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Astor Piazzolla 100 – Unser Special zum 11. März 2021

11.03.21 (Juan Martin Koch (mh)) -
Am 11. März dieses Jahres hätte Astor Piazzolla seinen 100. Geburtstag feiern können. Grund für uns, an ihn in ein paar Artikeln zu erinnern. Unser Fachmann in diesem Fall ist niemand anderes als Chefredakteur Juan Martin Koch: Ein Portrait des Künstlers, eine Spotify-Playlist und eine Übersicht mit Videos aus dem Netz.

Moderne „rattelt“ in München – Zwei musica-viva-Konzerte mit Sir Simon Rattle in zwei Sälen

08.03.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Erstmals als kommender Chefdirigent zu Gast beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks – und dann dirigiert Sir Simon eben nicht Beethovens Neunte oder Mahlers Symphonie der Tausend… vielmehr leitet er an einem Abend zwei Konzerte mit überwiegend musikalischer Moderne. Ein Signal, das den Musikfreund für über drei Stunden vor den Streaming-Schirm bannte.

Highway to (S)hell – Digitale Premiere von Dvořáks „Rusalka“ in Braunschweig

07.03.21 (Roland H. Dippel) -
Vergessen Sie „Friedhof der Kuscheltiere“: Antonín Dvořáks Oper „Rusalka“ über das unglückliche Ende einer Liebe zwischen Nixe und Prinz wird in der digitalen Aufbereitung der ursprünglich für Herbst 2020 geplanten Neuinszenierung des Staatstheaters Braunschweigs zur Horrorvision. Die plakative, intensive Deutung des Teams um Dirk Schmeding nahm die Partitur als Anlass zu sinnfälliger Vergröberung. Ein packender Opernabend mit digitalen Fragezeichen.

Unübersehbar #42 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 5.3. bis zum 11.3.2021

04.03.21 (Dirk Wieschollek) -
Wie zwischen „Skylla und Charybdis“ navigierend dürften sich die Teilnehmer*innen der jüngsten Bund-Länder-Sitzung gefühlt haben. Herausgekommen sind zarte Wiederöffnungsperspektiven, deren hoffentlich nicht sirenenhaft tückische Halbwertszeit sich noch erweisen muss. Derweil erkunden Veranstalter*innen weiterhin unübersehbar die Möglichkeiten der Netzkultur. Also raus mit dem Wachs, Odysseus, lass die Ohren knacken! [jmk]

Circensisches Sammelsurium – „Pinocchios Abenteuer“ von Lucia Ronchetti an der Berliner Staatsoper

28.02.21 (Peter P. Pachl) -
Nach den Live-Streamings „Lohengrin“ und „Jenufa“ von der Staatsoper Unter den Linden gab es nun endlich auch eine Opernpremiere für die jungen Besucher ab 6 Jahren. Am Sonntag, dem 28. Februar um 11 Uhr war Lucia Ronchettis 2017 in Rouen uraufgeführte instrumentale Komödie „Pinocchios Abenteuer“ erstmals in deutscher Sprache zu erleben.

Unübersehbar #41 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 26.2. bis zum 4.3.2021

25.02.21 (Joachim Lange) -
„Im Flow der Apokalypse“ haben es sich Studierende am Theater Basel eingerichtet. Hoffentlich kein böses Omen für deren Berufsaussichten als kommende Absolvent*innen… Beim Hugo-Wettbewerb blicken sie jedenfalls mit neuen Konzertformaten, hoffentlich zuversichtlich, nach vorne. Man muss ja nicht immer gleich Beethovens Neunte zurücknehmen. Das unübersehbare Trüffelteam wünscht spannende Stream-Stunden! [jmk]

Theos Kurz-Schluss – Wie ich einmal als bildungsbeflissener, ehrlicher Digitalvisionär am Bundeswirtschaftsministerium zerschellte

