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„Salome“ – Ein zweiter Blick auf die Inszenierung an der Staatsoper Berlin

14.03.18 (Peter P. Pachl) -
Schon einmal hatte Christoph von Dohnányi durch seine Premierenabsage die Karriere eines jungen Dirigenten entscheidend gefördert: bei Franz Schrekers Oper „Der ferne Klang“, 1988 in Brüssel, war für ihn Ingo Metzmacher eingesprungen, in der Folge einer der gefragtesten Dirigenten für die Musik des 20. Jahrhunderts. Ob beabsichtigt oder nicht, auch diesmal hat von Dohnányi – mit seiner kurzfristigen Absage aufgrund „künstlerische[r] Differenzen mit dem Regisseur Hans Neuenfels“ – einem jungen Dirigenten die Pforten zur großen Karriere eröffnet.

Kiels Spiel mit dem Feuer – Wagners „Götterdämmerung“

14.03.18 (Arndt Voß) -
Geschafft: In Kiel wurde als funkelnder Schlussstein die „Götterdämmerung“ in Wagners „Ring“ eingefügt. Daniel Karasek, der Generalintendant, hatte das große, vier Spielzeiten umfassende Projekt zur Chefsache gemacht und – dem jubelnden Schlussapplaus nach – erfolgreich zu Ende geführt.

Verdi muss schon verbessert werden – „Les Vêpres siciliennes“ in München

12.03.18 (Wolf-Dieter Peter) -
„Die Geschichte ist ein Schlachthaus“ hat Heiner Müller festgestellt. Das trifft auch auf die historische „Sizilianische Vesper“ von 1282, den blutigen Aufstand der Sizilianer gegen die französische Fremdherrschaft, zu. Daraus in der kritischen Rückschau einen Totentanz zu machen, könnte ein theatralisch fesselnder Kunstgriff sein, denn Giuseppe Verdi hat dazu 1855 eine mehrfach brachiale Musik komponiert, aus der Humanes wie eine Utopie melodiös aufleuchtet.

Tenebrae – RIAS Kammerchor in Kooperation mit Ensemble Resonanz unter Justin Doyle in Berlin

12.03.18 (Hans-Peter Graf) -
Passend zum nahenden Osterfest bot der RIAS Kammerchor im 5. Abonnementkonzert Musik zur Passionsgeschichte und der Trauer. Seit dieser Saison auf der Position als Chefdirigent und künstlerischer Leiter nutzte Justin Doyle die Gelegenheit, mit einigen außergewöhnlichen Ideen zu Programmgestaltung und Präsentation auf weiteres Potential für das Traditionsensemble zu verweisen.

Nichts als Wolken – Telemanns „Richard Löwenherz“ zu den 24. Telemann Festtagen in Magdeburg

12.03.18 (Joachim Lange) -
Mit Georg Friedrich Händels 23. Oper „Riccardo Primo“ kann man heute noch ziemlich Eindruck machen. Selbst, wenn sie als pures historisches Spektakel daherkommt, wie etwa vor vier Jahren bei den Händefestspielen in Karlsruhe. Der Plot, der 1727 dem berühmten Richard Löwenherz eine Bruchlandung auf Zypern beschert und ihn in eine fiese Intrige des dortigen Herrschers verwickelt, ist barocküblich verworren, aber bühnenergiebig. Der exemplarische Opern-Bösewicht, versucht seinem „Gast“ glatt mit der eigenen Tochter die falsche Braut unterzujubeln, um die eigentlich für den Briten vorgesehene, selbst zu behalten. Alles aufgeschäumt zu einem zeittypischen Mix aus Eroberung, Entführung und Erpressung, samt Krieg und Eingreifen eines syrischen (hic!) Prinzen als Retter. Und einem halbwegs glücklichen Ende, versteht sich.

Ziemlich verloren – Uraufführung von Dai Fujikuras „Der Goldkäfer“ am Theater Basel

11.03.18 (Georg Rudiger) -
„Ich verstehe kein Wort“, singt der junge Tenor Matthew Swensen als Sam. „Ein Mysterium“ raunt Anastasia Bickel in der Rolle seiner weißhaarigen Großmutter Anneli. Die neue Oper „Der Goldkäfer“ von Dai Fujikura, ein Auftragswerk der Basler Musikhochschule, ist zur Hälfte vorbei, da fallen diese Sätze, die dem rätselhaften, rund 80-minütigen Musiktheaterabend „für junge Menschen ab 8 Jahren“ auch als Überschrift dienen könnten.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 12.03. bis 18.03.2018

11.03.18 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 11. Schwerpunkte: MaerzMusik 2018, Neue Musik aus dem Iran, Ultraschall Berlin, ECLAT 2018, Essen NOW! +++ Hannes Seidl, Dimitri Terzakis, Gunter Dornheim, Lili Boulanger, Bernd Alois Zimmermann +++ Komponieren – was heißt das eigentlich – heute?, Gérard Griseys „Quatre chants“, Mit Musik rechnen – Komponieren am PC, „Musik für das musikalische Theater“ von Kurt Weill, Junge Dirigenten erobern die Welt der Operette, Wechselwirkungen von Radio und Komposition, Baustelle Israel – Musikalischer Meeting point oder Melting pot?, Sing, Nachtigall, sing – Die Diva unter den Vögeln, Gleichberechtigung in der elektronischen Musik.

In Rixdorf ist Musike – In Berlin-Neukölln entsteht das Deutsche Chorzentrum

Selten ist bei einer Pressekonferenz eine so hohe Dichte von Politikerinnen zu beobachten. Doch die der Erteilung der Baugenehmigung für das Deutsche Chorzentrum in Berlin war gewichtig: Der Bund war vertreten durch Günter Winands (an Stelle der die kurzfristig verhinderten Kulturstaatsministerin Monika Grütters), der Berliner Senat durch Klaus Lederer (für das Bundesland Berlin), die Bürgermeisterin des Berliner Bezirks Neukölln durch Franziska Giffey. Dazu traten Alt-Bundespräsident Christian Wulff (jetzt in der Funktion als Präsident des Deutschen Chorverbandes) und Ex-MdB Petra Merkel (als Vizepräsidentin des Deutschen Chorverbandes). Da wirkt einiges zusammen, da bahnt sich etwas an, da kommt etwas ins Rollen. Es geht um das Deutsche Chorzentrum in Berlin.

„Salome“ mit 24: An der Staatsoper Berlin rettet Thomas Guggeis Richard Strauss

06.03.18 (Michael Ernst) -
Jochanaan hat keine Chance. Als fanatischer Wanderprediger an einem verrückten Königshaus, das kann nicht gutgehen. Dirigent Christoph von Dohnányi hingegen hat seine Chance abgegeben und nach öffentlichkeitswirksamen Differenzen („unüberbrückbar“) mit Regisseur Hans Neuenfels die musikalische Leitung der Neuproduktion von „Salome“ an der Deutschen Staatsoper Berlin Thomas Guggeis überlassen. Der allerdings, ab kommender Saison als Kapellmeister ans Staatstheater Stuttgart verpflichtet, hat alle Chancen bestens genutzt.

Traumlogik – Heinz Holligers Oper „Lunea“ am Opernhaus Zürich uraufgeführt

05.03.18 (Georg Rudiger) -
Die Musik beginnt ohne einen bewussten Anfang. Zarte Arpeggien auf der Harfe, dem Zymbal und dem Klavier vermischen sich mit Liegetönen in den Bläsern, gesummten Akkorden und Glockenschlägen zu einem Klangstrom, der immer in Bewegung bleibt. Heinz Holligers neue Oper „Lunea“, die bei ihrer Uraufführung am Opernhaus Zürich von ihm selbst dirigiert wird, bleibt nie stehen.

