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Alle Artikel kategorisiert unter »Konzert«

Was im Orbit so alles passiert

03.01.20 (Georg Beck) -
Augenhöhle in der Medizin, Umlaufbahn in der Astrophysik, Menge der Zustände, die ein dynamisches System einnimmt in der Mathematik – all dies ist der „Orbit“. Und in der Kunst? Sind es Höhle und Bahn und System in einem. Zumindest, wenn das Ganze „Orbit Schönberg“ heißt, was der schöne Name ist für ein mutiges Unternehmen: Vier Abende, an denen das Kölner Asasello Quartett im Museum für Angewandte Kunst der Domstadt alle vier Streichquartette Arnold Schönbergs mit Klassikern einerseits kombinierte, mit Auftragswerken zeitgenössischer Komponisten andererseits. Eine Tat. In mehr als nur einer Hinsicht. Es gibt Neues zu berichten!

Senkrecht-Virtuose

02.01.20 (Andreas Kolb) -
Nach seiner Premiere im Winter 2019 wird das Festival Out Of The Box auch vom 10. Januar bis 2. Februar 2020 außergewöhnliche Orte im Münchner Werksviertel-Mitte bespielen. Der Veranstalter whiteBOX geht im neuen Jahr nicht nur mit Eismusik aufs Dach oder mit Musik unter Wasser, sondern traut sich mit „Piano vertical“ in schwindelnde Höhen. Die Produktion des Schweizer Pianisten und Komponisten Alain Roche ist atemberaubender Stunt, urbane Poesie und technologisches Meisterstück in einem.

Kräftige Farben, lecker angerichtet

20.12.19 (Michael Jenne) -
Festivals, zu deutsch Festspiele, sind gewöhnlich Ballungen von Aufführungen schon länger bekannter und beliebter Bühnen- oder Podiumswerke, an illustrem Orte dargebracht von renommierten Interpreten, zu dem Marktwert der prominenten Künstler angemessenen Eintrittspreisen. Bei IMPULS, dem „festival für neue musik sachsen-anhalt“, trifft allerdings nichts davon zu. Dass IMPULS dennoch in diesem Herbst zum zwölften Mal – eine eher politische aber existenzielle Zitterpartie überwindend – stattfinden konnte, war vor allem der Kompetenz, Erfahrung und Zähigkeit des Initiators und Intendanten, Hans Rotman, zu danken, der den 2019er-Jahrgang gemäß seinem ursprünglichen Motto „Neue Musik lecker machen“ angekündigt hatte.

Parameter Emotion auch heute noch präsent

30.11.19 (Anke Kies) -
In den letzten 30 Jahren gab es kaum Bemühungen, sich der Musikgeschichte der DDR kritisch und vor allem sachlich zu nähern. Das hurtig geeinte Deutschland zeigte wenig Interesse an den schöpferischen Denkansätzen der Komponisten aus der DDR, die kulturelle Okkupation verlief im Gleichschritt mit der ökonomischen. Kreatives Potential unterschiedlicher Prägung gab es auf beiden Seiten, aber Schritte, die den Dialog und die Vermittlung voranzutreiben gesucht hätten, wurden erst gar nicht gegangen.

Zartes Spinnennetz aus Tonfäden

30.11.19 (Eleonore Büning) -
Der Phantomschmerz bleibt. Da führt kein Weg vorbei, jeder muss, vor und nach dem Konzert, unvermeidlich den Platz mit dem Römerbad Hotel überqueren, das fest in Spekulantenhand und seit nunmehr drei Jahren gänzlich stillgelegt ist. Immer noch eine Gründerzeit-Schönheit, trotz der toten Fenster. Nur im Küchentrakt glimmt Notlicht. Über drei Jahrzehnte hinweg hatte der Hotelier Klaus Lauer hier seine „Römerbad-Musiktage“ kuratiert, hatte Komponisten, Interpreten, Schriftsteller und Künstler aller Sorten um sich versammelt, mitsamt den Hotelgästen bewirtet und ins Gespräch gebracht, schließlich dergestalt einen exklusiven Treffpunkt für die Gegenwartsmusik geschaffen.

