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Alle Artikel kategorisiert unter »Konzert«

Mit Eis, Wasser und Visuals

29.11.18 (Andreas Kolb) -
Im Mai 2016 öffnete das Atelierprojekt und Kulturzentrum whiteBOX im Münchener Werksviertel-Mitte. Dort, ganz in der Nähe des Ostbahnhofs, soll in einigen Jahren auch einmal der neue Konzertsaal Münchens stehen. whiteBOX-Geschäftsführerin Martina Taubenberger präsentierte kürzlich ihr Jahresprogramm 2019, das mit einem 14-tägigen Festival „Out Of The Box“ eröffnet wird. Andreas Kolb von der nmz traf sich mit der Kuratorin und Geschäftsführerin zum Gespräch.
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Einfach mal performativ denken

29.11.18 (Georg Beck) -
Essen, Ende Oktober − Günter Steinke, der kuratierende Kopf beim Essener NOW!-Festival, ist vom Fach, ist Komponist, ist Kompositionsprofessor, ist Autor. Nichts Zeitgenössisches ist ihm fremd. Wenn musikalische Zellen keimen, wenn sie sich aufspalten, ineinander übergehen, sich verformen − dann ist genau dies sein Metier. „form per form“, das Thema der zurückliegenden achten NOW!-Ausgabe, ist ihm deswegen auch kein Rätselwort, sondern lingua franca, Verkehrssprache. So sprechen wir, wenn wir über „Neue Musik“, wenn wir in einem „Festival für Neue Musik“ sprechen!

Zukünftiges erinnern, Vergangenes ahnen

29.11.18 (Georg Beck) -
Drei Konzerte wie Perlen auf der Kette. Und, jedes Mal, mit diesem selten gewordenen Hörerleben, diesem Dabeibleibenwollen, dieser Neugierde, die uns diese eine Frage ganz automatisch auf die Lippen legte: Ja, ist Zimmermann denn kein bisschen gealtert? Offenbar nicht. Sicher, er ist ein Klassiker. Als solcher wird er hier und jetzt, pünktlich zum Hundertsten, rauf und runter gefeiert. Nur, dass man ihn eben nicht als Klassiker hört, womöglich als Schöpfer von Schlüsselwerken mit schönen Stellen und dergleichen. Andersherum wird ein Schuh daraus. Die Musik dieses 1970 abgrundtief verzweifelt aus dem Leben geschiedenen Komponisten hat ihre Zukunft, nicht anders haben wir es gehört, noch vor sich oder, um es in Zimmermanns ureigenem dialektisch-prophetischem Idiom zu sagen: Sie erinnert uns an Zukünftiges und lässt uns Vergangenes erahnen.
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Ein Blick zurück – ein Schritt in die Zukunft

15.11.18 (Erna Cuesta) -
Von der verrückten Idee eines subversiven gallischen Dorfes für unbequeme Töne zum erfolgreichen Tiroler Festival für neue Musik: 25 Jahre Klangspuren Schwaz – ein Grund zu feiern.

Aufstieg eines Untergehers, Partnerschaft der Maschine

02.11.18 (Gerhard R. Koch) -
Natürlich unterliegen auch die Donaueschinger Musiktage dem jährlichen Ritual-Turnus – analog zu Weihnachten und Ostern, oder den Bayreuther und Salzburger Opern-Pres­tige-Events. Nietzsches Formel von der „ewigen Wiederkehr des Gleichen“ findet darin ebenso untilgbar ihre Bestätigung – lapidar lautet sie: „Nichts Neues unter der Sonne!“. Aber was wäre Kontinuität ohne die gelegentliche Abweichung: „keine Regel ohne Ausnahme“. So gab es auch diesmal, verblüffend für den jahrzehntelangen Festival-Pilger, gleich drei unerwartete Neuerungen, eine mehr zum Populären, eine mehr zum Erhabenen hin, die dritte im Zeichen revisionistisch wiedergutmachenden Avantgarde-Archäologie.

Wie die Alten sungen, so machen es endlich die Jungen

31.10.18 (Andreas Kolb) -
„Keine Noten, kein Dirigent – und kein Schuhwerk“ – so erweiterte Reinhold Würth den Slogan des Berliner Stegreiforchesters bei der Übergabe des mit 15.000 Euro dotierten Würth-Preises der Jeunesses Musicales Deutschland an das junge Kammerorchester. Zuvor hatte das Ensemble den Kammermusiksaal des Carmen-Würth-Forums bespielt und sein Konzept erlebbar gemacht: Sinfonisches wieder mit Spontaneität und Improvisation zu verbinden. Würths Beobachtungsgabe zielte ins Zentrum der durchchoreografierten Konzertperformance: Etikette, Frackzwang und alte Zöpfe müssen weg. Das Stegreiforches­ter setzt sich keine geringere Aufgabe als die „Klassik neu zu erfinden“.

Zwischenzeiten bringen nicht nur Ungeheuer hervor

31.10.18 (Georg Beck) -
Bochum, im August/September. – Wo fängt die Kunst an? Mit einem Blick auf die Welt, auf den aktuellen Zustand der Gesellschaft; da genau beginnt sie, dort muss sie beginnen, sagt Stefanie Carp. Es ist das Zeitdiagnostische, das für die neuberufene, damit erste Intendantin der Ruhrtriennale wie für ihren Musikkurator Matthias Osterwold am Anfang stehen. „Eine Zwischenzeit ist angebrochen, laut, lärmend, lähmend und stag-nierend zugleich – eine diffuse Zeit.“ 33 Projekte, 120 Aufführungen, ein „Festival der Künste“, das Gegenwärtigkeit, das Wachheit, Wachsamkeit reklamiert – dies der Anspruch ihrer gemeinsamen, auf drei Jahre angelegten Programmplanung.

Bericht von einer unakademischen Akademie

18.10.18 (Andreas Kolb) -
Das japanische Wort „inori“ bedeutet Gebet, Anrufung, Anbetung. Im Zentrum von INORI (1973/74) stehen 13 Gebetsgesten aus verschiedenen Religionen, die Stockhausen als Orchesterstimmen und Spielanweisungen zugleich komponierte. Das Stück aus den frühen 70er-Jahren ist – wie auch seine Werke „Hymnen“ oder „Telemusik“ – aufgeladen mit außermusikalischer Bedeutung, in diesem Fall mit spiritueller. Unter dem Gesichtspunkt der Debatten um Gehaltsästhetik in der Neuen Musik ist INORI damit topaktuell. Das 70 Minuten dauernde opulente Orchesterstück ist dennoch ein Meisterwerk absoluter Musik, in dem Stockhausen aus einer einzigen Formel einen einzigartigen musikalischen Kosmos erschafft. „Musik dieser Art“, so Wolfgang Rihm, der es 2018 in Luzern auf den Spielplan gesetzt hatte, „hat es vorher nicht gegeben und wird es auch danach nicht mehr geben“.
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