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Alle Artikel kategorisiert unter »DTKV Brandenburg«

Musiktheorie für die berufliche Ausbildung

05.11.21 (Walter Thomas Heyn) -
Mit dem neuen Musiktheorie-Lehrbuch von Thomas Buchholz wird eine spezielle Klientel angesprochen, für die es bisher kaum ausreichende Fachbücher gab. Gemeint sind die Fachschulberufsausbildungen im Bereich der Sozialpädagogik. Erzieher*innen oder auch Kinderpfleger*innen sollen, wenn man die Rahmenrichtlinien der Länder befragt, eine musikalische Elementarausbildung erhalten, die es ihnen ermöglicht, Kinder verschiedener Altersgruppen bei musikalisch-pädagogischen Angeboten anzuleiten. Dass sich unter den Schülerinnen und Schülern der Berufsfachschulen immer weniger befinden, die dafür das eigentlich notwendige musikalische Rüstzeug mitbringen, hat verschiedene, jedoch miteinander vernetzte Ursachen.

Theater am Rand

11.10.21 (Walter Thomas Heyn) -
Zwei Jahre Corona-Berufsverbot sind vorbei und zaghaft-kühn wagen sich die ersten Veranstalter wieder an kleine Produktionen, immer bedroht von Verordnungen, Durchführungsbestimmungen und kurzfristigen Verboten, ausgesprochen von Menschen, deren Gehalt und Arbeitsplatz ungefährdet und deren Wissen um die Bedingungen zur Produktion von Kultur und um die Nöte von Musikern und anderen kreativen Kulturschaffenden weiterhin konstant bei nahezu Null bleibt.

Entgrenzte Musik

11.10.21 (Walter Thomas Heyn) -
„Spiel ohne Grenzen“ hieß eine berühmte Unterhaltungssendung in den sechziger und siebziger Jahren, die wir Kinder bei gutem Benehmen ab und zu bei Tante Else im Nachbarhaus, die schon so einen Wunderapparat hatte, ansehen durften. „Spiel ohne Grenzen“ heißt auch das neue Konzertprogramm, welches vom Berliner Trio Laccasax Anfang September in Wandlitz vorgestellt wurde.

Freiheit ist nicht naturgegeben

16.06.21 (Max Doehlemann) -
„Heine sagt sehr bissige Sachen, und seine Witze treffen ins Schwarze. Man hält ihn für von Grund auf böse, aber nichts ist falscher; sein Herz ist so gut wie seine Zunge schlecht ist.“ George Sand

Das Klavierbuch „Lieblingsstücke“ von Martin Behm

04.05.21 (MB) -
„Wollte ich eigentlich immer schon mal machen!“ – einige der Stücke gab es in Form von Skizzen und Ideen schon länger, immer mal wieder kamen neue dazu. Ein Klavierbuch wäre schön! Aber wann? In der Woche hält einen der Job auf Trab und am Wochenende finden diverse Veranstaltungen statt. Da blieb kaum die Zeit, sich solch einem Projekt mit Muße zu widmen.

Klopfzeichen an die Kerkerwand

04.05.21 (Jörg Richter) -
Man hat ja als Musiker neben anderem Verdruss mehr Zeit in der Coronazeit, weil außer dem bisschen Unterricht ja nichts stattfindet und üben und spazierengehen nach über einem Jahr Zwangspause zwar immer noch gut und richtig, aber nicht immer reizvoll sind. Die Steuererklärung, Renovieren und Vorgarten waren auch schon dran. Dutzende Bücher sind neu gelesen, verschenkt oder aussortiert worden, hunderte CDs neu durchgehört, archiviert oder mit schlechtem Gewissen entsorgt, das Unterrichtsmaterial ist endlich sortiert und gescannt, die Notensatzdateien korrigiert oder beendet.

