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Alle Artikel kategorisiert unter »Konzert«

Von Brüchen und Brücken

31.10.17 (Isabel Herzfeld) -
„Wir sind die Letzten. Fragt uns aus“ – die Gesprächskonzerte von „musica reanimata“ leben von der Zeitzeugenschaft, dem Dialog mit Künstlern, die noch Auskunft geben können über den real erlebten Naziterror, über Flucht und Exil, Lebensbrüche und Überlebensstrategien. Trotz des allmählichen Verschwindens dieser „Letzten“ sind hier immer wieder erhellende Begegnungen möglich, etwa mit der 2016 mit 93 Jahren verstorbenen, stets erfrischend klarsichtigen Ursula Mamlok oder mit Walter Arlen, der hochbetagt aus Kalifornien kommend ein lebendiges Bild vom Wien der 1930er-Jahre erstehen ließ.

Bitte umsichtiges Verhalten am Berg !

31.10.17 (Georg Beck) -
So ist das bei guten alten Bekannten. Man freut sich einfach, wenn man sie sieht. Wie neulich beim Beethovenfest. Immer, wenn sich Vladimir Tarnopolski, dieser grundsympathische Kunstfreund, der in Moskau mit seinem „Studio für neue Musik“ so mutig die Stellung hält, sich mit einer neuen Arbeit ankündigt, ist man erwartungsfroh gestimmt. Das war so 2006 mit seiner den „Fernseh- und Computerabhängigen“ ins Stammbuch geschriebenen Multimedia-Oper „Jenseits der Schatten“, das war so 2016 mit seinem Ensemblestück „Cassandra“ und das war nicht anders als Tarnopolski jetzt sein neuestes Auftragswerk vorgestellt hat.

Erotik-Lektionen und widerborstige Performances

31.10.17 (Reinhard Kager) -
Geheimnisvoll flüsternd ­lockt eine ­weibliche Stimme. Mit rot­em Knautschlack-Jackett und silbrig glitzernden Sneakers spielt eine Keyboarderin im Innsbrucker Treibhaus und wirft laszive Blicke ins Publikum, die auf einem Videoscreen noch verdeutlicht werden. Auch mit Lustgestöhne spart Brigitta Muntendorf in der „Aria“ ihrer Performance „Public Privacy“ nicht. Wenngleich alles eigentlich nur Fake ist, denn die Pianistin Małgorzata Walentynowycz markiert zwar erotische Wiegebewegungen, aber die lustvollen Stimmen kommen meist von den Samples einer elektronischen Tonspur. Dicker kommt es dann bei einem bereits 1919 im Geist des Dadaismus entstandenen Stück Erwin Schulhoffs, dessen „Sonata erotica“ von Frauke Aulbert die Gestaltung eines Note für Note und nach strengen rhythmischen Vorgaben auskomponierten Orgasmus abverlangt. Was die Hamburger Vokalistin und Performerin mit einer ekstatischen Steigerungskurve mitsamt einem Schuss Humor bravourös löste.

Bibel am Stiel, Chor in Kreisbewegungen

31.10.17 (Peter P. Pachl) -
Befremdlich scheint der Titel. In dieser szenischen, musikalisch aus Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Knut Nystedt, William Carlos Williams und Steve Reich kompilierten Uraufführung tanzt Martin Luther keineswegs, und schon gar nicht mit den Göttern. Aber Robert Wilsons präzise Regiearbeit, vor mehr als 40 Jahren für Berlin an der Schaubühne begonnen, fasziniert. Sie ist, wie stets, extrem auszirkuliert.

Weltweiter Kulturaustausch und neue Konzertformen

28.09.17 (Albrecht Dümling) -
Bei Young Euro Classic, dem weltweit wichtigsten Festival für Jugendorchester, spielt der Dialog der Kulturen eine wichtige Rolle. Gleich der erste Abend war der Begegnung mit China gewidmet. Ein Ensemble, gebildet aus Studierenden des Zentralkonservatoriums Peking, der Musikhochschule „Hanns Eisler“ und des Berliner Julius-Stern-Instituts, spielte auf europäischen und chinesischen Ins-trumenten Werke von Mozart, Schumann und Bach in chinesischen Bearbeitungen. Nach nur fünf Probentagen kam es zu einem erstaunlich guten Zusammenspiel.

