolf-Dieter Peter) -
„Die Karten lügen nicht“ singt die schicksalsgläubige Carmen und auf den scheinbar durch die Luft fliegenden, großen Spielkarten der Bühnenarchitektur verschwammen Pik und Kreuz. Das war zwar Video-Inszenierung, doch total passend: denn trotz strömenden Regen hatten sämtliche Solisten gesagt „Wir wollen spielen“, die 7000 Seebühnen-Besucher saßen unter Regencapes - und blieben beeindruckt sitzen, so dass Regen, Wetterleuchten und Donnergrollen im 3. Akt aufgaben...

„Für die Musik darf man ruhig das Gehirn bemühen“ – Dirigent Michael Gielen feiert seinen 90.Geburtstag

20.07.17 (Wolf-Dieter Peter) -
Welcher Dirigent kann schon von sich sagen, mitten in einem Premieren-Dirigat mit Hühnerbeinen beworfen worden zu sein? Das und wütende Ablehnung, aber eben auch differenzierte und tiefempfundene Verehrung hat Michael Gielen in seiner langen, vielfältigen Karriere erlebt – Gründe genug für eine Würdigung zum 90.Geburtstag von Wolf-Dieter Peter.

Logistisches Glanzstück, künstlerischer Mehrwert: Wagners „Der fliegende Holländer“ im Regensburger Hafen

16.07.17 (Juan Martin Koch) -
Ausgerechnet in den Regensburger Westhafen hat es Wagners Holländer-Schiff verschlagen. Weit getrennt durch das breite Hafenbecken blickt das Publikum auf das prächtige Stadtlagerhaus von 1910, vor dem die mikrofonierten, nur per Videoübertragung wirklich sichtbaren Sänger eine „semikonzertante“ Aufführung abliefern. Was sich wie eine eventsüchtige Schnapsidee des Regensburger Theaters anhört, entpuppt sich bald als theatraler Coup.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 17.07. bis 23.07.2017

16.07.17 (Martin Hufner) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 29. Portraits und Schwerpunkte gibt es zu: Neue Musik aus Lockenhaus, Thomas Wenk, Peter Michael Hamel, Michael Gielen, Hugues Dufourt, Wieland Wagner zum 100. Geburtstag, Acelga Quintett, Peter Jakober und Every Time A Ear di Soun, ein Radioprogramm der documenta. Insgesamt ist das Angebot etwas reduziert, da fast alle Kulturwellen ihr Festival-Sommerprogramm starten.
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