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Alle Artikel kategorisiert unter »Oper«

Verkleidungsreigen, lichtdurchflutet

01.07.07 (Juan Martin Koch) -

Langsam nimmt das Bild des Opernkomponisten Walter Braunfels über die seit einiger Zeit wieder im Repertoire Fuß fassenden „Vögel“ hinaus Konturen an: Nach den postumen Uraufführungen von „Der Traum ein Leben“ und der „Szenen aus dem Leben der Heiligen Johanna“ (siehe nmz 6/2001 und 2/2002) sowie dem CD-Mitschnitt der „Prinzessin Brambilla“ (siehe Seite 39) stellte nun das Münchner Gärtnerplatztheater seinen als „Musikalische Komödie“ bezeichneten „Don Gil von den grünen Hosen“ über 80 Jahre nach dessen Uraufführung zur Diskussion.

Bayreuth als Sehnsuchts- und Wahnvorstellung

01.06.07 (Peter Dannenberg) -

Opernfragmente von Friedrich Nietzsche über Cosima Wagner, rekonstruiert und durch eine Rahmenhandlung ergänzt von Siegfried Matthus: so heißt der Untertitel eines neuen musiktheatralischen Versuchs, der vom Staatstheater Braunschweig uraufgeführt worden und kurz darauf in Gera nachgespielt worden ist. Und Matthus weiß uns dazu eine aufregende Geschichte zu berichten. Bei Restaurierungsarbeiten im Schlossvon Rheinsberg, dem Sitz seiner Opern-werkstatt, habe man unter den Dielen des Arbeitszimmers von Kronprinz Friedrich eine Kiste mit sensationellem Fund entdeckt, im Kriege aus dem Bayreuther Wahnfried-Archiv ausgelagert und später vergessen – unvollendete Skizzen des komponierenden Friedrich Nietzsche über die von ihm angebetete Cosima Wagner, ergänzt um deren Tagebuchvermerke aus dem späten 19. Jahrhundert. Cosima, so gehe daraus hervor, habe sich mit allen Winkelzügen in den Besitz dieser Nietzsche-Oper gesetzt, die niemals an die Öffentlichkeit kommen dürfe, da sie mit den Szenen aus Cosimas Leben die Herrin von Bayreuth kompromittiert hätte.

Endlose Spirale: eine Mechanistik des Grauens

01.05.07 (Gerhard Rohde) -

Die blutigen Unruhen in aller Welt, die Kämpfe zwischen verfeindeten Stämmen oder Religionsgemeinschaften, das Gieren nach Macht und ökonomischen Ressourcen bestimmen das weltpolitische Klima unserer Tage. Die Stichworte heißen Irak, Afghanistan, Sudan. Jeden Tag melden die Medien Dutzende von Toten. Die Attentate häufen sich. Grausamkeit scheint immer mehr die Welt zu beherrschen. Sensible Menschen leiden unter solchen Zuständen. Der Künstler versucht sich aus den Bedrängungen zu retten. Er setzt sein Schaffen zur psychischen Bewältigung seiner Beobachtungen und Erfahrungen ein.

Zurück zum unverkrampften Spiel

01.07.06 (Reinhard Schulz) -

Bei der Oper hört nicht selten der Spaß auf. Es scheint, als würden die großen Opernhäuser ihren 400-jährigen Ballast in jeder Neuinszenierung abladen. Das Spiel, die gewitzte Aktion geht Baden und wird der voluminösen Ausbreitung der Stimmen und Stars geopfert. Die Verzahnung von Szene und Musik bleibt auf der Strecke. Langeweile gehört zum Gepäck (zugegeben: Das ist etwas pauschal, aber wie häufig erlebt man Musiktheaterregie, die nicht mit der Musik arbeitet, sondern sich allein deutend, psychologisierend oder einfach im Konventionellen verharrend danebenstellt).

Eine musikalische Groteske über den Nazi-Schergen Alois Brunner: Alex Nowitz‘ „Bestmannoper“ in Osnabrück

01.05.06 (Gerhard Rohde) -

Wie klingen Opern des 21. Jahrhunderts? Die Kammeroper auf Schloss Rheinsberg unter der Leitung von Siegfried Matthus gründete 2002 die Rheinsberger Opernwerkstatt, um jungen Komponisten Gelegenheit zu geben, mit ihren dort erarbeiteten Musiktheater-Stücken auf die Frage zu antworten. Alex Nowitz‘ „Bestmannoper“ erlebte jetzt ihre Uraufführung.

