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Alle Artikel kategorisiert unter »DTKV Brandenburg«

Die Kleinen sterben aus

Es war kurz nach der Wende. Ich war neu in Berlin und genoss die bunten Spannungen und Kontraste zwischen Ost- und Westberlin. Alles war neu und aufregend, und wir machten Musik an jeder Ecke und in jeder Kneipe. Geld hatte kaum jemand, jedenfalls nicht genug, und da man zum Musikmachen Technik braucht, wurden die Adressen von kleinen Bastlern und Tüftlern ausgetauscht, die mal hier einen Verstärker bauten, mal dort eine Box reparierten oder ein Effektgerät löteten.

Vorwärts und nichts vergessen

04.02.21 (Walter Thomas Heyn) -
Ich bin Musiker und sagte früher in meinen Konzerten gerne: „Wir wohnen in Wandlitz“. Und nach einer kurzen Pause sage ich: „Aber wir waren‘s nicht“. Dann lachten 80 Prozent der Zuhörer und ich sagte: „Wer jetzt nicht gelacht hat, ist Wessi“. Dann lachen alle. Oder niemand. Der Witz funktioniert sonderbarerweise heute noch.

Vorwärts und nichts vergessen

04.02.21 (Walter Thomas Heyn) -
„Das Kollektiv bin ich“ war vor vielen Jahren mal eine Ausstellung im Dokumentationszentrum für DDR-Alltagskultur in Eisenhüttenstadt betitelt, deren reichlich illustrierter und 170 Seiten starker Katalog mir neulich beim Aufräumen in die Hände fiel.

Dissonanzen beim Musikunterricht

04.02.21 (Nantke Garrelts) -
Potsdam. Zwei Zahlen sorgen bei Martin Behm für Fassungslosigkeit und gesteigerte Sprechgeschwindigkeit: 5,2 Millionen Euro und 19 Prozent. Die erste Zahl beschreibt die Förderung, die jedes Jahr vom Land Brandenburg an anerkannte Musikschulen geht – dazu kommt noch kommunale Förderung. Die 19 Prozent sind der Umsatzsteuersatz, den private Musikschulen und -lehrer nur unter bestimmten Bedingungen erstattet bekommen.

Im Zeichen vollendeten Hornklanges

04.02.21 (Matthias Müller) -
Eine der traditionsreichen musikalisch-literarischen Soireen Im Potsdam-Museum flankierte am Wochenende die aktuelle Ausstellung „Potsdam unter dem Roten Stern“. In der klassischen Horntrio- Besetzung trafen Elsa Schindler (Horn), Sophie Tangermann (Violine) und Jovan Mitic (Klavier) zum faszinierenden Gesamtklangerlebnis zusammen.

Das offene Orchester

03.02.21 (Walter Thomas Heyn) -
Vor einiger Zeit bekam ich eine Einladung vom Landesmusikrat Brandenburg zu einer Fachtagung über die Zukunft von Amateurensembles. Auf der Tagesordnung stand unter anderem: „Wir möchten Sie dazu aufrufen, sich aktiv für die Rahmenbedingungen der Amateurmusik in Brandenburg einzusetzen. Am Tag der Amateurmusik, der im Jahr 2020 erstmalig vom Landesmusikrat Brandenburg e.V. veranstaltet wird, möchten wir mit Ihnen gemeinsam die Themen Digitalisierung, Nachwuchsförderung, Ehrenamt und Vernetzung der Verbände und Vereine diskutieren, um einen Forderungskatalog zu erstellen, den wir den zuständigen Politiker*innen und Zuwendungsgeber*innen vorlegen. Ziel: Die Fachtagung soll als Netzwerkveranstaltung für die Verbände und Vereine in Brandenburg dienen. Sie soll Landesverbänden und Vereinen die Möglichkeit eröffnen, sich in Arbeitsgruppen über gemeinsame Herausforderungen und Synergiepotentiale auszutauschen. Die Fachtagung dient dazu, die Rahmenbedingungen der Landesverbände und Vereine zu erfassen und zu verbessern.“

