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Alle Artikel kategorisiert unter »Leitartikel«

Chancen in bedrückender Stille

30.03.20 (Moritz Eggert) -
Die großen von Menschen verursachten Katastrophen der Vergangenheit haben immer wieder auch Kultur zeitweise zum Verstummen gebracht. Doch selbst in den unmenschlichsten Situationen des Kriegs oder der Hungersnot fanden Menschen zusammen, um gemeinsam zu musizieren oder zu singen.

Con Brio

30.03.20 (Barbara Haack) -
Es bedarf keiner Begründung, dass wir uns in dieser Ausgabe ausführlich den Folgen des Corona-Virus widmen. Dabei ist – geschuldet der Produktionsweise eines Monats-Print-Mediums – vieles, wenn Sie es lesen, schon wieder überholt oder Makulatur. Ständig aktuell informieren wir Sie auf www.nmz.de und im Bad Blog of Musick. Trotzdem ist es wichtig, dass hier wie anderswo Akteure des Kultur- und Kreativlebens frühzeitig ihre Stimme erhoben haben.

Alternativer Blick auf die Orchesterlandschaft

04.03.20 (Bojan Budisavljevic) -
Gerade zwei Jahre ist es her, dass die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft zum immateriellen Kulturerbe promoviert wurde mit dem ferneren Ziel, sie 2021 in die betreffende Liste des UNESCO-Weltkulturerbes eintragen zu lassen. Nun steht es auf einem Blatt, ob diese Verwandlung einer sicher herausgehobenen, letztlich jedoch landläufigen Kulturtechnik zu einer Art Nischendasein in der Brauchtumspflege nicht eher kontraproduktiv ist betreffs der beabsichtig­ten Relevanzherstellung im Hinblick auf Menschen und Etats: Schließlich hakt sich da ein Milliardenbetrieb etwa bei der Walz, dem Zwiegesang, dem hessischen Kratzputz oder dem friesischen Biikebrennen unter.

Alt und Neu

01.03.20 (Theo Geißler) -
Gestatten Sie mir bitte eine kurze, sehr subjektive, sentimentale Zeitreise: Nach meinem Gefühl müsste die Frankfurter Musikmesse eigentlich schon ihren fünfzigsten Geburtstag begehen. Denn gefühlt war ich wenigstens so oft als mental häufig gespaltene Mixtur – mal Journalist, mal Aussteller, mal Moderator – bei diesem gerade in den ersten Jahrzehnten rasant wachsenden Zusammentreffen fast aller erdenklichen musikaffinen Erscheinungsformen. Dabei startete dieser Event meiner Erinnerung nach als Appendix einer recht allgemein bestückten Konsumgüter-Messe sozusagen im Hinterzimmer der flach gedrungenen Halle Acht sehr bescheiden.

Van-Tomas?

03.02.20 (Theo Geißler) -
Es kommt nicht allzu häufig vor, dass in unserer weitgehend zahlengesteuerten Gesellschaft die so genannte „klassische Musik“ mal sonderliche Aufmerksamkeit genießt. Allenfalls blondierte Geigenschinder wie André Rieu lassen mit weichgespülten Bach- oder Mozart-Arrangements, gestützt durch volkstümlich hinterherträllernden Chor und meist zusammengewürfeltes Rumpforchester ein marketinghöriges, ansonsten nicht unbedingt ernsthaften Kompositionen zugeneigtes Publikum Konzerthallen füllen, im Fandelirium jubeln und dafür kräftig löhnen.

Die missverstandene Meisterlehre

01.12.19 (Juan Martin Koch) -
„Ich wagt’ es doch und küßte sie / Trotz ihrer Gegenwehr. / Und schrie sie nicht? / Jawohl, sie schrie / Doch lange hinterher.“ Was klingt wie eine poetisch nur notdürftig verhohlene Beschreibung eines Übergriffs, stammt aus Ludwig van Beethovens Lied „Der Kuss“ nach einem Text des Aufklärers (sic!) Christian Felix Weiße. Kann man so etwas heutzutage noch unkommentiert aufs Programm eines Liederabends setzen?

Wer Musik macht, muss Farbe bekennen

31.10.19 (Barbara Haack) -
„Musik machen – Haltung zeigen“ lautete das Motto der diesjährigen Mitgliederversammlung des Deutschen Musikrats e.V. Den Mitgliedern lag ein Entwurf zu einem „5. Berliner Appell“ vor, in dem es um das gesellschaftspolitische Engagement des Musikrats geht. Eines von drei „Schlaglichtern“ zum Thema hielt Barbara Haack, Mitherausgeberin der neuen musikzeitung. Wir drucken es hier leicht gekürzt ab.

Freier Fall

30.10.19 (Juan Martin Koch) -
Nun, nachdem Siegfried Mauser, der frühere Präsident der Hochschule für Musik und Theater München, wegen sexueller Nötigung verurteilt wurde – zuletzt bestätigte der Bundesgerichtshof ein Urteil des Landgerichts München I – müsste der folgende Text eigentlich von mutigen Menschen handeln. Von Frauen zum Beispiel, die das Schweigen brechen, sich wehren und den schmerzhaften Gang vors Gericht auf sich nehmen, damit in solchen Fällen Recht gesprochen wird, statt dass – wie bei ähnlichen Gelegenheiten im Musikleben – stillschweigende Vereinbarungen getroffen werden. Leider muss an dieser Stelle aber zum ersten gesprochen werden über einen rechtskräftig verurteilten Sexual­straftäter, der sich völlig uneinsichtig zeigt.

Die patriarchale Nachhut wirkt unbewusst

Das „Lucerne Festival“ widmete sich dieses Jahr – zumindest programmatisch – dem Thema „Macht“. Nun sind es beileibe nicht die jüngst kolportierten „nächtlichen Telefonanrufe“ eines zenitfernen Opernsängers, welche mit diesem Begriff zugleich jenen des Missbrauchs hören lassen. Letzterer gebärdet sich in der Musikwelt denn auch mehrtönig:

Land-Musik

01.10.19 (Andreas Kolb) -
Stadtluft macht frei. Seit Jahrhunderten leben wir nach dieser Maxime. In der Stadt winken nicht nur Freiheit und bessere Verdienstmöglichkeiten, auch die weichen Standortfaktoren machen Ballungszentren attraktiv. Machten – die Vergangenheitsform trifft’s besser: Explodierende Miet- und Grundstückspreise, Feinstaub, Lärm, verstopfte Straßen und Großbaustellen, eine erodierende Schul- und Kitaversorgung gehören heute immer öfter zur Realität des Großstadtlebens.
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