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Alle Artikel kategorisiert unter »Oper«

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Mordsgeschichte aus der deutschen Provinz

27.02.19 (Roland H. Dippel) -
Elfie ist immer der Stein des Anstoßes, aber keine Rebellin. Ihre Tochter bemängelt an Elfriede Steinheuer Nachlässigkeit, ihr Mann Ernst kommt nicht mit ihren erotischen Eskapaden zurecht, ihre Mutter ist ihm dankbar für Elfies Domestizierung.

Tut mir leid, hab keine Zeit

30.01.19 (Wolf-Dieter Peter) -
Das Thema wirkt zeitlos – daher der lange, vielfältige Erfolg. Michael Endes Buch um Momo und die Zeitdiebe wurde in 14 Sprachen übersetzt, in 46 Ländern verlegt und millionenfach verkauft; dazu ab 1975 mehrere Verfilmungen, ein Zeichentrickfilm, dann eine Zeichentrickserie, Hörspiele, Schauspiel- und Tanzfassungen sowie seit 1978 mehrere Vertonungen: Ein Klassiker, dem nur der Bühnendurchbruch bislang nicht so recht gelang.

Die Banalität des Schreckens

30.01.19 (Isabel Herzfeld) -
Dass sich der Schnee zum Schluss nicht wirklich violett färbt, ist einer der besten Einfälle des Regisseurs Claus Guth. Wenigstens hier wird auf eine Ästhetisierung des Schreckens verzichtet, die schon vorher zum Rückzug des Zuschauers in eher unbeteiligtes Betrachten führt. Andererseits hätte gerade dieses Ende eine Bildidee vertragen können, die deutlicher darauf verwiesen hätte, worum es hier gehen soll: eine doch zumindest beängstigende Auflösung alles vorher Dagewesenen, den eigenen Körper eingeschlossen, von der aus, nach unvorstellbarem Leiden, vielleicht etwas Neues, Unbekanntes erreicht wird. Ein Ende, sei es auch so offen, wie die Autoren es sich wünschen.

Flussreise als Horrortrip

30.01.19 (Georg Rudiger) -
Die letzte Uraufführung an der Wiener Staatsoper liegt mit Aribert Reimanns Oper „Medea“ acht Jahre zurück. Mit „Die Weiden“ von Johannes Maria Staud und einem Libretto von Durs Grünbein hat nun das traditionsreiche Haus ein komplexes Werk gestemmt, das nicht nur mit einer riesigen Orchesterbesetzung, Live-Elektronik (SWR-Experimentalstudio), Bühnenmusik, Chor und einem großen Solistenensemble enorm gefordert wurde. Auch das Thema besitzt gerade in Österreich mit der Regierungsbeteiligung der rechtspopulistischen FPÖ enorme Brisanz. Staud und Grünbein, die schon die früheren Opern „Berenice“ (2004) und „Die Antilope“ (2014) gemeinsam schrieben, haben sich auf die Suche nach dem Rechtsruck in Europa begeben, haben sich Hetzreden angehört und sich überlegt, wie man die Entmenschlichung optisch und klanglich ins Bild fassen kann.

Alles auf Anfang oder „Alles ist aus“?

29.11.18 (Michael Ernst) -
„Fine dell’Opera“ steht am Schluss des Librettos. Ende der Oper. György Kurtág hat lange um diesen Schlusspunkt gerungen. Und nun soll es gar keiner sein. Dabei wurde der Meister der musikalischen Kleinteiligkeit mehr als ein Vierteljahrhundert lang von Alexander Pereira geradezu bekniet, eine Oper zu schreiben. Sie sollte in Zürich herauskommen, als Pereira dort Intendant war, sie war für die Salzburger Festspiele geplant, die Pereira für kurze Zeit leitete, nun wurde sie tatsächlich an der Mailänder Scala uraufgeführt, der Pereira seit 2015 vorsteht.

Zeitlose Themen zwischen extremen Polen

14.11.18 (Hans-Peter Graf) -
Das viertägige Festival war auch eine konzertierte Promotion. Ein Paukenschlag, mit der eine der freien Szenen Berlins die Aufmerksamkeit auf sich und ihr Wirken lenkte: vierzehn Uraufführungen, dreizehn Spielorte, rund einhundertzehn Beteiligte. Präsentierte sich hier eine weitere – aktuelle Variante – des Genres Musiktheater, neben etablierter Oper und Avantgardemusiktheater?

Auf Distanz zu einem Opernmahnmal

31.10.18 (Georg Rudiger) -
Kaum eine Oper ist so mit ihrer Entstehungsgeschichte verknüpft wie „Der Kaiser von Atlantis“ von Viktor Ullmann. Der österreichische Komponist schrieb sie 1943 im Konzentrationslager Theresienstadt für genau die Instrumente, die man zur Verfügung hatte – darunter Saxophon und Banjo. Musikalisch gibt es mit einem verfremdeten Deutschlandlied, dem von den Nazis häufig missbrauchten Lutherchoral „Ein‘ feste Burg“ und dem doppelten Tritonus als Charakterisierung des Kaisers viel Doppelbödiges zu entdecken.

Kammerspiel des Abschieds

31.10.18 (Joachim Lange) -
Der Schweizer Michael Jarrell hat auch schon zu Texten von Christa Wolf („Kassandra“) und Heiner Müller („Der Vater“) Opern komponiert. Die eine davon wurde unter dem Titel „Cassandre“ 1994 in Paris uraufgeführt. Jetzt kehrte er wieder mit einer Uraufführung ins Palais Garnier zurück. Diesmal lieferte der französische Klassiker Jean Racine die Vorlage.

Auch letzte Dinge brauchen alle Kraft

26.09.18 (Georg Beck) -
Die eigentliche Entdeckung dieser Produktion ist ihr Spielort. Ökonomiegebäude und Orangerie der ehemaligen Deutschordenskommende gehören zu jener verschwinden­den Sorte Architektur, die groß ist, ohne angeberisch sein zu müssen.
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