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Alle Artikel kategorisiert unter »Oper«

Große Gefühle in Heavy Rotation

29.08.19 (Andreas Kolb) -
Così fan tutte, Die lustigen Weiber von Windsor, Carmen, Hänsel und Gretel oder der Freischütz: Bestimmte Opernklassiker tauchen seit fünf Jahrzehnten regelmäßig im Spielplan der Jungen Oper Schloss Weikersheim auf. So auch diesen Sommer Giacomo Puccinis „La Bohéme“.

Sing-Hörspiel im Surround-Klang

30.05.19 (Dieter David Scholz) -
Fritz Langs Film „Eine Stadt sucht einen Mörder“ aus dem Jahre 1931 ist ein Kindermörderklassiker und eine Ikone der Filmgeschichte, in der eine Stadt – Bürger, Staatsbeamte und Kriminelle – einen Mörder jagen. Die Librettisten Barrie Kosky und Ulrich Lenz machen ihn zum Ausgangspunkt ihrer einaktigen Oper.

Dem Wunsch nach Unsterblichkeit auf der Spur

03.05.19 (Georg Rudiger) -
Neues Musiktheater kann alles sein: experimentell oder konventionell, mutig oder brav. In zwei Uraufführungen in Heidelberg und Baden-Baden und einer deutschen Erstaufführung an der Hamburger Staatsoper wird die gesamte Bandbreite abgedeckt – Scheitern inklusive. Wie wollen wir leben“ ist das diesjährige Motto des vierwöchigen Musikfestivals „Heidelberger Frühling“. Den Blick nach vorne gerichtet hat man hier vor allem im sogenannten LAB, das Vertreter verschiedener Künste vereint und mit neuen Konzert- und Musiktheaterformen experimentiert. Mit der Uraufführung von „Castor && Pollux“ präsentierte man nun in der gediegenen, holzgetäfelten alten Aula der Universität Heidelberg ein „Multimediales Musiktheater für Ensemble, Videokunst und 4DSOUND“, wie sich der rund 70-minütige Abend nennt.

Alles auf Anfang in Lyon

03.05.19 (Joachim Lange) -
An der Oper in Lyon leistet sich Intendant Serge Dorny jedes Frühjahr ein kleines Festival. Diesmal unter dem Allerweltstitel „Leben und Schicksale“. Der Erfolg, den er damit in den letzten Jahren hat, bestärkt ihn darin, auch das nicht so Gängige bei den Stücken und Regisseuren zu pflegen. Die Höhepunkte 2019 lieferte das von Dorny geförderte ungarische Regietalent David Marton mit einer schräg erweiterte Version von Henry Purcells „Dido und Aeneas“ und das bislang in Deutschland verblüffenderweise ignorierte ukrainische Theatergenie Andriy Zholdak mit Tschaikowskis selten gespielter „Die Zauberin“.

Ekstatische Puzzleteile, ultrahocherhitzt

30.03.19 (Georg Rudiger) -
Eine rasende Hammond Orgel trifft auf ein hyperaktives Schlagzeug und einen pulsierenden E-Bass. Für das Trio Steamboat Switzerland hat Michael Wertmüller schon viele Stücke geschrieben und dabei die Grenzen zwischen Neuer Musik, Jazz und Rock aufgelöst. In seiner Oper „Diodati. Unendlich“ (Libretto: Dea Loher), die das Theater Basel in Auftrag gegeben hat, ergänzt er das Trio mit einer E-Gitarre (Yaron Deutsch) und platziert es in den Orches- tergraben, um gemeinsam mit dem Sinfonieorchester Basel diese rhythmische Energie auf die Bühne und in den Zuschauerraum zu schicken.

Im Endlos-Loop der Schlaflieder

27.02.19 (Regine Müller) -
Es ist ziemlich dunkel im Frankfurter LAB, den Boden bedeckt eine dicke Schicht weißer Daunenfedern. In der Mitte des Raums steht ein riesiges Bett, das zum Fußende hin im Boden zu versinken scheint, hinten hängt ein leuchtender Mond von der Decke, daneben baumelt eine Schaukel herab, ein Clown – oder ist es eine Puppe? – sitzt reglos in einem Lichtkegel, sanfter Pyronebel trübt nur leicht die blaue Lichtstimmung, aus den im Raum positionierten Lautsprechern perlt sanft das Geräusch von gluckerndem Wasser. Bevor man diesen Ort des Geschehens betreten darf, muss man Schuh-Schoner anziehen und es wird darauf hingewiesen, dass es drinnen so gut wie keine Sitzplätze geben wird.

Mordsgeschichte aus der deutschen Provinz

27.02.19 (Roland H. Dippel) -
Elfie ist immer der Stein des Anstoßes, aber keine Rebellin. Ihre Tochter bemängelt an Elfriede Steinheuer Nachlässigkeit, ihr Mann Ernst kommt nicht mit ihren erotischen Eskapaden zurecht, ihre Mutter ist ihm dankbar für Elfies Domestizierung.

Tut mir leid, hab keine Zeit

30.01.19 (Wolf-Dieter Peter) -
Das Thema wirkt zeitlos – daher der lange, vielfältige Erfolg. Michael Endes Buch um Momo und die Zeitdiebe wurde in 14 Sprachen übersetzt, in 46 Ländern verlegt und millionenfach verkauft; dazu ab 1975 mehrere Verfilmungen, ein Zeichentrickfilm, dann eine Zeichentrickserie, Hörspiele, Schauspiel- und Tanzfassungen sowie seit 1978 mehrere Vertonungen: Ein Klassiker, dem nur der Bühnendurchbruch bislang nicht so recht gelang.

Die Banalität des Schreckens

30.01.19 (Isabel Herzfeld) -
Dass sich der Schnee zum Schluss nicht wirklich violett färbt, ist einer der besten Einfälle des Regisseurs Claus Guth. Wenigstens hier wird auf eine Ästhetisierung des Schreckens verzichtet, die schon vorher zum Rückzug des Zuschauers in eher unbeteiligtes Betrachten führt. Andererseits hätte gerade dieses Ende eine Bildidee vertragen können, die deutlicher darauf verwiesen hätte, worum es hier gehen soll: eine doch zumindest beängstigende Auflösung alles vorher Dagewesenen, den eigenen Körper eingeschlossen, von der aus, nach unvorstellbarem Leiden, vielleicht etwas Neues, Unbekanntes erreicht wird. Ein Ende, sei es auch so offen, wie die Autoren es sich wünschen.

Flussreise als Horrortrip

30.01.19 (Georg Rudiger) -
Die letzte Uraufführung an der Wiener Staatsoper liegt mit Aribert Reimanns Oper „Medea“ acht Jahre zurück. Mit „Die Weiden“ von Johannes Maria Staud und einem Libretto von Durs Grünbein hat nun das traditionsreiche Haus ein komplexes Werk gestemmt, das nicht nur mit einer riesigen Orchesterbesetzung, Live-Elektronik (SWR-Experimentalstudio), Bühnenmusik, Chor und einem großen Solistenensemble enorm gefordert wurde. Auch das Thema besitzt gerade in Österreich mit der Regierungsbeteiligung der rechtspopulistischen FPÖ enorme Brisanz. Staud und Grünbein, die schon die früheren Opern „Berenice“ (2004) und „Die Antilope“ (2014) gemeinsam schrieben, haben sich auf die Suche nach dem Rechtsruck in Europa begeben, haben sich Hetzreden angehört und sich überlegt, wie man die Entmenschlichung optisch und klanglich ins Bild fassen kann.
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