Stumpfe Kalauer-Comedy – Musical-Uraufführung „ZZaun“ in Dresden

05.03.18 (Roland H. Dippel) -
Noch vor Ablauf der ersten Jahresfrist sollte im Werk Mitte, der neuen Spielstätte der Staatsoperette Dresden, die erste Uraufführung stattfinden. Die Maag Halle Zürich hatte den Musicalautor Tilmann von Blomberg mit dem Songdichter und Komponisten Alexander Kuchinka beauftragt, zur Produktion kam es dort allerdings nicht. Beim ersten „Creators Autorenwettbewerb“ des Schmidt-Theaters in Hamburg schaffte es „Zzaun! – Das Nachbarschaftsmusical“ ins Finale und Intendant Wolfgang Schaller sicherte es sich sofort. Wegen des Wasserschadens im Oktober 2017 musste die Premiere der stumpfen Kalauer-Comedy allerdings auf den 4. März 2018 verschoben werden.

Die Buchmesse mit der musikalischen Note – ConBrio Verlag und Verband deutscher Musikschulen gemeinsam auf der Buchmesse Leipzig

05.03.18 (nmz-red) -
Die Buchmesse Leipzig hat sich zu einem Magnet auch für Verlage aus dem Musikbereich entwickelt. Die Gründe dafür liegen hauptsächlich darin, dass Leipzig von Anfang an als Publikums- und nicht als Fachmesse konzipiert war.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 05.03. bis 11.03.2018

04.03.18 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 10. Schwerpunkte: Frank Michael Beyer, Dimitri Terzakis, Sopranistin Katharina Konradi, Komponistin, Pianistin und Performancekünstlerin Judith Unterpertinger, Hans-Joachim Hespos, Dieter Glawischnig, Lili Boulanger ||| Huddersfield Contemporary Music Festival, Ultraschall Berlin ||| Das Erleben von (Neuer) Musik als wissenschaftliches Forschungsfeld, Zwischen Genie und Kreativitätscoach, Faust-Deutungen in der Neuen Musik, Coffee and Cigarettes – Musik im Rausch, Mit Musik rechnen – Komponieren am PC, Klangreise durch die Wüsten im Süden Australiens, Fehler – los! Vom Richtigen im Falschen, Die Nacht der Machtergreifung.

Alfried Krupp, der Erdgeist – Marschners „Hans Heiling“ in Essen

02.03.18 (Roland H. Dippel) -
Industriekultur und romantische Oper total: Regisseur Andreas Baesler und Dirigent Frank Beermann verlegen Heinrich Marschners „Hans Heiling“ vom böhmischen Erzgebirge an die Ruhr. Aus dem Thronfolger der Erdgeister wird ein Krupp-Erbe, der kurz vor dem Niedergang der Zechen kein Liebesglück findet. Am Aalto-Theater Essen tritt „Hans Heiling“ legitim aus dem Schatten Richard Wagners. Eine spannende, bewegende Produktion!

Frankfurts Oper zeigt Meyerbeers „Vasco da Gama“ als interstellares Kolonialismusdrama

01.03.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Das Schiff ist seit Monaten unterwegs; für die Mannschaft wird Kontakt zu ihren Frauen hergestellt: per Skype auf dem Riesenbildschirm der Kommandozentrale – denn das Raumschiff fliegt zu neuen Sternenwelten. Da spielt der von Tilman Michael einstudierte Chor amüsant menschliche Geschichtchen: einem Vater wird sein inzwischen geborenes Baby gezeigt; eine junge Mutter hält die für „Pappi“ gemalte Zeichnung ins Kameraauge; eine dritte lockt bei der Heimkehr mit neuer Reizwäsche…

Ein Lichtstrahl auf Francesca Caccini. Die Musiktheater-Produktion „Ein Zimmer für sie allein“ am ZAMUS in Köln

01.03.18 (Andreas Hauff) -
Die Nachbarschaft in der Kölner Heliosstraße ist wahrscheinlich Zufall: Das ZAMUS (Zentrum für Alte Musik) in Köln-Ehrenfeld liegt neben einem seltenen Baudenkmal von 1894: Einem Binnenleuchtturm, der an die 1905 untergegangene Helios AG erinnert. Doch als Forum, Begegnungsstätte und Konzertort hat das 2012 gegründete ZAMUS inzwischen selbst Leuchtturm-Charakter. Mit der Musiktheaterproduktion „Ein Zimmer für sie allein“, die auch beim Internationalen Festival für Aktuelle Klangkunst in Trier gastierte, fällt nun ein Lichtstrahl auf Francesca Caccini, die trotz Frauenbewegung und erstarktem Gender-Bewusstsein immer noch im Schatten ihrer männlichen Kollegen steht.

