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Alle Artikel kategorisiert unter »Feature«

Vogelwild und unnachahmlich im Studio

29.08.20 (Hans-Jürgen Schaal) -
Er war halb Mensch, halb Mythos – so formulierte es der Produzent Ross Russell. Charlie „Bird“ Parker (1920–1955), das große Idol der Bebop-Anhänger, revolutionierte das Saxophonspiel und schuf die Grundlagen des modernen Jazz. Als Virtuose schien er unübertrefflich – doch sein übriges Leben hatte er nicht im Griff. Parker lebte zynisch und defätistisch, war drogensüchtig und notorisch unpünktlich. Bei seinen Aufnahmesessions kollidierten Genie und Chaos.

Singen im Freien – Hürden und Chancen

27.08.20 (Bernhard König) -
„Chorgesang besteht nicht nur aus Tönen. Chormusik transportiert auch Inhalte. Sie erzählt von Dingen, die Menschen wichtig sind und die es verdient haben, zu einer musikalischen Form überhöht zu werden. Corona hat uns einen atemberaubend rasanten und tiefgreifenden kulturellen Wandlungsprozess beschert, den in dieser Form niemand vorhergesehen und gewollt hat. Binnen kürzester Zeit hat sich das Kultur- und Musikleben neu sortiert – und von dieser Neusortierung wird etwas bleiben. Auch über die gegenwärtige Krise hinaus werden sich die Praktiken der Planung, Produktion und Rezeption von Musik verändern – und dies wiederum wird langfristig auf kollektives Bewusstsein einwirken.“

Mit diesen Ambivalenzen ist schwer umzugehen

04.06.20 (Patrick Hahn) -
Blasinstrumente sind keine Virenschleudern – Abstand halten tut dennoch Not. So kann man verschiedene Studien zusammenfassen, die sich aktuell mit der Frage beschäftigen, mit welchen Schutzmaßnahmen größere Ensembles und Orchester in Zeiten der Corona-Pandemie den Probenbetrieb wieder aufnehmen könnten. Eine Übersicht zum Stand der Forschung und der Empfehlungen.

Wiederentdeckung eines „wahrhaft Freien“

„Wer aber Ohren und Nerven hat, sich auf echte Musik eines modernen Menschen einzustellen, muß Weihestunden erlebt haben von ungewöhnlich nachhaltigem Eindruck. […] Die Tonsprache […] steht jenseits (wie wir sagen möchten über) der alten strengen Tonalität, sie hat sich von den Fesseln und Formen der kadenzierten großen Linien befreit, sie ist dagegen von neuen und eigenen Gesetzen einer zwar ungewohnten aber gediegenen musikalischen Logik getragen. Eine solche neue Ausdrucksweise war aber nötig, wo es galt, ein uraltes Problem [das Zusammenwirken von Musik und Dichtung] in einer höchst persönlichen und genialen Art zu behandeln.“

Musik auf Abstand (2)

01.05.20 (Alon Wallach) -
Chorgesang kann tödlich sein. Als sich die Berliner Domkantorei am 9. März zu einer letzten Probe vor dem gro­ßen Shutdown traf, genügten eine unwissentlich infizierte Teilnehmerin und zwei Stunden Probe, um den Chorleiter und 80 Prozent der anwesenden Sänger*innen erkranken zu lassen – eine von ihnen musste auf der Intensivstation beatmet werden. Einen Tag später fanden sich in Mount Vernon im Nordwesten der USA sechzig Chorist*innen zum Singen zusammen. 45 von ihnen erkrankten an Covid-19, zwei verstarben.

Die Geburt des Liederzyklus aus dem Geist der Romantik

23.04.20 (Michael Kohlhäufl) -
„Beethoven ist ein romantischer Komponist!“ Mit diesen Worten machte der Dichter und Musiker E.T.A. Hoffmann den Klassiker Beethoven zu einer Ikone der Romantik. In seiner enthusiastischen Rezension der 5. Sinfonie ließ Hoffmann, selbst ein Protagonist der Romantik, seine Leser auch wissen, warum er Beethoven für sein Reich beanspruchte: „Beethovens Musik erweckt jene unendliche Sehnsucht, welche das Wesen der Romantik ist“. Unter diesen Vorzeichen haben noch so manche Werke Beethovens die Komponisten der Romantik inspiriert. Dazu zählen nicht zuletzt seine Lieder „An die ferne Geliebte“ (op. 98), die als erster Liederzyklus der Musikgeschichte eine Form geprägt haben, die das romantische Lied zur „klingenden Weltliteratur“ gemacht hat.

So könnte sie klingen, unsere Musik der Zeit

21.04.20 (Georg Beck) -
Vom Werk wollte er nicht lassen – nur anders als offen konnte er es sich nicht vorstellen. Am Autor hat er festgehalten – nur weit wollte er ihn verstanden wissen. Kunst und Musik waren ihm Lebenselexier – nur dass es ihm unvorstellbar war, sie romantisierend zu überhöhen, sie einzuschließen in bürgerliche Innigkeit. Was auch nicht gepasst hätte zum unehelichen Sohn eines Unterhaltungsmusikers, als der Bruno Maderna am 21. April 1920 in Sant’Anna di Chioggia bei Venedig zur Welt kommt.

Klingende Brücken zur Außenwelt

26.03.20 (Annette Ziegenmeyer) -
In Zeiten der Inklusion darf nicht vergessen werden, dass es berechtigte gesellschaftliche Interessen auch für exkludierende Settings gibt. Ein drastisches Beispiel stellt hierfür der (Jugend-)Strafvollzug dar, der in der Regel eine vorübergehende Maßnahme mit dem Ziel einer erfolgreichen Resozialisierung darstellt.

Im Heimatsound zu Hause?

22.03.20 (Theresa Awiszus) -
Der Begriff Heimat ist heutzutage in aller Munde. Vor allem im Zusammenhang mit Globalisierung, aber auch als politisches Schlagwort oder im alltäglichen Gebrauch nimmt Heimat häufig wieder einen zentralen Platz im Leben vieler Menschen ein. Aber welche Rolle kann Musik in der Auseinandersetzung mit Heimat spielen?

Komponieren im Medium der Samples

26.02.20 (Harry Lehmann) -
Die Digitalisierung führt zu einem Bruch mit einer tausendjährigen Musikkultur, die auf dem Lesen und Schreiben von Noten beruhte. Wurde Kunstmusik bislang im Medium der Noten komponiert, so entwickeln sich heute – nicht nur in der Populär-, sondern auch in der Kunstmusik – die Samples zum neuen Medium der Komposition. Die im 20. Jahrhundert aufkommende Popmusik hatte diesen Bruch antizipiert, aber noch nicht vollzogen. Erst wenn die Digitalisierung auch die am stärksten in der Notenschrift verankerte Musik erfasst hat, kann man davon sprechen, dass die Epoche der literalen Musikkultur zu Ende geht.
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