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Alle Artikel kategorisiert unter »Jazz«

Spannende Balance

18.07.19 (Oliver Hochkeppel) -
So dehnbar der Genre-Begriff heute auch sein mag, vom Pop unterscheidet sich der Jazz meist noch dadurch, dass man ihn nicht nur als Musiker, sondern auch als Hörer lernen muss. Was mehr denn je eine schlechte Voraussetzung für ein Massenpublikum ist. Und so sind Jazzfestivals eben auch kein Geschäftsmodell wie im Pop, sondern ein Akt der Kulturvermittlung, der ohne Sponsoren oder öffentliche Förderung selten möglich ist.

Wo Entertainment auf hohe Kunst trifft

07.07.19 (Ralf Dombrowski) -
Etiketten im Jazz können langlebig sein. Irgendwann in den mittleren Jahren ihrer Karriere wurde Dee Dee Bridgewater bescheinigt, sie wäre eine neue Ella Fitzgerald. Seitdem gehört diese Zuordnung fest zu ihrer Künstlerbiographie, auch wenn sie nur eine der vielen Optionen darstellt, die Gestaltungskraft der Sängerin und Entertainerin aus Memphis, Tennessee, zu charakterisieren.

Dramaturgie schlägt Powerplay

30.05.19 (Ssirus W. Pakzad) -
5.000 Euro als Geburtstags-Geschenk sind an sich keine üble Sache. Aber Rudresh Mahanthappa hatte wohl mit mehr gerechnet: mit der doppelten Summe nämlich und dem Gewinn des „BMW Welt Jazz Awards“. Immerhin gab es ein vielstimmiges Ständchen für den Saxophonisten, der sich an seinem Ehrentag dem Kollegen Maciej Obara geschlagen geben und mit dem zweiten Platz beim Wettbewerb begnügen musste.

Der Druck des Jubiläums

22.05.19 (Oliver Hochkeppel) -
Zum 50. Mal wurde Burghausen, das schon etwas abseits an der österreichischen Grenze gelegene 18.000-Einwohner-Städtchen, eine Woche lang wieder zu einer Metropole. Zu einem fast schon kultischen Versammlungsort für Jazzmusiker, -enthusiasten und Szenebegleiter aus Nah und Fern nämlich. Das außergewöhnliche Jubiläum der „Internationalen Jazzwoche Burghausen“ – die damit eines der ältesten Jazz-Festivals Europas ist – mobilisierte nicht nur die veranstaltende IG Jazz und die Stadt mit ihrem langgedienten, das Fes­tival stets antreibenden Bürgermeister Hans Steindl besonders, sondern auch das Publikum. Nahezu alle Konzerte waren ausverkauft, und da es auch noch mehr waren als sonst, gab es standesgemäß einen neuen Zuschauerrekord.

Vielfalt durch Beweglichkeit

Ein Blick auf die Website des Jazzbüros Hamburg, ein 1996 gegründetes Netzwerk mit Veranstaltungs- und Vermittlerfunktion, zeigt, dass die Elbmetropole rund zwei Dutzend Clubs, mehrere Festivals und andere Gelegenheiten hat, Jazzkonzerte zu hören und direkt zu erleben. Diese numerische Vielfalt ist nach einer längeren Zeit relativer Flaute zuvor beeindruckend. Genauer betrachtet, verteilt sich das Interesse an Jazz nicht nur auf Stadtgebiete, sondern auch auf Generationen und die damit verbundene Programmgestaltung.

Wie der Jazz Kulturgut wurde

Am Rand der Altstadt von Villingen stehen noch die Fabrikgebäude der SABA – Schwarzwälder Apparate Bau Anstalt –, wo einst Rundfunkgeräte hergestellt wurden. Hinter dem Gelände, etwas abseits, kommt eine Villa in den Blick: Dort wohnte Hans Georg Brunner-Schwer (1927–2004), Erbe der Firma SABA. Brunner-Schwer gründete im Jahr 1968 das erste audiophile Schallplatten-Label MPS (Musikproduktion Schwarzwald) in Deutschland, das er bis 1983, als er die Rechte wegen ungenügender Rentabilität verkaufte, zur international anerkannten Institution mit Kultstatus etablierte. Der Villa gegenüber findet man einen unscheinbaren grauen Zweckbau, Unterkunft für sein legendäres, nun einziges Studio in Deutschland unter Denkmalschutz. Heute führen sein Sohn Matthias und dessen Kompagnon Friedhelm Schulz die Arbeit im Studio unter dem Akronym des Vaters HGBS mit eigenen Projekten fort.

Als die Musik noch von der Platte kam

30.01.19 (Hans-Jürgen Linke) -
Als Manfred Eicher und Karl Egger im Jahre 1969 in München die Edition of Contemporary Music, kurz ECM, als Produktionsfirma und Schallplattenlabel gründeten, reagierten sie damit auch auf einen immer deutlicher sich abzeichnenden Bedarf, oder – anders formuliert – eine Lücke, die am Musikmarkt erkennbar geworden war.

Die Stadt ist der Star

08.12.18 (Ssirus W. Pakzad) -
Mit „Blind Dates“ ist das so eine Sache. Ist man sich gleich sympathisch? Werden Erwartungen erfüllt oder gar übertroffen? Kommt es zu einem Austausch von Peinlichkeiten? Sind alle Beteiligten heilfroh, wenn das tête-à-tête endlich vorbei ist? Ist er, sie, es, der, die, das Richtige?

Das Normale ist das Extreme – und umgekehrt

29.11.18 (Martin Hufner) -
Drei Jahre lang darf beim Berliner Jazzfest eine Person das Programm festlegen. Steter Wandel der Perspektiven auf die Welt des Jazz im Rahmen einer bestehenden Vereinbarung ist also garantiert. Auch wenn sich die Gesamtheit der Jazzwelt eher langsam bewegt. Nach drei Jahren mit Richard Williams trat nun Nadin Deventer das Erbe an und drückte dem Fes­tival ihren Stempel auf, soweit die Farbe des Stempelkissens reicht. Im Vorfeld gab es freilich ebenso Wirbel um die Personalie, wie auch in der Publizistik während und nach dem Jazzfest Berlin. Völlig unnötigerweise, denn die Musik machen immer noch die Musiker und Musikerinnen auf den Bühnen.

Sieben Jazzfrauen lassen es knallen

15.11.18 (Stefan Pieper) -
Das Essener PENG-Festival ist in seinem dritten Jahr längst zu einer Marke für aktuelle Musik und die Gegenwart des Jazz geworden. Liegt es am Kollektivgeist der Macherinnen, dass hier alles so rund läuft? Barbara Barth, Marie Daniels, Rosa Kremp, Maika Küster, Mara Minjoli, Johanna Schneider und Christina Schamei treiben ihr Projekt mit kontinuierlicher Leidenschaft weiter. Dass dabei auch dem notorischen Männer-Überschuss in der Jazzwelt begegnet wird, ist fast nur ein Randaspekt – wo es doch in erster Linie um die vielfältigen kreativen Visionen heutiger, junger Jazz-Musikerinnen geht.
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