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Alle Artikel kategorisiert unter »Oper«

Flussreise als Horrortrip

30.01.19 (Georg Rudiger) -
Die letzte Uraufführung an der Wiener Staatsoper liegt mit Aribert Reimanns Oper „Medea“ acht Jahre zurück. Mit „Die Weiden“ von Johannes Maria Staud und einem Libretto von Durs Grünbein hat nun das traditionsreiche Haus ein komplexes Werk gestemmt, das nicht nur mit einer riesigen Orchesterbesetzung, Live-Elektronik (SWR-Experimentalstudio), Bühnenmusik, Chor und einem großen Solistenensemble enorm gefordert wurde. Auch das Thema besitzt gerade in Österreich mit der Regierungsbeteiligung der rechtspopulistischen FPÖ enorme Brisanz. Staud und Grünbein, die schon die früheren Opern „Berenice“ (2004) und „Die Antilope“ (2014) gemeinsam schrieben, haben sich auf die Suche nach dem Rechtsruck in Europa begeben, haben sich Hetzreden angehört und sich überlegt, wie man die Entmenschlichung optisch und klanglich ins Bild fassen kann.

Alles auf Anfang oder „Alles ist aus“?

29.11.18 (Michael Ernst) -
„Fine dell’Opera“ steht am Schluss des Librettos. Ende der Oper. György Kurtág hat lange um diesen Schlusspunkt gerungen. Und nun soll es gar keiner sein. Dabei wurde der Meister der musikalischen Kleinteiligkeit mehr als ein Vierteljahrhundert lang von Alexander Pereira geradezu bekniet, eine Oper zu schreiben. Sie sollte in Zürich herauskommen, als Pereira dort Intendant war, sie war für die Salzburger Festspiele geplant, die Pereira für kurze Zeit leitete, nun wurde sie tatsächlich an der Mailänder Scala uraufgeführt, der Pereira seit 2015 vorsteht.

Zeitlose Themen zwischen extremen Polen

14.11.18 (Hans-Peter Graf) -
Das viertägige Festival war auch eine konzertierte Promotion. Ein Paukenschlag, mit der eine der freien Szenen Berlins die Aufmerksamkeit auf sich und ihr Wirken lenkte: vierzehn Uraufführungen, dreizehn Spielorte, rund einhundertzehn Beteiligte. Präsentierte sich hier eine weitere – aktuelle Variante – des Genres Musiktheater, neben etablierter Oper und Avantgardemusiktheater?

Auf Distanz zu einem Opernmahnmal

31.10.18 (Georg Rudiger) -
Kaum eine Oper ist so mit ihrer Entstehungsgeschichte verknüpft wie „Der Kaiser von Atlantis“ von Viktor Ullmann. Der österreichische Komponist schrieb sie 1943 im Konzentrationslager Theresienstadt für genau die Instrumente, die man zur Verfügung hatte – darunter Saxophon und Banjo. Musikalisch gibt es mit einem verfremdeten Deutschlandlied, dem von den Nazis häufig missbrauchten Lutherchoral „Ein‘ feste Burg“ und dem doppelten Tritonus als Charakterisierung des Kaisers viel Doppelbödiges zu entdecken.

Kammerspiel des Abschieds

31.10.18 (Joachim Lange) -
Der Schweizer Michael Jarrell hat auch schon zu Texten von Christa Wolf („Kassandra“) und Heiner Müller („Der Vater“) Opern komponiert. Die eine davon wurde unter dem Titel „Cassandre“ 1994 in Paris uraufgeführt. Jetzt kehrte er wieder mit einer Uraufführung ins Palais Garnier zurück. Diesmal lieferte der französische Klassiker Jean Racine die Vorlage.

Auch letzte Dinge brauchen alle Kraft

26.09.18 (Georg Beck) -
Die eigentliche Entdeckung dieser Produktion ist ihr Spielort. Ökonomiegebäude und Orangerie der ehemaligen Deutschordenskommende gehören zu jener verschwinden­den Sorte Architektur, die groß ist, ohne angeberisch sein zu müssen.

Umfassende Erschütterung

31.08.18 (Dirk Wieschollek) -
Die existentielle Erfahrung von Natur ist ein zentraler Aspekt der Musik von Toshio Hosokawa, was sich keineswegs erschöpft in der Transformation konkreten Naturlauts, wie sie Wasser, Wind oder Zikadengesang auf dem spirituellen Terrain japanischer Landschaft anbieten. Hosokawas Auffassung von Natur ist von seinem Verständnis von Klang nicht zu trennen und tief verwurzelt in asiatischen Denktraditionen, die das Irdische und das Spirituelle als eine komplementäre Einheit verstehen, die von permanenten Prozessen des Werdens und Vergehens bestimmt wird.

Architektur mit Zischen und Kratzen

21.07.18 (Marco Frei) -
Das „Faust-Festival“ in München war nicht wirklich der geeignete Ort für diese Uraufführung. Besser wäre die Münchener Biennale für neues Musiktheater gewesen. Hier hätte das „Leuchtturmprojekt (mit Epilog im Himmel)“ nicht nur perfekt gepasst, sondern: Es hätte das Programm der diesjährigen Biennale fraglos bereichert. Leider ist es im Vorfeld zu keinem Kontakt gekommen. Dabei wurde eine Musik-Performance realisiert, die man so schnell nicht vergessen wird.

Privatführungen auf der Musiktheaterbaustelle

20.07.18 (Anna Schürmer) -
„Do we have some fucking music?“ Diesen frustrierten Ausruf hatte man vor zwei Jahren beinahe auf den Lippen, nach der ersten Ausgabe der Münchener Biennale für neues Musiktheater unter der Leitung von Manos Tsangaris und Daniel Ott. All zu wenig Musik war da zu hören gewesen – schlimmer noch: Man hatte den Eindruck gewinnen können, dass die geladenen Künstlerkollektive sich kaum für Musiktheater interessierten.

Zum Eichendorff-Oratorium dekontaminiert

17.07.18 (Wolfgang Molkow) -
„In der schönen Provence liegt ein Tal zwischen waldigen Bergen, die Trümmer des alten Schlosses Dürande sehen über die Wipfel in die Einsamkeit herein…“ So stimmungsvoll abgeschieden leitet der Dichter Joseph von Eichendorff seine Novelle „Das Schloß Dürande“ ein. Und ganz ähnlich lautet jetzt die szenische Anweisung zum 1. Akt der gleichnamigen Oper in vier Akten des bei uns vor allem als Liedkomponist bekannten Schweizers Othmar Schoeck in der im Rahmen eines Forschungsprojekts der Hochschule der Künste Bern entstandenen textlichen Neufassung von Francesco Micieli.
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