Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Absolute Beginners«

 Absolute Beginners - Kolumne von Moritz Eggert
Dieser Artikel ist nicht zur Ansicht freigegeben.

Unterrichten in Zeiten von Corona (3)

05.08.20 (Moritz Eggert) -
Meine Mailbox ist voll von Nachrichten von Kollegen: „Wie ist es denn an eurer Hochschule?“ „Wann beginnt bei euch der normale Unterricht wieder?“ „Wie macht ihr es mit den Prüfungen?“. Andere wiederum lamentieren darüber, wie anstrengend der Online-Unterricht ist: Man starrt auf die Gesichter teilnahmsloser Studenten, die vielleicht nebenher Minecraft spielen oder Whatsapp-Nachrichten beantworten, manche schalten bei Seminaren auch gleich sicherheitshalber die Kamera ab. Daher schaut man als Lehrer manchmal auf lauter schwarze Kästchen, während man über Cembalo-Verzierungspraktiken im Spätbarock redet.

Unterrichten in Zeiten von Corona (2)

17.06.20 (Moritz Eggert) -
Im Sport spricht man gerne von „Motivation“ – das scheint so wichtig zu sein, dass es dafür extra Coaches gibt. Ich weiß nicht, wie es den Fußballern geht, die jetzt gerade mit der Geisterbundesliga beginnen, aber wenn ich meine eigenen Student*innen anschaue, so würde ich sagen, dass bei vielen von ihnen die Motivation gerade gen Null geht. Sie bräuchten dringend einen Coach, aber auf Grund der momentanen Lage kann ich diese Aufgabe nicht mehr so gut erledigen wie früher, da ich als Videobild nicht dieselbe Eindringlichkeit entwickeln kann.

Unterrichten in Zeiten von Corona

14.05.20 (Moritz Eggert) -
Mein Unterrichtstag beginnt – wie jede Woche seit einiger Zeit – am PC. Einen Tag vorher hat mein Student Maksim über unsere Klassen-Whatsapp-Gruppe die Kommilitonen aufgefordert, ihre Wunschtermine anzugeben. So habe ich nun eine Liste der „Kandidaten“, sauber gegliedert nach Uhrzeiten und jeweiliger Erreichbarkeit per Skype, Face­time oder Messenger.

Aus einem Brief an die Mutter einer begabten jungen Komponistin

26.04.20 (Moritz Eggert) -
„… Mir wurde als jungem Komponisten unterschiedlichster Rat gegeben – mancher war gut, manchmal war er falsch. Ich habe immer versucht, dem Rat zu folgen, der mich inspiriert hat, und den Rat zu meiden, der mich blockierte. Am Ende ist es so: Wenn man als Künstler jemanden braucht, der einem exakt sagen kann, was man tun muss, hat man wahrscheinlich den falschen Beruf gewählt.

Mitten im Leben

22.03.20 (Moritz Eggert) -
X: eine typische junge Kompositionsstudentin oder ein junger Kompositionsstudent (soweit man bei diesem Fach „normal“ sein kann). So sieht ihr/sein Tag aus: Der Wecker hat nicht geklingelt, Handy-Akku war leer. Erste Prio­rität am Morgen: Ladekabel finden, Kaffee, dann in der Nähe der Steckdose frühstücken, um E-Mails, Whatsapp, Messenger, Instagram, Snapchat und Threema zu checken.

Anleitung zur Erziehung eines Wunderkindes

18.12.19 (Moritz Eggert) -
Sie denken, Sie haben ein kompositorisch begabtes Wunderkind? Herzlichen Glückwunsch, denn Sie sind ganz sicher nicht allein – so wie Ihnen geht es Millionen anderer Eltern. Wie viele Millionen Komponisten kennen Sie? Ach, nur eine Handvoll? Wenn Sie mehr als eine Handvoll Komponisten kennen und deren Biografien studiert haben, werden Sie sicherlich festgestellt haben, dass eigentlich nur die wenigsten von ihnen schon als Kleinkinder durch die Konzertsäle der Welt geschleift wurden. Mozart als „erfolgreiches“ Beispiel für ein Wunderkind ist die Ausnahme, nicht die Regel.

Aufräumen im Notenwald

27.11.19 (Moritz Eggert) -
Mal eine Frage an die Eltern unter den Lesern: was geht schneller, a) Unordnung in ein Kinderzimmer zu bringen, oder b) ein Kinderzimmer aufzuräumen? 

Der kreative Muskel

15.10.19 (Moritz Eggert) -
In der letzten Zeit beschäftige ich mich mit Sport, vor allem mit Laufen und Fitnesstraining. Schon lange war mir klar, dass zum Beispiel das Schreiben einer Oper und ein Marathonlauf viel gemeinsam haben: Man muss ein absurd weit entferntes Ziel fest im Blick haben und sich stetig darauf zu bewegen. Hierbei ist es einfacher, von Schritt zu Schritt zu denken und sich auf die aktuelle Laufgeschwindigkeit zu konzentrieren, als sich ständig Gedanken über die Größe des Unterfangens zu machen. Jeder Schritt auf das Ziel zu ist ein Erfolg, selbst wenn das Ziel noch fern ist.

Absicht und Wirkung

12.09.19 (Moritz Eggert) -
Über den Abgrund zwischen „Absicht und Wirkung“ könnte man lange musikhistorische Traktate schreiben. Schubert wollte Beethoven imitieren, und scheiterte auf geniale Weise. Ravel wollte eine einfache Instrumentationsetüde schreiben, heraus kam sein berühmtestes Werk („Bolero“). Schönberg wollte, dass „der einfache Mann“ seine 12-Ton-Melodien auf der Straße pfeift, tatsächlich bildeten sie die Grundlage für eine rein akademische Musikrevolution, die nie die Massen ansprach und nur als Klischee größere Bekanntheit erlangte („atonale Musik“, was inzwischen alles bezeichnet, was man musikalisch nicht versteht).
Inhalt abgleichen

Das könnte Sie auch interessieren: