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Alle Artikel kategorisiert unter »Bundesverband Musikunterricht (BMU)«

Bundesverband Musikunterricht (BMU)

Resonanzphänomen in optimistischer Variante

14.04.22 (Jürgen Oberschmidt) -
Als ein kleines Mädchen namens Amelia inmitten des Krieges in einem Schutzbunker sang, ging das Handyvideo um die Welt. „Ich spüre diese Kraft, sie ist ein Teil von mir. Sie fließt in meiner Seele und in all die Schönheit hier“, heißt es in dem Lied, das sie singt. Der Text, der für einen kleinen Lichtblick inmitten grauenvoller Bilder sorgte, könnte treffender kaum sein: „Die Kraft, sie ist grenzenlos“, singt eine zarte und doch zugleich resolute Stimme. Beschworen wird ein Vermögen der Musik, das bereits Dietrich Bonhoeffer getragen hat, als er Beet­hovens Klaviersonaten innerlich hörte, auch wenn es keinen Weg aus der für ihn ausweglosen Situation mehr geben sollte. Die Kraft der Musik ist eben nicht grenzenlos, sie macht auch nicht alle Menschen zu Brüdern und Schwes­tern, Bettler werden auch keine Fürs­tenbrüder, wo ihr sanfter Flügel weilt. Genauso wenig können der Erzengel Michael und der Apostel Andreas als Schutzpatrone einer Stadt ausrichten, wenn das Handeln einzig im Zeichen menschlichen Terrors steht.

Krise der Schulensembles in Pandemie-Zeiten

02.11.21 (Carl Parma) -
Ausgerechnet im 100. Jubiläumsjahr von Leo Kestenbergs Schrift „Musikerziehung und Musikpflege“ steckt die schulische Ensembletätigkeit pandemiebedingt in einer ihrer größten Krisen. In Kestenbergs visionärem Gesamtkonzept musikalischer Bildung kam der musikalischen Eigentätigkeit im Ensemble eine besondere Bedeutung zu, eröffnete sich doch hier die Möglichkeit, jenseits des bis dahin als Singe-Unterricht praktizierten Faches Musik auch künstlerisch anspruchsvoll in Chor, Orchester und Instrumentalgruppen zu arbeiten und so die Schülerinnen und Schüler lebenslang für die Musik zu gewinnen.

Krise der Schulensembles in Pandemie-Zeiten

27.10.21 (Carl Parma) -
Ausgerechnet im 100. Jubiläumsjahr von Leo Kestenbergs Schrift „Musikerziehung und Musikpflege“ steckt die schulische Ensembletätigkeit pandemiebedingt in einer ihrer größten Krisen. In Kestenbergs visionärem Gesamtkonzept musikalischer Bildung kam der musikalischen Eigentätigkeit im Ensemble eine besondere Bedeutung zu, eröffnete sich doch hier die Möglichkeit, jenseits des bis dahin als Singe-Unterricht praktizierten Faches Musik auch künstlerisch anspruchsvoll in Chor, Orchester und Instrumentalgruppen zu arbeiten und so die Schülerinnen und Schüler lebenslang für die Musik zu gewinnen.

Musikunterricht neu denken!?

29.06.21 (Carl Parma) -
Mit seiner programmatischen Schrift Musikerziehung und Musikpflege (1921) leitete Leo Kestenberg eine fundamentale Neubestimmung des Musik­unterrichts ein, die unser Fach- und Professionsverständnis bis heute entscheidend geprägt hat und „die am authentischsten seine eigene musikpädagogische und musikpolitische Haltung widerspiegelt“ (Wilfried Gruhn).

Perspektivwechsel einleiten

26.02.21 (Jürgen Oberschmidt) -
Der „Schulmusiker ist für mich kein Musiker, das ist ein Lehrer mit Fach Musik. Er muß versuchen, eine Musik zu vereinfachen, so daß es jemand, der von nichts Ahnung hat, kapiert. Dabei geht an der Musik so viel kaputt. Wenn wir in der Schule eine Mahler-Symphonie durchgenommen haben, die ich kurz vorher im Orchester gespielt habe, hat mir das fast wehgetan. Musiklehrer [sein] ist eben eine frustrierende Sache, für den Lehrer selbst und für die Schüler“ (Bastian 1987, S. 737).

