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Alle Artikel kategorisiert unter »Leitartikel«

Ange-Messen?

03.04.17 (Theo Geißler) -
Von rechts stürmt eine Dreier-Kohorte Jedi-Ritter mit blinkenden Laserschwertern durch einen Glas-Gang. Auf der Rolltreppe etliche „Supermen“, die ihre Kostümierung muskelprotzend vergleichen. Auf dem Freigelände haben sich Elfen und Trolle zu einem rituellen Tanz zusammengefunden. Die Musik liefert eine Boombox. Karneval in Leipzig? Falsch: Buchmesse.

Funk-Versteck

09.03.17 (Martin Hufner) -
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk gilt immer noch als Bastion in Sachen „Neue Musik“. Regelmäßig werden entsprechende Aufnahmen produziert, Archive sorgen für Kontinuität der Hörerfahrungen, komplexe Autorenbeiträge werden in Auftrag gegeben und reflektieren Musik und Szene. Schließlich tritt der Rundfunk als (Mit-)Veranstalter einiger Festivals in Erscheinung und dokumentiert sie.

Keine Kulturpolitik ohne valide Daten

08.03.17 (Christian Höppner) -
Die langjährigen Forderungen des Deutschen Kulturrates und des Deutschen Musikrates nach einer validen Bundeskulturstatistik trugen mit dazu bei, dass sich die Enquete Kommission „Kultur in Deutschland“ in ihrem Abschlussbericht 2007 ausführlich mit diesem Thema befasste. Dort heißt es unter anderem: „Statistische Daten zum kulturellen Leben in Deutschland stellen eine unverzichtbare Grundlage für kulturpolitische Entscheidungen dar.“

Babylon

04.02.17 (Theo Geißler) -
Der Medien-Hype in Sachen Eröffnung Hamburgs recht hochpreisiger Elbphilharmonie (Seite 3) scheint den erhabenen Künsten höchst Positives zu signalisieren. Zur Optimierung ihrer Präsentation scheuen Kommunen und Bundesländer, geschweige denn wir Steuerzahler, keine Kosten und Mühen. Wenn man dann die Schlangen von Honoratioren, Politikern, Wirtschaftsfürsten, Stars und Sternchen – viele vermutlich mit Freikarten versehen – in den schicken Musentempel wallen sieht, fühlt man sich vor der heimischen Glotze als Kulturmensch fast stolz. Gibt es ein intensiveres Signal gesellschaftlicher Anerkennung schöpferischer Potenz, allumfassender Herzensbildung als eine cheops-pyramidonale Heimat aus Glas und Beton, deren akustische Qualität dann auch von einschlägigen Koryphäen des Taktstockes maximal gepriesen wird? Soweit – so fragwürdig.

Die Einheit der Musikkultur im Blick

03.02.17 (Max Nyffeler) -
Vor vierzig Jahren galt ein Pianist wie Maurizio Pollini, der in ein und demselben Konzert Beethoven und Stockhausen spielte, noch als kühner Einzelgänger. Eine Generation später sieht das schon ganz anders aus. Für den 1957 in Lyon geborenen Pierre-Laurent Aimard, den diesjährigen Ernst von Siemens-Musikpreisträger, gibt es keinen Gegensatz mehr zwischen Klassikern und Zeitgenossen, beides spielt er mit der gleichen Hingabe. Sein Repertoire reicht von Bach bis Boulez, von Mozart bis Marco Stroppa, wobei der Schwerpunkt deutlich auf der Gegenwartsmusik liegt.

Erdrutsch oder leichte tektonische Bewegung ?

08.12.16 (Martin Hufner) -
Die Nachricht des Urteils des Berliner Kammergerichts in Sachen Kramm und Ackermann versus GEMA wirkte wie ein ungeahnter Kulturerdrutsch. Da war schnell die Rede vom „Ende der GEMA wie wir sie kennen“ (Markus Kompa – Telepolis), „Die Künstler haben die Macht“ (Berthold Seliger – iRights.info), „Alles Geld den Kreativen“ (dpa – faz) und „Wir haben gewonnen“ (Presseservice der Piratenpartei). Auf der anderen Seite: „Existenzbedrohendes Urteil schockt die deutschen Musikverleger“ (Deutscher Musikverlegerverband), „Verheerendes Urteil für kleine und mittelständische Musikverlage“ (vut – Verband unabhängiger Musikunternehmen).

Milde Gaben ?

02.12.16 (Theo Geißler) -
Weihnachten neuerdings im November? Für gewisse Sparten der Musikszene scheint sich der Gabensack schon etwas vorzeitig geöffnet zu haben. Um 660 Millionen Euro erhöhte der Deutsche Bundestag den Etat von Kulturstaatsministerin Monika Grütters für das kommende Jahr. Mit gut vier Millionen verdoppelte der zuständige Haushaltsausschuss die Mittel der „zentralen Export- und Fördereinrichtung für Rock, Pop und Jazz“ namens „Initiative Musik“ unter der lobbykompetenten Ägide von Dieter Gorny. Von solcher Künstler- und Infrastrukturförderung profitieren unter anderem Spielstätten dank des „APPLAUS-Programmes“, das „Reeperbahn-Festival“ und Bremens Messe „jazzahead!“ [Vorab aus der nmz 12/2016-01/2017]

Typisch deutsch – vermischter Geschmack

03.11.16 (Albrecht Dümling) -
Wie wird ein Ort zur bedeutenden Musikstadt? Wohl kaum dadurch, dass er sich gegen fremde Einflüsse verschließt. Wien, über Jahrhunderte der Regierungssitz eines Vielvölkerstaats, profitierte vom Zustrom der Tschechen, Ungarn, Deutschen, Italiener, Polen und Juden. Viele der dort wirkenden Komponisten waren Zugereis­te: Mozart kam aus Salzburg, Beethoven aus Bonn, Brahms aus Hamburg. Der Vater Arnold Schönbergs stammte aus Ungarn.

Auweia, Europa

30.10.16 (Theo Geißler) -
Eine Startplattform der Fehlkonstruk­tion unserer Europäischen Union verfes­tigte sich 1999 mit dem halbgaren Abschluss des Vertrags von Amsterdam. Eigentlich sollte er eine weitreichende Reform der Gemeinschaft fixieren. Verabschiedet hat man dann ein wabriges Drei-Säulen-Konstrukt unter den Überschriften: „Europäische Gemeinschaften (EG)“, „Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP)“ und „Polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen (PJZS)“.

Vom Faszinosum künstlerischen Handelns

12.10.16 (Andreas Kolb) -
Eine babylonische Begriffsverwirrung hat sich im deutschen Bildungssystem breit gemacht. Wer kann den Unterschied noch plausibel auseinanderdividieren zwischen Oberschule, Realschule plus, Hauptschule, Mittelschule, Neue Oberschule, Gemeinschaftsschule, Gesamtschule, Ganztagsschule, Stadtteilschule, G8, G9 oder gar G8GTS? Bei 16 Ländern und ergo sechzehnfacher Kultusbürokratie inzwischen ein Ding der Unmöglichkeit.
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