25.02.21 (Theo Geißler) -
Man soll ja doch ab und an mal ehrlich sein. Schon um im Unterschied zu zahlreichen sogenannten „aktiven“ Politikern und katholischen Oberbossen Glaubwürdigkeit zu bewahren. Was sich da beispielsweise der Hallenser Oberbürgermeister oder Augsburgs Bischof und viele weitere selbsternannte VIPs an betrügerischer Erschleichung vorzeitiger Corona-Impfungen geleistet haben, sollte zu flotten Abschiebungen all dieser Möchtegern-Schlitzohren in belarussische Bleibergwerke Anlass geben. Welche Werte werden da ansonsten sozusagen im Distanzunterricht unseren Kindern und Jugendlichen vermittelt? Da könnte man statt des Grundgesetzes gleich den Gesellschaftsvertrag von „Blackwater“ oder der Deutschen Bank als bundesrepublikanische Rechtsgrundlage installieren. [Vorab aus Politik & Kultur 2021/03]

Anklage mit Mozart – „La Clemenza di Tito“ als politische Attacke an der Oper Genf

21.02.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Als Opernstadt hat bislang noch Zürich die Nase vorn. Doch unter Intendant Aviel Cahn will die Oper Genf künftig neben der Fülle von Weltorganisationen wie UNO, ILO, CERN, IKRK, WHO, IAO, IOM, ISO, IEC, ITU, WIPO, WMO, WOSM und WTO eine Rolle spielen. Dass einerseits hier 1920 der Völkerbund begann, andererseits heute das hinterfragenswerte internationale Bankengeschäft mit einem dubiosen „Freeport“ agiert, mag bei Cahns Engagement von Milo Rau an die Oper hereingespielt haben.

Unübersehbar #40 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 19.2. bis zum 25.2.2021

19.02.21 (Dirk Wieschollek) -
Ein Korngold-Wunder – ein Flügel-Wunder: Zwischen Berliner Opern-Extase und Hamburger Klangfarben-Dramaturgie tummeln sich diese Woche weitere Musiktheater-Streams von Verdi über Ravel bis Laure Hiendl. Eine engagierte evangelische Kirchengemeinde liefert elektrischen Kontrapunkt à la Steve Reich. Wunderbar. [jmk]

Dagmar Manzel fasziniert – Strawinskys „Geschichte vom Soldaten“ an der Bayerischen Staatsoper

16.02.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Eine Verneigung! Ja, es ist schon toll, wenn über einhundert Mann den Walkürenritt oder den Trauermarsch hinfetzen. Doch dann gibt es die eine Künstlerin auf der weiten, leeren Bühne des Münchner Nationaltheaters, die die ganze Welt erstehen lässt. Unser Kritiker Wolf-Dieter Peter hob am Ende sein Glas und verneigte sich vor dem Bildschirm…

Zur Kuschellüge verharmlost – „Pünktchen und Anton“ an der Kinderoper Köln

14.02.21 (Roland H. Dippel) -
Die deutsche Erstaufführung von Iván Eröds Kinderoper nach Erich Kästners 1931 erschienenem All-Age-Roman „Pünktchen und Anton“ berührt eine Grundsatzfrage: Wie arglos oder investigativ darf (Kinder-)Theater sein? Die Stream-Inszenierung von Brigitta Gillessen für die Kinderoper Köln verharmlost Kästners Sozialstudie und menschliche Utopie. Damit bedient sie den retro-naiven Gehalt der Partitur keim- und bedenkenfrei.

Heillos Inkonsequentes gegen Romantik – Die „Freischütz“-Neuproduktion der Bayerischen Staatsoper München

14.02.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Ein besonderer Abschied wäre möglich gewesen: In der 1990 heillos gescheiterten „Freischütz“-Neuinszenierung donnerte im Nationaltheater der damalige Schauspieler Klaus Bachler die tödlichen „Freikugel“-Bedingungen Samiels ins Theaterrund. Jetzt hätte der gerne als Erzähler oder Vorleser auftretende Intendant Nikolaus Bachler in seiner letzten Saison nochmals… Doch der von ihm engagierte Regisseur sah alles anders.

Unübersehbar #39 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 12.2. bis zum 18.2.2021

11.02.21 (Dirk Wieschollek) -
Bevor die wertvolle Freizeit komplett von Friseurbesuchen absorbiert wird, hier die allfälligen, auch durch die Haarmähne noch unübersehbaren Wochenempfehlungen: Oper, Kinderoper, Ballett, Klaviermusik und Jazz ist diesmal angerichtet, und auch der Musikfachhandel spitzt schon mal aus dem Lockdown hervor. Was darf’s denn sein? [jmk]

Leoš Janáčeks „Tagebuch eines Verschollenen“ im Stream der Bayerischen Staatsoper

10.02.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Verschollene haben wir auch heutzutage viele: alle jene, die auf den ausbeuterischen Großbaustellen oder in den obskuren Bergwerken unserer Welt Reichtum und Glück finden wollen – und verschollen bleiben … auch an unseren Grenzen. Zog einst Schuberts junger Bursch fremd „ein“ und ins völlig Ungewisse wieder „aus“, so gestaltete fast einhundert Jahre später Leoš Janáček einen, der einer unwiderstehlichen Versuchung folgend.

Klang- und Bildpoesie – Der „Karneval der Tiere“ in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks

09.02.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Die Nachrichten sind voll von Problemen mit dem Digital-Unterricht und überfordert abstürzenden Video-Systemen. Doch es gibt auch animierend Funktionierendes. Denn der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat nicht nur jahrzehntelange Erfahrung mit Telekollegs aller Art, er zeichnete ja seit langem auf und übertrug schon immer. So zeigt die BR-Mediathek ab jetzt eine neue, kurze „Musik-Stunde“ der besonderen Art.

Unübersehbar #38 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 5.2. bis zum 11.2.2021

04.02.21 (Dirk Wieschollek) -
Gar nicht so einfach, so einen Teaser zu dichten, wenn dazu die Callas die komplette Aufmerksamkeit einigermaßen unübersehbar und -hörbar einfordert. Nun denn: Dreimal Gegenwartsmusik, einmal Schuberts Geist aus Zenders Händen, einmal Beethovens „Unsterbliche Geliebte“ aus Lückers … ach, was weiß ich – Maria, ich komme! [jmk]

Salzburger Mozartwoche 2021 – komplett digital

03.02.21 (Roland H. Dippel) -
Die seit 1956 um Wolfgang Amadé Mozarts Geburtstag am 27. Januar stattfindende Mozartwoche ist trotz unregelmäßiger Ausflüge in die größeren Salzburger Spielstätten wie das Haus für Mozart zum „Messias“ 2020 vor allem im Mozarteum angesiedelt – oder dort, wo bereits der Geehrte auftrat oder verkehrte. Dieses Jahr wurde das erste österreichische Klassikfestival im Jahreslauf zum digitalen Zyklus mit Kammer- Orchester- und Vokalwerken aus Mozarts sämtlichen Schaffensperioden. Myfidelio und Medici streamten vom 27. bis zum 31. Januar die auch vom ORF für spätere Zeitpunkte übernommenen zehn Konzerte, auf welche das einwöchige Programm fokussiert wurde.

Theater nicht loslassen – Phase I von „Moon Music“ aus der Neuköllner Oper Berlin

29.01.21 (Konstantin Parnian) -
Als „kontemplativ-interaktive Performance-Reihe“ wird die Kooperation von STEGREIF.orchester, Neuköllner Oper und Prinzessinengarten Kollektiv beworben. Die drei Teile sollen vom Winter in den Frühling führen, von den Räumen der Neuköllner Oper in der Karl-Marx-Straße über die Kiezkapelle an der Hermannstraße bis zum danebenliegenden Prinzessinengarten. Der erste Teil „Moon Music I: Abschied“ wurde nun, gespickt mit einigen Videoaufnahmen, per Zoom live aus der Neuköllner Oper gestreamt.

Unübersehbar #37 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 29.1. bis zum 4.2.2021

28.01.21 (Dirk Wieschollek) -
Psychology of Perception – Psychologie der Wahrnehmung. Guter Name für eine experimentelle Improvisationscombo. Bevor wir uns deren „Avantgarde-Trance“ hingeben, können wir uns bei einer Runde von Ensemble Resonanz und ZKM diskursiv vorbereiten, den „Remix“ des Ensemble Modern verfolgen, eine gelungene Zemlinsky-Inszenierung begutachten oder einfach nur talentierten Nachwuchsmusiker*innen lauschen. Freie Wesen im Einklang? Hoffentlich! [jmk]

Theos Kurz-Schluss – Wie ich einmal versuchte, mich IT-technisch nützlich zu machen, und der erste Anlauf leider etwas enttäuschend verlief

