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Alle Artikel kategorisiert unter »Rezension«

Von Richard Wagner zu Horst Wessel

21.09.17 (Viktor Rotthaler) -
Am 18. Dezember 1917 wurde eine Filmfirma gegründet, die wie keine zweite mit der Geschichte Deutschlands verbunden ist: die „Universum-Film AG“, kurz die Ufa. Das „deutsche Filmerbe“, es besteht vor allen Dingen aus Ufa-Filmen: Fritz Langs „Metropolis“, F. W. Murnaus „Faust“, Josef von Sternbergs „Der blaue Engel“, Josef von Bakys „Münchhausen“ oder Veit Harlans antisemitischem „Jud Süß“. Auf Erich Pommers Tonfilmoperetten folgten nach der „Entjudung“ der Ufa 1933 die großen Propagandafilme, die vor allem von Herbert Windt und Wolfgang Zeller im „Wagner-Sound“ orchestriert wurden. 1949 wurde die Ufa Film GmbH von der amerikanischen und britischen Militärregierung aufgelöst. 1957 wurde der Ufa-Filmverleih gegründet. Aber das ist nur noch eine Fußnote zur deutschen Filmgeschichte.

Link-Tipps 2017/09

17.09.17 (Holger Kurtz) -
Viele Gespräche laufen wie folgt ab: Person A erzählt etwas, Person B nickt oder grummelt etwas, das von Person A als Zustimmung und Ermutigung verstanden wird, mehr zu erzählen. Das Onlinependant dazu ist vermutlich das Daumen-Emoji. Wenn auch his­torisch wacklig, so sozialisierte uns Hollywood in der Vorstellung, dass ein nach oben gestreckter Daumen im antiken Rom über das Leben eines Gladiators entschied. Da die meisten Menschen heute dem Lifestyle eines Kaisers frönen, entscheiden auch sie mittels Daumen(-Emoji) über das Fortbestehen, wenn auch nur einer Konversation. Auch die Kulturszene ist auf das Phänomen aufmerksam geworden. Das BR-Symphonieorchester (bzw. deren Werbeagentur) designte die Spielzeitvorschau mit den kleinen gelben Gesichtern und auch auf den Social-Media-Kanälen vieler Kultureinrichtungen wird damit experimentiert: In bester Rätseltradition gilt es, Emoji-Partituren mit dirigentischer Präzision zu interpretieren.

Wunderknabe

17.09.17 (Viktor Rotthaler) -
Im Hollywood-Kino der fünfziger und sechziger Jahre war er der klassische „Tölpel vom Dienst“: Jerry Lewis. An der Seite seines Bühnen- und Filmpartners Dean Martin verkörperte er den „Prügelknaben“ par excellence. Zehn Jahre lang, bis 1956 waren Martin & Lewis das erfolgreiche Traumduo der Paramount gewesen. Wie „Dick & Doof“ haben sie sich improvisierend die Bälle zugespielt, der Italo-Crooner Dino und der jüdische Körperkomiker Jerry Lewis, der mit seiner schrillen Kinderstimme oft in „Vaudeville“-Manier in die Songs seines Partners einstimmte, wie bei „That’s Amore“.

DVD-Tipps 2017/09

17.09.17 (Sven Ferchow) -
Joe Bonamassa – Live At Carnegie Hall – An Acoustic Evening +++ Rammstein – Rammstein: Paris +++ Europe – The Final Countdown 30th Anniversary Show

Bizarr und doch vertraut – Exotica

Einige Phänomene im Jazz können als Exotica beschrieben werden. Unmittelbar evident, wenn geografisch voneinander weit entfernte Musikkulturen sich wie bei den Ensembles Quadro Nuevo (Deutschland) und Cairo Steps (Ägypten) begegnen, um auf einem „Flying Carpet“ Serail-Ambiente mit geschmeidig swingenden Tänzen, seduktive Timbres oder latin-aromatisierten Jazzstil in opulenten Arrangements einzufangen: Orient-Perkussion und Streichersounds hüllen galante Melodien und Improvisationen an Sopransax, Nay-Flöte und Oud in spirituelle Sphären gemeinsamer Ambitionen, nämlich in Klangreibungen menschliche Kontakte zu finden. (Fine Music/GLM)

Kein Sommerloch

17.09.17 (Sven Ferchow) -
Neues von: Kesha, Triggerfinger, Steven Wilson und Lana Del Ray.

Früh, erschüttert, verspielt, flimmernd

17.09.17 () -
Aktuelles von und mit: ensemble]h[iatus, Peter Jakober, Ensemble Modern, SaVaSa Trio, Helmut Oehring, Wolfgang Rihm, VERTIGO Ensemble.

unüberhörbar 2017/09

17.09.17 (Christoph Schlüren) -
George Enescu: Violinsonate Nr. 3; Maurice Ravel: Violinsonate G-Dur, Tzigane; Nikos Skalkottas: Kleine Suiten 1 & 2. Jonian-Ilias Kadesha, Violine; Nicholas Rimmer, Klavier. Avi Music +++ Ylva Skog, Anders Nilsson: Violinkonzerte. Cecilia Zilliacus, Västerås Sinfonietta, Fredrik Burstedt. dB Productions +++ Horn Trios. Felix Klieser (Horn), Andrej Bielow (Violine), Herbert Schuch (Klavier). Berlin Classics

CD-Tipp 2017/09

17.09.17 (Juan Martin Koch) -
Die Lebensgeschichte der 1911 in Warschau geborenen Pianistin Maryla Jonas ist auf dramatische Weise filmreif. Nach einer vielversprechenden Vorkriegskarriere floh sie auf Anraten eines deutschen Offiziers 1939 zu Fuß von Warschau nach Berlin, wo sie in der brasilianischen Botschaft falsche Papiere zur Ausreise nach Rio erhielt. Dort lebte sie zurückgezogen, bis Arthur Rubinstein sie zum erneuten Konzertieren bewegen konnte.

Moralische Korruption

17.09.17 (Wolf-Dieter Peter) -
Kein Buch über „Gestern“: Denn wie lebt und komponiert es sich als unabhängiger Künstler unter Erdogan, Orban, Lukaschenko oder Putin, wie im Land von Kaczynski? Wie sähen Kompositionsaufträge, Programme und Spielpläne nach Wahlsiegen von Le Pen oder Wilders aus? Dimitri Schostakowitschs Leben unter Lenin, Stalin, Chruschtschow und Nachfolgern ist historisch und musikwissenschaftlich vielfach beschrieben. Julian Barnes bietet nun ein spannendes, reizvoll abwechslungsreich zu lesendes Psychogramm, das auch viele der zentralen Fakten enthält. Grundlegend stellt Barnes’ Schostakowitsch fest, dass es, seit Stalins Herrschaft etabliert war, nur zwei Arten von Komponisten gab: „Die einen waren am Leben und hatten Angst, die anderen waren tot.“
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