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Alle Artikel kategorisiert unter »Leitartikel«

Schwer-Mut

29.05.20 (Andreas Kolb) -
Das Bild: Ein Musiktherapeut spielt vor den Fenstern eines Altersheims. Das Haus darf er nicht betreten, seine Patienten nicht besuchen. Die COVID-19-Bestimmungen haben es wochenlang nicht zugelassen. Seine Musik wird so vom Heilmittel zum klingenden Ausdruck der Nöte, die die Pandemie in allen Lebensbereichen erzeugt. Das Thema COVID-19 ist inflationär in allen Medien, da scheint es geradezu antizyklisch, wenn die neue musikzeitung Musiktherapie als thematischen Schwerpunkt präsentiert.

Existenzängste fressen Kultur auf

30.04.20 (Martin Hufner) -
Der Bereich der künstlerisch Tätigen ist von den Folgen der Corona-Pandemie besonders deutlich betroffen. Denn in Kunst und Kunstvermittlung geht es zwischen den Menschen zur Sache. Man spielt zusammen, man genießt zusammen, man ist ein kulturelles Lebewesen als Ganzes. Instrumentalunterricht, Regiearbeit, Musikpädagogik, Konzertleben – all das wird unmöglich oder ist bisweilen erheblich schwer umzusetzen. Was bislang lief wie am Schnürchen, wo ein Zahnrad ins nächs­te griff und wo es nur gelegentlich ein wenig oder – wie bei der Verabschiedung der europäischen Urheberrechtsrichtlinie – auch mal grundsätzlich knirschte, wirkt wie ein laues Windchen angesichts des Sturmes, der die Lebensmodelle der Solo­selbständigen oder Freiberufler und deren wirtschaftliche Existenz erfasst hat. Wie soll es weitergehen?

Fundamental

30.04.20 (Theo Geißler) -
Feine Beispiele? In etlichen Städten präsentiert sich Corona-Street-Art mit massig eher heiteren Graffitis. Schriftsteller promoten Neuerscheinungen und komplexe Lyrik, lesen sie im Internet vor. Solisten, Bands, Kammerensembles und ganze Orches­ter musizieren, teils per Skype oder Zoom verbunden, teils von Balkon zu Balkon Opera aller Genres. Musikpädagogen entwickeln viel Fantasie, um digitalen Fernunterricht möglichst qualitätvoll anbieten zu können. Über Straßenschluchten hinweg formieren sich Liederzirkel. Lebendiges Kulturleben im lebensgefährlichen Ambiente von Covid 19? (Oder, wie Martin Hufner auf Seite 7 dieser Ausgabe feststellt: eine Schau auf brotlose Kost-Nix-Kunst?)

Chancen in bedrückender Stille

30.03.20 (Moritz Eggert) -
Die großen von Menschen verursachten Katastrophen der Vergangenheit haben immer wieder auch Kultur zeitweise zum Verstummen gebracht. Doch selbst in den unmenschlichsten Situationen des Kriegs oder der Hungersnot fanden Menschen zusammen, um gemeinsam zu musizieren oder zu singen.

Con Brio

30.03.20 (Barbara Haack) -
Es bedarf keiner Begründung, dass wir uns in dieser Ausgabe ausführlich den Folgen des Corona-Virus widmen. Dabei ist – geschuldet der Produktionsweise eines Monats-Print-Mediums – vieles, wenn Sie es lesen, schon wieder überholt oder Makulatur. Ständig aktuell informieren wir Sie auf www.nmz.de und im Bad Blog of Musick. Trotzdem ist es wichtig, dass hier wie anderswo Akteure des Kultur- und Kreativlebens frühzeitig ihre Stimme erhoben haben.

Alternativer Blick auf die Orchesterlandschaft

04.03.20 (Bojan Budisavljevic) -
Gerade zwei Jahre ist es her, dass die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft zum immateriellen Kulturerbe promoviert wurde mit dem ferneren Ziel, sie 2021 in die betreffende Liste des UNESCO-Weltkulturerbes eintragen zu lassen. Nun steht es auf einem Blatt, ob diese Verwandlung einer sicher herausgehobenen, letztlich jedoch landläufigen Kulturtechnik zu einer Art Nischendasein in der Brauchtumspflege nicht eher kontraproduktiv ist betreffs der beabsichtig­ten Relevanzherstellung im Hinblick auf Menschen und Etats: Schließlich hakt sich da ein Milliardenbetrieb etwa bei der Walz, dem Zwiegesang, dem hessischen Kratzputz oder dem friesischen Biikebrennen unter.

Alt und Neu

01.03.20 (Theo Geißler) -
Gestatten Sie mir bitte eine kurze, sehr subjektive, sentimentale Zeitreise: Nach meinem Gefühl müsste die Frankfurter Musikmesse eigentlich schon ihren fünfzigsten Geburtstag begehen. Denn gefühlt war ich wenigstens so oft als mental häufig gespaltene Mixtur – mal Journalist, mal Aussteller, mal Moderator – bei diesem gerade in den ersten Jahrzehnten rasant wachsenden Zusammentreffen fast aller erdenklichen musikaffinen Erscheinungsformen. Dabei startete dieser Event meiner Erinnerung nach als Appendix einer recht allgemein bestückten Konsumgüter-Messe sozusagen im Hinterzimmer der flach gedrungenen Halle Acht sehr bescheiden.

Van-Tomas?

03.02.20 (Theo Geißler) -
Es kommt nicht allzu häufig vor, dass in unserer weitgehend zahlengesteuerten Gesellschaft die so genannte „klassische Musik“ mal sonderliche Aufmerksamkeit genießt. Allenfalls blondierte Geigenschinder wie André Rieu lassen mit weichgespülten Bach- oder Mozart-Arrangements, gestützt durch volkstümlich hinterherträllernden Chor und meist zusammengewürfeltes Rumpforchester ein marketinghöriges, ansonsten nicht unbedingt ernsthaften Kompositionen zugeneigtes Publikum Konzerthallen füllen, im Fandelirium jubeln und dafür kräftig löhnen.

Die missverstandene Meisterlehre

01.12.19 (Juan Martin Koch) -
„Ich wagt’ es doch und küßte sie / Trotz ihrer Gegenwehr. / Und schrie sie nicht? / Jawohl, sie schrie / Doch lange hinterher.“ Was klingt wie eine poetisch nur notdürftig verhohlene Beschreibung eines Übergriffs, stammt aus Ludwig van Beethovens Lied „Der Kuss“ nach einem Text des Aufklärers (sic!) Christian Felix Weiße. Kann man so etwas heutzutage noch unkommentiert aufs Programm eines Liederabends setzen?

Wer Musik macht, muss Farbe bekennen

31.10.19 (Barbara Haack) -
„Musik machen – Haltung zeigen“ lautete das Motto der diesjährigen Mitgliederversammlung des Deutschen Musikrats e.V. Den Mitgliedern lag ein Entwurf zu einem „5. Berliner Appell“ vor, in dem es um das gesellschaftspolitische Engagement des Musikrats geht. Eines von drei „Schlaglichtern“ zum Thema hielt Barbara Haack, Mitherausgeberin der neuen musikzeitung. Wir drucken es hier leicht gekürzt ab.
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