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Alle Artikel kategorisiert unter »Nachruf«

Nachrufe aus dem Kulturleben

Der Jazz-Verkäufer

27.09.19 (Oliver Hochkeppel) -
Bis heute leidet der Jazz darunter, dass er nach der Swing-Ära gewissermaßen in den „Underground“ ging, zur elitären Nischenmusik wurde. Denn selbst heute, wo er als zweite Klassik, als innovativstes Kunstmusik-Genre anerkannt ist, fehlt ihm weitgehend die Lobby. So waren und sind es vor allem Fans, die den Jazz unters Volk bringen. Leute wie der 1939 im ostpreußischen Hardteck geborene Manfred Scheffner. Früh erfasste ihn die Leidenschaft für improvisierte Musik. „Bei uns zu Hause lief nur Jazz, ausschließlich“, erinnert sich sein Bruder Jan. Doch im Gegensatz zu den meisten anderen Jazzfans wurde bei Scheffner aus der Leidenschaft ein Beruf. Er wurde sozusagen der „Jazzverkäufer“ der Republik.

Fein gesungene Lieder

27.09.19 (Robert Göstl) -
Der Begriff „Nachruf“ bekommt eine besondere Bedeutung. Kurt Hofbauer starb am 10. September 2019 im Alter von 90 Jahren in Wien. Er hat als Professor an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien dutzende Stimmen seiner Gesangsstudenten intensiv geprägt, als Dozent für Stimmbildung und insbesondere für chorische Stimmbildung europaweit Gesangspädagogen und Chorleiter gebildet und indirekt über diese tausende Stimmen der jeweiligen Chöre oder Klassen beeinflusst.

Dylan, Strauß & Monterey

05.09.19 (Viktor Rotthaler) -
Innerhalb von nur zwei Tagen verlor die Welt zwei der großen Ikonen des amerikanischen „Schaugeschäfts“: am 31. Juli Harold Prince, den innovativen Produzenten von „West Side Story“ und „Cabaret“, und am 1. August den legendären Dokumentarfilmer D.A. Pennebaker.

Der Prinz des Bossa Nova

29.08.19 (Viktor Rotthaler) -
Seit den frühen 60er-Jahren geistert eine Melodie durch die Welt, die vermutlich jeder mitsingen kann: „The Girl From Ipanema“, komponiert von Antonio Carlos Jobim, getextet von Vinicius de Moraes. Im Ohr: die legendäre „coole“ Einspielung von 1963, mit Stan Getz, Jobim und den beiden Gilbertos, Astrud & João.

Der Geist von New Orleans

29.06.19 (Viktor Rotthaler) -
Wer sich in den frühen 70er-Jahren für „black music“ interessierte, kam an ihm nicht vorbei: Dr. John. Bald erfuhr man, dass Mac Rebennack ein weißer Mann mit schwarzer Seele war, wie New-Orleans-Legende Mezz Mezzrow oder der Rhythm‘n‘Blues-Bandleader Johnny Otis.

Es war einmal in Hollywood

30.05.19 (Viktor Rotthaler) -
Sie war eine der ganz großen Hollywood-Ikonen des 20. Jahrhunderts: Doris Day. Geliebt und belächelt gleichermaßen, von Publikum und Kritik. Drei Songs erklingen sofort bei ihrem Namen: „Sentimental Journey“, „Que Sera, Sera“ und „Pillow Talk“. Vom Anfang ihrer Plattenkarriere Mitte der vierziger Jahre bis in die späten sechziger Jahre war sie „Columbia Records Artist“, wie die Streisand und Bob Dylan. Und wie Frank Sinatra begann sie bei einer Big Band, bei Les Brown & His Orchestra. Und weil ihre Filme bis heute in „heavy rotation“ auf allen Fernsehsendern laufen, haben sie viele Generationen immer wieder für sich entdecken können, wie Marlene, die Monroe oder Romy.

Die wahre Art zu vermitteln

30.05.19 (jmk) -
Schütz, Bach, Brahms: Die Musik, die für die Trauerfeier ausgesucht worden war, spiegelte einige der Vorlieben und Forschungsschwerpunkte Wolfgang Horns wieder. Der Akademiker, der seit 2002 den Lehrstuhl für Musikwissenschaft der Universität Regensburg innehatte, war am 7. Mai im Alter von 63 Jahren verstorben. Die Betroffenheit über seinen plötzlichen, unerwarteten Tod war den mitwirkenden Studierenden anzusehen.

Seismograph seiner Zeit

30.05.19 (Albrecht Dümling) -
Dass Georg Katzer einmal eine der wichtigsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Musik in Deutschland werden würde, war zunächst nicht zu erwarten gewesen. Aus Schlesien, wo er 1935 geboren wurde, musste die Familie bei Kriegsende in Richtung Westen fliehen. In den von ihm besuchten Schulen gab es keinen Musikunterricht.

Keine Angst vor Tonalität

07.05.19 (Tobias PM Schneid) -
„Ich kann nichts anderes sagen, als dass ich buchstäblich nur das zu Papier bringe, das, würde ich es nicht tun, mich zersprengte.“ Spannt man einen großen Bogen vom unerbittlich, nahezu brutalen Anfang von Heinz Winbecks erster Sinfonie „Tu solus“ hin zu dem in großer Ruhe und innerem Frieden endenden Finalsatz seiner – bewusst als letztes sinfonisches Werk konzipierten – Fünften, werden einem schlagartig und existentiell die ungeheuren Dimensionen verdeutlicht, die diese fünf monolithischen, und in ihrer Aussagekraft einzigartigen Sinfonien beinhalten.

Winnetous Hausmusikus

03.05.19 (Viktor Rotthaler) -
Drei große Unterhaltungskomponisten haben in den sechziger Jahren den Sound der Bundesrepublik geprägt: Bert Kaempfert, Peter Thomas und Martin Böttcher. Alle drei hatten ihren ganz eigenen Kino-Sound: Kaempfert orchestrierte das deutsche „Wunderland bei Nacht“, Thomas schuf die Gruselmusik für die Edgar-Wallace-Reihe und Böttcher war der Hauskomponist von Winnetou.
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