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Alle Artikel kategorisiert unter »Oper«

Vielfältig verschränktes Erinnerungstheater

04.02.15 (Frido Mann) -
Ende November 2014. Eine Vorstellung des Musiktheaters „Styx – Orfeo’s past Now“ im Lichthof des Museums für Abgüsse klassischer Bildwerke in München in der Nähe des Königsplatzes. Man spürt auf Anhieb das Raumbewusstsein der Regisseurin Martina Veh als ausgebildete Architektin. Der Blick der Zuschauer wandert von der Galerie tief hinunter auf das Geschehen im Orkus zu den zu Gipsabgüssen mutierten Protagonisten, während noch vor der Vorstellung Museumsarbeiter mit Reinigungsarbeiten beschäftigt sind und die Hauptfigur Orpheus alias Museumswärter mit einem Pinsel liebevoll ein Gipsrelief erstellt.

Heimatlos in der Fremde

26.11.14 (Susanne Benda) -
Die Oper beginnt. Mozart hat ihre Musik geschrieben, und gemeinsam mit seinem klugen Librettisten Lorenzo da Ponte zeigt er, dass im Leben und in der Liebe auf nichts wirklich Verlass ist. „Così fan tutte“ („So machen es alle“) heißt das Sechs-Personen-Stück. Als es im Stuttgarter Theaterhaus anfängt, ist die Bühne schon vor der Ouvertüre voller Menschen. Sie spielen, sie streiten, sie träumen, sie reden. Sie warten. „Wir sind heimatlos in der Fremde“, sagt ein kleiner Junge; andere erzählen von Schmerz, Tod, Angst und davon, dass sie sich zurücksehnen in ihr Heimatland Syrien.

Vorhang auf, es darf geträumt werden

30.10.14 (Joachim Lange) -
Mit den Opern-Ausgrabungen ist es so eine Sache. Der Ehrgeiz der Intendanten, das schmale Kernrepertoire zu erweitern, um damit auch überregionale Aufmerksamkeit zu erregen, ist durchaus kein ehrenrühriges Motiv. Manchmal kommt aber noch ein besonders ehrenvolles hinzu. Das betrifft jene Musiker, deren Werke von den Nazis als Ausfluss ihres Rassenwahns nicht nur von der Bühne verbannt, sondern die oft selbst ermordet wurden.

Was soll da verschwurbelt sein?

05.10.14 (Georg Beck) -
Sie hat sich zurückgemeldet. Frankfurts Oper legt wieder den Finger in die Wunden der Zeit: Palästina-Konflikt, globalisierte Öko­no­mien, Geschlech­terkämpfe. Drei Uraufführ­un­gen in zwei Spielzeiten. Aufträge an den israeli­schen Kompo­nisten Lior Navok, an Péter Eötvös sowie an Rolf Riehm, das Frankfurter Urgestein. Für die Produkti­o­nen der beiden Letzteren hat sich der Vorhang bereits gehoben.

Odysseus erfindet sich selbst und zeugt seinen Mörder

29.08.14 (Hans-Jürgen Linke) -
Über Odysseus wissen wir allerlei. Die „Ilias“ und die „Odyssee“ des Homer liefern Geschichten von seinen Kriegs- und Wanderjahren, seinen Lügen und Listen, seinen Heldentaten und Abenteuern mit Monstern, Zauberinnen und anderen weiblichen Gestalten. Andererseits wissen wir über Odysseus nichts.

Kaleidoskop eines Realitätsverlusts

05.07.14 (Michael Ernst) -
Karl May auf der Bühne? Aber gewiss, das gibt es in Bad Segeberg, das gibt es beim Elspe-Festival und sowieso auf der Felsenbühne in Rathen. 102 Jahre nach seinem Tod im sächsischen Radebeul kommt der Autor nun auch an die Semperoper – und zwar höchstselbst, also nicht etwa mit seinen Figuren Winnetou und Old Shatterhand beziehungsweise Kara Ben Nemsi.

Erschöpfende Bewegungen, rückwärts und seitwärts

04.06.14 (Juan Martin Koch) -
Schlichter, betörender Gesang, begleitet von Theorbe und Barockharfe: Fast schien es so, als wolle die zeitgenössische Oper endgültig in den Schoß ihrer Ursprünge zurückkehren. Mit „Das geopferte Leben“ legte der katalanische Komponist Hèctor Parra zum Abschluss der 14. Münchner Biennale für neues Musiktheater ein Werk vor, das im Orchestergraben Alte und die Neue Musik virtuos ineinander verschränkt, das sich bisweilen aber eben auch ganz in die Intimität des frühbarocken „recitar cantando“ zurückzieht.

Ins Dunkel des Unterlands der Triebe

06.05.14 (Frieder Reininghaus) -
2003 machte der österreichische Komponist Bernhard Lang (geb. 1957) durch sein „Theater der Wiederholungen“ auf sich aufmerksam: Die Wiederholungen von Phrasen und musikalischen Partikeln, die allemal bei der zweiten oder dritten, spätestens bei der vierten Wiederkehr variiert werden, waren das Markenzeichen. Inzwischen hat es sich Lang nicht leicht gemacht mit den Stoffen, die er sich vornahm. Zur Wiener Mozart-Supergeburtstagsparty 2006 steuerte er „I Hate Mozart“ bei. Im Jahr darauf ließ er in Schwetzingen die Kammeroper „Der Alte vom Berge“ folgen – eine Arbeit zum Religionsführer Hasan-i-Sabbah, der zu Beginn des vorigen Jahrtausends mit dem Geheimbund der Assassinen eine Abspaltung der schiitischen Ismaeliten vorantrieb.

Die Tragik von Zusammenbruch und Auflösung

05.05.14 (Michael Scheiner) -
„Müssen wir abstürzen?“ Es musste wohl ein Absturz sein, das Leben von Zelda und F. Scott Fitzgerald. Sie, eine Verkörperung des „flapper girls“ der 20er Jahre, der modernen, kurze Kleider und Haare tragenden, provokanten jungen Frau. Und er, der junge Schriftsteller an der Schwelle zum Ruhm. Gemeinsam waren sie eines der berühmtesten Glamour-Paare der 20er-Jahre in Amerika, der „roaring twenties“. Sie führten ein ausschweifendes Leben mit Alkohol in Strömen, nächtelangen Parties und mondänen Festen. Ein Leben, das auch von extremen Spannungen zwischen einer obsessiven Liebe, großer Leidenschaft, Streit und Hass, Enttäuschung und erneuter Versöhnung geprägt war. In seinem inzwischen berühmtesten Roman hat Fitzgerald das Lebensgefühl dieser Zeit in der Figur des „The Great Gatsby“ (Der große Gatsby) schonungslos eingefangen.

Antworten heißt Klangfarbe bekennen

06.04.14 (Juan Martin Koch) -
Ein bei der Einreise nach Israel am Flughafen gestrandeter Humanist und Hebraist der Renaissance – ein den letzten Dingen sich zuwendender, tief gläubiger Komponist: Die in Stuttgart uraufgeführte, um Johannes Reuchlin kreisende Oper „wunderzaichen“ von Mark Andre hätte leicht Gefahr laufen können, eine spirituell verbrämte Kopfgeburt zu werden. Es kam anders.
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