Deutscher Musikautorenpreis: Klaus Doldinger wird für sein Lebenswerk ausgezeichnet

28.02.18 (PM - GEMA) -
Filmmusik-Komponist und Jazzlegende Klaus Doldinger wird bei der Jubiläumsgala des zehnten Deutschen Musikautorenpreises am 15. März 2018 von der GEMA für sein Lebenswerk geehrt. Aus Doldingers Feder stammen unter anderem die berühmte „Tatort“- Titelmelodie sowie Musik zum legendären Film „Das Boot“.

Wolken über der See … Georg Friedrich Händels „Ariodante“ an der Wiener Staatsoper

27.02.18 (Joachim Lange) -
Ganz so einwandfrei und barockfreundlich, wie es Staatsoperndirektor Dominique Meyer bei der Premierenfeier meinte, war die Akustik, zumindest im Parkett, dann doch nicht. Wobei das Gastorchester im hochgefahrenen Graben „Les Arts Florissants“ und ihr Gründer und Dirigent William Christie kein Problem hatten, die Klanghoheit im Saal der Wiener Staatsoper zu erringen. Ihr Part war durchweg transparent, frisch aufgespielt und raumfüllend. Dabei sehr einschmeichelnd, wenn die Stimmen zu tragen oder zu umschwirren waren, eloquent bei den knackigen Rezitativen.

Kein Halt vor langweiligen Banalitäten – Goethes „Wahlverwandtschaften“ am Theater Bremen

27.02.18 (Ute Schalz-Laurenze) -
„Keine Oper, keine Operette, kein Musical, kein Oratorium, keine Schauspielmusik, aber alles ein bisschen“ hatte der Komponist Sebastian Vogel zur Uraufführung der Tolstoi-Adaption „Anna Karenina“ gesagt, die er 2014 zusammen mit Sebastian Vogel geschrieben hatte. Nun also eine erneute Uraufführung der beiden: „Wahlverwandtschaften“ am Theater Bremen. Wieder sollte man nicht versuchen, eine neue „Oper“ zu erwarten, es heißt ja auch „Musiktheater“, auch noch „spartenübergreifend“. Aber bei aller Bereitschaft dazu, es fällt schwer, eine Gattungsorientierung zu finden. Auch das wäre nicht weiter schlimm, wenn die Teile und Details nicht so auseinanderdriften würden wie an diesem Abend mit einem auffällig spröden Schlussbeifall.

Gähn-Manipulation – Das Jukka Eskola Soul Trio gastierte beim BMW Welt Jazz Award

26.02.18 (Ssirus W. Pakzad) -
Vielleicht war die Erwartung ein Teil des Problems: Wer es mit Künstlern aus Finnland zu tun bekommt, der rechnet mit schrägen Einfällen, absurdem, kauzigem Humor, mit Lakonie – Bands wie die Leningrad Cowboys oder Filme der Kaurismäki Brüder haben ganz sicher zu unserem stereotypen Bild von der Mentalität der Menschen im hohen Norden Europas beigetragen. Und dann kommen diese drei jungen Typen aus Suomi nach München … Nicht nur über dem Konzert des Jukka Eskola Soul Trios stand das BMW Welt Jazz Award-Motto „Jazz Moves“ – Jazz bewegt. Beim Kritiker hat sich wirklich was bewegt: die Kiefer. Ganz weit auseinander. Hinter vorgehaltener Hand selbstverständlich.

