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Alle Artikel kategorisiert unter »Bücher«

Mit Genauigkeit und Ausdauer

14.12.18 (Christoph Vratz) -
Ganz am Ende, nach fast tausend Seiten, im Schlusssatz, fällt der Hinweis auf die „außerordentliche Geschlossenheit“, durch die sich Bachs Vokalwerk auszeichnet. Erst wenige Sätze zuvor hat der Autor ein zentrales Thema angesprochen, das im Schaffen Johann Sebastian Bachs von zentraler Bedeutung ist: das Parodieverfahren. Eigentlich, so könnte ein vorschneller Einwurf lauten, hätte man sich zu dieser wichtigen Thematik schon früher mehr gewünscht – und nicht erst in der Nachbemerkung. Doch so einfach kann, darf man es sich nicht machen. Denn was Friedhelm Krummacher in den vorhergehenden Analysen alles offengelegt, auseinandergenommen und wieder zusammengefügt, erläutert und zueinander in Beziehung gesetzt hat, ist faszinierend.

Die Orchestrierung des filmischen Raumes

13.12.18 (Viktor Rotthaler) -
Seit über einem Jahrhundert wird nun schon das Filmbild „orchestriert“, im Stummfilm natürlich nur vor der Leinwand, im Tonfilm ab den späten 20er-Jahren auch auf der Leinwand. Ein neues vorzügliches Buch widmet sich nun den vielen Facetten dieser Kunstform – vom Stummfilm bis zum Sound Design der Gegenwart. Und auch die musikalische Sozialisation der Soundtrack-„Fans“ wird nicht ausgeblendet. Den Herausgebern Frank Hentschel und Peter Moormann ist mit „Filmmusik – Ein alternatives Kompendium“ (erschienen bei Springer VS) durch die Auswahl der Themen ein großer Wurf gelungen: ein Buch für Eingeweihte und Neueinsteiger zugleich.

Höchst ambivalente Friedensoper

13.12.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Wenn der Musiktheaterfreund nach einem Vergleich sucht: der NS-Film „Kolberg“ ist ähnlich belastet – bezüglich der werkimmanenten Qualitäten wie der Top-Besetzung; die nazis­tischen Durchhalte-Intentionen beim Film sind bekannt; bei der eher unbekannten Oper machen Fakten die NS-Propagandaabsichten erkennbar.

Meilensteine der Berliner Kulturpolitik

13.12.18 (Albrecht Dümling) -
Ulrich Eckhardt bewarb sich im September 1972 um die Stelle des Geschäftsführers der Berliner Festspiele GmbH. 1934 im Münsterland geboren, hatte er Rechts- und Staatswissenschaften, Klavier und Dirigieren studiert und war nach einer Kapellmeistertätigkeit in Münster Kulturreferent der Stadt Bonn geworden. Schon hier war es sein Ziel gewesen, mit Kultur zugleich Sozialpolitik zu treiben.

Leben mit und nach Wagner

10.11.18 (Christoph Vratz) -
Des Meisters Gedankenwelt strahlt nach wie vor. Richard Wagner schillert, fasziniert, spaltet. Wie sehr er das in der Vergangenheit immer wieder getan hat, lässt sich besonders an der Zeit des Nationalsozialismus und an den Jahren danach ablesen, als „Neu-Bayreuth“ sich von alten Schlacken zwar zu lösen versuchte, aber der Neubeginn nicht automatisch mit dem Abschneiden aller alten Zöpfe verbunden war. Vielleicht auch nicht möglich war.

Neue Verbindungen eingehen

09.11.18 (Barbara Stiller) -
„Provokante Thesen und spannende Experimente ergänzen die theoretischen Grundlagen“, so liest es sich auf dem Klappentext des Buches mit dem bereits leicht provokant anmutenden Titel „Entfesselte Klassik. Grenzen öffnen mit künstlerischer Musikvermittlung“ der Schweizerin Barbara Balba Weber.

Mit Instrumenten auf schrägen Traumreisen

07.10.18 (Silke Egeler-Wittmann) -
Catherine Milliken, Oboistin, Komponistin und Gründungsmitglied des Ensemble Modern, verfügt über einen großen Schatz an Erfahrungen in der musikalischen Vermittlungsarbeit. Sie leitete von 2005 bis 2012 die Education-Abteilung der Berliner Philharmoniker, wo viele zukunftsweisende Projekte entwickelt wurden. Besonders aufgrund ihres partizipativen Ansatzes waren und sind sie impulsgebend für viele, die im Bereich der Konzertpädagogik und Musikvermittlung tätig sind.

Samples, Synthesizer, Auto Tune

07.10.18 (Juan Martin Koch) -
Dass die Geschichte des Pop in hohem Maße eine Geschichte des Sounds ist, dürfte unbestritten sein. Neben Melodik, Harmonik und Text bestimmt der spezifische Klang eines Songs seine Aura, seine Ausstrahlung, seinen Erfolg: sei es in Form bestimmter Begleitinstrumente, eines spezifischen Vokalstils oder einer speziellen, oft von bedeutenden Produzenten verantworteten Abmischung. In dieser ebenso erhellenden wie erfreulich gut zu lesenden Studie geht der Autor diesem Phänomen sys­tematisch auf die Spur und destilliert aus den Billboard-Charts des im Titel genannten Zeitraums jene Klänge, die den Pop am stärksten geprägt haben.

Sensibilität, Innigkeit und Kontemplation

07.10.18 (Dirk Klose) -
Die Person Max Reger (1873–1916) ist wegen unzähliger Anekdoten über ihren sarkastischen Witz und ihres ewigen Appetits auf Festes und Flüssiges fast bekannter als der Komponist Max Reger. Aus dem Konzertsaal kennt man seine Mozart- und Hiller-Variationen, von seinen zahlreichen Orgelwerken am ehesten „Phantasie und Fuge über B-A-C-H“. Aber wie vieles wäre zu entdecken: weitere Orchesterwerke, Lieder (mehr als Richard Strauss!) und Kammermusik, die fast alles Vergleichbare ihrer Zeit in den Schatten stellt.

Überragende Theaterbegabung

09.09.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Giacomo Puccini? Eine Säule weltweiter Spielpläne, dazu eine Vielzahl populärer Werkführer, speziell zu den fünf meistgespielten Opern – dafür kaum profunde Analysen in deutscher Sprache: dieses Missverhältnis moniert Herausgeber und Mitautor Richard Erkens – und behebt es mit dem neuen, gewichtigen Handbuch.
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