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Briefe an den immerwährenden Präsidenten

09.02.21 (Andreas Kolb) -
Was immer das Jahr 2021 bringen wird, eines ist sicher: Es wird ein Superwahljahr sein. In sechs Bundesländern werden die Landesparlamente neu gewählt. Höhepunkt ist die Bundestagswahl im September, die zeigen wird, wer die Kanzlerin Angela Merkel nach langen 16 Jahren im Amt ablöst.

Solide bunt

01.02.21 (Theo Geißler) -
Je älter, desto kälter – oder: Je oller, desto doller? Steht es einem der Kultur verpflichteten Informations- und Meinungs-Transportorgan in unserer gerade die Künste verwüstenden Zeit an, zu feiern? Dieses Jahr einen siebzigsten Jahrgang, nächstes Jahr auch noch den siebzigsten Geburtstag? Wenn ich in meiner Redaktionsstube auf eine rotregal-gerahmte grüne Wand gucke, ungefähr vier mal vier Meter, gefüllt mit den gebundenen Jahrgängen der neuen musikzeitung (die bis 1969 „Musikalische Jugend“ hieß), befällt mich eine zweifelhafte Mischung aus Stolz und Sentimentalität.

Kunst und Kultur – ein Sonderfall ?

31.12.20 (Moritz Eggert) -
In diesen verrückten Zeiten, die in einem bisher nicht gekannten Maße von Verschwörungsglauben und Hys­terie geprägt sind, muss man sich ab und zu mal kneifen und wie ein Mantra wiederholen: Erstens: Es ist nicht die erste Pandemie in der Weltgeschichte, und zweitens: Es ist nicht das erste Mal, dass man Quarantänen wie die jetzigen benutzt, um diese einzudämmen.

MischiMaschi

30.11.20 (Theo Geißler) -
Scherzfrage: Welches klassisch fundierte Fremdwort wird heutzutage in Kunst, Kultur und Politik noch häufiger verwendet als der durch viele erzählte Geschichten verschlissene Begriff „Narrativ“? Richtig. Hybrid. Als Substantiv und/oder als Adjektiv. Beides passt prima in die Zeit. Denn es beschreibt leicht wabbelig etwas Verbundenes, Vermischtes, auch durch Kreuzung Generiertes.

Wieviel Kampagne und wieviel Konzept?

08.11.20 (Barbara Stiller) -
Hat Musikunterricht an Grundschulen ein Imageproblem? Wohl kaum. Wie es jedoch gelingen kann, Musikunterricht so kontinuierlich und qualitätvoll wie möglich anzubieten, kann empirisch durch spezifische Methoden festgestellt werden. Einer entsprechenden Datenerhebung, welche im März dieses Jahres veröffentlicht wurde, nahmen sich der Deutsche Musikrat, die Landesmusikräte und die Bertelsmann-Stiftung an. Ergebnis: In Deutschlands Grundschulen fehlen derzeit 23.000 ausgebildete Musiklehrerinnen und Musiklehrer.

Im Glanze?

05.11.20 (Theo Geißler) -
„Durch eine gemeinsame Anstrengung wird es uns gelingen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen und Thüringen schon bald wieder in blühende Landschaften zu verwandeln, in denen es sich zu leben und zu arbeiten lohnt“, spekulierte der „Wende-Kanzler“ Helmut Kohl vor dreißig Jahren – und log oder irrte. Weil das rigorose Gewinn- und Einfluss-Streben westdeutscher Firmen und Institutionen statt einer Wiedervereinigung im verständnisschaffenden Dialog den „neuen“ Bundesländern mit dem Brandeisen ihrer angeblich sozialen Marktwirtschaft einen Anschluss nach Wessi-Geschmack aufprägte, verblieb in vielen gesellschaftlichen Bereichen der ehemaligen DDR verbrannte Erde. Gerade auch im Bereich von Kultur und Bildung. Unter den Konsequenzen leidet unsere noch demokratische Republik bis heute.

Nur die glänzende Vorderseite der Medaille?

06.10.20 (Rainer Nonnenmann) -
Es gibt große und kleine, lange und kurze, alte, junge, gewichtige, leichte, teure, kostengünstige, staatstragende, anarchische… Musikfestivals gibt es in verschiedenen Spielarten nahezu überall und das gesamte Jahr hindurch, in Groß- und Kleinstädten oder auf dem Land. In den vergangenen Jahren wurden es immer mehr, auch im Bereich der neuen Musik. Manche sind Mustermessen für ein Fachpublikum aus Journalisten, Redakteuren, Verlegern, Intendanten, Funktionären. Andere erreichen ein breites, urbanes, heterogenes Publikum. Manche gehen im Überangebot der Metropolen unter, andere sind in ihrer Region Leuchttürme, die Image, Fremdenverkehr, Einzelhandel, Gastronomie befördern. Festivals sind Schaufenster aktueller Interpretationen und Neuproduktionen wahlweise internationaler, regionaler oder lokaler Szenen, die größere Publikums- und Presseresonanz erreichen als Einzelveranstaltungen. Nur hier erzielen Werke, Themen, Diskurse und Akteure größere gesellschaftliche Aufmerksamkeit, wird jemand oder etwas „entdeckt“, besprochen, gesendet, verlegt, weiterempfohlen. Nicht zuletzt dieser „Mehrwert“ macht Feste zu musikalischen Hochzeiten.

Verbandskästchen

01.10.20 (Juan Martin Koch) -
Einige Kolleginnen und Kollegen der schreibenden Zunft haben das Phänomen schon beobachtet, und in den ersten Veranstaltungen des vorsichtig aus dem unverschuldeten Dornröschenschlaf aufblinzelnden Konzertbetriebs musste es auch der Autor dieser Zeilen alarmiert konstatieren: Angefacht durch haltlose Panikmache und in vorauseilendem Gehorsam gegenüber einer euphemistisch als „Etiquette“ bezeichneten Gängelung und Unterdrückung natürlicher Körperbedürfnisse droht eine Kulturleistung ersten Ranges zu verstummen. Um die so schmerzlich vermisste präcoronare Saal-Atmosphäre zu erhalten, sei deshalb an dieser Stelle die Gründung einer „Allianz zum Erhalt des symptomfreien Konzerthus­tens“ in Aussicht gestellt. Bis zur Bestätigung der Gemeinnützigkeit fließen die Vereinsbeiträge zur Gänze in eine Imagekampagne dieser Zeitung – Claim: „Husten gehört zum guten Ton!“
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