Der pure Händel-Glücksfall! Claus Guth inszeniert am „Theater an der Wien“ Händels „Saul“

26.02.18 (Joachim Lange) -
Jeder Regisseur, der sich darauf einlässt, ein Oratorium von Händel zu inszenieren, darf sich über das übliche Maß hinaus, als ein später Verbündeter des Barockmeisters fühlen. Als dessen Opern (und das dazugehörige Unternehmen) in London nicht mehr so recht gingen, schaltete er auf Oratorium um. Und machte weiter. Für den cleveren Manager seiner Selbst, gehörte dieser Relaunch zur Kunst des Überlebens. Das funktionierte auch über seinen Tod hinaus. Dank seiner Oratorien war er nie völlig weg vom Fenster. Was sich bei seinen Opern erst im 20. Jahrhundert mit einem fulminanten Crescendo als unsterblich erwies, stand bei den Oratorien nie in Frage.

Melange aus Realität und Fantasie – Peter Eötvös‘ „Angels in America“ am Theater Münster

Als das Theaterstück „Angels in America“ 1991 am Broadway uraufgeführt wurde, wurde sein Autor Tony Kushner damit über Nacht berühmt. Wenig später war das Stück auf vielen internationalen Bühnen zu erleben und erhielt mehrfach Auszeichnungen, darunter 1993 den Pulitzer-Preis. Dreizehn Jahre später beendete der Komponist Peter Eötvös die Arbeit an seiner Oper, die sich am Inhalt von Kushners „Angels in America“ orientiert und 2004 im Pariser Théâtre de Châtelet erstmals auf der Bühne zu sehen und zu hören war.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 26.02. bis 04.03.2018

25.02.18 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 9. Schwerpunkte: Maler und Klangexperimentator Jean Dubuffet (1901-1985), Komponist Matthew Shlomowitz, Stefan Juster, Sopranistin Katharina Konradi, Komponist Frederic Rzewski, Maja Osojnik ||| Ultraschall Berlin, ECLAT 2018, Rückblick auf das Jazzfest Berlin ||| Trial and Error – Komponieren zwischen Codes, Routinen und Nervenzusammenbruch, „Bilder im Kopf“ – Kompositionswettbewerb im Rahmen von Wien Modern, Raumklang und Elektronik, Eboardmuseum in Klagenfurt, Musik nicht nur zum Einschlafen, The Black Hole Radio, Forschungsinstitut für Musiktheater Thurnau der Universität Bayreuth, eine Schlager-Operetta und Musik im Rausch.

Samplifizierend bis schrundig: „Autonome Musik“ mit dem ensemble mosaik

24.02.18 (Albrecht Selge) -
Neue Musik, deine Programmbeschreibungen! Uneingeweihten Ohren klingen sie gern mal nach Drohung – oder zumindest mehr nach wissenschaftlichem Kolloquium als nach Konzert: „Die vierteilige Konzertreihe Autonome Musik im Kesselhaus der Kulturbrauerei Berlin thematisiert in einer Gegenüberstellung von Komposition und Performance kontrastierende Konzeptionen von Konzertmusik. In den Konzerten begegnen Ensemblekompositionen, deren detaillierte Klang- und Formgestaltung einen ausgeprägten Werkcharakter aufweisen, einer sich fortsetzenden Folge von Miniaturen, die konzeptuell angelegt sind und in Echtzeit ausformuliert werden.“

Mit dem neuen Chef Andris Nelsons will das Gewandhausorchester in eine starke Zukunft

23.02.18 (Roland H. Dippel) -
Beim Schlussapplaus verdecken die ihm von Gewandhausdirektor Andreas Schulz und Orchestervorstand Tobias Haupt ans Herz gedrückten Riesensträuße Gesicht und Oberkörper. Jetzt ist er da, endlich! Nach zwei Jahren, seit dem verdrückten Absprung von Riccardo Chailly an die Mailänder Scala, wird der lettische Dirigent Andris Nelsons (39) als 21. Gewandhauskapellmeister Amtsnachfolger in direkter Linie von Felix Mendelssohn Bartholdy und künstlerischer Leiter des personenstärksten Kulturorchesters Deutschlands. Das gelbe Nobellabel Deutsche Grammophon schiebt die neue Traumallianz mit einer weiteren Einspielung der siebten Sinfonie von Anton Bruckner an. Accentus bringt Antonin Dvořáks „Aus der Neuen Welt“ und von Plakatsäulen jubelt es im Stadtgebiet überall „Andris“!
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