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Alle Artikel kategorisiert unter »Leitartikel«

Geiz macht uns alle arm

05.05.22 (Roland Spiegel) -
In den letzten zwei Jahren wurde es deutlicher als je zuvor: Menschen brauchen Kunst und Kultur. Und dies nicht als Luxusgut, sondern als Mittel zum Überleben. Die Musik spielte da eine besondere Rolle. Man brauchte sie zum Durchstehen langer Durststrecken – und zum Stiften eines Gemeinschaftsgefühls. Die „Ode an die Freude“ als Sound, der von Balkon zu Balkon trug, die Videokonzerte von Popstars, Orchestern und Chören als kulturelle Kommunikation zwischen Städten, Ländern und Kontinenten, während Flugzeuge am Boden und Konzertsäle leer blieben: Die Musik bewegte Gemüter in einer Zeit des Erstarrens und bot Halt in einer zermürbenden Phase der Ungewissheit.

Polyphem-View?

01.05.22 (Theo Geißler) -
Er hat sich überraschend lange gehalten, der ZDF-Claim „Mit dem Zweiten sieht man besser“. Dabei hält sich Protagonistin/Protagonist schon mal ein Auge zu und grinst, was das Ganze noch etwas absurder geraten lässt. Mit den Ohren hat es der Sender werbetechnisch gesehen deutlich weniger. Sieht man vom verbreiteten Easy-Listening-C-Stargesäusel ab, verdünnisiert sich Anspruchsvolleres – eher konventionell gestrickte Aufzeichnungen – in die Nachtstunden. Musikalische Kulturberichterstattung kommt in einschlägigen Magazinen gestelzten Schrittes und optisch bis an die ästhetischen Grenzen der Kino-Zigarettenwerbung aufgepeppt zwischen Zeitgeist-Philosophenschmand und literarischer Rasterfahndung nach geschlechtergerechter Hyperkomplexität eingeklemmt eher selten daher.

Wie gefährlich ist russische Musik?

01.04.22 (Albrecht Dümling) -
Auf dem Weg vom Brandenburger Tor zur Komischen Oper passiert man die riesige, weiträumig abgesperrte Russische Botschaft. Im Innern des Opernhauses beginnt dann „Schwanda, der Dudelsackpfeifer“ von Jaromir Weinberger, einem jüdischen Komponisten, der aus seiner tschechischen Heimat fliehen musste. Der Regisseur Andreas Homoki hat deshalb in die Höllenszene dieser Oper Hitler und Stalin eingebaut. Nach dem Schlussbeifall wendet sich der Sänger der Titelfigur ans Publikum und spricht von dem merkwürdigen Gefühl, in diesen Zeiten ein unbeschwertes Happy End zu erleben. So bittet er um Spenden für Ukraine-Flüchtlinge. Zu Tausenden treffen sie täglich am Berliner Hauptbahnhof ein.

Das Positive

01.04.22 (Barbara Haack) -
Regensburg, Ende März: In einer Kooperation zwischen Theater und Sing- und Musikschule wird das Musical „Emil und die Detektive“ (ur)aufgeführt. Der stadtbekannte Cantemus-Chor der Musikschule stemmt seit vielen Jahren solche Groß-Events mit allem, was zum Musiktheater dazu- gehört: Regie, Bühnenbild, Kostüm, Choreografie, Technik…

Ein Glücksfall für die Kulturförderung

03.03.22 (Ludwig Greven) -
Manchmal braucht es Jahrzehnte und einen historischen Umbruch, bis gute, eigentlich naheliegende Ideen verwirklicht werden. Bereits 1972 hatte Günter Grass eine Deutsche Nationalstiftung gefordert, um die Kunst und Künstlerinnen und Künstler gemeinsam durch Bund, Länder und Privatleute zu fördern. Im Jahr darauf griff Willy Brandt den Vorschlag in seiner Regierungserklärung auf. Doch der Widerstand der Bundesländer, die Kulturförderung als ihre alleinige Aufgabe beanspruchten, verhinderte, dass er Realität wurde.

