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Alle Artikel kategorisiert unter »Nachruf«

Nachrufe aus dem Kulturleben

Spätberufener

29.10.19 (Andreas Kolb) -
Extrem langsame Tempi, lange, oft nicht ausnotierte Pausen, große dynamische Spannbreite und über allem eine große, archaische Melancholie, in der man sich verlieren kann und in der alle Dogmen und Vorurteile gegenüber der Postmoderne einem klein und nichtig erscheinen. Das ist eine Möglichkeit, die Tonsprache des georgischen Komponisten Giya Kancheli zu beschreiben, der am 10. August 1935 im georgischen Tiflis geboren wurde und dort auch am 2. Oktober im Alter von 84 Jahren verstorben ist.

Der getreue Verwirklicher

29.10.19 (Reinhart von Gutzeit) -
Die Klarinette war sein Instrument gewesen; Chorleitung eine jahrzehntelang ausgeübte Leidenschaft und auch die Arbeit mit Kindern hat er geliebt und mit Herzblut betrieben. Rainer Mehlig war Musikpädagoge mit Leib und Seele und eigentlich waren die Weichen für eine Karriere als Musikschulleiter gestellt, als er gleich nach dem Studium an die Musikschule Hannover gegangen und sehr schnell in das Amt des stellvertretenden Schulleiters gekommen war.

Die Sinne denken

29.10.19 (Jörn Peter Hiekel) -
„Omnia tempus habent“ hat Hans Zender eine Konzertreihe genannt, die er einige Jahre an seinem langjährigen Wirkungsort Freiburg durchführte. Dieser sprechende Titel, an ein Werk von Bernd Alois Zimmermann angelehnt, ist typisch für Zenders jahrzehntelange Neigung zur intensiven Reflexion kultureller Traditionen und existenzieller Fragestellungen. Die auf Dialoge zwischen alter und neuer Musik konzentrierte Reihe steht überdies aber exemplarisch für die zahlreichen visionären, für die Musikkultur enorm hilfreichen, stets zum denkenden Hören stimulierenden Initiativen und Ideen, die wir Hans Zender verdanken.

Der Jazz-Verkäufer

27.09.19 (Oliver Hochkeppel) -
Bis heute leidet der Jazz darunter, dass er nach der Swing-Ära gewissermaßen in den „Underground“ ging, zur elitären Nischenmusik wurde. Denn selbst heute, wo er als zweite Klassik, als innovativstes Kunstmusik-Genre anerkannt ist, fehlt ihm weitgehend die Lobby. So waren und sind es vor allem Fans, die den Jazz unters Volk bringen. Leute wie der 1939 im ostpreußischen Hardteck geborene Manfred Scheffner. Früh erfasste ihn die Leidenschaft für improvisierte Musik. „Bei uns zu Hause lief nur Jazz, ausschließlich“, erinnert sich sein Bruder Jan. Doch im Gegensatz zu den meisten anderen Jazzfans wurde bei Scheffner aus der Leidenschaft ein Beruf. Er wurde sozusagen der „Jazzverkäufer“ der Republik.

Fein gesungene Lieder

27.09.19 (Robert Göstl) -
Der Begriff „Nachruf“ bekommt eine besondere Bedeutung. Kurt Hofbauer starb am 10. September 2019 im Alter von 90 Jahren in Wien. Er hat als Professor an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien dutzende Stimmen seiner Gesangsstudenten intensiv geprägt, als Dozent für Stimmbildung und insbesondere für chorische Stimmbildung europaweit Gesangspädagogen und Chorleiter gebildet und indirekt über diese tausende Stimmen der jeweiligen Chöre oder Klassen beeinflusst.

Dylan, Strauß & Monterey

05.09.19 (Viktor Rotthaler) -
Innerhalb von nur zwei Tagen verlor die Welt zwei der großen Ikonen des amerikanischen „Schaugeschäfts“: am 31. Juli Harold Prince, den innovativen Produzenten von „West Side Story“ und „Cabaret“, und am 1. August den legendären Dokumentarfilmer D.A. Pennebaker.

Der Prinz des Bossa Nova

29.08.19 (Viktor Rotthaler) -
Seit den frühen 60er-Jahren geistert eine Melodie durch die Welt, die vermutlich jeder mitsingen kann: „The Girl From Ipanema“, komponiert von Antonio Carlos Jobim, getextet von Vinicius de Moraes. Im Ohr: die legendäre „coole“ Einspielung von 1963, mit Stan Getz, Jobim und den beiden Gilbertos, Astrud & João.

Der Geist von New Orleans

29.06.19 (Viktor Rotthaler) -
Wer sich in den frühen 70er-Jahren für „black music“ interessierte, kam an ihm nicht vorbei: Dr. John. Bald erfuhr man, dass Mac Rebennack ein weißer Mann mit schwarzer Seele war, wie New-Orleans-Legende Mezz Mezzrow oder der Rhythm‘n‘Blues-Bandleader Johnny Otis.

Es war einmal in Hollywood

30.05.19 (Viktor Rotthaler) -
Sie war eine der ganz großen Hollywood-Ikonen des 20. Jahrhunderts: Doris Day. Geliebt und belächelt gleichermaßen, von Publikum und Kritik. Drei Songs erklingen sofort bei ihrem Namen: „Sentimental Journey“, „Que Sera, Sera“ und „Pillow Talk“. Vom Anfang ihrer Plattenkarriere Mitte der vierziger Jahre bis in die späten sechziger Jahre war sie „Columbia Records Artist“, wie die Streisand und Bob Dylan. Und wie Frank Sinatra begann sie bei einer Big Band, bei Les Brown & His Orchestra. Und weil ihre Filme bis heute in „heavy rotation“ auf allen Fernsehsendern laufen, haben sie viele Generationen immer wieder für sich entdecken können, wie Marlene, die Monroe oder Romy.

Die wahre Art zu vermitteln

30.05.19 (jmk) -
Schütz, Bach, Brahms: Die Musik, die für die Trauerfeier ausgesucht worden war, spiegelte einige der Vorlieben und Forschungsschwerpunkte Wolfgang Horns wieder. Der Akademiker, der seit 2002 den Lehrstuhl für Musikwissenschaft der Universität Regensburg innehatte, war am 7. Mai im Alter von 63 Jahren verstorben. Die Betroffenheit über seinen plötzlichen, unerwarteten Tod war den mitwirkenden Studierenden anzusehen.
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