Schönbergs Lehre in Moskau

28.09.17 (Ana Popescu) -
Wie das Wissen um die Entwicklungen der Moderne aus Westeuropa und das Gedankengut der Zweiten Wiener Schule in die Sowjetunion hinein kam, erscheint noch heute rätselhaft. Kürzlich wurde dieses Geheimnis gelüftet: Dem heute so gut wie unbekannt gebliebenen Schüler und Freund Alban Bergs und Anton Weberns, Philipp Herschkowitz, ist es zu verdanken, dass Generationen von berühmt gewordenen Musikern in der Sowjetunion durch ihn direkt aus dieser Quelle der Tradition schöpfen konnten.

Eine Welt schaffen aus Kohle und Staub

28.09.17 (Georg Beck) -
Nein, neue Lieder hat es keine mehr gegeben in dieser finalen Simons-Runde. Was uns gesungen, gesagt, bedeutet wurde, hat nichts hinzugefügt, aber auch nichts weggenommen von dem, was wir nicht schon kannten aus den beiden vorangehenden Ausgaben dieses „Internationalen Festes der Künste“. Was also bleibt – vor allem, wenn wir aufs künstlerische Resultat schauen von Ruhrtriennale-Musik und -Musiktheater unter der Intendanz des Johan Simons?

Zwischen alten und neuen Klang- und Denkwelten

28.09.17 (Albrecht Dümling) -
Ausgangs- und Startpunkt des diesjährigen Musikfests war der Monteverdi-Zyklus, mit dem John Eliot Gardiner, der Monteverdi Choir und die English Baroque Soloists in diesem Sommer anlässlich des 450. Geburtstags des großen Komponisten an mehreren europäischen Festspielorten gastierten. Auch in der Berliner Philharmonie kamen die halbszenischen Aufführungen von „Orfeo“, „Ulisse“ und „Poppea“ zu mitreißender Wirkung. In Monteverdis „Marienvesper“ mit dem RIAS Kammerchor und weiteren Italien-Bezügen strahlte dieser grandiose Auftakt auf das ganze Musikfest aus.

„Auf ungewöhnliche Weise emotional mitreißend“

09.09.17 (Burkhard Schäfer) -
„Ich persönlich war ja eher dafür, 2018 das runde zwanzigjährige Jubiläum zu feiern als jetzt das zwanzigste Mal. Aber ich bin überstimmt worden“, erklärt Lars Vogt und lacht. Ja, der 1970 in Düren geborene Pianist und Gründer von „Spannungen – Musik im Innogy-Kraftwerk Heimbach“ hat wirklich gut lachen. „Sein“ Festival hat sich – auch dank der landschaftlich einzigartigen Lage im Herzen der Eifel und einer ungemein inspirierenden Location – tatsächlich zu einer der am meisten energiegeladenen Begegnungsstätten für Kammermusik-Enthusiasten entwickelt. Und das fast ohne PR-Maschinerie.

Neue Musik beim Wort genommen

31.08.17 (Gisela Nauck) -
Das Festival „Um’s Wort“ vom 17. bis 20. August in Hannover war eines der Überraschungen und Entdeckungen. Veranstaltet hatte es Musik 21 Niedersachsen, das 2006 gegründete und voriges Jahr in seiner Leitung personell neu besetzte „Netzwerk neue Musik Niedersachsen“. Zur Neubesetzung gehörte mit dem Percussionisten und Komponisten Matthias Kaul ein Kurator, der den verdienstvollen künstlerischen Leiter der vergangenen Jahre, Stephan Meier, ablöste.
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