28.01.21 (Theo Geiẞler) -
Offengestanden ist so ein staatlich heruntergefahrenes öffentliches Leben auch für einen eigentlich abgehalfterten ollen Kulturjournalisten nicht nur materiell sehr unangenehm, sondern auch gewissermaßen ideell recht langweilig und inhaltsarm. Statt Festival-Infos, kleinen finanziell interessanten Denunziationen oder opportunistischen und deshalb auch rentablen Interviewanfragen füllen mein Postfach fette Mails von Lieferdiensten für Pizzas oder günstige Treppenliftangebote. Das Nachrichtenstudium gerade im Netz gerät schmalspurig unangenehm. Da fand ich in mehreren recht glaubwürdigen Infoangeboten – völlig unerwartet – eine nahezu märchenhafte Story. Übereinstimmend und scheint’s authentisch – ausgerechnet über unseren Holpermaut-Produzenten und Daten-Highway-Schläfer, den Bundesminister für digitale Infrastruktur – ja, den gibt es und er heißt Andreas Scheuer, CSU.

Lockdown-Krisen und Blessuren: „20 Shots of Opera“ der Irish National Opera

25.01.21 (Roland H. Dippel) -
„20 Shots of Opera“ ist eine der bemerkenswertesten Produktionen des internationalen Musiktheaters während der beiden Lockdowns: 20 Minutenopern mit anspruchsvollen Sujets als Video on Demand. Die emotionalen und kritischen Opernclips der Irish National Opera entstanden im Herbst 2020 mit insgesamt 160 Mitwirkenden.

Unübersehbar #36 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 22.1. bis zum 28.1.2021

21.01.21 (Dirk Wieschollek) -
Gegenwartsmusik, Oper und Jazz: Das hat sich über die Monate hinweg, die wir diese Streaming-Empfehlungen veröffentlichen, zu einem beinahe ostinat durchgehaltenen Dominantdreiklang entwickelt. Diesmal mit Ensemblemusik aus Hamburg und Straßburg, Nachwuchsjazz aus München sowie Mozart und Ponchielli aus Mailand. Finale Kadenz? Geduld! [jmk]

Operetten-Tristan mit Happy-End – Die Bayerische Staatsoper mit Lehárs „Schön ist die Welt“

19.01.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Auch das Unterhaltungstheater kann „Opium fürs Volk“ sein. Exzellentes Beispiel: Zwei junge Adelige sollen standesgemäß verheiratet werden; beide haben eigene Vorstellungen von Liebe und Ehe – und verlieben sich inkognito doch ineinander. All das umjubelt am 3. Dezember 1930 im Berliner Metropol-Theater: ein Jahr nach Beginn der Weltwirtschaftskrise, während die Nazi-Schläger dabei sind, die Republik kaputt zu prügeln. Unser Kritiker Wolf-Dieter Peter prüfte, ob das von Franz Lehár gemischte Rauschgift „Schön ist die Welt“ heute noch wirkt.

Bunte Liebeserklärung in Schwarzweiß: Der Film „Sounds of Dortmund“

19.01.21 (Roland H. Dippel) -
Alte Regie-Hasen wie Peter Konwitschny, junge Szenen-Aufsteiger wie Nikolaus Habjan oder Martin G. Berger, neues Musiktheater und Entdeckungen wie die vom Januar auf den 13. Mai 2021 verschobene Premiere von „Frédégonde“ zum 100. Todestag von Camille Saint-Saëns mischen das Dortmunder Operngeschehen unter Heribert Germeshausen ordentlich auf. Im zweiten Lockdown reüssiert das Opernhaus mit einer filmischen Hymne auf die Kooperationskraft urbaner Musikenergien: Am 16. Januar hatte der 20-minütige Experimentierfilm „Sounds of Dortmund“ von Houssie Shirin und Alvaro Schoeck seine Stream-Uraufführung.

Erinnerungen an das Andere – Kaan Bulak & Ensemble in der Berliner Philharmonie

17.01.21 (Konstantin Parnian) -
Das Konzert fand Ende Oktober 2020 im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie statt. Eines der letzten vor dem öffentlichen Verstummen. Aus der November-Live-Konzertstille wird jetzt wohl eine bis Ende März werden. Zumindest an den großen Theatern und Konzerthäusern. Der Bericht von Konstantin Parnian aus der Rückschau wird wie ein Nachhall in die akustische Leere.
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