Zum Tod von Krzysztof Penderecki

02.02.21 (Walter Thomas Heyn) -
Dreimal begegnete ich Krzysztof Penderecki. Er war der Gott von uns jungen Ost-Komponisten, denn er hatte 1959 drei Werke beim Wettbewerb junger polnischer Komponisten eingereicht, die alle drei angenommen und prämiert wurden. Schon diese Tatsache allein verschaffte ihm ungeheueres Prestige bei uns. Noch ehrfürchtiger wurden wir beim Anblick der Partituren: große leere Stellen bei den Instrumenten, die nicht spielten, riesige, seitenlange grafische Balken-Notationen mit dickem Filzstift über ganze Systeme, neu gehörte, nie gesehene Spielanweisungen, die nun alle sofort nachmachten, oder besser formuliert, nachmalten. Nur bei den Filzstiften haperte es: Es gab sie einfach nicht.

Die Rockstars von morgen

02.02.21 (Wiebke Wollek) -
Hohen Neuendorf. Den Sieg des Regionalwettbewerbs von „Jugend musiziert““ in der Kategorie „Band Rock/Pop“ haben die Rattlesnakes bereits in der Tasche. Nun proben sie intensiv für die nächste Stufe, den Landeswettbewerb Berlin-Brandenburg, der Ende Juni in Spremberg (Spree-Neiße) ausgetragen wird. Schon im vergangenen Jahr hatte diesen Preis eine Band der Musikschule Hohen Neuendorf abgeräumt. Ihre Chancen schätzen die 14- bis 15-Jährigen als sehr gut ein. Doch die sechsköpfige Gruppe und ihr Leiter Thomas Heyn wirken alles andere als verbissen – im Gegenteil. Als sie sich vor der regulären Bandprobe am frühen Freitagabend vor dem Jugendklub Altes Wasserwerk versammeln, wird klar: Diese Jungen und Sängerin Lilli Trabandt sind für so manchen Scherz zu haben. Weil Pressefotos im Gebäude an diesem Tag nicht erlaubt waren, wurde die Fotosession kurzerhand auf die Straße verlegt.

Hinweise und Vorschläge

02.02.21 (Christian Modehn) -
Christian Modehn, katholischer Theologe und Philosoph, arbeitet als Journalist. Er ist Gründer und Initiator des Religionsphilosophischen Salons Berlin. Der Beitrag erreichte die Redaktion als Reaktion auf Beiträge in unserer Broschüre „Offene Kirchen“ 2019.

Diese sonderbaren Jahre

29.01.21 (Walter Thomas Heyn) -
Ich bin Musiker und sagte nach der Wende in meinen Konzerten gerne: „Wir wohnen in Wandlitz“. Und nach einer kurzen Pause sage ich: „Aber wir warens nicht“. Dann lachten 80 Prozent der Zuhörer und ich sage: „Wer jetzt nicht gelacht hat, ist Wessi“. Dann lachen alle. Oder niemand. Mittlerweile sage ich das nicht mehr. Denn das Leben im wiedervereinigten Deutschland währt mittlerweile fast so lange wie das Leben in der verflossenen Ostzone. Wäre ich jünger, würde die zweite Lebenshälfe schon überwiegen. Meine zahlreichen Schüler, auch die Abiturienten unter ihnen, wissen kaum noch, wovon die Rede ist und selbst ihre Eltern sind mit ihren 40, 45 Jahren zur Wende gerade mal Grundschüler gewesen, wenn überhaupt. Aber wir wohnen eben in Wandlitz und werden jeden Tag beim Autofahren an diese Zeit erinnert, denn unsere Straße nach Berlin ist die alte, berühmt-berüchtigte Protokollstrecke, auf der die vergreisenden Herren täglich ein- und ausgefahren wurden.
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