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Alle Artikel kategorisiert unter »Oper«

Nathaniel Hawthorne, zweimal gelesen

Sind die beiden totgeglaubten Brüder am Ende doch noch am Leben? Dürfen die beiden Ehefrauen also auf die baldige Rückkehr ihrer Männer hoffen, wie die in tiefer Nacht erscheinenden Botschafter verheißen? Oder ist diese Hoffnung nichts weiter als ein Wunschtraum, ein Hirngespinst ohne jede realistische Grundlage? Alois Bröder lässt diese Frage in seinem Stück „Die Frauen der Toten“ genauso offen wie Nathaniel Hawthorne, der mit seiner um 1830 entstandenen Erzählung „The Wives of the Dead“ die literarische Vorlage für Bröders am Theater Erfurt uraufgeführte Oper lieferte.

Ein plastischer Doppelabend in Südfrankreich

04.02.13 (Gerhard R. Koch) -
„Und ewig lockt das Weib“ hieß 1956 ein Film mit Brigitte Bardot – schon mit Titel und Star ein eindeutiger Hinweis auf die unwiderstehliche Anziehungskraft genuin weiblicher Sinnlichkeit. Doch die Anspielung bleibt nicht nur auf den Sex-Appeal der Schmollmund-Ikone beschränkt, sondern lässt sich auch auf eine ganz andere, kaum minder unstillbare Begierde übertragen: das Verlangen wie Widerstreben nicht weniger Komponisten gegenüber der Erotik der Diva Oper.

Schnöde Tochter in überladenem Klanggewand

03.12.12 (Juan Martin Koch) -
Es war eine traurig-schöne Koinzidenz, dass die Uraufführung von Jörg Widmanns Oper „Babylon“ ausgerechnet an Hans Werner Henzes Todestag über die Bühne der Bayerischen Staatsoper ging. Seinem Andenken widmete das Produktionsteam dann auch die Premiere. Intendant Klaus Bachler erinnerte in einer kurzen Ansprache an Henzes Wirken gerade auch in München und beschwor somit unfreiwillig jene musiktheatrale Meisterschaft, die man an diesem Abend dann so schmerzlich vermissen sollte.

Die Zeit der Weltall-Vokalisen ist noch nicht um

31.08.12 (Juan Martin Koch) -
Auch so hätte es heuer bei den Bregenzer Festspielen ablaufen können: Detlef Glanerts „Holzschiff“ als Spiel auf dem See, Umberto Giordanos „Andrea Chénier“ im Festspielhaus. Dem routinierten zeitgenössischen Seestück nach Hans Henny Jahnns Romanvorlage wäre auf diese Weise eine spektakuläre Inszenierung zuteil geworden und das im Vergleich zu anderen Reißern aus dem Verismo-Umfeld weniger schlagkräftige Stück hätte mit konzentrierter Genauigkeit auf seine Relevanz fürs 21. Jahrhundert hin untersucht werden können.

Die Aura des schönen und grausamen Mittelalters

31.08.12 (Frieder Reininghaus) -
Mitte der 1990er-Jahre komponierten Alfred Schnittke (für die Wiener Staatsoper) und Franz Hummel (für das Pfalztheater Kaiserslautern) polystilistische Opern über das (weitgehend im geschichtlichen Dunkel liegende) Leben Gesualdos. Don Carlo Gesualdo, Fürst von Venosa, leistete als Lautenist und Komponist im späten 16. Jahrhundert einen Beitrag zur Musikgeschichte Neapels; lange nach seinem Tod wurde er verdächtigt, die Tötung seiner Frau und eines Gastes, den er für ihren Liebhaber hielt, in Auftrag gegeben zu haben.