Mehr Musik in der Schule, aber wie?

27.11.20 (Jürgen Oberschmidt) -
Es ist in der nmz zur Tradition geworden, auf Artikel „vor 50 Jahren“, „vor 100 Jahren“ zu verweisen, um dabei – oft mit einem gewissen Augenzwinkern – auf Kuriositäten unseres Musiklebens hinzuweisen.

Fatale Wege in eine Öde ohne Musik

30.06.20 (Carl Parma) -
Wie wären die letzten Monate der Pandemie ohne sie verlaufen: die unzähligen Balkon-, Socken- und Streamingkonzerte. Selten wurde die gesellschaftliche, ja die System-Relevanz der Musik für alle sicht- und hörbarer als in den Wochen der erzwungenen Isolation, selten war ihre emotionale Leuchtkraft heller als in diesen sonst so dunklen Tagen.

Musikalische Bildung in der Grundschule

30.11.19 (Georg Biegholdt) -
Wenn es um musikalische Bildung geht, wird von allen Seiten betont, wie wichtig die Grundlegung in frühen Jahren ist. Diese Grundlegung muss in der Grundschule erfolgen – sie ist die Einrichtung, die von allen Kindern gemeinsam besucht wird, unabhängig von ihrem Bildungshintergrund oder dem sozialen Status ihrer Eltern. Doch die Umsetzung dieses dringenden Anliegens erfolgt in den Ländern, den Regionen und den Schulen vor Ort höchst unterschiedlich: Auf der einen Seite gibt es Grundschulen, an denen ein durchgängig zweistündiger Musikunterricht von qualifizierten und engagierten Musiklehrerinnen und Musiklehrern durchgeführt wird. Auf der anderen Seite werden Stundentafeln gekürzt (zuletzt in Sachsen), es gibt zu wenige Musiklehrerinnen und Musiklehrer (in welchem Bundesland nicht?) oder sie werden nicht fachgerecht eingesetzt, es fehlen speziell ausgestattete Musikunterrichtsräume.

Ohne Musik wär’ alles nichts

29.06.19 (Carl Parma) -
Selten wurde eine Institution so häufig und mit so viel Inbrunst totgesagt wie das Gymnasium. Aber allen Reformen und Unkenrufen zum Trotz lässt sich vermelden: alive and well. In ihrer 200-jährigen Geschichte war diese Schulform unweigerlich immer wieder Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen: ursprünglich von Humboldt – der selbst nie eine Schule besuchte – als „zweckfreie“ Form der Selbstbildung erdacht, wurde sie alsbald zur Kaderschmiede des preußischen Beamtenapparates und kann sich heute mit etwa 50 Prozent eines Jahrgangs getrost als „Hauptschule der Nation“ bezeichnen, von der mithin auch eine immer deutlichere Praxisausrichtung gefordert wird. Eine solche Entwicklung kann natürlich nicht ohne Folgen für Bildungsidee und Lerninhalte einer Schulform sein.

Quereinstieg als Problem und Chance

27.02.19 (Carl Parma) -
Die grundständige Ausbildung des Musiklehrkräftenachwuchses an Musikhochschulen, Universitäten und Pädagogischen Hochschulen ist eine Errungenschaft aus den 1920er-Jahren (Kestenberg-Reform) – in einer ökonomisch viel schwierigeren Zeit als der heutigen. Damals wurde das Selbstverständnis des Schulmusikers geprägt: weg vom Singelehrer hin zu einem vollwertigen künstlerisch-wissenschaftlich ausgebildeten Akademiker. Nur so konnte Musik letztlich als gleichberechtigtes, auch abiturrelevantes Fach in den Fächerkanon eingehen.
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