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Alle Artikel kategorisiert unter »Konzert«

Über-Performativ und reichlich weiblich

07.03.17 (Andreas Kolb) -
Stuttgarts größtes Festival für Neue Musik nennt sich Eclat, hätte aber dieses Jahr auch den Titel „Plädoyer für selbstbewusste Komponistinnen“ tragen können: Als ein solches hatten die künstlerischen Leiterinnen Christine Fischer und Lydia Jeschke das Programm der beiden ersten Tage konzipiert. Jung, weiblich, und visuell – das waren drei Gemeinsamkeiten, dennoch hätten die acht ersten Konzerte aus weiblicher Feder unterschiedlicher nicht sein können. Einzig der Hang zum Über-Performativen, zum Konzept, kurz zu einer Gehaltsästhetik ganz im Sinne eines Harry Lehmann, war ihnen gemeinsam.

Leistungsschau junger Ensembles

04.02.17 (Rainer Nonnenmann) -
Sie brummt, schnurrt, knistert, knackt. Die Kölner Szene der Neuen Musik ist vitale Brutstätte, hochenergetischer Durchlauferhitzer und Sprungbrett. Die Klage über den verlorenen Ruf als einstige „Welthauptstadt der neuen Musik“ gehört inzwischen ebenso der Vergangenheit an wie die heroische Avantgarde der 1950er- und 60er-Jahre.

Das improvisierende Orchester als Verteilerdose

03.02.17 (Hans-Peter Graf) -
Wie machen die das? Was naiv daherkommt, ist im Bereich der improvisierten Musik eine der zentralen Fragen, gefolgt von einer zweiten, die das „wie“ in Zusammenhang mit der Größe eines improvisierenden Ensembles stellt. Darum ging es beim Splitter Music Festival, kuratiert und geleitet von Gregor Hotz, einem der Gründer des Splitter Orchesters, eines Langzeitprojekts aus der Berliner Echtzeitmusik-Szene und im Zentrum des Festival-Geschehens stehend.

Musik, die unter die Haut geht und ins Hirn dringt

03.02.17 (Gisela Nauck) -
Mit dem rätselhaften Titel „Das Maul ist der Text“, dessen Urheber Hans-Joachim Hespos sein soll, lud die „projektgruppe neue musik bremen“ am letzten Novemberwochenende vorigen Jahres (25. bis 27. November) zu ihrer 19. Konzerttagung ein. Dieser so treffende Begriff – Konzerttagung – wurde zu meinem Bedauern zwar schon vor Jahren gegen den Allerweltsbegriff Festival ausgetauscht. Das Konzept aber, Musik – immer „auf der Höhe der Zeit“ – zu hören und dieses Hören durch Vorträge sowie moderierte Gesprächsrunden gedanklich zu vertiefen, wurde beibehalten. Zum Glück. Der Titel blieb zwar trotz dieser Verzahnung von Hören und Wissenserweiterung ungeklärt. Aber das Programm machte auch diesmal wieder klar: Es geht in Bremen nicht schlechthin um zeitgenössische Musik, sondern um das Zeitgenössische in der Musik.

Last Christmas auf avantgardistisch

03.02.17 (Anna Schürmer) -
Die Adventszeit ist fröhliche Mitsingzeit: Noch zudringlicher als sonst schallten auf den Christkindlmärkten in diesem Jahr die überzuckerten Klänge des alten Wham!-Hits „Last Christmas“ – wie in Vorahnung auf den bevorstehenden Weltabschied seines Schöpfers George Michael. Ein vorweihnachtliches Konzert der kontrastierenden Art bot am 16. Dezember die Musica Viva des Bayerischen Rundfunks mit einem Doppelkonzert.

Über die Unsicherheit menschlicher Existenz

Vergeblich warten die Menschen im 20. Jahrhundert, in ihrer Existenz vereinzelt und seelisch leer, auf Erlösung aus ihrer Misere. Das ist die beunruhigende Quintessenz im Poem „The Was­te Land“ (Das wüste Land) des anglosächsischen Dichters und Dramatikers T.S. Eliot (Literaturnobelpreis 1948), seine skeptische Erkenntnis der condition humaine zu Beginn der Moderne. Diesem Sujet hat das Metamorphosen Musiktheater bei einem Konzert im Oktober 2016 im Sendessal Bremen klangästhetische Konturen historischer und eigener Provenienz hinzugefügt.

Performance und Transzendenz

01.12.16 (Thomas Weiss) -
Die vierte Auflage des von der Musikhochschule und der Stadt Karlsruhe getragenen ZeitGenuss-Festivals übernimmt bei leicht ansteigendem Besucherinteresse viele erprobte Formate der vorhergegangenen Auflagen, weitet die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Institutionen innerhalb der Stadt aus, muss aber auch verzichten: In diesem Jahr fand nach Auslaufen der Förderung durch die Ernst von Siemens Musikstiftung weder ein Interpretations- noch ein Kompositionswettbewerb mehr statt.

Mit Worten in der Welt wirksam sein

01.12.16 (Stefan Pieper) -
Mit der Ursonate fing alles an: Kurt Schwitters vermählte in den 1920er-Jahren sprachliche Zeichen mit musikalischen Formelementen. Laute und Silben, schließlich ein rückwärts-zitiertes Alphabet wurden einer konsequent durchdachten Sonatenform einverleibt. Das Ergebnis wirkte humoristisch, verfolgte aber auch ein tiefernstes künstlerisches Anliegen. Und so gehörte Kurt Schwitters’ Meilenstein für die Dada-Bewegung zu den unverzichtbaren, am letzten Tag aufgeführten Bezugspunkten auf dem Essener NOW-Festival. Unter dem Motto „Word up!“ wurde zwei Wochen lang gezeigt, wie die musikalische Avantgarde mit zum Teil ungeahnten Beziehungen zwischen Worten und Musik landläufige ästhetische Konnotationen gerne hinter sich lässt.

Bochum hat Hamburg was vorgemacht

01.12.16 (Michael Ernst) -
Wo gibt es das schon, einen Neubau, der pünktlich fertiggestellt wird und obendrein nicht mal teurer wird als geplant? In Deutschland gibt es das nicht, siehe Berlin, siehe Hamburg, sie­he Stuttgart …

Mikrotonale Antworten auf Mega-Kriegsverbrechen

28.10.16 (Albrecht Dümling) -
Die nordsyrische Stadt Aleppo, von deren Zerstörung die Medien fast täglich berichten, wurde 1986 durch die UNESCO­ zum Weltkulturerbe erklärt. Nach dem Ersten Weltkrieg war die Stadt unter französische Kolonialherrschaft geraten.
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