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Alle Artikel kategorisiert unter »Oper«

Auch letzte Dinge brauchen alle Kraft

26.09.18 (Georg Beck) -
Die eigentliche Entdeckung dieser Produktion ist ihr Spielort. Ökonomiegebäude und Orangerie der ehemaligen Deutschordenskommende gehören zu jener verschwinden­den Sorte Architektur, die groß ist, ohne angeberisch sein zu müssen.

Umfassende Erschütterung

31.08.18 (Dirk Wieschollek) -
Die existentielle Erfahrung von Natur ist ein zentraler Aspekt der Musik von Toshio Hosokawa, was sich keineswegs erschöpft in der Transformation konkreten Naturlauts, wie sie Wasser, Wind oder Zikadengesang auf dem spirituellen Terrain japanischer Landschaft anbieten. Hosokawas Auffassung von Natur ist von seinem Verständnis von Klang nicht zu trennen und tief verwurzelt in asiatischen Denktraditionen, die das Irdische und das Spirituelle als eine komplementäre Einheit verstehen, die von permanenten Prozessen des Werdens und Vergehens bestimmt wird.

Architektur mit Zischen und Kratzen

21.07.18 (Marco Frei) -
Das „Faust-Festival“ in München war nicht wirklich der geeignete Ort für diese Uraufführung. Besser wäre die Münchener Biennale für neues Musiktheater gewesen. Hier hätte das „Leuchtturmprojekt (mit Epilog im Himmel)“ nicht nur perfekt gepasst, sondern: Es hätte das Programm der diesjährigen Biennale fraglos bereichert. Leider ist es im Vorfeld zu keinem Kontakt gekommen. Dabei wurde eine Musik-Performance realisiert, die man so schnell nicht vergessen wird.

Privatführungen auf der Musiktheaterbaustelle

20.07.18 (Anna Schürmer) -
„Do we have some fucking music?“ Diesen frustrierten Ausruf hatte man vor zwei Jahren beinahe auf den Lippen, nach der ersten Ausgabe der Münchener Biennale für neues Musiktheater unter der Leitung von Manos Tsangaris und Daniel Ott. All zu wenig Musik war da zu hören gewesen – schlimmer noch: Man hatte den Eindruck gewinnen können, dass die geladenen Künstlerkollektive sich kaum für Musiktheater interessierten.

Zum Eichendorff-Oratorium dekontaminiert

17.07.18 (Wolfgang Molkow) -
„In der schönen Provence liegt ein Tal zwischen waldigen Bergen, die Trümmer des alten Schlosses Dürande sehen über die Wipfel in die Einsamkeit herein…“ So stimmungsvoll abgeschieden leitet der Dichter Joseph von Eichendorff seine Novelle „Das Schloß Dürande“ ein. Und ganz ähnlich lautet jetzt die szenische Anweisung zum 1. Akt der gleichnamigen Oper in vier Akten des bei uns vor allem als Liedkomponist bekannten Schweizers Othmar Schoeck in der im Rahmen eines Forschungsprojekts der Hochschule der Künste Bern entstandenen textlichen Neufassung von Francesco Micieli.

Fesselnde Reise in eine gottlose Welt

03.07.18 (Andreas Hauff) -
Er war wohl einer der größten Exzentriker der abendländischen Musikgeschichte: Rued Langgaard, 1893 in Kopenhagen geboren und 1952 als Domorganist in Ribe (Nordschleswig) verstorben, schrieb über 400 Werke für verschiedenste Besetzungen, von denen zu seinen Lebzeiten ein Zehntel publiziert und allenfalls die Hälfte aufgeführt wurde – einige davon in Deutschland. Seine 1930 fertiggestellte Oper „Der Antikrist“ kam erst 1999 in Innsbruck auf die Bühne. 19 Jahre später ist das sperrig-sinnliche Stück als deutsche Erstaufführung in Mainz zu erleben.

Im Gegenwind der Barbarei

03.07.18 (Joachim Lange) -
Als Komponist ist Peter Ruzicka, der im Juli seinen 70. Geburtstag feiert, nicht der Mann für’s Leichte. Wenn er seinen Opern über Celan (2001 in Dresden) und Hölderlin (2008 in Berlin uraufgeführt) jetzt in Hamburg eine dritte über Walter Benjamin folgen lässt, dann darf man mit etwas Grundsätzlichem und musikalisch Schwergewichtigem rechnen. In der Art jenes Sturms, der uns vom Paradiese wegtreibt. In eine Zukunft, der wir in Wahrheit den Rücken zukehren. Mit dem Blick auf die Trümmer, die sich in der Vergangenheit immer höher vor uns auftürmen.

Musikalische Vielfalt, globale Einfalt

03.07.18 (Roland H. Dippel) -
In faszinierender Reinheit singt die Internationale Chorakademie Lübeck Verse auf Sanskrit und Chinesisch. Klar klingen die Gruppen im Kulturpalast über den geschlagenen Steinen und durch ein Sieb tropfendes Wasser der Schlagzeuger.

Von begrenzter Sogwirkung

31.05.18 (Georg Rudiger) -
Pollux, Herakles, Orpheus, Odysseus, Laokoon – die Besten der Besten, ein 50-köpfiges All-Stars-Team der Antike hatte einst Jason auf dem Schiff Argo versammelt, um auf einer gefährlichen Fahrt nach Kolchis im Kaukasus das goldene Vlies für seinen Onkel Pelias in die griechische Heimat zu holen. Auch Butes aus Attika ist bei diesem Abenteuer dabei – in der Argonautensage wird er von Apollonios von Rhodos allerdings nur mit zwei Zeilen erwähnt.

Der Mensch, ein Strandläufer am Meer der Ewigkeit

30.03.18 (Georg Rudiger) -
Die Musik beginnt ohne bewussten Anfang. Zarte Arpeggios auf der Harfe, dem Zymbal und dem Klavier vermischen sich mit Liegetönen in den Bläsern, gesummten Akkorden und Glockenschlägen zu einem Klangstrom, der immer in Bewegung bleibt. Heinz Holligers neue Oper „Lunea“, die bei ihrer Uraufführung am Opernhaus Zürich von ihm selbst dirigiert wird, bleibt nie stehen. Die Musik ist ein einziges Fluidum.
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