Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Nachruf«

Nachrufe aus dem Kulturleben

Der Anti-Kaiser

09.03.18 (Gerhard R. Koch) -
Was war, was ist ein Musik-Kritiker, was sollte er sein, was wird er sein – oder vielleicht auch nicht (mehr)? Die Frage mag nach einer leicht scholastisch gefärbten Gleichung mit gar vier Unbekannten klingen. Ganz inaktuell indes ist sie nicht. Denn die Gesellschaft wandelt sich, analog der Kulturbegriff, also auch der Kulturbetrieb – und nicht minder die Medienlandschaft, das Leseverhalten wie die ökonomische Situation der Print-Institutionen.

Das Klavier im Zentrum

28.02.18 (nmz-red) -
Bereits am 22. Dezember 2017 ist der Musikjournalist Peter Cossé im Alter von 69 Jahren in Salzburg an Herzversagen gestorben. Der gebürtige Leipziger galt es Spezialist für Klaviermusik und ihre Interpreten. Über mehrere Jahre prägte er das Musikfeuilleton der Salzburger Nachrichten; daneben war er für verschiedene Rundfunkanstalten und Magazine tätig, war Jurymitglied bei Klavierwettbewerben sowie Mitglied des Preises der Deutschen Schallplattenkritik.

„Lebe wohl, Du lieber Freund!“

31.01.18 (Michael Kube) -
Als Franz Schubert viel zu früh verstarb, war es Joseph von Spaun, der schon we­nige Wochen später die Zielrichtung der weiteren Rezeption vorgab: „Ich glaube daher, dass Schubert von seinem Biographen als Liederkompositeur aufgegriffen werden müsse.“ Ähnlich war es Walther Dürr schon zu Lebzeiten im Kreis der Wissenschaft ergangen.

Die Seele von New Orleans

30.11.17 (Viktor Rotthaler) -
Es seien die Beatles gewesen, die seinen Song „Lady Madonna“ gecovert hätten, stand in einem Fats-Domino-Nachruf der „taz“. Da hatte im Eifer des Gefechtes jemand „Fake News“ produziert.

Der revolutionäre Ohrenputzer

31.10.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
In den letzten Jahren ist es still um ihn geworden, und doch war er immer da, der Schweizer Komponist Klaus Huber, der jetzt im Alter von 92 Jahren in Perugia gestorben ist. Bis zum Schluss besuchte er Konzerte, vor allem auch die der Kompositionsklasse der Hochschule für Künste in Bremen.

Into the great wide open

31.10.17 (Sven Ferchow) -
Nein. Tom Petty war nicht meine Generation. Und ich nie seine. Tom Petty ist und war für mich „Into the great wide open“, „I won’t back down“ und „Learning to fly“. Das war mein Einstieg. Meine ersten Bekanntschaften mit ihm. Und sie waren nicht weniger wichtig als all die zu Recht verträumten Nachrufe und Hommagen an sein Leben und Werk, die nach seinem Ableben zu lesen waren. Jeder mit Berechtigung. Jeder mit Stolz. Was mich jedoch für immer mit Tom Petty verbinden wird, sind jene drei Songs. Da ist dieses unfassbar visionäre Video zu „Into the great wide open“.

Die „Brücken“-Lady ist tot

31.10.17 (Viktor Rotthaler) -
Erinnert sich noch jemand an „Ding Ding Dong“, den Gewinner des Grand Prix d’Eurovision de la Chanson von 1975? Vermutlich nur noch wenige. An den Platz 17 von damals in Stockholm werden sich noch viele erinnern: „Ein Lied kann eine Brücke sein“, ein Discoschlager aus der Zeit, als der „Munich Sound“ von Silver Convention und Donna Summer die US-Charts eroberte. Der „Brücken“-Schlager war trotz der schlechten Platzierung der Höhepunkt der Karriere „unserer“ besten „Blue-eyed soul“-Sängerin der sechziger und siebziger Jahre gewesen: Joy Fleming.

Von Stockhausen zur Krautrock-Ikone

13.10.17 (Viktor Rotthaler) -
Von Stockhausen zur Krautrock-Ikone: So könnte man die Geschichte eines der einflussreichsten deutschen Popmusiker des späten 20. Jahrhunderts zusammenfassen. Zwei Gruppen haben die deutsche Popmusik in den 70ern geprägt: Kraftwerk aus Düsseldorf und Can aus Köln. Nach dem genialen Schlagzeuger Jaki Liebezeit, der „Mensch-Maschine“, im Januar ist nun auch Holger Czukay am 6. September gestorben, der wie Can-Mitbegründer Irmin Schmidt Stockhausen-Schüler war.

In nächster Nähe zum Neuen in der Musik

28.09.17 (nmz-red) -
Sieben Jahr nach dem Tod seines jüngeren Bruders Alfons starb der Pianist, Dozent der Internationalen Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt und ehemalige Professor der Hochschule für Musik und Tanz Köln am 22. August 2017 nach langer Krankheit im Alter von 86 Jahren. Martin Maria Krüger, Präsident des Deutschen Musikrates, trauerte um das Ehrenmitglied des Musikrates: „Mit Aloys Kontarsky verlieren wir einen herausragenden Musiker und eine bedeutende Persönlichkeit des internationalen Musiklebens. Er war eine außergewöhnliche, von tiefer Humanität geprägte Künstlerpersönlichkeit und verlieh dem Musikleben besonders im Bereich der Neuen Musik entscheidende Impulse. Bis heute ist sein Wirken für viele internationale Musiker prägend.“

Stiller Aufrührer und Vaterfigur

29.08.17 (Gerhard R. Koch) -
Das Image des Streichquartetts ist seit jeher gespalten. War es als Diskurs gleichberechtigter „Vernünftiger“ zunächst ein aufklärerisch-demokratisches Modell intensiver musikalischer Kommunikation, so wurde das Genre später zum Inbegriff kammermusikalischer Intimität, ja, zumal in Deutschland, bildungsbürgerlich elitärer Kunst-Erhabenheit. Wer bevorzugt Quartett spielte oder hörte, setzte sich ab von der „Masse“ derer, die es lieber mit zirzensischer Virtuosität, spätromantischem Orchester-Schwall und opulent-kulinarischem Opern-Applomb hielten. Bei Kammermusik-Abenden traf man denn auch in der Regel auf ein eher älteres, gewiss kenntnisreiches, aber auch konservativ abgeschottetes Publikum. Gleichzeitig war das Quartett aber auch die Experimentier-Kammer der Komponisten – von Beethoven über Bartók und die Wiener Schule bis zu Ligeti, Nono, Lachenmann und Ferneyhough.
Inhalt abgleichen

Das könnte Sie auch interessieren: