Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Dossier«

4’33’’ oder: Vom FormatDiktat

24.03.19 (Wolf Loeckle) -
Zeit mag dehnbar sein, frei nach dem Motto „...und von da an zog sich’s“. Dem entgegen zu wirken, stellen sich feingliedrig wirksame Struktur­elemente zur Verfügung. Das gilt für Fahrpläne wie für Sendelaufpläne zum Beispiel. Einer dem Stadium der Volldigitalisierung entgegen eilenden Gegenwart dürfte das kaum Probleme bringen. Der Algorithmus wird’s schon richten, im Zeitalter des Wisch und Weg. In einem werbegenerierten Programm haben die werbefreien Segmente das Umfeld so zu beackern, dass die „Commercials“ ihre so genannte Botschaft erfolgreich an den Mann, an die Frau bringen. Soweit so alt. Auch die Begriffe Format­radio und Formatdiktat sind trotz immenser Wirkungskraft von gestern. Die Trimedialisten vom immer noch jungen dritten Jahrtausend begreifen sich medien- und grenzüberschreitend uneingeschränkt auf der Seite des Fortschritts.

Ausdifferenzierung führt zu Auflösungsprozessen

23.03.19 (Martin Hufner) -
Das Thema „Musikjournalismus“ als Ins­titution der Auseinandersetzung mit Musik ist alt. Die Kontroversen dazu reißen nicht ab. Die Bedeutsamkeit musikjournalistischer Tätigkeit reicht von präpotenter Scharfrichterinnenmentalität bis hin zur Bedeutungslosigkeit solcher Äußerungen. In dieser Spannweite spielen sich solche musikalischen Diskursfragen nicht erst seit gestern ab. Da ist es vielleicht hilfreich, ein paar Schritte zurückzutreten und das Spielfeld des Musikjournalismus überhaupt erst einmal in seinen Dimensionen neu aufzufalten.

Absolut wahrhaftige Leidenschaft

24.08.18 (Juan Martin Koch) -
Seine „Young People’s Concerts“ weckten in ihr den Wunsch, Dirigentin zu werden, 1989 begegnete sie ihrem späteren Mentor Leonard Bernstein in Tanglewood, wo sie den Koussevitzky Preis gewann. Zur Saison 2019/20 wird die US-amerikanische Dirigentin Marin Alsop den Chefposten beim ORF Radio-Symphonieorchester Wien antreten. Juan Martin Koch hat ihr einige Fragen gestellt.

Zwischen Jetlag und Rosh Hashana

24.08.18 (Michael Jenne) -
Leonard Bernstein zählt zweifellos zu den Genies des 20. Jahrhunderts. Die Vielfalt seines musikalisch-künstlerischen Schaffens war gesteuert durch eine besonders enge Verbindung von Intellekt, Empfindungskraft und Kommunikationsfähigkeit, je auf höchstem Niveau. Dabei war sein Wirken über ziemlich genau ein halbes Jahrhundert geprägt von drei ineinander verschlungenen Identitätsmerkmalen: Leonard Bernstein war Musiker, Amerikaner und Jude, vor allem aber war er, was amerikanische Juden häufig als deutsch-jiddischen Begriff verwenden, „Mensch“.

„He took the elitism out of music, made it for everyone“

23.08.18 (Constanze Wimmer) -
Leonard Bernstein wirkt mit seiner überragenden Begeisterungsfähigkeit als Musiker wie als Musikvermittler ungebrochen in unsere Gegenwart hinein. Generationen von jungen Menschen wurden durch seine „Young People’s Concerts“ live und im Fernsehen geprägt, erfahrene Konzertbesucher schätzen seine Bücher „The Joy of Music“ oder die Veröffentlichung seiner legendären Harvard-Vorlesungen „The Unanswered Question“. Er war der Inbegriff des gebildeten und leidenschaftlichen Musikers zugleich, dem es ein Anliegen war, sein Publikum auf vielfältigen Wegen zu erreichen und zum Kern der Musik zu führen.

