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Alle Artikel kategorisiert unter »Nachruf«

Nachrufe aus dem Kulturleben

AwopBopaLooBop AlopBamBoom

28.05.20 (Viktor Rotthaler) -
Es war 1956 der „Urschrei“ des Rock ’n’ Roll: „AwopBopaLooBop AlopBamBoom“ oder „Tutti Frutti“. Wenige Wochen bevor Elvis Presley mit „Heartbreak Hotel“ seinen ersten Nr.-1-Hit in den US-Charts landen konnte, hatte der in Macon, Georgia geborene Richard Penniman das „Motto“ ausgegeben, das der Popjournalist Nik Cohn um 1970 zum Titel seiner epochalen „Story of Pop“ gewählt hat. Mit einer unglaublich verwässerten Version von „Tutti Frutti“ gelang damals dem weißen Sänger Pat Boone ein größerer Hit als dem afroamerikanischen Originalinterpreten. Aber selbst die Version von Elvis verblasste gegen diesen „Urschrei“.

Mensch-Maschine in der Computerwelt

28.05.20 (Viktor Rotthaler) -
Der Flötenschlumpf fängt an, möchte man anmerken zum ersten großen TV-Auftritt von Florian Schneider-Esleben 1970 als Musiker von Kraftwerk. Im Ian-Anderson-Stil leitet er mit seiner Flöte das Stück ein, das zur ersten Erkennungsmelodie von Kraftwerk werden sollte: „Ruckzuck“. Ein Ohrwurm, der noch jahrelang herumspukte im Fernsehen, als Vorspannmusik zu „Kennzeichen D“, dem Pendant zu Löwenthals erzkonservativem „ZDF-Magazin“. „Progressive Musik“ nannte man das damals.

Energische Aufforderungen zum Nachdenken

28.05.20 (Julia Cloot) -
Mit Marion Saxer ein Symposium oder eine Konzertreihe zu planen, war immer eine kreative Bereicherung, lehrreich, aufregend, eine energische Aufforderung zum Nachdenken. Ihre Projekte verfolgte sie mit Ideenreichtum und Hartnäckigkeit. In unserer gemeinsamen interdisziplinären Tagung „Expressionismus in den Künsten“ (2010, als Buch 2012 erschienen) sprachen nicht nur Expert*innen unterschiedlicher Disziplinen über Gegenstände ihres Fachs, sondern auch Künstler*innen über Objekte aus einer anderen Kunstsparte. Im Kreuzverfahren entstanden so völlig neue Einsichten der Komponistin zu einem Gedicht, des Videokünstlers zu einer Komposition oder des Dichters zu einem Gemälde.

Lost in the Stars

29.04.20 (Viktor Rotthaler) -
Er war seit Anfang der 80er der „Kurator“ des musikalischen Unterbewusstseins des 20. Jahrhunderts – zwischen Film, Bühne und Jazzclub: Hal Willner.

Ain’t No Sunshine

29.04.20 (Viktor Rotthaler) -
1971 war ein großes Jahr für den Soul. Isaac Hayes orchestrierte die Abenteuer von „Shaft“, Sly Stone besang sehr düster eine „Family Affair“ und Marvin Gaye hatte den „Inner City Blues“. Und Bill Withers klagte „Ain’t No Sunshine“. Ein sparsam instrumentierter Zwei-Minuten-Song, der über Nacht zum Welthit wurde, laut Withers inspiriert von dem Alkoholiker-Melodrama „Days Of Wine And Roses“, inszeniert von Blake Edwards! Er wurde oft gecovert, von Isaac Hayes, Roland Kirk oder dem jungen Michael Jackson.

Großer, weitsichtiger Musiker

29.04.20 (Alexander Dick) -
Musikfreunde, die das erste Mal auf den Namen des von ihm 1976 gegründeten Marschner-Festivals in Hinterzarten stießen, stießen auf die gleichermaßen richtige wie falsche Spur. Der Name leitete sich von ihm ab – Wolfgang Marschner. Wer an Heinrich Marschner (1795–1861), einen der bedeutenden Komponisten der jungen deutschen Romantik, zumal in der Oper, dachte, lag aber auch nicht falsch. Der war nämlich ein Vorfahre des 1926 in Dresden geborenen Wolfgang. Die Marschners – eine alte sächsische Musikerfamilie mit böhmischen Wurzeln.

Auf der Suche nach der Essenz

29.04.20 (Andreas Kolb) -
Als erster Saxophonist, der Charlie Parker ein eigenes Konzept entgegenzusetzen hatte, fand Lee Konitz mit vibratolosem Ton und neuartiger Linienführung in den späten 40er Jahren zu einer stilbildenden Tonsprache und war an der Seite von Größen wie seinem Lehrer Lennie Tristano und Miles Davis eine Schlüsselfigur bei der Etablierung des Cool Jazz. Der am 15. April 2020 verstorbene Altist war einer der letzten noch Lebenden dieser großen Umbruchphase des Jazz. Seine durchgeistigte, allen Klischees abholde Musik verwirklichte er meist in Kleinbesetzungen.

Im Labyrinth der Zeit

29.04.20 (Michael Ernst) -
Über Jahrzehnte hinweg ist er einer der bekanntesten und bedeutendsten Komponisten der Gegenwart gewesen, der polnische Weltbürger Krzysztof Penderecki. Seine Musik wurde sowohl auf Konzertpodien und Opernbühnen als auch in Spielfilmen gepflegt. Ende März ist er in Kraków gestorben. Ein Rückblick auf die schillernde Persönlichkeit, die ihren verdienten Ruhm am liebsten in stiller Zurückgezogenheit auskostete und ein äußerst vielseitiges Werk hinterließ.

Nachrufe

28.02.20 (jmk) -
Satie, Musik unserer Zeit – Zum Tod Reinbert de Leeuws ||| Nicht nur Mimi – Zum Tod Mirella Frenis

Komponist-Sein als Haltung

An 4. Februar verstarb in Wiesbaden der Komponist Volker David Kirchner. Im „Bad Blog of Musick“ der nmz haben ihm zwei seiner Schüler Nachrufe gewidmet, aus denen wir hier zitieren.
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