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Alle Artikel kategorisiert unter »Leitartikel«

Typisch deutsch – vermischter Geschmack

03.11.16 (Albrecht Dümling) -
Wie wird ein Ort zur bedeutenden Musikstadt? Wohl kaum dadurch, dass er sich gegen fremde Einflüsse verschließt. Wien, über Jahrhunderte der Regierungssitz eines Vielvölkerstaats, profitierte vom Zustrom der Tschechen, Ungarn, Deutschen, Italiener, Polen und Juden. Viele der dort wirkenden Komponisten waren Zugereis­te: Mozart kam aus Salzburg, Beethoven aus Bonn, Brahms aus Hamburg. Der Vater Arnold Schönbergs stammte aus Ungarn.

Auweia, Europa

30.10.16 (Theo Geißler) -
Eine Startplattform der Fehlkonstruk­tion unserer Europäischen Union verfes­tigte sich 1999 mit dem halbgaren Abschluss des Vertrags von Amsterdam. Eigentlich sollte er eine weitreichende Reform der Gemeinschaft fixieren. Verabschiedet hat man dann ein wabriges Drei-Säulen-Konstrukt unter den Überschriften: „Europäische Gemeinschaften (EG)“, „Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP)“ und „Polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen (PJZS)“.

Vom Faszinosum künstlerischen Handelns

12.10.16 (Andreas Kolb) -
Eine babylonische Begriffsverwirrung hat sich im deutschen Bildungssystem breit gemacht. Wer kann den Unterschied noch plausibel auseinanderdividieren zwischen Oberschule, Realschule plus, Hauptschule, Mittelschule, Neue Oberschule, Gemeinschaftsschule, Gesamtschule, Ganztagsschule, Stadtteilschule, G8, G9 oder gar G8GTS? Bei 16 Ländern und ergo sechzehnfacher Kultusbürokratie inzwischen ein Ding der Unmöglichkeit.

Frauen-Frage

06.10.16 (Barbara Haack) -
Wollen wir Frauen wirklich die Quote? Die Antworten der in der vorliegenden nmz-Ausgabe befragten Frauen lauten ziemlich deutlich: Ja – oder zumindest: Ja, aber… Ungeliebt – und trotzdem nötig, obwohl doch an und für sich schon diskriminierend? Schaffen wir uns durch eine vorgegebene Regelung den nötigen Respekt, den wir uns wünschen? Die nötige Gleichstellung, wenn es um Karriere, Anerkennung und Bezahlung geht? Ist es eine Frage des Selbstbewusstseins, wenn wir für eine Quote eintreten – oder zeugt dieses Eintreten eher von mangelndem Standing – nach dem Motto: Anders schaffen wir es eben nicht?

Neue Inhalte für zerbrochene Gefäße

07.09.16 (Juan Martin Koch) -
Was war zuerst da? Die Vision eines Komponisten von der Verbindung mehrerer Gamben verschiedener Größe zu einem herrlich tönenden Consort, oder die flämischen Gambisten, die der englische König Heinrich VIII. bei Hofe anstellte? Der Wunsch, zwischen monumental besetzter Symphonik und intimer Kammermusik einen Mittelweg in Form von Werken für kleinere, dabei aber instrumental möglichst differenzierte Gruppen zu gehen, oder die Gründung entsprechend flexibler Ensembles?

Kröte CETA

06.09.16 (Theo Geißler) -
Zunächst wird’s maritim: Im Wind- und Sichtschatten eines schweren Handelsschiffes namens TTIP – es ist gerade ein wenig auf Grund gelaufen – hat sich eine kleine flinke Luxusyacht namens CETA angeschlichen. Genauer gesagt ist sie bereits in den europäischen Hafen eingefahren. Das Freihandelsabkommen mit Kanada passierte bereits im September 2014 klammheimlich das freundliche Abnicken der zuständigen EU-Kommission, vorbei an den Parlamenten der Mitgliedsstaaten. Und jetzt wird es trocken, weil politisch und ökonomisch: Eigentlich kann es bereits vorläufig in Kraft gesetzt werden. Es müsste nur noch der Europäische Rat zustimmen – eher ein leicht zu schaffender Akt.

Gibt es ein Recht auf Remix ?

15.07.16 (Martin Hufner) -
Es kommt wirklich nicht alle Tage vor, dass sich das Bundesverfassungsgericht mit Fragen der Kunstfreiheit und des Urheberrechts – und das auch noch in einem Einzelfall – beschäftigen muss. Nötig wurde es, weil der Musiker Moses Pelham keine Ruhe gab. Allein zweimal schon landete das Verfahren „Metall auf Metall“ vor dem Bundesgerichtshof, wo es nun zum dritten Mal verhandelt werden muss.

Alles Obst?

05.07.16 (Theo Geißler) -
Was hat Aribert Reimann mit Udo Lindenberg gemein? Nun, beide erhielten zum Beispiel den „Frankfurter Musikpreis“, könnte ich oberflächlich klittern. Meine ganz persönliche Antwort: Reimanns „Lear“ hat mich seinerzeit zutiefst beeindruckt. Udos „Keine-Panik“-Show, die mich kürzlich zu Begeisterung hinriss, ebenso. Sie werden vielleicht sagen: Äpfel kann man nicht mit Birnen vergleichen. „Lear“ ist hohe Kunst, „Keine Panik“ vielleicht eine Art Super-Roncalli. Für mich jedenfalls, den hartnäckigen Verfechter klanglicher Zukunftswerkstätten, den Verächter flachen Kommerzgedudels, hatte das Bekenntnis, ein überwältigendes Rock-Spektakel genossen zu haben, recht widersprüchliche Folgen.

Jura-Steppe?

06.06.16 (Theo Geißler) -
Bekanntlich schlürfen Verleger laut Kurt Tucholsky ihren Champagner aus den Hirnschalen ihrer Autoren. Ganz im Sinne der Vermeidung solcher Sauf-Barbarei hat kürzlich der Bundesgerichtshof (BGH) ein abschließendes Urteil nach einem fünf Jahre währenden Prozess-Marathon gefällt. Es dürfte nicht nur für Buchverlage und ihre „Verwertungsgesellschaft (VG) Wort“ von einschneidender, teils existenzgefährdender Bedeutung sein. Auf materielle Einschnitte müssen sich jetzt auch die in einer „Solidargemeinschaft“ mit Komponisten und Textdichtern in der GEMA versammelten Musikverleger einstellen. Grundsätzlich in ihrem Bestand gefährdet sehen sich wohl bald die „VG Musikedition“ und die „VG Bildkunst“.

Feigenblatt oder Essenz des Musiklebens ?

08.05.16 (Lydia Grün) -
Ob moderierte Konzerte für Kinder, partizipative Tanz- und Musikprojekte mit Jugendlichen, inklusive Musikfestivals oder Kammerkonzerte im Lounge-Ambiente – unter dem Etikett „Musikvermittlung“ firmiert eine schier unerschöpfliche Bandbreite an Formaten. In den vergangenen Jahren hat sich die Musikvermittlung als Profession sichtlich etabliert. Kaum ein Orchester, das nicht ohne Stolz auf seine Education-Arbeit verweist, kaum ein Festival, das auf Angebote für Kinder, Familien und Hör-Akademien verzichtet, kaum ein Opernhaus, das nicht Schulklassen in Workshops und Vorstellungen einlädt. Mittlerweile zählen über 90 Prozent aller größeren und mittleren Klangkörper im deutschsprachigen Raum Vermittlungsangebote zu ihrem Portfolio.
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