Die Bedeutung liegt in der Musik selbst

Als Leonard Bernstein am 18. Januar 1958 sein erstes „Young People’s Concert“ dirigierte – Bernstein sollte im selben Jahr seinen 40. Geburtstag feiern – konnte er bereits auf beträchtliche Erfolge als Dirigent und Komponist zurückschauen. Zudem hatte er in der Kultursendung „Omnibus“ Erfahrungen als Musikvermittler vor der Kamera gesammelt. Sieben der Skripte zu Omnibus brachte er 1959 als seine erste Buch-Publikation heraus: „The Joy of Music“ (dt.: Freude an der Musik, 1961). Als Vorwort stellte er dem Band seinen geringfügig überarbeiteten Essay „Speaking of music“ voran, den er 1957 in der Zeitschrift The Atlantic Monthly veröffentlicht hatte. Darin legte er einige grundsätzliche Überlegungen zu seinem Selbstverständnis als Musikvermittler dar. [1]

Superstar in zwei Wochen

29.10.17 (Oris Aigbokhaevbolo) -
Als ich eines Abends auf dem Alaba International Market mit einem Verkäufer spreche, kommt ein großer, dünner Mann an den Stand. Ich trage Jeans, Converse-Schuhe, eine Jacke mit einem glänzenden Davidstern unterhalb meiner linken Schulter, aber vielleicht ist es die violette RayBan, die ihn dazu veranlasst, mir nach einer kurzen Pause die Frage zu stellen: „You wan promote your song?“

Musiknetzwerke in Konfliktregionen aufbauen

22.10.17 (Kalin Pashaliev) -
Während der afrikanische Kontinent eine unheimliche Vielzahl und Diversität an musikalischen Stilrichtungen, Strömungen und Aktivitäten beheimatet, fehlte es vielerorts bislang an den notwendigen Strukturen, um es Musikern zu ermöglichen, ihren Beruf in angemessener Weise ausüben zu können und den eigenen Lebensunterhalt durch die Musik zu verdienen. Um diese Situation zu verändern, ist die Web-Plattform „Music In Africa“, eine gemeinsame Initiative des Goethe Instituts und der Siemens Stiftung, nach mehreren Jahren der intensiven Vorbereitung nun seit 2015 online.

Eine Pflichtveranstaltung für Musikpädagogen

Es lohnt sich für den Musikpädagogen allemal, die Musikmesse zu besuchen – eigentlich eine Pflichtveranstaltung – gerade in Zeiten, da Musikgeschäfte ganz verschwinden oder ihre Auswahl an vorrätigem Unterrichtsmaterial drastisch reduzieren, oder gar in manchen Gegenden Unterrichtsmaterial nur noch per Internet oder per Fernbestellung über den Großhandel bezogen werden kann. Jeder Musikpädagoge kann hier für sich und sein Arbeitsfeld Neues aufnehmen, begutachten und dieses dann – selber auf den neuesten Stand gebracht – zu Hause seinen Schülern zugute kommen lassen. Hier kann der Pädagoge, zwar nicht ungestört, aber doch durch das auch dieses Jahr verbesserte Konzept – Holz- und Blechblasinstrumente sind nun zum Beispiel von den Schlaginstrumenten getrennt untergebracht und auch andere Instrumentengattungen wurden anders aufgeteilt – ausgedehnt die Neuheiten im Angebot ansehen und vielleicht ausprobieren. Doch ein wenig mehr Ruhe wünschte sich der Besucher in der Verlagshalle schon noch und das besonders auch bei den Podiumsdiskussionen.

Alles Cello

01.11.07 (Gerhard Rohde) -

In dem Taunusstädtchen Kronberg fand Anfang Oktober 2007 zum achten Mal das „Cello Festival“ statt. Es stand ganz im Zeichen seines Mitbegründers und Schirmherrn Mstislav Rostropowitsch, der im Frühjahr 2007, kurz nach seinem 80. Geburtstag, in Moskau gestorben war. Kronberg weiß, was es dem großen Musiker schuldig ist: schließlich erklärte er einmal den Ort zur „Welthauptstadt des Violoncellos“. Wer das für übertrieben hält, wird rasch durch einige Zahlen und Namen widerlegt. Allein diesmal kamen 35 junge, hoch qualifizierte Instrumentalisten aus über 50 Nationen, die sich von einem Dutzend Spitzen-Cellisten in die hohe Kunst der Interpretation (Noten spielen können sie schon allein!) einweihen ließen, genug, um Rostropowitschs Kronberg-Erhebung zu legitimieren.

Inhalt abgleichen

Das könnte Sie auch interessieren: