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Alle Artikel kategorisiert unter »Nachruf«

Nachrufe aus dem Kulturleben

Kunstbewusstsein und Praxisbezug

29.11.18 (Matthias Pannes) -
Rolf Fritsch ist tot. Ein Meister des Wortes, gebildet in vielen Bereichen, nicht nur der Musik, sondern auch in Literatur, Kunst und vielem mehr. Ein politisch denkender Mensch, ein Vertreter klarer Positionen, ein Meister der Vermittlung. Und nicht zuletzt ein Connaisseur kulinarischer Hochkultur.

Der Initiator

23.11.18 (Jan Müller-Wieland) -
Der Mitgründer des Ensemble Modern und ehemalige Präsident der IGNM (1980–83), Friedhelm Döhl, starb Ende September mit 82 Jahren. Als Lübecker Kompositionsprofessor internationalisierte er die dortige Musikhochschule maßgeblich. Er war ein Kunst-Kenner, ein sehr guter Pianist und ein skurril-undogmatischer Lehrer.

Der letzte Mondsüchtige des Chansons

31.10.18 (Viktor Rotthaler) -
„Als ich Charles Aznavour in Georges Franjus schönstem Film ‚Mit dem Kopf gegen die Wände‘ sah, war es Liebe auf den ersten Blick,“ schrieb Truffaut 1960, als er gerade den Film abgedreht hatte, der Aznavour zur Kinoikone gemacht hatte: „Schießen Sie auf den Pianisten“. „Was ich an ihm so aufregend fand? Seine Zerbrechlichkeit, seine Verwundbarkeit, seine gleichermaßen unterwürfige wie anmutige Gestalt, die mich an den heiligen Franziskus von Assisi denken ließ.“

Denken in Tönen

07.09.18 (Albrecht Dümling) -
Die Erkenntnis, dass Musik nicht nur tönend bewegte Form, sondern auch inhaltlich geprägt ist, war für Wolfgang Hufschmidt grundlegend. Immer wieder umkreiste sein musikalisches Denken das Verhältnis von Struktur und Semantik. Vielen seiner Werke liegen Texte zugrunde, die er aber nie bloß vertonte, sondern immer kritisch betrachtete.

Die Tagträumerin von Soulville

31.08.18 (Viktor Rotthaler) -
Es war Ende Juni 1968, vor fünfzig Jahren also, als eine afroamerikanische Sängerin ihre eigene Titelstory im Time Magazine bekam: Aretha Franklin. Es waren unruhige Zeiten. Wenige Wochen vorher waren Martin Luther King und Bobby Kennedy, der Präsidentschaftskandidat der Demokraten ermordet worden. Schwere Schläge für die amerikanische Bürgerrechtsbewegung, der Aretha Franklin ein Jahr vorher eine Hymne geschenkt hatte: „Respect“. Jetzt war „Lady Soul“ der Star der Stunde.

Nachrufe

03.07.18 (nmz-red) -
John Hiseman +++ Enoch zu Guttenberg

Wegbereiter zwischen den Welten

03.07.18 (Michael Ernst) -
Sein Vater Nikolaj Pawlowitsch Anossow war in den 1930er Jahren ein berühmter Dirigent. Grund genug für den am noch berühmteren Moskauer Konservatorium ausgebildeten Sohn Gennadi, der 1931 in eine klassische Musikerfamilie hineingeboren worden ist, die eigene Laufbahn mit dem Mädchennamen seiner Mutter zu starten. Schlicht und einfach, weil er fürchtete, ansonsten in den Ruf der Vetternwirtschaft zu geraten. Völlig frei davon steht der Name Roschdestwenski heute für eine berühmte Musikerdynastie.

Das Glück der Reprise

15.06.18 (Eleonore Büning) -
Nicht alle Kreativen suchen die Einsamkeit. Nicht alle Künstler sehnen sich nach einer vita contemplativa und ziehen sich zum Denken und Dichten zurück ins Gehäus’, wie der heilige Hieronymus. Der Komponist Dieter Schnebel brauchte Menschen um sich herum. Er war immer unterwegs, bis zum Schluss, man traf ihn in Konzerten und Ausstellungen, auf Festivals und Akademien, im Publikum oder auf dem Podium, sanft, aber streitbar, still, aber stur. Und alleweil angetrieben von der wohl wichtigsten Kraftquelle seines Schaffens: der Neugierde.

Ein richtig Guter

12.05.18 (Andreas Kolb) -
„War ich gut?“ – konnte Cecil Taylor seine Zuhörer nach einem furiosen Solokonzert fragen – ob er wohl darauf hoffte, seine Zuhörer hätten alle verfremdeten und versteckten BluesLicks, Bob-Phrasen und typische Jazz-Harmonien wahrgenommen, die er in seiner Improvisation „versteckt“ hatte? Es war immer alles da, die ganze Jazzgeschichte, aber eben „abstrakt“. Verstanden und bewundert hatte sein Publikum mit Gewissheit seine Performance, seinen Tanz auf der Tastatur, der sich nicht auf die Virtuosität eines Fingersatzes reduzieren ließ: Taylor spielte stets mit seinem gesamten Körper Klavier. Nicht umsonst wurde er immer wieder als Schlagzeuger und Perkussionist am Klavier beschrieben.

Eine Passion für einen Nicht-Christen

30.04.18 (Anna Schürmer) -
Hermann Keller hatte sein Lieblingszitat Arnold Schönberg abgelauscht: „Kunst ist der Notschrei jener, die an sich das Schicksal der Menschheit erleben.“ In den Worten erkannte der Berliner Komponist und Pianist, Improvisator und Avantgardist sich selbst: „Wenn ich mir vornehme, ich will etwas Extremes machen, dann wird das nix. Ich muss das natürlich erfahren haben und zwar freudvoll aber eben auch bitter – das gehört immer beides zusammen.“
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