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Alle Artikel kategorisiert unter »Leitartikel«

Platt-Form?

30.04.21 (Theo Geißler) -
Eigentlich müsste ich toben. Als unsubventionierter Mini-Unternehmer im Musikmedien-Bereich wird meine kleine Kultur-Firma vor allem von den öffentlich-rechtlichen, gebührenpflichtig finanzierten Sendern mit ihrem fusionierten Musik-Angebot im Internet gewissermaßen in die Unsicht- und -hörbarkeit gedrängt. Seit Karfreitag dieses Jahres präsentiert die ARD eine Landessender übergreifende „Themenwelt“ namens „ARD-Klassik“ in ihrer Mediathek.

Wenn das kulturelle Erbe zum Fetisch wird

14.04.21 (Fabien Lévy) -
„Hat der klassische Orchesterbetrieb ein Rassismusproblem?“, fragten wir auf Seite 3 der Februarausgabe der nmz. Zu Wort kam in diesem Artikel unter anderem der Komponist Fabien Lévy. Seine grundsätzlichen Gedanken zur Begrenztheit des ‚klassischen‘ Musik- und Ausbildungsbetriebs und zu dessen Ausgrenzungsmechanismen hat der Professor der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig für unsere Zeitung skizziert. Lesen Sie hier die gekürzte Druckversion seines Denkanstoßes. Die Langfassung ist unter www.nmz.de nachzulesen.

Liebe Leser*innen

01.04.21 (Juan Martin Koch) -
Hoffentlich fühlen Sie sich alle mit dieser Anrede angesprochen und können damit leben, dass wir in unserer Zeitung seit einiger Zeit nach den Sternchen greifen. Die Diskussion über deren Verwendung flammt in der Redaktion immer mal wieder auf, aber am Ende bleiben wir bei unserer Entscheidung, die grammatikalischen und typografischen Bedenken zugunsten eines Ziels zurückzustellen, das eigentlich selbstverständlich sein sollte, es aber auch im Musik- und Kulturleben längst nicht ist: die gleichberechtigte Sichtbarkeit von Männern, Frauen und Menschen diverser Geschlechtszuordnung.

Nur Vertrauen schafft Gerechtigkeit

15.03.21 (Martin Hufner) -
Wir alle wünschen uns Gerechtigkeit in wirtschaftlicher, sozialer und persönlicher Hinsicht. Das Bestreben aller rationalen und aufgeklärten Gesellschaften geht in diese Richtung. Gesellschaften, in denen Ungerechtigkeiten allgemein dauerhaft spürbar werden, geraten in kritische Zustände. Für gewöhnlich sind moderne Gesellschaften und die Beziehungen der Menschen untereinander mit einer Fähigkeit ausgestattet, die man Vertrauen nennt. Wo dieses Vertrauen und das Vertrauen ins Vertrauen schwindet, wird das Zusammenleben miteinander heikel. Die Corona-Pandemie zeigt, wie anfällig, aber auch, wie widerständig und anschmiegsam die Menschen dabei häufig genug bleiben. Das betrifft den kulturellen Sektor im Allgemeinen wie den musikalischen im Speziellen genauso. Ungerechtigkeiten sind kurzfristig, im Vertrauen auf ihre Korrektur, sicher unvermeidbar.

ExistenzialisMuss

01.03.21 (Theo Geißler) -
Carl Spitzwegs „Armer Poet“ war aus aktueller Sicht fein raus. In seinem Dachstübchen schützte ihn ein Schirm vor undichten Ziegeln – und ein dickes Federkissen vor Kälte. Heutzutage stünde er – vermutlich unfähig, die bescheidene Miete zu löhnen – als „Soloselbständiger“ auf der Straße, in grausamer sozialer Kälte. Dieses Schicksal teilt der Dichter mit vielen Musikerinnen und Musikern, Künstler*innen aller Genres, die als Freelancer seit einem Jahr mangels Auftrittsmöglichkeiten das dämliche Bonmot von der Not als Qualitätsschub für Kulturschaffende ad absurdum führen.

Briefe an den immerwährenden Präsidenten

09.02.21 (Andreas Kolb) -
Was immer das Jahr 2021 bringen wird, eines ist sicher: Es wird ein Superwahljahr sein. In sechs Bundesländern werden die Landesparlamente neu gewählt. Höhepunkt ist die Bundestagswahl im September, die zeigen wird, wer die Kanzlerin Angela Merkel nach langen 16 Jahren im Amt ablöst.

Solide bunt

01.02.21 (Theo Geißler) -
Je älter, desto kälter – oder: Je oller, desto doller? Steht es einem der Kultur verpflichteten Informations- und Meinungs-Transportorgan in unserer gerade die Künste verwüstenden Zeit an, zu feiern? Dieses Jahr einen siebzigsten Jahrgang, nächstes Jahr auch noch den siebzigsten Geburtstag? Wenn ich in meiner Redaktionsstube auf eine rotregal-gerahmte grüne Wand gucke, ungefähr vier mal vier Meter, gefüllt mit den gebundenen Jahrgängen der neuen musikzeitung (die bis 1969 „Musikalische Jugend“ hieß), befällt mich eine zweifelhafte Mischung aus Stolz und Sentimentalität.

Kunst und Kultur – ein Sonderfall ?

31.12.20 (Moritz Eggert) -
In diesen verrückten Zeiten, die in einem bisher nicht gekannten Maße von Verschwörungsglauben und Hys­terie geprägt sind, muss man sich ab und zu mal kneifen und wie ein Mantra wiederholen: Erstens: Es ist nicht die erste Pandemie in der Weltgeschichte, und zweitens: Es ist nicht das erste Mal, dass man Quarantänen wie die jetzigen benutzt, um diese einzudämmen.

MischiMaschi

30.11.20 (Theo Geißler) -
Scherzfrage: Welches klassisch fundierte Fremdwort wird heutzutage in Kunst, Kultur und Politik noch häufiger verwendet als der durch viele erzählte Geschichten verschlissene Begriff „Narrativ“? Richtig. Hybrid. Als Substantiv und/oder als Adjektiv. Beides passt prima in die Zeit. Denn es beschreibt leicht wabbelig etwas Verbundenes, Vermischtes, auch durch Kreuzung Generiertes.

Wieviel Kampagne und wieviel Konzept?

08.11.20 (Barbara Stiller) -
Hat Musikunterricht an Grundschulen ein Imageproblem? Wohl kaum. Wie es jedoch gelingen kann, Musikunterricht so kontinuierlich und qualitätvoll wie möglich anzubieten, kann empirisch durch spezifische Methoden festgestellt werden. Einer entsprechenden Datenerhebung, welche im März dieses Jahres veröffentlicht wurde, nahmen sich der Deutsche Musikrat, die Landesmusikräte und die Bertelsmann-Stiftung an. Ergebnis: In Deutschlands Grundschulen fehlen derzeit 23.000 ausgebildete Musiklehrerinnen und Musiklehrer.
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