Preis-Wert

01.03.22 (Andreas Kolb) -
„Wer den Kaske-Preis bekommt, der wird später Siemens-Preisträger – oder er stirbt vorher.“ An diesem Zitat eines deutschen und noch quicklebendigen Komponisten ist manches Wahre dran. Beispielhaft seien György Ligeti, Wolfgang Rihm oder Pierre Boulez genannt. 2021 ist der griechisch-französische Komponist Georges Aperghis ausgezeichnet worden. Erst 2016 hatte er den Preis der Christoph und Stephan Kaske Stiftung entgegengenommen.

Die Kulturampel steht auf grün

04.02.22 (Olaf Zimmermann) -
Eine Überraschung war es schon, als im Koalitionsvertrag zu lesen war, dass Bündnis 90/Die Grünen in dieser Wahlperiode Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) stellen. Lange Zeit schien es als ausgemacht, dass, sollte die SPD den Bundeskanzler stellen, sie auch dieses Amt besetzen und mit einem Bundesminister für Kultur und Medien aufwerten wird. Man konnte auch den Eindruck gewinnen, dass sich der Hamburger Kultursenator Carsten Brosda, seines Zeichens auch Vorsitzender des Kulturforums der Sozialdemokratie und Präsident des Deutschen Bühnenvereins, für das Amt warmgelaufen hat.

Porte-Feuille-Ton

31.01.22 (Theo Geißler) -
Laut schallt ein Notruf durch die öffentlich-rechtlichen und sonstigen werbefinanzierten Medien: Hotels und Gasthäuser zerbröseln unter den seuchenbedingten Zugangsrestriktionen namens Zwonull, Zwonullplus, geboostert oder gesundet – nur arithmetisch universitär Gebildete und diplomiertes medizinisches Fachpersonal blicken da noch durch. Die eher schlecht bezahlten Servicekräfte, auch noch des vollen Trinkgeldes entblößt, fliehen in andere berufliche Umfelder, beginnen beispielsweise ein Fernstudium in BWL oder gründen ein Metaversum-Startup auf den Komoren. Ist nicht böse gemeint…

Musik als Erlebnis verstehen

10.12.21 (Moritz Eggert) -
„Immer wieder bekomme ich Mails, in denen Menschen ihr Leid mit der Neuen Musik klagen. Sie hätten ja alles versucht, studiert, immer wieder zugehört, Konzerte besucht… aber dennoch können sie einfach damit nichts anfangen. Sie fühlen sich ‚zu blöd‘, fühlen sich ausgeschlossen aus einer Szene, die oft in Geheimcodes spricht und ‚unter sich‘ bleibt, fühlen sich ratlos gegenüber einer Musik, die ihnen zunehmend obskur und weltfremd vorkommt…“ So leitet der Komponist und Autor Moritz Eggert im „Bad Blog of Musick“ der nmz einen Text ein, den er als ausführliche Antwort auf eine solche Zuschrift verfasst hat. Nach einem ersten Teil, in dem er die These ausführt, dass eine Musik, in der man alles „versteht“ möglicherweise gar nicht so erstrebenswert sein dürfte, wendet er sich einem weiteren grundsätzlichen Aspekt zu:

Graubunt?

02.12.21 (Theo Geißler) -
Zu Beginn ein wenig koloriertes Grund-Halbwissen: In der so genannten „autotypischen Farbmischung“ – sie ist gewissermaßen eine Kombination des additiven und subtraktiven Zusammenquirlens von Rot, Grün, Blau sowie Cyan, Magenta und Gelb (keine Ahnung, wie das funktionieren soll, aber sie tut es, sonst könnten wir keine Farben drucken) – ergäben die zusammengepanschten Ampelfarben ein leicht schmutzig wirkendes Grau.
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