Die Soldaten retten ein Festspiel – bei eigenen Verlusten

31.08.12 (Peter P. Pachl) -
Schon vor seinem Amtsantritt überhaupt schlugen dem neuen Salzburger Festspielintendanten Alexander Pereira Kritik und Häme entgegen, in Deutschland vor allem, wo man von der Kunst gern straffe Konzepte und gesellschaftliche Relevanz erwartet. Ideologischer Überbau ist allerdings das Letzte, was Zürichs langjährigen Erfolgsintendanten interessiert. Er hat’s gern bunt. „Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen“, heißt es im „Faust“-Vorspiel. Wer das gesamte Angebot der ersten Pereira-Saison überblickt, muss aber zugeben, dass etliche Schwerpunkte des Programms keinesfalls nur der „Kulinarik“ dienen, sondern ebenso anspruchsvoll sind wie bei den inzwischen der Verklärung überstellten Pereira-Vorgängern. Darüber wird noch nach Ende der Festspiele in der nächsten Ausgabe zu berichten sein. Zum Abschluss der Opern-Serie konnte Pereira mit Bernd Alois Zimmermanns „Die Soldaten“ einen stürmisch gefeierten Erfolg verbuchen, der jedoch wiederum die Kritiker auf den Plan rief: denn der Regisseur hatte vor allem den Schluss von Zimmermanns Oper stark verändert. Darüber berichtet unser Mitarbeiter Peter P. Pachl in seiner folgenden Kritik.

Der ferne Opernklang

05.06.12 (Juan Martin Koch) -
„Denn eine Oper zu schreiben, die die Musik als Aufputz und Beiwerk erfordert, ihr nichts selbständiges mehr zu tun übrig läßt, würde mir widerstreben; und ein Sujet zu vertonen, in welchem der Grundgedanke nicht ein absolut die Musik erheischender – nein – die Musik selber ist, erst recht. So schrieb ich den ‚Fernen Klang’…“

Des Alltags großer Auftritt als Oper

04.06.12 (Ute Schalz-Laurenze) -
Es ist richtig was los auf der Bühne: Über 100 Menschen wuseln da ebenso ungeordnet wie natürlich höchst geordnet herum und erzählen dem Opernpublikum etwas über heutigen Alltag: „All diese Tage“ ist ein Auftragswerk des Theaters Bremen an den 1965 geborenen Komponisten Moritz Eggert und das originelle Werk wurde jetzt auch dort uraufgeführt.

Meer, Mann und Tier

04.06.12 (Frieder Reininghaus) -
Das Nationaltheater Mannheim hat in den vergangenen Jahren auch in der Opernsparte jeweils eine markante Uraufführung präsentiert: 2010 „Montezuma – Fallender Adler“ von Bernhard Lang, vergangenes Jahre „Superflumina“ von Salvatore Sciarrino. Nun war mit Olga Neuwirth wieder eine Österreicherin an der Reihe. Ihr neues Stück „The Outcast“, dessen heimlicher Held der legendäre weiße Wal Moby-Dick ist, stützt sich auf ein von der Komponistin bearbeitetes Libretto von Barry Gifford und hat bereits eine längere Übertragungsgeschichte hinter sich: Giffords Arbeit rekurriert unter anderem auf den welterfahrenen Roman von Herman Melville (1819–1891) und die „Old Melville“-Monologe von Anna Mitgutsch sowie auf Lautréamont, Lewis Carroll, Edward Lear und Walt Whitman.

„… zusammenzubringen, was nie zusammenkommt“

29.04.12 (Martin Hufner) -
Es kann alles so einfach sein. Seit 2002/2003 ist der Dirigent Errico Fresis musikalischer Leiter der Opernabteilung und Leiter des Studiengangs Gesang/Musiktheater an der UdK Berlin. Dort setzte er sich von Beginn an für die Anreicherung des Studiengangs mit Neuer Musik ein. Im Rahmen dieser Bemühungen hat er gesehen, dass die Biennale München diese Extraprogramme mit den Musikhochschulen macht und ich dachte, ich schreibe den Intendanten Peter Ruzicka an. Natürlich erwartete ich keine Antwort. Ich war total überrascht als mich zwei, drei Tage später eine persönliche Nachricht von ihm erreichte. „Selbstverständlich, wir sind interessiert, ich bin dann und dann in Berlin, lassen Sie uns treffen.“ Das war vor zwei Jahren.
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