Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Konzert«

Mit Don Quixote in eine hybride Zukunft

04.03.21 (Harry Schmidt) -
Pandemische Zeiten erfordern pandemische Maßnahmen: Mit seiner 41. Ausgabe wagte das renommierte Stuttgarter Neue-Musik-Festival ECLAT den Sprung in den digitalen Ozean des World Wide Web. Bei 13 Konzerten waren an fünf Festivaltagen 35 Werke zeitgenössischer Musik zu erleben, darunter 24 Uraufführungen. Themenschwerpunkte galten dem Libanon und dem osteuropäischen Binnenstaat Belarus. Die in der weißrussischen Hauptstadt Minsk inhaftierte Oppositionsführerin Maria Kalesnikava wurde mit dem Menschenrechtspreis der Gerhart und Renate Baum-Stiftung geehrt.

Vakuumierte Wirklichkeit

03.03.21 (Dirk Wieschollek) -
Angeschlagen, aber nicht ausgeknockt, so ließe sich der Zustand des Berliner Festivals Ultraschall im Jahr 2021 beschreiben, im Jahr Zwei einer Pandemie, die das kulturelle Leben fast zum Erliegen gebracht hat und Veranstalter jeden Monat auf’s Neue zwingt, ihre Möglichkeiten und Grenzen zu justieren. Ähnlich wie die Wittener Kammermusiktage im April vergangenen Jahres, hatte Ultraschall jedoch einen unbestechlichen Trumpf im Ärmel: Es ist (auch) ein Rundfunkfestival und kann seine Inhalte durch den Äther und das Internet schicken.

Im Digitalen ticken die Dramaturgie-Uhren anders

16.02.21 (Roland H. Dippel) -
Vor dem zweiten Lockdown der Kulturveranstaltungen war es anders gedacht: Das erste Ensemblefestival Leipzig sollte in realen Begegnungen Fäden spinnen zwischen der Neuen Musik verschiedener Kontinente und Orte. Als sich die Pandemie im Herbst zuspitzte, wurden alle Veranstaltungen vom 19. bis zum 22. November in einen digitalen Zyklus umgeschichtet.

ABM für Neue Vocalsolisten

29.01.21 (Rainer Nonnenmann) -
Musik als soziale Kunstform ist gegenwärtig tot. Normalerweise musiziert man gemeinsam, versammelt sich als Publikum, stellt zusammen Stille und Konzentration her, hört und sieht den Musizierenden zu, spendet Beifall und tauscht sich über das Erlebte aus. Doch wie lässt sich dieses lebendige Resonanzmodell zu Zeiten Corona-bedingter Veranstaltungsverbote retten?

Wander- und Erosionsbewegungen

26.12.20 (Roland H. Dippel) -
Es berührt eigenartig. In drei Theatern gelangten Tanz-Produktionen von Franz Schuberts „Winterreise“ kurz vor der zweiten Corona-Schließzeit ab 3. November zur Uraufführung: In Augs­burg das Tanztheater von Ricardo Fernando auf Hans Zenders „komponierte Interpretation“, in Nordhausen Schuberts Original für Klavier mit Bariton unter der Titelerweiterung „Winterreise oder Stationen einer Flucht“ von Ivan Alboresi mit Musik von Davidson Jaconello und in Trier zu Roberto Scafatis Choreografie (neben Musik des 2018 verstorbenen Isländers Jóhann Jóhannsson).

Dreißig Jahre später

28.11.20 (Roland H. Dippel) -
„Alles nicht wahr“ – Oh doch! Gleich nach dem Beginn des zweiten Lockdowns hätte die 30. Leipziger Euro-Scene am 4. November starten sollen. Schon einige Tage früher hatte der österreichische Musiktheater-Regisseur und Puppenspieler Nikolaus Habjan für sich und seine Ensembles abgesagt. Die Gastspiele von Musicbanda Franui und Habjan mit „Alles nicht wahr“ nach Liedern von Georg Kreisler und „The hills are alive (Die Berge leben)“, ein Stück über die Trapp-Familie vom Schauspielhaus Graz, werden eventuell nachgeholt – vielleicht sogar in einem Extrablock der Euro-Scene 2021.

Vorm Carillon und hinter verschlossenen Türen

28.11.20 (Andreas Hauff) -
Die Flaggen wehen, die Plakate hängen noch, doch an der Tür der Donnersberghalle hängt der Hinweis auf den November-Lockdown: Das zweite Festival Neue Musik 2020 im nordpfälzischen Rockenhausen ist als öffentliche Veranstaltung abgesagt.

Der Antwortfähigkeit des Publikums auf der Spur

28.11.20 (Louisa Kaltenbach) -
Das in Karlsruhe ansässige Festival für zeitgenössische Musik „ZeitGenuss“, das Ende Oktober stattfand, war dieses Jahr einem tief in der Stadt verwurzelten Mann, dem Komponisten und Pädagogen Wolfgang Rihm gewidmet, der bei der Gründung des Festivals vor sieben Jahren auch die Idee zu dessen Namen hatte. Rihm fungierte in dem von der Hochschule für Musik und der Stadt Karlsruhe veranstalteten Festival auch als Kurator. Und so entschloss er sich, nicht nur Kompositionen aus seinem eigenen, inzwischen um die 550 Werke umfassenden Œuvre zu präsentieren, sondern auch Früchte seiner intensiven Lehrtätigkeit in Form von Stücken seiner jetzigen und ehemaligen Schüler.

Muss selbst den Weg mir weisen

Folgt man Luis Buñuel, dem Liebhaber von Wagner, von de Sade, von Heringen in Öl, von Klöstern, Bars, Alkohol, Tabak und dergleichen Rauschdrogen mehr – folgt man diesem genialen Neuschöpfer, Wiederbeginner, habe sein und Dalís surrealistischer Skandalfilm „Un chien andalou“ gleich zwei Mal zu Fehlgeburten geführt. Kann man glauben, muss man nicht glauben. Was aber klar ist: Es gehörte Mut dazu, Traumbilder in Filmbilder übersetzen zu wollen. Buñuel träumte: eine Wolke durchschneidet den Mond, eine Rasierklinge ein Auge. Ameisen krabbeln über meine Hand! ergänzte Dalí. Das war neu – im Jahr 1929.

Kontrabass ausgebootet, Bratsche gewinnt

11.11.20 (Guido Krawinkel) -
An Karneval kommt im Rheinland keiner vorbei, auch nicht 1790, auch nicht, wenn man Ludwig van Beethoven heißt. Seinerzeit war das in bestimmten gesellschaftlichen Kreisen vermutlich eher ein geziemendes Vergnügen denn ein ungezügeltes Über-die-Stränge-Schlagen. Der 20-jährigen Beethoven komponierte jedenfalls für eine Karnevalsveranstaltung des Grafen Ferdinand von Waldstein ein Ritterballett, zwölf kurze Sätzchen mit zusammen kaum 12 Minuten Spieldauer, ein „karakteristischen Ballet in altdeutscher Tracht“, das, mit den Worten des Grafen, die „Hauptneigungen unsrer Urväter, zu Krieg, Jagd, Liebe und Zechen“ in ebenso schicklicher wie überzeichneter musikalischer Form aufgreift.
Inhalt abgleichen

Das könnte Sie auch interessieren: