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Alle Artikel kategorisiert unter »Oper«

Fesselnde Reise in eine gottlose Welt

03.07.18 (Andreas Hauff) -
Er war wohl einer der größten Exzentriker der abendländischen Musikgeschichte: Rued Langgaard, 1893 in Kopenhagen geboren und 1952 als Domorganist in Ribe (Nordschleswig) verstorben, schrieb über 400 Werke für verschiedenste Besetzungen, von denen zu seinen Lebzeiten ein Zehntel publiziert und allenfalls die Hälfte aufgeführt wurde – einige davon in Deutschland. Seine 1930 fertiggestellte Oper „Der Antikrist“ kam erst 1999 in Innsbruck auf die Bühne. 19 Jahre später ist das sperrig-sinnliche Stück als deutsche Erstaufführung in Mainz zu erleben.

Im Gegenwind der Barbarei

03.07.18 (Joachim Lange) -
Als Komponist ist Peter Ruzicka, der im Juli seinen 70. Geburtstag feiert, nicht der Mann für’s Leichte. Wenn er seinen Opern über Celan (2001 in Dresden) und Hölderlin (2008 in Berlin uraufgeführt) jetzt in Hamburg eine dritte über Walter Benjamin folgen lässt, dann darf man mit etwas Grundsätzlichem und musikalisch Schwergewichtigem rechnen. In der Art jenes Sturms, der uns vom Paradiese wegtreibt. In eine Zukunft, der wir in Wahrheit den Rücken zukehren. Mit dem Blick auf die Trümmer, die sich in der Vergangenheit immer höher vor uns auftürmen.

Musikalische Vielfalt, globale Einfalt

03.07.18 (Roland H. Dippel) -
In faszinierender Reinheit singt die Internationale Chorakademie Lübeck Verse auf Sanskrit und Chinesisch. Klar klingen die Gruppen im Kulturpalast über den geschlagenen Steinen und durch ein Sieb tropfendes Wasser der Schlagzeuger.

Von begrenzter Sogwirkung

31.05.18 (Georg Rudiger) -
Pollux, Herakles, Orpheus, Odysseus, Laokoon – die Besten der Besten, ein 50-köpfiges All-Stars-Team der Antike hatte einst Jason auf dem Schiff Argo versammelt, um auf einer gefährlichen Fahrt nach Kolchis im Kaukasus das goldene Vlies für seinen Onkel Pelias in die griechische Heimat zu holen. Auch Butes aus Attika ist bei diesem Abenteuer dabei – in der Argonautensage wird er von Apollonios von Rhodos allerdings nur mit zwei Zeilen erwähnt.

Der Mensch, ein Strandläufer am Meer der Ewigkeit

30.03.18 (Georg Rudiger) -
Die Musik beginnt ohne bewussten Anfang. Zarte Arpeggios auf der Harfe, dem Zymbal und dem Klavier vermischen sich mit Liegetönen in den Bläsern, gesummten Akkorden und Glockenschlägen zu einem Klangstrom, der immer in Bewegung bleibt. Heinz Holligers neue Oper „Lunea“, die bei ihrer Uraufführung am Opernhaus Zürich von ihm selbst dirigiert wird, bleibt nie stehen. Die Musik ist ein einziges Fluidum.

Die politisch-moralische Brisanz des Privaten

28.02.18 (Juan Martin Koch) -
Wie der dritte Satz von Mahlers erster Symphonie geht es los. Aber als fahles Kontrabassthema ist nicht „Bruder Jakob“ zu hören, sondern eine Moll-Variante des Deutschlandliedes… Martin Heidegger, frisch in die NSDAP eingetreten, hält dazu seine berüchtigte Freiburger Rektoratsrede von 1933.

Im schmerzlichen Bewusstsein der eigenen Endlichkeit

31.10.17 (Corina Kolbe) -
Eine kahle Häuserfront, an deren linker Seite sich ein Innenraum öffnet. Eine Familie sitzt am Tisch und bangt um das Leben einer der Töchter, die nebenan schwerkrank im Kindbett liegt. Nur der blinde Großvater spürt den Tod, der als unsichtbarer Eindringling bereits im Haus ist. Mit Maurice Maeterlincks Drama „L’Intruse“ beginnt Aribert Reimanns neunte Oper „L’Invisible“, die Anfang Oktober in der Regie von Vasily Barkhatov an der Deutschen Oper Berlin uraufgeführt würde. Ebenso verstörend wie das karge Bühnenbild von Zinovy Margolin ist auch die Musik in Reimanns neuem Werk, das auf drei Theaterstücken des belgischen Symbolisten basiert.

Hokuspokus, gutes Spiel

29.08.17 (Andreas Kolb) -
In der Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins „Musiktheater“ stand 2015/16 Mozarts „Zauberflöte“ mit 27 Inszenierungen in Deutschland wieder an erster Stelle, vor Humperdincks „Hänsel und Gretel“ (26 Inszenierungen) und Bizets „Carmen“ (21 Inszenierungen). Mit der Inszenierung von Corinna Tetzel schloss sich im 56. Jahr ihres Bestehens die Internationale Opernakademie Weikersheim diesem Trend an.

Never Give Up

02.04.17 (Burkhard Baltzer) -
In Stuttgart wütet ein Fiesling: Er heißt Polinesso und kippt beinahe das verfaulte englische Theater- und Gesellschaftsmodell des ersten Drittels vom 18. Jahrhundert. Anlass ist der Plan des machtgeilen Polinesso, der mittels einer sexuellen Intrige das Glück des zur Herrschaft bestimmten Tronfolgers von Schottland zu zerstören trachtet und damit das künftige Königspaar an den Rand des Todes treibt. Polinesso selbst will König sein und die Königstochter besitzen. Ausgehend von der klugen Inszenierung dieses Opernstoffs wäre es spätestens jetzt nicht nur eine gemeine, sondern eine echte Teufelstat, wenn dem Stuttgarter Opernhaus samt Chor nicht am 7. Mai die Auszeichnung „International Opera Award“ verliehen würde – gerade wegen dieser jüngsten Premiere von Händels „Ariodante“. Nominiert sind neben Stuttgart die Häuser in Houston, Lyon, Vlaanderen, das Royal Opera House und das Teatro alla Scala.

Schwulenhetze als Musikdrama

07.03.17 (Peter P. Pachl) -
Ob die enge Männerfreundschaft zwischen dem historischen Edward und Gaveston zu Anfang des 14. Jahrhunderts tatsächlich sexueller Natur war, ist umstritten. Aber insbesondere der Kultfilm von Derek Jarman machte den mittelalterlichen englischen König Edward II. zu einer Ikone der Schwulenbewegung. Wie Jarmans Film, so basiert auch das Libretto von Thomas Jonigk auf Christopher Marlowes Drama, obendrein auf historischen Quellen des 14. und des späten 16. Jahrhunderts.
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