Der Künstler und Lehrer

07.04.21 (Thomas Buchholz) -
Erinnerung: Leipzig Herbst 1985, freundlich empfing mich in seinem Privathaus der Komponist Günter Neubert, dessen Musik zur Weihnachtsgans Auguste ich schon kannte. Meine sorgsame Notation mit Bleistift, Neubert konzentriert lesend – das waren immer die entscheidungstragenden und wegen der gefühlten Länge, schwer zu ertragenden Momente seines Unterrichts – ahnte er den Ausgang der Notenskizze eher als ich den Anfang wusste. Dann sagte er in freundlichen Sätzen, was er gut fand – ich wusste, dass dieses nicht das Wichtige war – dann kam der Teil, der meinen Weg zurück in meine Studentenbude länger werden ließ, bis ich anfing sofort alles neu und vermeintlich besser zu machen, um es tags drauf wieder zu verwerfen. Ich liebte diese Mühen der Ebene.

Corona und kein Ende

02.03.21 (Max Doehlemann) -
Von Tempo 120 Prozent auf fast Null - das war schon eine Bremsung der besonderen Art im abgelaufenen Jahr. Zugegeben: am Anfang empfand ich sogar Erleichterung. Erstmals wurde die Steuererklärung pünktlich fertig. Auch in der Buchhandlung kauften wir ein paar Bücher mehr ein als sonst und ganz viele Noten. Wir hatten ja auf einmal Zeit. Die Menschen um uns herum waren friedlich und entspannt. Was dann folgte, hat jeder selbst erlebt und der Zustand wird allmählich unerträglich. Immer wieder und immer häufiger greift man zum Endgerät in die digitale Verwirrwelt und forscht nach Neuigkeiten. Aber man findet nur die alte deutsche Ängstlichkeit, unheilvoll gepaart mit verlässlich versagender Bürokratie. Und man stößt immer wieder auf eine offenbar tiefsitzende, gleichgültige Geringschätzung von Kunst und Künstlern bei den Bestimmern aller Art. Kurz und wenig gut – es gibt auf dieser Seite nichts zu berichten aus den acht Bundesländern. Deshalb habe ich mir einen Gast geholt, dessen Aktivitäten auf Facebook und Instagram ich seit geraumer Zeit interessiert verfolge und dessen Ansichten ich für lesenswert halte. (Thomas Heyn)

Märkische Ausfahrten

08.02.21 (Walter Thomas Heyn) -
Neulich sah ich einen Menschen mit einem T-Shirt, auf dem stand: „Das war mein zweitbester Sommer“. Als ich das las, wurde ich etwas nachdenklich. Der Sommer, ja, wo ist der eigentlich geblieben? Es fühlt sich an, als wäre er ausgefallen, jedenfalls im Sinne von Freizeit und Urlaub. Denn der Brandenburger Sommer war prallvoll gefüllt mit Fontane-Veranstaltungen. Fontane unterm Birnbaum, Fontane in der Scheune, Fontane im Schloss, Fontane hinterm Hühnerstall: Überall lasen Schauspielerinnen und Schauspieler die immer gleichen Texte aus den „Wanderungen“, Fontane, unser Brandenburger Fontane, er wird gelesen, gespielt, ausgestellt, gesungen und als Oper aufgeführt. Tafeln wurden aufgestellt mit Erinnerungssprüchen oder mit „Hier reiste Fontane am soundsovielten mit der Postkutsche durch…“. Und auch jeder Bürgermeister schaute noch mal ins Wanderungen-Buch rein, ob der Altmeister gar etwa was geschrieben hätte über das eigene Kaff.

Die Kleinen sterben aus

Es war kurz nach der Wende. Ich war neu in Berlin und genoss die bunten Spannungen und Kontraste zwischen Ost- und Westberlin. Alles war neu und aufregend, und wir machten Musik an jeder Ecke und in jeder Kneipe. Geld hatte kaum jemand, jedenfalls nicht genug, und da man zum Musikmachen Technik braucht, wurden die Adressen von kleinen Bastlern und Tüftlern ausgetauscht, die mal hier einen Verstärker bauten, mal dort eine Box reparierten oder ein Effektgerät löteten.
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