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Alle Artikel kategorisiert unter »Nachrichten: News«

Eines jeden Zeit

01.12.04 (Rainer Nonnenmann) -


Bei Gelegenheit eines früheren Jahreswechsels wurde an dieser Stelle schon einmal darauf hingewiesen, dass die während eines Jahres weltweit produzierte, gespielte, gesendete und auf Tonträgern gespeicherte Musik die tatsächliche kalendarische Dauer eines Jahres um ein Vielhunderttausendfaches übersteigt. Aber Zeit lässt sich nicht speichern, lagern oder teilen. Und gäbe es noch so viel von ihr, sie ist nichts ohne den Raum, das Hier und Jetzt, an dem sie für jeden Einzelnen – hier und da in Gestalt neuer Musik – zur individuellen, erfüllten oder vergeudeten Zeiterfahrung wird.

audio ergo sum

01.11.04 (Rainer Nonnenmann) -

Vor einiger Zeit war in einer großen deutschen Wochenzeitung der Bericht über eine junge Frau zu lesen, die, taub geboren, dank eines Implantats mit 32 Jahren zum ersten Mal hören konnte. Die Erfahrungen, die sie dabei machte, sind so existentiell, dass sie vielleicht gerade auch für uns, die wir selbstverständlich hören, wertvoll sind, weil sie die Einzigartigkeit und Wichtigkeit dieses Sinnes bewusst machen. Da alle Dinge, Löffel, Tasse, Tür und jede Taste auf dem Labtop nur dem Hörenden beim Berühren akustisch Antwort geben, hängt vom Hören zu einem guten Teil die Einbindung des Menschen in die Welt ab: „Hören ist eine Daseinsbestätigung für eine Person. Seit ich höre, begreife ich, dass früher die Selbstmordrate bei Spätertaubten zehnmal größer war als bei Späterblindeten: Der Ertaubte war von der Welt abgeschnitten“. Bei aller Verunsicherung, die zuweilen von neuer Musik ausgehen mag, vermittelt auch sie dem Hellhörigen die Erkenntnis: Ich höre, also bin ich.

Mit Herz und Hund

01.10.04 (Rainer Nonnenmann) -

Liebt der Mensch, egal wen oder was, und bringt dies, wie auch immer, zum Ausdruck, dann sagt er stets auch etwas über sich und Allgemeinen über die Liebe und den Menschen. Das gilt auch für Rainer Bischofs jüngstes Werk für zwei Streichorchester und Pauken, das der Wiener Komponist „Der Liebe gewidmet“ hat, auch wenn es sich speziell um ein „Requiem für Errol“ handelt, also um eine Trauermusik für seinen amtlich vielfach geprüften Fährten- und Rettungshund Errol vom Turmblick, einen Boxer (gest. 2002). Das mag manchem bizarr vorkommen und ist es wohl auch ein wenig. Grotesk indes wird die Angelegenheit erst da, wo sie von einem bekannten Wiener Musikwissenschaftler regelrecht exegetisiert wird, im Agnus Dei die Geräte aufgespürt werden, an denen sich Errol einst bewähren musste (Wippe, Sprossenleiter, Röhre), das Offertorium als Unterordnung des Hundes unter den Willen seines Herrn und das Libera Me als Hohelied hündischer Treue gedeutet wird. Auch ein Hundehalter?

Olympioniken

01.09.04 (Rainer Nonnenmann) -

Lokale, regionale, nationale und internationale Festivals Neuer Musik erheben in der Regel alle gleichermaßen den Anspruch, die jeweils aller neueste, originellste und – was immer das heißen mag – beste Musik zu präsentieren.

Festivaliden

01.07.04 (Rainer Nonnenmann) -


Das Bild vom Tonkünstler, ganz allein und einsam in seiner Klause, Musik suchend, vielleicht findend, ohne Rücksicht auf Umwelt und Hörer, stimmte wohl nie so ganz richtig und passt heute auch immer weniger angesichts der vielen lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Festivals und Kurse, auf denen sich die komponierende Zunft zu Haufe tummelt, verschiedenste Konzerte, Vorträge und Seminare gibt oder hört, sich austauscht, gegenseitig belobigt oder stresst, Kontakte zu Veranstaltern, Musikern, Journalisten, Redakteuren pflegt und vermutlich – mit welch positiven oder negativen Folgen für die Musik? – in nicht unbeträchtlichem Maße Anregungen zu neuen Stücken aussendet und empfängt.

Rückgriffe

01.06.04 (Rainer Nonnenmann) -

Das gegenwärtige Komponieren erweckt vielfach den Anschein, als habe die informelle Musik der einstigen Avantgarden abgewirtschaftet und als würde an die Stelle formaler Offenheit und Beliebigkeit wieder eine neue Verbindlichkeit der Formung treten. Tatsächlich haben traditionelle Formen und Gattungen quer durch die Musikgeschichte von der Motette bis zur Sinfonischen schon seit längerer Zeit Hochkonjunktur. Längst sind behutsame Bezüge, direkte Rückgriffe und handfeste Restaurationen älterer Gestaltungsweisen nicht mehr die Angelegenheit einer dezidiert antiavantgardistisch eingestellten Generation, wie noch überwiegend in den 70er-Jahren, sondern unter Vertretern der Nachkriegsavantgarde heute ebenso verbreitet wie in der gegenwärtig mittleren und jüngsten Generation.

Nachrichten aus der neuen musikzeitung 2004/05:

01.05.04 () -

Die neue musikzeitung hat ihre interaktiven Tätigkeiten ausgeweitet. Mit dem Kulturinformationszentrum stellen wir die engagierte Diskussion in das Zentrum der Aktivitäten im Netz. An dieser Stelle können Fragen gestellt, Informationen verbreitet und die Arbeiten anderer kultureller Initiativen zur Darstellung gebracht werden.

Klingen statt Klüngeln

01.05.04 (Rainer Nonnenmann) -

Mit Finanzskandalen, massiven Etatkürzungen und den jährlichen Carnevalsexzessen macht Köln viel von sich hören. Auch ist die Stadt nicht mehr der Fixstern am Himmel der Avantgarde wie noch in den 50er- und 60er-Jahren.

Nachrichten aus der neuen musikzeitung

01.02.04 () -

Nachschub

01.12.03 (Helmut Hein) -

Das regt die Fantasie des Kulturkritikers an/auf: Landauf landab werden immer neue „Superstars“ so hautnah am Reißbrett designt, bis sie beides sind: so authentisch, als wären sie Volkes Stimme und Körper in persona – und so glamourös, dass sie die unerfüllten Wünsche ihrer Konsumenten zumindest virtuell, in einer „bigger than life“-Scheinwelt erfüllen. Und noch zwei Medienriesen, Sony und BMG, fusionieren, um das Musikgeschäft in den Griff oder zumindest die Kosten unter Kontrolle zu bekommen.

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