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Alle Artikel kategorisiert unter »Nachruf«

Nachrufe aus dem Kulturleben

Nachhallende Schreie

09.07.21 (Gerhard R. Koch) -
Das zwanzigste Jahrhundert war nicht zuletzt auch das der großen Diktatoren und der in ihrem Namen begangenen ungeheuerlichen Verbrechen, allen voran Hitler und Stalin. Mit dem Tod der Tyrannen wurde auch deren Regime Geschichte, ebenso das des „Duce“ Mussolini. Was neorechte Aktivitäten leider keineswegs ausschloss.

Ohne Ethos keine Kunst

02.07.21 (Georg Beck) -
Begegnungen mit Frederic Rzewski, so wenige es auch gab, immer hielten sie irgend­eine Überraschung bereit. Da konnte ich mich noch so sehr auf dieses und jenes Thema vorbereitet haben – es kam, am Ende, ganz anders. Hatte er Zeit und Lust, konnten die angestrebten Formate leicht aus dem Ruder laufen, in jeder Beziehung.

Hurra, wir leben noch!

28.05.21 (Viktor Rotthaler) -
Anfang der sechziger Jahre tauchte in Italien eine neue Generation von Sängerinnen auf, die zwischen Schlagern und Chansons pendeln sollten: Mina, Ornella Vanoni, Dalida und Milva. Alle trieben sich in jener Zeit auch in der Filmszene rum und sangen die Filmschlager der Saison. Dalida hatte ihren größten Hit in Deutschland mit Gilbert Becauds „Am Tag, als der Regen kam“ und Mina hat mit der Schnulze „Heißer Sand“ die Herzen der Deutschen erobert. In einer ersten Reaktion auf Milvas Ableben haben manche in diesem Zusammenhang sogar die fast gleich klingenden Sängerinnen vertauscht. Und so wurde im Eifer des Gefechts Minas „Heißer Sand“ schon mal Milva untergejubelt. Dabei hatte die große Zeit von Milva in Deutschland erst in den siebziger Jahren begonnen, als sie zum Dauergast in den großen Fernsehshows jener Ära wurde.

Kundiger Kenner aller Diskografien

28.05.21 (Andreas Kolb) -
Gibt man den Namen Hanspeter Krellmann in die Suchmaske der neuen musikzeitung ein, dann erkennt man auf den ersten Blick seine Verbindung zu unserer Zeitung: Er war viele Jahrzehnte als produktiver und kompetenter CD-Rezensent für unser Blatt tätig. Noch für die Maiausgabe war seine Besprechung der vier Charles Ives-Sinfonien unter Gustavo Dudamel bei Deutsche Grammophon eingeplant. „Ich würde den nächsten Termin für ‚unüberhörbar‘ am 14. April noch gerade schaffen“, schrieb er an Chefredakteur Juan Martin Koch, „was danach werden kann, steht noch aus. Im für mich günstigen Fall hören Sie von mir, ansonsten von meiner Frau.“ Wegen einer Krebserkrankung wollte er sich einer Operation unterziehen, von der er sich nicht wieder erholte.

Musik als Spiegel des Lebens

29.04.21 (jmk) -
Er war eine prägende Figur des Schweizer Musiklebens. Der 1931 in Basel geborene Rudolf Kelterborn war nicht nur einer der bedeutendsten Komponisten des Landes neben Heinz Holliger oder Klaus Huber, er wirkte auch entscheidend als Pädagoge, Musikschriftsteller, Hochschulleiter und Rundfunkverantwortlicher.

Bebende Wärme

29.04.21 (jmk) -
Ihr Repertoire reichte von Bach bis Berg, ihre Bühnenpräsenz erstreckte sich von Salzburg bis New York. Die 1928 in Berlin geborene Christa Ludwig war die vielleicht bedeutendste Mezzosopranistin des 20. Jahrhunderts. Mit ihrer warm bebenden, substanz- und farbenreichen Stimme setzte sie im Opern- und Konzertfach Maßstäbe (Mozart, Strauss, Wagner, Mahler) und auch Akzente im Liedrepertoire, indem sie zum Beispiel Schuberts „Winterreise“ einem weiblichen Blick unterzog.

Begeisternder Brückenbauer

30.03.21 (Stefan Klöckner) -
Katholikentag München 1984, ein Morgenlob mit dem Gesang „Licht aus der Höhe, leuchte allen, die in Finsternis sind ...“. An der Orgel saß Wolfgang Bretschneider. Sein einleitendes Orgelspiel zog die Feiernden geradezu von den Stühlen – begeisternd und mit allen Klangfarben des Lichtes und des Dunkels. Bei jedem Ton spürte man: Hier spielte jemand, der seine ganze künstlerische Kompetenz einsetzte, um den Menschen – nah oder fern vom Glauben – die Botschaft von Gottes Gegenwart nahezubringen.

Bewahrer des WDR-Studios für elektronische Musik

30.03.21 (Rainer Nonnenmann) -
Während jahrzehntelanger Arbeit war ihm die analoge Tonbandtechnik in Fleisch und Blut übergegangen. Noch als rüstiger Rentner hantierte er wieselflink beim Einlegen, Schneiden, Kleben und Führen von Bändern über Maschinen, Teller, Tonköpfe, Schleifen. Begeistert und begeisternd erklärte er die Funktionen und Kombinationsmöglichkeiten von Sinus-, Impuls-, Sägezahn- und Rauschgeneratoren, Filtern, Bandmaschinen, Hallplatten. Mit Vorliebe demonstrierte er, wie sich neue Klänge aus zufälligen Radio­schnipseln generieren lassen, ebenso einfach wie auf hundertstel Sekunden genau durch Oktavieren, Loopen, Überlagern, Filtern, Verlangsamen, Beschleunigen, Rückwärtslauf et cetera. Der späteren Digitaltechnologie stand er jedoch fremdelnd gegenüber. Im Internet zeigen ihn viele Videos, wie er anschaulich Auskunft gibt über die alten Analog-Geräte, seltener über Synthesizer, Mischpulte, Sampler, Vocoder sowie digitale Prototypen der 1980er und 90er Jahre. Wenige Wochen vor seinem 79. Geburtstag ist Volker Müller am 16. Februar gestorben.

Nachrufe 2021/03

27.02.21 (jmk) -
Zum Tod von Thomas Emmerig | Wagner-Erklärer: Zum Tod von Stefan Mickisch

Universalist, Forscher, Musikant

27.02.21 (Ralf Dombrowski) -
Chick Corea war ein Meister des Verspielten. Natürlich ist das eine Vereinfachung. Denn hört man seine Improvisationen mit dem analytischen Ohr oder vertieft sich in Notenblätter und Partituren seiner zahlreichen Kompositionen, wird die Leichtigkeit der Oberfläche schnell zu profunder Komplexität der Gestaltung. Aber darum ging es ihm nicht. Musik sollte zugänglich wirken, greifbar sein, ihm selbst, seinen Mitmusikern und dem Publikum Freude machen. Ein Medium, das die eigene Inspiration beflügelt und die Neugier befeuert.
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