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Alle Artikel kategorisiert unter »Feature«

Der Guru der Musikethnologie

28.08.18 (Hans-Jürgen Schaal) -
Eine der größten Sammlungen globalmusikalischer Tondokumente befindet sich heute im Ethnologischen Museum in Berlin. Den ältesten Teil dieser Tonaufnahmen bilden Edison-Walzen aus der Zeit um 1900. Sie stehen heute auf der Liste des UNESCO-Weltdokumentenerbes.

„Vielleicht müssen wir uns viel stärker einmischen“

07.06.18 (Juan Martin Koch) -
In allen Stilen ist sie zu Hause, der Gegenwartsmusik fühlt sie sich besonders verpflichtet: die Geigerin Carolin Widmann. Juan Martin Koch hat mit ihr über die Außenwahrnehmung der Klassik, den Hochschulalltag und das Neue-Musik-Netzwerk gesprochen.

Gegenentwurf mit viel Beethoven

29.05.18 (Georg Beck) -
Es gibt Sätze in diesem Buch, für die man ihren Autor noch im Himmel umarmen möchte. Überhaupt bleibt es ein Rätsel, wie ein 30-Jähriger ein solches Thema angehen, finden, es sich zutrauen konnte. Und zwar buchstäblich (hier kann, in diesem Fall muss man es sagen) – allein gegen eine „Welt von Feinden“.

Zumutung oder Offenbarung?

16.05.18 (Verena Fischer-Zernin) -
Nicht mehr und nicht weniger als ein gebautes Wunder erwartete die Welt, als am 11. Januar 2017 die Elbphilharmonie ihre Pforten öffnete. Der Große Saal würde einer der zehn besten Konzertsäle überhaupt, das stand für die Beteiligten fest. Ob des Saalklangs seien bei den ersten Proben des NDR Elbphilharmonie Orchesters im Herbst 2016 Tränen der Ergriffenheit geflossen, hieß es: ein für die Spannungsdramaturgie hochwillkommenes Aperçu.

Die Glocken des Gamelan

25.03.18 (Hans-Jürgen Schaal) -
Debussys Begegnung mit der indonesischen Musik hatte weitreichende Folgen. Nicht nur Messiaen, Cage oder die Minimalisten ließen sich davon inspirieren. Auch Jazz-Arrangeure griffen auf Debussys Ganztonleitern und die davon abgeleiteten Akkorde zurück. Seine Emanzipation des Ostinatos hat sogar die Popularmusik revolutioniert.

Pluralistische Horizonterweiterungen

20.03.18 (Jörn Peter Hiekel) -
Der Komponist und Dirigent Hans Zender, mit Bernd Alois Zimmermann in dessen letzten Lebensjahren eng befreundet und mit dessen Schaffen so vertraut wie kaum eine anderer, hat vor wenigen Jahren im Rahmen eines Portraitfilms über den 18 Jahre Älteren eine bedenkenswerte Einschätzung formuliert: Man könne, so Zender, erst jetzt allmählich die Bedeutung und den enormen Facettenreichtum von Zimmermanns Komponieren erkennen.

Kind falsch. Andere Schule.

21.02.18 (Robert Wagner) -
„Deutschland braucht einen Neustart für Inklusion“, fordert die Bildungspolitikerin Brigitte Schumann in Nordrhein-Westfalen, in Hamburg macht die Volksinitiative „Gute Inklusion“ mobil, Mathias Brodkorb (Finanzminister und ehemaliger Bildungsminister in Mecklenburg-Vorpommern) erklärt „Warum Inklusion unmöglich ist“ und definiert: „Inklusion ist Kommunismus für die Schulen“. Doch was meint eigentlich der Begriff „Inklusion“, um dessen Umsetzung so viele Auseinandersetzungen entstehen?

Ästhetischer Aktionismus

07.02.18 (Anna Schürmer) -
In den 1960er-Jahren waren sich die gesellschaftlichen und die ästhetischen Avantgarden nahe wie nie – es kam zu einem charakteristischen ‚Querstand‘ von Kunst und Politik: In der kontrapunktischen Musiklehre zählt der Querstand zu den ‚verbotenen‘ Fortschreitungen einer Einzelstimme, die Reibungen in der kollektiven Harmonie erzeugen. Diese Dissonanz berührt den ‚querständigen‘ Geist, der durch die konfliktreiche Dekade mit ihrem chiffregewordenen Symboljahr ‚1968‘ spukte und sich auch klingend bemerkbar machte: „Unter der Gunst zeitpolitischer Vermittlungen und Kontaktsprünge“, so bemerkte Ulrich Dibelius, „standen sich plötzlich Staatsmoral […] und Kunstmoral […] als Exponenten eines offenen Konflikts frontal wie nie einander gegenüber“1.

Untergegangen in den APO-Wogen ?

02.02.18 (Albrecht Dümling) -
Ernst Schnabel, ein alter Freund Hans Werner Henzes, hatte den Text zum Oratorium „Das Floß der Medusa“ gerade fertiggestellt, als am 10. Oktober 1967 die Nachricht von der Ermordung Ernesto „Ché“ Guevaras eintraf. Dieser argentinische Arzt und Guerillero hatte gegen die Unterdrückung der Dritten Welt gekämpft – ebenso wie Jean-Charles, die Hauptfigur des Oratoriums. So beschlossen Schnabel und Henze, ihr Stück, ein Auftragswerk des NDR, zu einer Trauerallegorie für Ché Guevara zu machen.

Der geschmolzene Kern

14.12.17 (Claus Lochbihler) -
Seine Noten rückte Thelonious Monk (1917–1982) nur ungern raus. Am liebsten gar nicht. Seine Mitmusiker sollten sich seine Songs und Kompositionen ‚erhören‘. Monk, berichtete John Coltrane später, war der Überzeugung, ein Musiker müsse ein Musikstück möglichst ohne Noten erlernen. Rein nach Gehör – weil er es so schneller und besser ‚fühlen‘ würde. Also spielte Monk seinen Schülern und Mitmusikern seine Stücke am Klavier vor – immer und immer wieder. Und nur, wenn es nach Gehör gar nicht weiterging, zog Monk die Noten hervor. Coltrane: „Wenn ich ein Stück zum größten Teil drauf hatte, ließ er mich damit allein. Dann ging er raus, zum Einkaufen oder ins Bett. Und ich übte weiter, bis ich es ziemlich gut konnte. Dann rief ich ihn und wir spielten es zusammen. Manchmal schafften wir nur ein Stück pro Tag.“
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