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Der Prophet in der Wüste

24.06.22 (Albrecht Dümling) -
„Es gibt in der heutigen Welt nur Koexistenz oder keine Existenz.“ So hieß es in der Ansprache, die am 3. Juli 1988 in der Berliner Philharmonie Abrüstung und ein Ende aller Atomtests forderte und eine denkwürdige Aufführung von Beethovens „Missa solemnis“ einleitete. Mitwirkende waren Gesangssolisten aus Dänemark, der DDR, den USA und der Sowjetunion, ein US-amerikanischer Chor und Musiker aus 39 ost- und westeuropäischen Orchestern, aus Berlin ebenso wie aus London, Paris, Dresden, Budapest, Genf, Warschau und Moskau. Mit diesem Berliner Konzert begann eine von den „Ärzten gegen Atomkrieg“ (IPPNW) organisierte Tournee, welche Beethovens „Bitte um inneren und äußeren Frieden“ innerhalb einer Woche in vier Städten – West-Berlin, Moskau, Dresden und London – zu Gehör brachte.

Die Mathematik der Klangwolken

29.05.22 (Hans-Jürgen Schaal) -
Als Architekt und Ingenieur entwarf er Pavillons, futuristisch geschwungene Kuppeln, Raum-Installationen, Polytope. Ein Architekt und Ingenieur war er aber auch in der Musik. Iannis Xenakis (1922–2001) schuf rund 150 Kompositionen auf der Basis mathematischer Entwürfe.

Ein Weltstar eigener Ordnung

27.05.22 (Simon Kannenberg) -
Joachim Raff zählt zu den erfolgreichsten und geachtetsten Komponisten des 19. Jahrhunderts. Von 1871 bis 1874 war er der meistgespielte Symphoniker im deutschsprachigen Raum. Mit seinen Sinfonien Nr. 3 „Im Walde“ und Nr. 5 „Lenore“ eroberte er sich die internationalen Konzertsäle von New York bis St. Petersburg. Im Jahr 2022 jährt sich sein Geburtstag zum 200. Mal.

Popkultur goes Opera

28.04.22 (Stefan Drees) -
„Who’s Afraid of Pop Culture?“ Zumindest nicht die Mitglieder des Opera Lab Berlin, denn sie beantworten diese Frage mit fünf Musikvideos, in denen Vorlagen aus der jüngeren Popmusikgeschichte auf kreative Weise musikalisch wie visuell neu verhandelt werden.

Selbstbewusst, widerständig, bedroht

08.04.22 (Susann Worschech) -
„Musik rettet“ ist der Titel eines Projekts, das die aus der Ukraine stammende Violinistin Marina Bondas im Jahr 2015 mit initiierte. Hauptberuflich seit fast 20 Jahren in der Gruppe der 1. Violinen im Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin tätig, ist die Musikerin zugleich seit vielen Jahren im Verein Ukraine-Hilfe Berlin e.V. engagiert. Seit 2015 führte der Verein mehrfach Workshops in der Ukraine und in Deutschland durch, die kriegstraumatisierten und geflüchteten Kindern aus der Ost­ukraine einige Wochen Erholung und Rehabilitation durch Kunst, Musik und Austausch ermöglichten.

Stets zu Diensten oder zeitgemäße Alltagskultur?

28.03.22 (Bernhard König) -
„Welche Musik braucht unsere Gegenwart?“ Dieser Frage geht der Verein Trimum in einem neuen Podcast in Partnerschaft mit der nmz nach. Gemeinsam mit Expert*innen aus den unterschiedlichsten Wissensgebieten und Gesellschaftsbereichen suchen die Initiatoren nach „Musik, die es bisher noch nicht gibt“. Einer von ihnen ist Bernhard König, der ein Jubiläum zum Anlass für einige grundsätzliche Gedanken zum Thema nimmt.

Ein Modell sozialen Handelns?

25.02.22 (Hans-Jürgen Schaal) -
Musik weckt Emotionen – und Emotionen sind die Grundlage aller Empathie. Empathie wiederum ist die Voraussetzung einer ethischen Lebenshaltung der Toleranz und des friedlichen Miteinanders. Auf diese Weise soll Musik erzieherisch wirken – so der Grundgedanke idealistischer Philosophie.

Auf dem aktuellen Stand des Materials, immer

26.01.22 (Stefan Jena) -
Als Karlheinz Stockhausen vor 70 Jahren begann, im Studio des WDR in Köln mit elektronischen Klangerzeugern zu arbeiten, war das utopische Potenzial dieser neuen Musik groß. Nicht weniger als die vollständige Kontrolle über die Welt der Klangfarben und die Er­oberung des Raumes wollte man gewinnen. Aber erst als die Elektronik sich mit den Instrumenten verbündete, als die technischen Voraussetzungen für die Live-Elektronik sich zu entwickeln begannen, nahm diese Utopie Gestalt an. Gerade zur rechten Zeit mithin, in einer Phase des Aufbruchs, wurde 1971 das Experimentalstudio gegründet. Dass der Elan der Gründerjahre bis heute lebendig ist, kennzeichnet den einzigartigen Rang dieser Institution.

Berühmt und berüchtigt, vergessen und wiederentdeckt

19.11.21 (Daniele G. Daude) -
Er war Musketier, General, Komponist, Dirigent und Violinvortuose: Joseph de Boulogne, Chevalier de Saint-Georges wurde am 25. Dezember, vermutlich des Jahres 1745 auf der karibischen Insel Guadeloupe, einer französischen Kolonie, geboren. Seine versklavte Mutter Anne Nanon dürfte zur Geburtszeit von Joseph etwa 15 Jahre alt gewesen sein. Wer war dieser einst sehr berühmte französische Musiker? Warum ist er in Vergessenheit geraten und wie wurde seine Musik wieder lebendig? Ja, der Komponist war Schwarz [1], aber ist diese Information relevant für das Verständnis und die Analyse seiner Musik? Welche Bedeutung hatte Saint-Georges für die aufblühende bürgerliche Konzert- und Salonkultur in Frankreich?

Nach der Krise ist vor der Krise

08.11.21 (Felix Linsmeier) -
„Eigentlich hätte diesen Sommer die Politik auf den Tisch hauen müssen“, meldet sich der Pianist Igor Levit als einer von dutzenden Prominenten in einem aktuellen Mobilisierungsvideo auf den Social-Media-Kanälen von Fridays for Future Deutschland (FFF). „Das sagen nicht wir, das sagt die Wissenschaft“, ergänzt der Singer-Songwriter Joris, „Klimaschutz ist wie eine Gruppenarbeit“, meint Wolfgang Niedecken später.
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