Die Komik des Einfachen als Protest gegen den Weltlauf

01.05.06 (Reinhard Schulz) -

Der italienische Komponist Luca Lombardi (Jahrgang 1945) hat mit seinen musikalischen Werken immer schon konkret gesellschaftlich Stellung genommen. Schon in den vorangegangenen Opern, vor allem in der Stalin-Schostakowitsch-Oper „Dmitri oder der Künstler und die Macht“, ging es ihm um die Pervertierung von Idealen, die im politischen Geschäft und in der Verfolgung von Herrschaftsinteressen zerrieben wurden.

Aller Guten Dinge sind Drei

01.04.06 (Christian Kröber) -

So wie bekanntlich jedem Anfang ein Zauber innewohnt, hat es auch das Abschied Nehmen in sich. Es nimmt daher nicht wunder, wenn das Ende der Ära Peter Jonas in München mit größter Aufmerksamkeit rechnen kann. Wie so oft in bayerischen Gefilden beginnt der Wechsel mit einem Stolperstein: da wollte der damalige Kunstminister einen ganz besonderen Intendanten aus dem Hut zaubern und schon hatte er sich verhoben und München wäre beinahe… Mit viel Geld aber und Vorschusslorbeeren versehen hat man ein neues Operngespann gefunden. Das Duo Nagano und Bachler kann beginnen, wenn auch um ein Jahr verspätet.

Nicht Heiliger und nicht Teufel

01.04.06 (Peter Dannenberg) -

Rasputin? Rasputin, ja: der einflussreiche Günstling des letzten Zaren; der Vertraute, womöglich sogar Geliebte der Zarin; Wunderheiler des von den Ärzten aufgegebenen Zarewitsch; ein saufender sibirischer Bauernbursche, der in den Gemächern des Hofes zu Hause war. Orthodoxer kirchenfrommer Wanderprediger, der orgiastische Exzesse mit Nonnen und Mägden feierte; glühender Pazifist und hemmungsloser Kriegstreiber; prophetischer Verkünder einer blutigen Zukunft; ein machtbesessener Intrigant, der die Massen verführte und sich Adel und Duma zu Todfeinden machte. Selbst sein Ende 1916 war von Unbegreiflichkeiten bestimmt. Vergiftet, erschossen und erstochen wollte er nicht sterben, und noch als man ihn endlich ertränkte, soll er immer noch Lebenszeichen gegeben haben. Zwei Jahre nach ihm werde die Zarenfamilie sterben, hatte er vorausgesagt – auch darin hat er Recht behalten.

Opernlaboratorium entdeckt das Musiktheater der Zukunft

01.04.06 (Gerhard Rohde) -

Die Intendantenzeit Klaus Zeheleins an der Stuttgarter Oper nähert sich ihrem Ende. Dann wird man das oft falsch benutzte Wort „Ära“ ausnahmsweise einmal mit vollem Recht verwenden können. Eine der großen Taten der „Ära Zehelein“ war die Gründung des „Forum Neues Musiktheater“. Das Forum gehört zwar zur Staatsoper Stuttgart, besitzt jedoch einen absolut freien, vom Opernbetrieb nicht behelligten Status. Für das Forum wurde ein eigenes Theater geschaffen, ein verwandelbarer Raum in einem langgestreckten modernen Gebäude, das auf dem Gelände des einstigen Römerkastells steht.

Ein zerplatzender Luftballon – der Tod als Absurdität

01.03.06 (Albrecht Dümling) -

Das Festival UltraSchall, eine gemeinsame Veranstaltung von kulturradio rbb und Deutschlandradio Kultur, fand zum achten Mal in Berlin statt. Sein Name erhielt in diesem Jahr eine zusätzliche Bedeutung, verweist er doch auch auf Krach hinter den Kulissen. Die bisher so fruchtbare Zusammenarbeit der verantwortlichen Redakteure Rainer Pöllmann und Martin Demmler endete jäh im August 2005, als das kulturradio seinen Redakteur Demmler in der bekannten Goebbelszitat-Affäre fristlos entließ. Obwohl das Berliner Arbeitsgericht kurz vor Festivalbeginn die Kündigung für unwirksam erklärte, verlor Demmler mit seiner Stelle auch die Mitverantwortung für UltraSchall. Ein zentrales Ereignis des Festivals war die Uraufführung von Pascal Dusapins „Faust“-Oper in der Deutschen Staatsoper.

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