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Alle Artikel kategorisiert unter »Konzert«

Transkulturelle Energien

30.05.19 (Dirk Wieschollek) -
Seit nunmehr 20 Jahren bilden die Weimarer Frühjahrstage für zeitgenössische Musik (zusammen mit den im Herbst stattfindenden Tagen Neuer Musik in Weimar) so etwas wie die Speerspitze kompositorischer Gegenwart im ansonsten auf diesem Feld nicht gerade reich bestellten Thüringen. Zwei Aspekte waren schon immer eine Art Gütesiegel des Festivals: zum einen der Anspruch, jungen, noch nicht etablierten Komponisten/-innen eine Plattform zu bieten; zum anderen der Wille, über den europäischen Tellerrand hinauszublicken und den Austausch mit anderen Musikkulturen zu suchen.

Das Risiko des inszenierten Wagnisses

30.05.19 (Julia Kaiser) -
Ein Festival der Wagnisse will Podium Esslingen sein. Festivalkurator Steven Walter lädt Künstler/-innen ein, die bereit sind, ihre musikalische Komfortzone zu verlassen. Perfektion beruht hier nicht auf der Anzahl perfekt intonierter Noten, sondern auf dem Jetzt-oder-nie-Moment.

Keine Zeit für Musik ?

09.05.19 (Dirk Wieschollek) -
Es ist mittlerweile eine geflügelte Ansicht, dass die MaerzMusik – bekanntlich seit einigen Jahren ein „Festival für Zeitfragen“ – der Musik leise, aber kontinuierlich den Rücken kehrt und sich vehement dem „Diskurs“ zuwendet. Eine Ansicht, die der mühsame Gang durch die hauseigene Website zunächst bestärkt, sind Konzertveranstaltungen im Gewirr täglicher Installationen, Ausstellungen, Workshops, Reading-Groups und „Thinking Together“-Konferenzen nur noch mit Mühe auszumachen.

Mut zur Erneuerung und Rolle rückwärts

08.05.19 (Andreas Hauff) -
„Mut zur Erneuerung“ verkündet das Motto des 27. Kurt-Weill-Festes in Dessau-Roßlau. Gemeint ist damit in erster Linie die Rückbesinnung auf den Geist der Jahre 1925 bis 1932, als das Bauhaus seinen Sitz in Dessau hatte. Dessen Erbe wird in der Stadt an der Mulde inzwischen sehr bewusst gepflegt. Als Höhepunkt der Jubiläumsveranstaltungen zum 100-jährigen Bestehen des 1919 in Weimar begründeten Instituts sieht man der Eröffnung des neuen Bauhaus-Museums im September entgegen. „Mut zur Erneuerung“ lässt sich aber auch auf die Gegenwart beziehen.

Die kopernikanische Wende von Raderthal

03.05.19 (Georg Beck) -
Köln, im April. – Kopernikanische Wenden sind eine heiße Sache. In der Wissenschaft, im Leben, in der Kunst. Wo gewohnte Standpunkte aufgegeben, wo Blickrichtungen, die uns vertraut sind, umgekehrt werden, rückt die interessierte Öffentlichkeit automatisch auf die Stuhlkante vor, stellt die Ohren in den Wind. Reaktionen, die Frank Kämpfer gut bekannt sind. Mit dem Start seiner themenzentrierten Forum-Ausgaben, der Abkehr vom „Avantgarde“-Prinzip, das sich für ihn als veraltet, weil mit „Dogma und Ausgrenzung“ verbunden, darstellte, sorgt der Neue Musik-Redakteur beim Kölner Deutschlandfunk für Wetterleuchten am Festivalhimmel. Pointiertes Hör-erecho inbegriffen. Jetzt, zum 20-Jahr-Jubiläum des Forum neuer Musik, war Gelegenheit zur Rückschau.

Sich überlagernde Energiesysteme

24.04.19 (Julia Kaiser) -
Mit archaischen Geräuschen wie von Feuersteinen beginnt Catherine Millikens Werk „Bright Ring“. Jagdish Mistry und Giorgos Panagiotidis lassen ihre Bögen auf die Instrumente schnellen, als schlügen sie den Urfunken des Ensemble Modern aus ihren Violinen. Der Ton setzt sich über die Crotales fort und scheint leiser, aber immer intensiver zu werden.

Der Brudermord als Sündenfall

30.03.19 (Juan Martin Koch) -
„Where is thy brother Abel?“ – Als auf dem Höhepunkt des ersten Teils von Marc Blitzsteins Ballett „Cain“ Bariton Adrian Eröd diese Worte – per Lautsprecher verstärkt – in den Raum schleudert, hebt es einen fast aus den Sitzen. Obwohl durch das Programmheft vorbereitet, ist das doch ein beachtlicher Effekt, den Blitzstein sich da im Jahr 1930 ausgedacht hat. Doch der Reihe nach:

Ästhetische Überprüfungen in Porträts

30.03.19 (Klaus Kalchschmid) -
Seit ihrer Gründung kurz nach dem Krieg durch Karl Amadeus Hartmann erfindet sich die musica viva immer wieder neu. Standen anfangs unter den Nationalsozialisten verbotene Werke im Zentrum, waren es später Konzerte ausschließlich mit Uraufführungen oder Programme, die bereits andernorts erprobte Werke mit neuen mischten. Seit 2011, als Winrich Hopp, der in den 1990ern schon Programmkurator der Reihe des Bayerischen Rundfunks für zeitgenössische Musik gewesen war, die Leitung der musica viva übernahm, hat er immer wieder andere Schwerpunkte gesetzt und stets mit Neuerungen überrascht.

Den Mythos der Abwesenheit widerlegen

06.03.19 (Andreas Kolb) -
Musikgeschichtsschreibung findet nicht nur in Büchern statt. Auch Medien wie das Fernsehen sind daran beteiligt, welches Bild und welche Erzählung von der musikalischen Avantgarde überliefert wird. In „Tele-Visions“, einem der Programmschwerpunkte des Berliner Festivals MaerzMusik (22. bis 31.3.2019), werden selten zu sehende Filmraritäten und Dokumente aus über 20 Fernseharchiven gezeigt, erläutert und kommentiert. Einer der Kuratoren ist der amerikanische Komponist, Posaunist und Musikwissenschaftler George Lewis. Die nmz stellte ihm Fragen zu seiner Programmierung für MaerzMusik.

Vom leicht denunziatorischen Begriff „DDR-Musik“

27.02.19 (Michael Ernst) -
In allen vier deutschen Himmelsrichtungen käme wohl niemand auf die Idee, von „BRD-Musik“ zu reden. Bei „DDR-Musik“ ist das anders, die sorgt – mal mit, mal ohne Anführungszeichen – noch immer für reichlich Diskussionsstoff. So war es nur eine Frage der Zeit, dass im Osten und beinahe drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall (!) eine Debatte über „Neue Musik aus Ostdeutschland“ angeregt werden sollte.
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