Künstlerischer Rundumschlag

30.11.19 (Guido Krawinkel) -
„Seid umschlungen“ – so betitelt das Beethovenfest seinen Extra-Ableger im Frühjahr des Jubiläumsjahres. Und so wie es aussieht, wird den Bonnern auch gar nichts anderes übrigbleiben, als sich 2020 vom weltumspannenden Genie des Komponisten vereinnahmen zu lassen. Nicht nur bekommt das Beethovenfest einen Ableger, auch die BTHVN Jubiläums GmbH, das Beethoven Orchester und andere Veranstalter klotzen zum Auftakt des Beethoven-Jahres, mit dem der 250. Geburtstag des Komponisten gefeiert wird.

Vertikales Klavier und Unterwassermusik

29.10.19 (nmz-red) -
Experimentelle Musik als lustvolles Erlebnis – das ist eines der Ziele die sich Festivalmacherin Martina Taubenberger auf ihre Fahne geschrieben hat. Seit zwei Jahren betreibt sie die Galerie und Kunstwerkstatt Whitebox im schicken Münchner Kreativquartier Werksviertel. Die Whitebox ist ein Experiment zwischen Kunst und Kreativkultur: Übers Jahr finden dort Ausstellungen, Präsentationen und Konzerte statt.

Leidenschaft und Besessenheit

29.10.19 (nmz-red) -
In diesem Jahr wäre die russische Komponistin Galina Ustwolskaja 100 Jahre alt geworden. Beim musica viva-Sonderkonzert führen die Musikerinnen und Musiker des Symphonieorchesters des BR die auf internationalen Konzertbühnen nur selten zu erlebende Ensemble-Trilogie „Triade“ auf: Die groß dimensionierte und höchst expressive „Triade“, ein Ausnahmewerk ersten Ranges, entstand in den Jahren 1970 bis 1975 und besteht aus den Sätzen „Dona nobis pacem“, „Dies irae“ und dem „Benedictus qui venit“.

Die bestechende Tanzbarkeit von Leerrillen

29.10.19 (Julia Kaiser) -
Zahnschmelzend fein und doch bis ins Mark gehend ist eine neue Komposition von Simon Løffler. Der Däne hat Musik für drei Metallophone geschrieben, die mit der Hautfeuchtigkeit der bloßen Fingerkuppen gespielt werden. So leise, dass sie nur nicht-cochlear wahrgenommen wird. Das Publikum sitzt im Rechteck mit den Performern (Simon Løffler, David Hildebrandt und Matias Seilbæk), die Schwingungen der Instrumente werden nach rechts und links auf einen Ring von Bambusstäben übertragen. Man setzt die Schneidezähne auf, und über den Oberkiefer werden die Vibrationen übertragen und in Klänge umgewandelt. Das Stück, entstanden in Kooperation mit der Berliner Konzertreihe Kontraklang, schwingt tief im Inneren und hinterlässt ein Wohlgefühl der unmittelbaren Nähe zur Klangquelle.

Vor- und rückwärts im Nicht-Gleichschritt

29.10.19 (Gerhard R. Koch) -
Kommt man zurück aus Donaueschingen, so erwarten einen oft die obligaten Fragen: Was gab es Neues, was war das herausragende Werk, wofür steht es, wie wird es weitergehen, wohin führt langfristig die Entwicklung? Und skeptisch wird man beäugt auf die Antwort hin: So einfach ließe sich das nicht sagen, Prognosen, gar Prophezeiungen blieben allemal riskant. Zudem: Noch in den Achtziger Jahren gab es Berichte über Donaueschingen, auch die Film-Festivals in Cannes oder Venedig, bei denen ein Werk als epochal herausgestellt wurde, die anderen mehr oder minder Beiwerk waren. Derlei hatte den Vorzug der Entschiedenheit – auf Kosten perspektivischer Verengung.
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